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FAQ zur Technischen Dokumentation und technischen Übersetzung, Risikobeurteilung und CE-Kennzeichnung, ANSI Z 535 .6

Auf dieser Technischen Dokumentation FAQ Seite finden Sie unsere stetig wachsende FAQs zu Dokumentation und Übersetzung mit den häufig gestellten Fragen und Antworten.

Ziel dieser FAQ Seite ist es, fundiertes Wissen zu vermitteln und dadurch Kundennutzen zu schaffen. Gut fundiertes Wissen kann helfen, ein besseres Verständnis zu erlangen.

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Technische Dokumentation

Die Technische Dokumentation muss Angaben dazu enthalten, was bezüglich der Wiederinbetriebnahme nach Betätigen der Not-Aus-Vorrichtung zu beachten ist. Es muss beschrieben sein, wie die Maschine nach Stillsetzen der Energiezufuhr durch die Not-Aus-Vorrichtung wieder in Gang zu setzen ist. Dazu gehört wie eine mögliche Verriegelung der Not-Aus-Vorrichtung aufzuheben ist und welche Schritte für die Wiederinbetriebnahme des Arbeitsprozesses einzuleiten sind.

Technische Dokumentation erstellen für eine Maschine oder Anlage heißt auch, sich mit den in der Anleitung vorkommenden Symbolen auseinanderzusetzten. Beispielsweise welches Symbol man für die Kennzeichnung von Bedienerinformationen verwendet.

Das allgemeine Gefahrenzeichen (Ausrufezeichen im gelben Warndreieck) dient zur Kennzeichnung von Sicherheits- oder Warnhinweise. Um andere wichtige Textstellen für den Bediener zu kennzeichnen, darf das allgemeine Gefahrenzeichen keine Anwendung finden. Zum einem wertet es das Gefahrenzeichen ab, da es in einer Anleitung dann viel häufiger vorkommt als es sollte. Zum anderen irritiert es den Leser, wenn das Symbol, welches für Warnungen vor Gefahren gedacht ist, anderweitig zum Einsatz kommt.

Für die Kennzeichnung von wichtigen Bedienerinformationen in der Technischen Dokumentation stehen andere Symbole wie beispielsweise ein blaues Informationszeichen zur Verfügung.

Die Betriebsanweisung einer Maschine soll dem Benutzer wichtige Verhaltensregeln im Umgang mit der Maschine vermitteln und benötigte Schutzvorkehrungen erläutern. Bei relevanten Änderung des Arbeitsmittels oder seiner Benutzung, wie durch Umbau der Maschine, muss der Betreiber seine technischen Unterlagen überarbeiten. Dazu zählen unter anderem die Pläne, Gefährdungsbeurteilung und auch die Betriebsanweisung einer Maschine.

Die für eine unvollständige Maschine notwendige Montageanleitung erstellen wir Ihnen gerne auf Wunsch. Dieses von der Maschinenrichtlinie geforderte Dokument, damit eine unvollständige Maschine überhaupt in Verkehr gehen darf, und auch weitere Dokumente im Bereich der Technischen Dokumentation gehören zu unserem Leistungsspektrum. Wir unterstützen Sie beispielsweise bei der Erstellung einer Risikobeurteilung, die ebenfalls für eine unvollständige Maschine gefordert ist.

Sie benötigen für Ihr Software Projekt Unterstützung um Ihr Handbuch erstellen zu können?

Eine komplizierte Software benötigt ebenfalls eine Dokumentation für den Endanwender. Solch eine Dokumentation ist ähnlich aufgebaut wie eine Betriebsanleitung für eine Maschine. Das Handbuch soll den Benutzer anleiten, wie die Software aufgebaut ist, was für den Betrieb erforderlich ist und wie sie zu benutzen ist.

In Bezug auf die Zielgruppe einer Maschine fordert die Maschinenrichtlinie, dass die Informationen für den Benutzer auch dem Kenntnisstand der jeweiligen Zielgruppen entsprechen müssen.

Diese Forderung der Maschinenrichtlinie unterstreicht die Wichtigkeit der Durchführung einer Zielgruppenanalyse. Unter den Anwendern einer Maschine befinden sich unterschiedliche Nutzer, die über unterschiedliche Wissensstände verfügen. Die Benutzerinformationen muss man den Anforderungen dieser unterschiedlichen Personengruppen entsprechend anpassen.

Im Januar 2018 veröffentlichten die Normengremien einen neuen Entwurf für eine Norm zur Technischen Dokumentation. Die Norm DIN EN ISO 20607 ergänzt die Norm zur Erstellung von Betriebsanleitungen DIN EN 82079 in Richtung der Maschinensicherheit. Der Entwurf stellt eine Typ-B-Norm dar und kann aufgrund des Status als Sicherheitsgrundnorm für die Konformitätserklärung herhalten. Damit kann ein Hersteller von Maschinen die Vermutung nahelegen, dass seine Maschine die Anforderungen im Rahmen der Maschinenrichtlinie erfüllt. Nähere Informationen zu der DIN EN ISO 20607 in der Technischen Dokumentation finden Sie auch in dieser Podcast Folge.

Eine Dokumentation schreiben bedeutet auch sich mit der Leserlichkeit seines Dokumentes auseinanderzusetzen. Hierfür gibt es drei verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten, um eine Dokumentation leserlich zu gestalten.

Zum einem die Schriftgröße. Wählt man beispielsweise für eine Betriebsanleitung eine Schriftgröße von nur 8 Punkten, ist diese nicht besonders gut lesbar. Möchte man das Dokument mit einem Meter Abstand lesen, empfiehlt es sich eine Schriftgröße von mindesten 14 Punkten zu verwenden.

Die zweite Möglichkeit ist der Helligkeitskontrast zwischen Schrift und Hintergrund. Ein gut lesbarer Text weißt einen hohen Kontrast auf wie es bei 100% schwarzer Schrift auf 100% weißem Hintergrund der Fall ist. Alle unter einem Kontrastwert von 70% ist nicht mehr gut lesbar.

Die letzte Möglichkeit ist die Gestaltung der Seite selbst und die Nutzung der freien Flächen auf einer Seite. Es empfiehlt sich etwa 25 % einer Seite als leere Flächen freizulassen, um eine Seite nicht mit Inhalten zu überladen. Dies hat den Vorteil, dass der Leser die Seite als angenehmer zu lesen empfindet.

Möchten Sie mehr über Gestaltungshinweise zum Dokumentation schreiben erfahren? Dann empfehlen wir Ihnen diese Folge unserer Podcast Reihe „Betriebsanleitung erstellen“ anzuhören.

Bei einer Dokumentation ist der Fachwortschatz oder auch Terminologie genannt für die Verständlichkeit und Eindeutigkeit der Anleitung sehr wichtig. Die Dokumentation muss über eine einheitliche Benennung von Fachausdrücken verfügen.

Die wichtigsten Faktoren bei der Terminologie sind das Festlegen auf eine vorrangige Benennung von einem Fachausdruck. Das ist die Basis für Wiederverwendung, Konsistenz und Verständlichkeit der Dokumentation. Festgelegt Fachausdrücke sind in einer Datenbank abzulegen und allen Beteiligten für die Dokumentation zugänglich zu machen. Dann gilt es Dubletten innerhalb des Dokumentes zu erkennen, das sind ähnliche Benennungen für die gleiche Sache und diese mit der korrekten Benennung auszutauschen. Auch „verbotene“ Synonyme kann man zudem mit in die Datenbank aufnehmen, damit die Benutzer auch die falschen Bezeichnungen für einen Fachausdruck kennen. Die frühzeitige Festlegung der Terminologie ist zudem eine wichtige Voraussetzung für die Übersetzbarkeit der Fachausdrücke.

Wenn an einer alten Maschine weitgehende Veränderungen vorgenommen werden, gilt es auch in der Technischen Dokumentation einiges zu beachten. Falls beispielsweise eine Maschine neue Schutzeinrichtungen erhält oder einen leistungsfähigeren Antrieb, muss man die Maschine nach seiner Veränderung wieder überprüfen. Ist die Veränderung ein wesentlicher Umbau im Sinne der Maschinenrichtlinie, kann es sich sogar um eine neue Maschine halten. Der Hersteller ist dann verpflichtet die Maschine erneut mittels einem Konformitätsbewertungsverfahren zu bewerten, seine Betriebsanleitung anzupassen und die CE-Kennzeichnung neu anzubringen. Jede Änderung an einer Maschine erfordert zudem eine neue Risikobeurteilung, um mögliche neue Gefahren zu identifizieren.

Der Aufbau einer Technischen Dokumentation gliedert sich in eine interne und eine externe Dokumentation. Die Interne Technische Dokumentation wie Risikobeurteilung, Prozessdokumentation, Konstruktionszeichnungen usw. verbleiben im Unternehmen des Herstellers.

Die Externe Technische Dokumentation ist dafür vorgesehen, an Dritte Personen zu gehen. Dazu zählen unter anderem Benutzerinformationen, Betriebsanleitung, Servicehandbuch und/oder Installationsanleitung.

Vorallem die externe Technische Dokumentation hat einen hohen Stellenwert. Fehlt ein Teil wie die Betriebsanleitung ist der Aufbau einer Technischen Dokumentation nicht vollständig und das Produkt gilt als mangelhaft.

In der Technischen Dokumentation müssen Technische Redakteure die Anforderungen aus verschiedenen Normen beachten. Bei den Normen gibt es zudem Unterscheidungen in A-, B- und C-Normen. Die Abstufung reicht von allgemeinen Aspekten für alle Geräte und Maschinen bis zu produktspezifischen Anforderungen an einzelne Geräte- oder Maschinengruppen. Wenn Angaben in C-Normen von den Angaben in A- oder B-Normen abweicht, haben die Angaben in der C-Norm Vorrang.

Die Verordnung 2016/425 regelt unter anderem die Angaben in Hinsicht auf die Technische Dokumentation von Schutzausrüstungen. Die Verordnung legt fest, dass in den Technischen Unterlagen für die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) eine vollständige Beschreibung dieser und ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung stattfindet. Weiterhin soll eine Beurteilung von Risiken vorhanden sein, vor denen die PSA schützen soll. Auch müssen Berichte über durchgeführte Prüfungen zur Ermittlung der Schutzklasse vorhanden sein. Die Technische Dokumentation von Schutzausrüstungen muss ebenfalls Fundstellen der harmonisierten Normen enthalten, die bei Entwurf und Herstellung der Schutzausrüstung Anwendung fand.

Wir decken das komplette Leistungsspektrum im Bereich der Technischen Dokumentation ab. Wir beraten Sie gerne dazu, wenn es darum geht eine Betriebsanleitung erstellen zu lassen. Weiterhin übernehmen wir die Erstellung einer Risikobeurteilung, die Durchführung einer Normenrecherche für die CE-Kennzeichnung und die Lokalisierung Ihrer Technischen Dokumentation. Wir überprüfen auch gerne Ihre Betriebsanleitung nach Normen und Richtlinien, um zu sehen ob die Anleitung allen Produkthaftungskriterien entspricht. Nutzen Sie unser Kontaktformular falls Sie eine Beratung wünschen oder schicken uns eine Preisanfrage für ein unverbindliches und kostenfreies Angebot!

Technische Dokumentation ist Aufgabe von Fachleuten und erfordert spezielle Fähigkeiten und Kompetenzen. Nur ausreichend geschulte Personen sollten sich damit befassen, eine Betriebsanleitung zu erstellen und zu überprüfen. Die Personen sollten zudem über kommunikative Kompetenz, Sprachkompetenz, Schreiberfahrung und Methodenkompetenz verfügen. Ebenso sollte die Person mit dem Themenbereich der zu erstellenden Betriebsanleitung wie auch den relevanten Normen zur Erstellung vertraut sein.

Wir überprüfen Ihre Technische Dokumentation im Rahmen unseres Dokuchecks auf die Richtigkeit von Normen und Richtlinien. Sie erhalten in einem ausführlichen Bericht Informationen darüber, was wir in Ihrer Technischen Dokumentation an Unstimmigkeiten gefunden haben. Weiterhin fügen wir im Laufe des Dokuchecks Kommentare an kritischen Stellen in Ihren Dokumenten wie der Betriebsanleitung hinzu. Dadurch ist ein direktes Bearbeiten der Technischen Dokumentation anhand der Kommentare möglich.

Die Zielgruppen einer Technischen Dokumentation tragen gewisse Merkmale. Aus diesen Merkmalen kann man den Informationsbedarf, das Anwenderverhalten und die sprachlichen und gestalterischen Anforderungen an die Technische Dokumentation ableiten. Typische Merkmale von den Zielgruppen sind unter anderem Sozio-demographische Merkmale wie Geschlecht, Alter oder Bildung. Des weiteren gibt es noch verhaltensorientierte Merkmale wie die der Erstkäufer oder der Intensivnutzer. Zudem spielen auch die Psychologischen Merkmale (Motivation, Meinung, Wünsche) der Zielgruppe in der Technischen Dokumentation eine Rolle.

Die Zielgruppen in der Technischen Dokumentation sind vorwiegend die Anwender technischer Produkte. Aber auch die Servicetechniker oder Support-Mitarbeiter zählen zu der Zielgruppe der Technischen Dokumentation. Die Inhalte der Technischen Dokumentation müssen an die jeweiligen Zielgruppen und Ihre Bedürfnisse angepasst sein.

Die Unterschiede von einer internen und externen Technischen Dokumentation im Maschinenbau befassen sich mit der Herausgabe der Inhalte an Dritte. Die Interne Technische Dokumentation wie Risikobeurteilung, Konstruktionszeichnungen usw. verbleibt im Unternehmen. Externe Technische Dokumentation ist dafür vorgesehen, an Dritte Personen zu gehen. Dazu zählen unter anderem Schaltpläne oder die Betriebsanleitung.

Vermeiden Sie in der Technischen Dokumentation die Verwendung von Begriffen mit absoluter Bedeutung. Diese Begriffe können den Benutzer irreführen und sind zudem vor Gericht juristisch nicht haltbar. Dazu hier einige Beispiele für Begriffe, die man nicht in der Technischen Dokumentation verwenden sollte:

  • Narrensicher
  • unfallsicher
  • betriebssicher
  • wartungsfrei
  • ungefährlich

Setzen Sie stattdessen auf den Einsatz von Gebots- und Warnhinweisen bzw. informative Hinweise in Ihrer Technischen Dokumentation.

Eine Explosionsdarstellung in der Technischen Dokumentation dient dazu, die Einzelteile eines Gerätes oder einer Baugruppe darzustellen. Eine Explosionsdarstellung kommt in Betriebsanleitungen, Wartungshandbüchern und Ersatzteilkatalogen vor, um einen komplexen Gegenstand in seine Einzelteile zu zerlegen. In der Technischen Dokumentation ist es dank umfangreicher Software-Tools einfach eine Explosionsdarstellung zu erstellen.

Der Begriff „starr“ findet Anwendung in der Maschinenrichtlinie im Abschnitt 4.1.2.8.1 des Anhangs I. Damit möchte der Gesetzgeber definieren, dass für Maschinen, die feste Ladestellen anfahren, starre Führungen nötig sind. Hierdurch soll eine sichere Bewegung des Lastträgers zu den Ladestellen und sicherer Zugang zum Lastträger an den Ladestellen möglich sein.

Nein, dies ist rechtlich nicht möglich. Die Maschinenrichtlinie fordert, dass die Betriebsanleitung in der Amtssprache des Landes verfasst ist, in der das Produkt in Verkehr ging. Zudem muss die Betriebsanleitung im Original vorliegen oder als Übersetzung gemeinsam mit dem Original. Beide müssen entsprechend gekennzeichnet sein.

Weiterhin fordert auch das Produktsicherheitsgesetzt nach §3 Absatz 4 folgendes:

„Sind bei der Verwendung, Ergänzung oder Instandhaltung eines Produkts bestimmte Regeln zu beachten, um den Schutz von Sicherheit und Gesundheit zu gewährleisten, ist bei der Bereitstellung auf dem Markt hierfür eine Gebrauchsanleitung in deutscher Sprache mitzuliefern, sofern in den Rechtsverordnungen nach § 8 keine anderen Regelungen vorgesehen sind.“

Eine Betriebsanleitung für eine Maschine darf im deutschen Markt also nicht nur in englischer Sprache vorliegen.

Alle wichtigen Angaben für den Notfall wie beispielsweise Feuerbekämpfungsmaßnahmen, Erste-Hilfe-Maßnahmen, Fluchtwege, usw. sollten in die Betriebsanleitung einfließen. Eine gesetzliche Verpflichtung für eine Angabe in der Betriebsanleitung existiert zwar nicht, doch sind diese Informationen für den Anwender hilfreich. Zudem fordern vereinzelte Normen die Angaben für bestimmte Situationen. So fordert die EN 12100 für die Betriebsanleitung zum Beispiel die Angaben zur Art der zu verwendenden Feuerlöschausrüstung im Notfall. Ebenso Warnhinweise über mögliche Emission oder Leckage von schädlichen Stoffen und, falls möglich, Angaben über Mittel zur Bekämpfung derer Wirkungen.

Eine Maschine dürfen nur entsprechend eingewiesene, geschulte und autorisierte Personen bedienen. Wenn Personen mit unzureichender Personalqualifikation die Maschine bedienen, bestehen akute Gefahren für Mensch und Maschine. In der Betriebsanleitung für eine solche Maschine müssen deswegen genauere Angaben über das Personal stehen, welches die Maschine bedient.

Es ist sinnvoll in der Betriebsanleitung alle Arbeitsbereiche an einer Maschine zu beschreiben. Dazu gehören alle Bedienplätzen, die das Personal an der Maschine besetzen kann. Auch sollten in der Betriebsanleitung die Bedienungseinrichtungen wie Terminals oder Bildschirme beschrieben sein, die ein Benutzer der Maschine betätigen kann.

Eine Maschine darf keine Betriebsarten enthalten, die nicht den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen der Maschinenrichtlinie entsprechen. Sollte dies doch der Fall sein, so müssen diese Betriebsarten mit technischen Mitteln an allen Maschinen nicht benutzbar sein.

Ja; obwohl es für Aufzüge zugeschnittene Richtlinien wie bspw. die Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU gibt, können Aufzüge unter die Maschinenrichtlinie fallen. Die Maschinenrichtlinie hat sich zudem mit der überarbeiteten Version 2006/42/EG vermehrt mit Aufzügen beschäftigt. Seither fallen laut Artikel 24 alle Aufzüge mit einer Fahrgeschwindigkeit von mehr als 0,15 m/s auch unter die Maschinenrichtlinie.

Die Hersteller sollten mit ihrer Technischen Dokumentation den erlaubten Verwendungszweck zuerst so eng wie möglich eingrenzen. Formulierungen in der Betriebsanleitung wie „ausschließlich“ oder „nur“ in der bestimmungsgemäßen Verwendung sollen eine missbräuchliche Verwendung im Voraus ausschließen. Zusätzlich sollte man vor bereits bekannten Fehlanwendungen in der Technischen Dokumentation warnen.

Der Inhalt der bestimmungsgemäßen Verwendung in der Technischen Dokumentation enthält mehrere Angaben. Zum einem sind Angaben über den vorgesehenen Verwendungszweck des Produktes anzugeben. Weiterhin müssen Angaben über die Grenzen der Verwendung mit in den Inhalt der Technischen Dokumentation. Dazu gehören zum Beispiel Belastbarkeit, max. Drehzahl rotierender Teile, usw. Ferner müssen Angaben über Einschränkungen der Verwendung, die aus Bezeichnung, Konstruktion und Funktion des Produktes nicht ersichtlich sind, enthalten sein. Dazu zählt unter anderem auch ein Verbot, das Produkt zu verändern, um andere Verwendungszwecke mit dem Produkt zu eröffnen. Vor einer vernünftigerweise vorhersehbaren Fehlanwendung muss man ebenfalls in der Technischen Dokumentation warnen, wenn diese gefährlich ist. Ein Hinweis ist ebenfalls anzugeben auf die Verpflichtung, die Angaben zu Betrieb, Wartung und Instandhaltung in der Betriebsanleitung zu beachten.

Der Abschnitt der bestimmungsgemäßen Verwendung in der Technischen Dokumentation sollte klare, eindeutige Aussagen enthalten. Im Maschinenbau sind die Produkte oft für nur eine sehr genau definierte Anwendung gedacht. Vermeiden Sie daher Formulierungen wie „sollte nicht“ oder „nicht zu empfehlen“ in der Technischen Dokumentation. Derartige Aussagen lassen zudem großen Interpretationsspielraum zu. Die Grenzen der Anwendung sollten durch die bestimmungsgemäße Verwendung in der Technischen Dokumentation so genau wie möglich festgelegt werden.

Ein Kranseil ist ein Lastaufnahmemittel und muss eine Betriebsanleitung enthalten. In der Maschinenrichtlinie (MRL) gibt es entsprechend für Lastaufnahmemittel eine Sonderregelung. Diese sind zwar keine Maschinen im Sinne der MRL, fallen aber gleichwohl unter den Anwendungsbereich der MRL. Lastaufnahmemittel müssen daher den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen entsprechen.

Für Lastaufnahmemittel wie bspw. ein Kranseil schreibt die MRL in Bezug auf eine Betriebsanleitung folgendes vor:

“4.4.1 Lastaufnahmemittel

Jedem Lastaufnahmemittel und jeder nur als Ganzes erhältlichen Gesamtheit von Lastaufnahmemitteln muss eine Betriebsanleitung beiliegen, die mindestens folgende Angaben enthält:
a) bestimmungsgemäße Verwendung;

b) Einsatzbeschränkungen (insbesondere bei Lastaufnahmemitteln wie Magnet- und Sauggreifern, die die Anforderungen der Nummer 4.1.2.6 Buchstabe e nicht vollständig erfüllen);

c) Montage-, Verwendungs- und Wartungshinweise;

d) für die statische Prüfung verwendeter Koeffizient.“

Das Sicherheitskapitel vieler Betriebsanleitungen ist überladen mit Sicherheitshinweisen. Ursachen sind dafür vorwiegend Angst vor rechtlichen Konsequenzen. Zudem die Folgen einer falschen bzw. missverstandenen Risikobeurteilung oder das Normen und Richtlinien nicht richtig bekannt sind.

Um in einer Betriebsanleitung richtig zu warnen, sollte zuerst die Zielgruppe genauesten bekannt sein. Wer liest die Betriebsanleitung und nutzt das Produkt?  Diese Nutzer gilt es richtig anzuleiten und zu informieren. Zudem sollte man in der Betriebsanleitung erst dann warnen, wenn konstruktiv die Fehler nicht behebbar sind und durch Schutzmaßnahmen die Benutzer nicht aus dem Gefahrenbereich ausgeschlossen werden.

Viele Warnhinweise in einer Betriebsanleitung können die Anleitung sehr unübersichtlich machen. Wenn viele Sicherheitshinweise hintereinander angeordnet sind, lösen diese in der psychologischen Wahrnehmung des Benutzers die falsche Reaktion aus. Viele Sicherheitshinweise führen dann dazu, dass der Benutzer diese schnell überfliegt und nicht beachtet.

Da ein mit Warnhinweisen überlaufenes Sicherheitskapitel zu sehr ablenkt, sollte man nur vor den nötigsten Dingen in der Betriebsanleitung warnen. Offensichtliche Gefahren (Bsp. Ein Messer ist scharf) bedürfen keine Warnhinweise. Vor unerwarteten oder unsichtbaren Gefahren muss man warnen. So ist bspw. vor der Gefahr eines Klebstoffes zu warnen, der bei Berührung mit der menschlichen Haut so stark klebt, dass er nur noch operativ entfernbar ist.

Unter den Zulieferdokumente in der Technischen Dokumentation versteht man zum Beispiel:

  • Konformitätserklärungen
  • Betriebsanleitungen,
  • Zulieferer-, Bauteil- und Ersatzteillisten,
  • Schaltpläne,
  • ebenso wie Prüfnachweise

Die Zuliefererdokumente einer Technischen Dokumentation sollte man zudem frühzeitig einfordern.

In ein Sicherheitskapitel für Betriebsanleitungen gehören zum Beispiel nachfolgende Punkte:

  • Beschreibung des bestimmungsgemäßen Gebrauchs der Maschine, Anlage oder Teilmaschine sowie des Gerätes
  • Warnhinweise in der Betriebsanleitung, Montageanleitung und Bedienungsanleitung bezüglich einer vernünftigerweise vorhersehbaren Fehlanwendung der Maschine
  • Beschreibung der Nutzer, Einschränkungen, Gefahren für bestimmte Personengruppen
  • Allgemeine Gefahren, Warnhinweise, mögliche gesundheitliche Schäden, Schutzmaßnahmen beim Betrieb und während aller Lebensphasen der Maschine, Anlage, Teilmaschine und des Gerätes (z.B. Bohrmaschine, Kreissäge, Akkuschrauber)
  • Erklärung der grafischen Symbole für sicherheitsbezogenen Informationen an der Maschine und in der  Betriebsanleitung, Montageanleitung und Bedienungsanleitung

Der Anwender eines Produktes könnte etwas naheliegendes (gefährliches) tun, obwohl Sie Ihn nicht dazu angeleitet haben. Solche Handlungen müssen verboten werden, wenn dadurch eine Gefahr entstehen kann.

Bsp. Trommel des Kopierers nicht berühren! (Beim Öffnen zur Beseitigung eines Papierstaus)

Betriebsanleitungen zählen als Bestandteil eines Produktes. Für sie gelten die gleichen Maßstäbe für die Fehlerbeurteilung wie die eines Produktes. Anleitungen müssen also ebenfalls dem jeweils herrschenden Stand der Technik genügen, um Nutzer des Produktes nicht unverhältnismäßig zu gefährden.

In der Technischen Dokumentation verwendet man ein Glossar, um Begriffe und Definitionen zu sammeln und darzustellen. Ähnlich einem Wörterbuch können diese Begriffe in der Betriebsanleitung entsprechend gesucht und nachgeschlagen werden.

Die Betriebsanleitung einer Maschine muss einen Hinweis enthalten, dass man diese sorgfältig lesen und für späteres Nachschlagen aufbewahren muss.

Der Hersteller hat mit der Auslieferung der Maschine und der Betriebsanleitung an seinen Kunden bereits seine Pflichten als Inverkehrbringer erfüllt. Wird die Maschine von seinem Kunden weiterverkauft, ist dieser im rechtlichen Sinne ein „Bereitsteller auf dem Markt“. Der Hersteller der Maschine muss an die dritte Partei keine Betriebsanleitung aushändigen, weil er kein „Bereitsteller“, sondern nur „Inverkehrbringer“ ist.

Nein, selbst wenn der Kunde eines Herstellers in Kenntnis möglicher Folgen ausdrücklich auf die Beifügung einer Betriebsanleitung verzichtet. Dies hat keine Bedeutung für das Inverkehrbringungsrecht. Dies gilt zudem in gleicher Weise für das Produkthaftungsrecht. Auch hier können die Sorgfaltspflichten nicht durch vertragliche Gestaltung aufgehoben werden.

Die Instruktionspflicht im Maschinenbau bezieht sich auf alle zur Verfügung gestellten Informationen in der Betriebsanleitung. Das können unter anderem Sicherheits- und Warnhinweise, Handlungsbeschreibungen, Technische Daten usw. sein. Die Anforderungen an die Instruktionspflicht sind deutlich herabgesetzt, wenn die Bedienung der Maschine nur durch Fachpersonal stattfindet. Hinweis- und Warnpflichten hören in aller Regel dort auf, wo die Verwendung des Erzeugnisses, die zum Schaden führen kann, mit dem Produktzweck überhaupt nichts mehr zu tun hat.

Der Instandhaltungsplan in der Technischen Dokumentation ist eine Antwort auf Fragen, wann und was für Wartungsarbeiten zu tun sind. Darin sind alle Aktionen systematisch vorbereitet und festgelegt, die dafür erforderlich sind, um die Funktionsfähigkeit einer Produktionsmaschine zu gewährleisten.

Schwer verständliche Texte in Betriebsanleitungen kosten Geld und Zeit. Lange aufgeblähte Sätze sind vor allem in der Übersetzung ein Kostentreiber. Wenn man den Inhalt der Betriebsanleitung nicht versteht, entstehen dadurch viele zeitraubende Rückfragen. Auch ein immaterieller Schaden ist möglich. Kunden, die mit der Betriebsanleitung unzufrieden sind, schließen mit einem unverständlichen Text auch meistens mit dem Unternehmen ab.

Eine gute visuelle Gestaltung  in der Betriebsanleitung verbessert nicht einen unlogischen, schlecht strukturierten Text. Eher verstärkt sich der negative Eindruck. Die Gestaltung könnte Ordnung vorgaukeln und entsprechend gewisse Erwartungen wecken. Diese werden vom Text aber nicht eingelöst.

Um einen Text in einer Betriebsanleitung verständlich zu halten, gibt es mehrere Möglichkeiten. Unter anderem kann man folgendes tun:

  • Unnötige Fremdwörter meiden (Bei geläufigen deutschen Begriffen lieber „beurteilen“ verwenden anstatt „evaluiren“)
  • Umgangssprachliche Firmenausdrücke ersetzen (Beispielsweise: Die „Dachbefestigungsschraube“ mit dem einfachen Begriff „Schraube“ ersetzen.)
  • Zusammengesetzte Hauptwörter sparen (Lange Zusammensetzungen wie bspw. Spritzgießprozessregelung vermeiden. Zusammensetzungen mit mehr als drei Gliedern mithilfe von Bindestrichen auftrennen. Zum Beispiel Spritzgießprozess-Regelung)

Der Hersteller der Maschine ist in der Regel nicht für die praktische Durchführung des Transports der Maschine verantwortlich. Dennoch muss er Sorge dafür tragen, dass die Maschine sicher transportierbar ist. Besondere Hinweise die beim Transport der Maschine zu beachten sind, müssen in der Betriebsanleitung angegeben werden.

Enthält die Betriebsanleitung Angaben zu der Verpackung einer Maschine, muss man diese Hinweise beachten. Das können Angaben zum sicheren Auspacken der Maschine sein. Ebenso kann erläutert sein, wie man die Maschine wieder verpacken muss.

Der Transport einer Maschine soll gefahrlos möglich sein. Daher muss sich der Hersteller während der Konstruktion bereits Gedanken machen, wie man die Maschine später transportiert. Auch in der Risikobeurteilung muss man diese Lebensphase betrachten. Alle Überlegungen und Ergebnisse sammelt man dann in der Betriebsanleitung und stellt diese so dem Leser zur Verfügung. Beispielsweise sollten in der Anleitung Angaben zum Schwerpunkt der Maschine oder besondere Angaben für den Transport mit einem Gabelstapler enthalten sein.

Nein, das Urheberrecht der Betriebsanleitung liegt beim Hersteller der Maschine. Dadurch darf der Betreiber einer Maschine die Betriebsanleitung des Herstellers nicht ohne seine Zustimmung überarbeiten, vervielfältigen oder übersetzen.

Für elektrische Baugruppen können wir eine Bedienungsanleitung, Gebrauchsanleitung oder Montageanleitung erstellen. Dies ist jedoch abhängig von Ihrem Produkt. Unser Schwerpunkt liegt im erstellen von Gebrauchsanleitungen, Bedienungsanleitungen und Montageanleitungen für Maschinen- und Anlagenbauer.

Der Hersteller eines technischen Produktes hat eine Instruktionspflicht gegenüber dem Kunden, die er durch die Übergabe einer Gebrauchsanleitung erfüllt. Diese ist daher ein Bestandteil des Produkts (siehe Produktsicherheitsgesetz); Eine fehlerhafte, unvollständige oder unverständliche Gebrauchsanleitung ist ein Sachmangel. Diese kann, genauso wie ein Fehler am Produkt selbst, zu Nacherfüllung, Rücktritt vom Kaufvertrag oder Kaufpreisminderung führen. Im Rahmen der Produkthaftung kann eine fehlerhafte Gebrauchsanweisung bei Sach- oder Personenschäden zu einem erheblichen finanziellen Haftungsrisiko für den Inverkehrbringer des Produkts werden.

Das Fehlen der Anleitung stellt außerdem einen Verstoß gegen die CE-Kennzeichnung dar. Die CE-Kennzeichnung ist dadurch zu Unrecht erfolgt und kann zur Untersagung des weiteren Verkaufs des Produktes, Produktionsstillstand/Rückruf und Überprüfung aller Produkte durch die Marktüberwachung führen.

Meldet ein Wettbewerber der Marktaufsicht das Fehlen der Betriebsanleitung hat dies zudem schwere rechtliche Auswirkungen. Gerichtliche Verfahren wegen unlauterem Wettbewerb gegen den Produkthersteller sind dann möglich.

Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG besagt, dass eine Maschine bzw. Anlage nicht ohne Betriebsanleitung in Verkehr gebracht darf. Eine Nachreichung der Betriebsanleitung ist somit ausgeschlossen.

Hersteller müssen in der Betriebsanleitung laut Maschinenrichtlinie Angaben zu dem Geräuschemissionen ihrer Produkte machen. Dabei messt man die am Arbeitsplatz entstehenden Lärmpegel. Die Messung setzt sich aus verschiedenen Anteilen zusammen, die auf den unterschiedliche Tätigkeiten bzw. Einwirkungen an der Maschine zurückzuführen sind. Aus den dabei für die einzelnen Tätigkeiten gegebenen Lärmbelastungen und deren Höhe erstellt man dann die Angaben in der Betriebsanleitung.

Zum einem den Emissionsschalldruckpegel sofern dieser über 70 dB(A) am Arbeitsplatz liegt. Zweitens die Angabe des Schallleistungspegel wenn dieser am Arbeitsplatz über 80 dB(A) beträgt. Überdies muss ab einem Wert von 130 dB am Arbeitsplatz noch der Spitzenschalldruckpegel angegeben werden.

Für weitere Informationen über die Inhalte der Betriebsanleitung empfehlen wir Ihnen die Podcast-Folgen der Reihe Betriebsanleitung erstellen hier anzuhören. Benötigen Sie eine Vorlage für eine Betriebsanleitung? Dann laden Sie sich unsere kostenlose Musterbetriebsanleitung aus unserem Downloadbereich herunter.

Um die Möglichkeit von Unfällen zu vermindern und das Haftungsrisiko zu verringern. Die Veränderung, Umgehung oder Überbrückung von Schutzeinrichtungen findet sehr häufig statt. Durch die Dokumentation der Schutzeinrichtungen weiß der Leser, welche Schutzeinrichtungen wo verbaut und wie und wann diese auf Funktionalität zu überprüfen sind. Zudem macht eine Auflistung bzw. Darstellung der Schutzeinrichtungen eine Überprüfung erst möglich.

Der Hersteller muss aufgrund seiner Fabrikationspflicht den Nachweis erbringen, dass die Schutzeinrichtungen bei der Übergabe des Produktes in Ordnung waren. Dies wiederum wird durch Abnahmeprotokolle nach der Fertigung und bei der Aufstellung beim Kunden belegt. Ebenso beinhaltet eine lückenlose Dokumentation Checklisten oder Wartungsbücher mit den Terminen, wann die Einrichtungen durch wen zu prüfen sind.

Um die Details von Schaltplänen, etc. zu erkennen, sollten diese in den Anhängen der Betriebsanleitung abgebildet sein. Dort kann dann ggf. ein größeres Papierformat gewählt werden. Auf einem A4-Blatt kann unter Umstände nicht jedes Detail erkannt werden.

Hinter den Abkürzungen IQ, OC und PQ verbergen sich die Begriffe Installation Qualification (IQ), Operational Qualification (OQ) und Performance Qualification (PQ). Die passenden deutschen Begriffe dafür sind Installationsqualifizierung, Funktionsqualifizierung und Leistungsqualifizierung.

Diese Begriffe sind Teile der Qualitätssicherung von Maschinen und Geräten. Vorrangig für Maschinen in der industriellen Herstellung von behördlich kontrollierten Produkten wie zum Beispiel in der Medizintechnik.

Zur Installationsqualifizierung (Englisch: Installation Qualification -IQ) gehört u.a. der Vergleich der tatsächlich installierten Komponenten in Maschinen mit den geforderten Anforderungen. Weiterhin die Überprüfung des vollständigen Aufbaus und der Zusammenstellung der Dokumentationen. Die IQ überprüft, dass die Komponenten der Anlage entsprechend den Designspezifikationen installiert und alle für sich betrachtet funktionieren. Direkt nach Lieferung, Aufbau und Inbetriebnahme einer Anlage wendet man dieses Verfahren an. Das Ergebnis der Prüfung ist zu dokumentieren.

Funktionsqualifizierung (Englisch: Operational Qualification – OQ) umfasst die dokumentierte Überprüfung aller Komponenten und Module eines installierten Systems. Eine komplexe Anlage wird in sinnvolle prüffähige funktionale Schritte oder Gruppen aufgeteilt und einzeln sowie zusammenhängend getestet. Im Rahmen der Funktionsqualifizierung erfolgt die Überprüfung der Funktion des Systems.

Leistungsqualifizierung (Englisch: Performance Qualification – PQ) findet nach IQ und OQ statt. Dieses Verfahren dokumentiert, dass Geräte und Systeme im gesamten vorgesehenen Arbeitsbereich innerhalb der vorgegebenen Grenzwerte reproduzierbar arbeiten. Damit erbringt man den Beleg für die dauerhaft erwartete Leistung des Systems. Die Komponenten eines Systems sind dabei nicht alleine zu betrachten, sondern immer nur als Teil des Gesamtprozesses bzw. eines Teilprozesses. Durch eine entsprechende Anzahl von Wiederholungen ist ein repräsentativer Beweis erbracht, dass die Geräteanforderungen erfüllt und im späteren realen Betrieb erfüllt sind.

Der Versand von Produkte in Drittländer, also Länder außerhalb der Europäischen Union, unterliegt aus zollrechtlicher Hinsicht einigen Feinheiten. Die Erstellung einer Ausfuhranmeldung ab einem Sendungswert von 1.000 Euro gehört dazu. Dabei zählt der statistische Wert des Produktes und nicht der Rechnungsbetrag. Diese Ausfuhranmeldung muss seit Juli 2009 im Rahmen des elektronischen Verfahrens ATLAS-Ausfuhr abgegeben werden.

Dies ist der Wert der Sendung „frei deutsche Grenze“, dies bedeutet, dass beispielsweise bei der Lieferbedingung „Ab Werk“ bzw. „EXW“ die Frachtkosten bis zur deutschen Grenze anteilig zum Rechnungsbetrag zu addieren sind, um den statistischen Wert zu erhalten. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass sich im Falle kostenloser Ersatzsendungen, der statistische Wert an dem realen Wert der Sendung orientiert. So kann beispielsweise für die Lieferung eines kostenfreien Motors im Rahmen eines Garantiefalls eine Ausfuhranmeldung notwendig sein. Nämlich dann, wenn der statistische Wert bei über 1.000 Euro liegt (Wert des Motors zuzüglich der anteiligen Frachtkosten zur deutschen Grenze).

Das ATLAS Verfahren ist das IT-System des deutschen Zolls und bildet folglich die Abkürzung für den Ausdruck „Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungs-System“.

Die ATLAS-Ausfuhranmeldung kann aus Sicht des ausführenden Unternehmens auf unterschiedliche Weise erstellt sein:

  • Im Rahmen einer vom Zoll zertifizierten, mit ATLAS verbundenen Software (zumeist kostenpflichtig) durch Mitarbeiter des Unternehmens.
  • In dem vom Zoll (kostenfrei und online) angebotenen Programm „Internetausfuhranmeldung Plus“ (IAA Plus) durch Mitarbeiter des Unternehmens
  • Durch einen Dienstleister (z.B. einen Spediteur oder eine Zollagentur)

Komplexe Maschinen sind so detailreich, dass Beschreibungen in Textform in der Betriebsanleitung sehr umfangreich und schwer verständlich ausfallen. Mithilfe von Abbildungen in Betriebsanleitungen reduziert sich der Informationsgehalt auf das Wesentliche. Abbildungen betonen überdies wichtige Inhalte und unterstützen den geschriebenen Text. Ein Bild vermittelt Informationen sprachneutral und ist international verständlich. Die Kosten für eine Übersetzung werden durch eine Abbildung ohne Text eingespart.

Der Nutzer muss durch die Beschreibung eines Produktes in der Lage sein, das Produkt entsprechend zu identifizieren. Dies ist möglich durch Angaben wie zum Beispiel:

  • Seriennummer, Modell, Produktkennzeichnungsnummer
  • Name zur Identifizierung des Anbieters
  • Name sowie Anschrift von Lieferanten
  • Abmessungen, Leistung, Energieverbrauch
  • Spannungen, Geräuschpegel, Elektromagnetische Verträglichkeit
  • Hinweise zum bestimmungsgemäßen Verbrauch

Ist eine Modifikation des Produktes nicht erlaubt, muss dies eindeutig in der Betriebsanleitung angegeben sein. Bei erlaubter Modifikation muss die Anleitung die erlaubten Modifikationen beschreiben. Ein sicherer Gebrauch muss weiterhin gewährleistet sein.

Betriebsanleitungen in elektronischer Form müssen wie gedruckte Anleitungen leicht verständlich sein und den Anforderungen aller Normen folgen. Wenn Gebrauchsanleitungen nur elektronisch zur Verfügung stehen, muss dies deutlich am Verkaufsort und auf der Verpackung angegeben werden. Herunterladbare Gebrauchsanleitungen müssen ohne Änderung der verwendeten Betriebssysteme lesbar sein. Genauso muss die notwendige Software zur Verfügung gestellt sein.

Die Technische Dokumentation einer Maschine muss sowohl vor Gebrauch als auch danach zugänglich sein. Daher muss auf die Bedeutung der Aufbewahrung einer Betriebsanleitung hingewiesen werden durch Aussagen wie z. B.:

WICHTIG!

VOR GEBRAUCH SORGFÄLTIG LESEN

BETRIEBSANLEITUNG FÜR SPÄTERES NACHSCHLAGEN AUFBEWAHREN!

Die Dokumentationsüberprüfung dient dazu zu überprüfen, ob die eigene Gebrauchsanleitung den üblichen Normen und Regeln unterliegt. Zum Beispiel ob die Betriebsanleitung der DIN EN 82079-1 oder für den amerikanischen Sektor der ANSI-Normen unterliegt. Ebenso überprüft unser Dokucheck,  ob das Dokument alle nötigen Produkthaftungskriterien erfüllt.

Die Betriebsanleitung muss laut der Maschinenrichtlinie in Ihrer Amtssprache verfasst sein. Verkauft man die Maschine ins europäische Ausland, muss die Betriebsanleitung entsprechend in der Amtssprache des Landes verfügbar sein.

 

Aus haftungsrechtlicher Sicht müssen Betriebsanleitungen verständlich geschrieben sein. Um die Anleitung verständlich schreiben zu können, sollte man dann auch die Personen kennen, welche das Produkt schlussendlich nutzen. Daher gibt es in Betriebsanleitungen also auch die Analyse der Zielgruppe des Produktes.

In der Betriebsanleitung müssen Angaben über Leistung und Verbrauch der Maschine wie Fassungsvermögen, Masse des Produktes, Nennleistung, etc. angegeben werden. Diese sollten dann übersichtlich dargestellt werden und sollten korrekt sein, um keine Probleme mit der Produkthaftung zu bekommen.

In der Betriebsanleitung werden Angaben über die Art und Häufigkeit von Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten, Material und Werkzeuge gemacht. Außerdem auch genügend detaillierte Beschreibungen zu den Tätigkeiten für die Instandhaltung und Reinigung des Produktes. Genauso zu beachten ist auch die Qualifikation des eingesetzten Personales. Informationen für geschultes und nicht geschultes Personal ist separat bereitzustellen. Die lokale Gesetzgebung und der lokale Arbeitsschutz wirken sich auch auf die jeweiligen Angaben aus.

Bei den Angaben zur Demontage ist darauf zu achten, dass diese nur erlaubt ist, wenn dies keine Gefährdung für Personen darstellt. Eine schlichte Angabe von „Demontieren Sie das Produkt in umgekehrter Weise, wie Sie es montiert haben“ ist nicht angemessen. Die EN 82079-1 fordert genaue Informationen und Warnhinweise über die Demontage eines Produktes.

Informationen in Hinsicht auf Recycling oder Entsorgung eines Produktes müssen auch in einer Betriebsanleitung wiedergegeben werden. Angaben zu einer sicheren und umweltgerechten Behandlung der Abfallprodukte sind ebenfalls zu machen.

Jedes Produkt ist für einen bestimmten Verwendungszweck geplant und hergestellt. Obwohl dieser Einsatzzweck logisch ersichtlich sein kann, ist jeder Produkthersteller verpflichtet den Käufer des Produktes von seiner bestimmungsgemäßen Verwendung zu informieren. Ebenso über möglichen Fehlgebrauch oder sogar Missbrauch ist in der Betriebsanleitung zu informieren. Diese Darstellung muss grundsätzlich vorhanden sein, damit die Produkthaftung erreicht ist und Gewährleistungs- oder Garantieansprüche greifen.

Die Maschinenrichtlinie besagt, dass bei wesentlichen Veränderungen auch alte Maschinen als neu betrachten zu sind. Durch Umbauten an einer Maschine durch eine Unternehmen wird die ursprüngliche Leistung, der Verwendungszweck oder die Bauart der Maschine wesentlich verändert. Dadurch ist die Maschine laut Maschinenrichtlinie als neu anzusehen. Die Maschine ist qausi erneut in Verkehr gebracht. Der aktuelle Betreiber erbt demzufolge auch allen einen Maschinen-Hersteller betreffenden Pflichten. Er muss eine EU-Konformitätserklärung erstellen, die CE-Kennzeichnung muss anbringen und er muss sicherstellen, dass eine Technische Dokumentation vorhanden ist.

Ja, inhaltlich gibt es mehrerer Punkte, die in einer Gebrauchsanleitung entsprechend aufgeführt sein sollten:

  • Bestimmungsgemäße Verwendung
  • Angaben zur gefahrlosen Durchführung von Transport, Installation, Inbetriebnahme und Verwendung sowie Rüsten, Instandhaltung, Montage und Demontage
  • Vom Bedienpersonal einzunehmende Arbeitsplätze
  • Erforderliche Einarbeitungshinweise
  • Angaben zu technischen Daten und Emissionen

Der Zeitpunkt des Inverkehrbringens eines Produktes spielt in der Produkthaftung eine große Rolle. Deswegen muss eine Gebrauchsanleitung mittels einer Gültigkeitsidentifikation gekennzeichnet sein. Ein Ausgabedatum, Revisionsindex oder sonstiger Code, der nachweist, wann die Gebrauchsanleitung ausgestellt ist.

Wenn die Software Teil einer Maschine bzw. Produktes ist, unterliegt diese rechtlich dem Produktsicherheitsrecht und muss in diesem Fall neben der Betriebsanleitung ebenfalls übersetzt werden.

Bei feuchten Umgebungseinflüssen kann Papier schnell Schaden nehmen oder die Schrift verläuft möglicherweise. Das Material der gedruckten Betriebsanleitung muss den Umgebungseinflüssen angepasst sein.

Aus der Zielgruppenanalyse ergibt sich, ob die Nutzer der Betriebsanleitung Kenntnisse von den eingesetzten Fachbegriffen haben. Besitzt diese keinerlei Wissen, so sind diese beim ersten Gebrauch und ggf. an weiteren Stellen ausführlich zu erklären. Ein Glossar am Ende des Betriebsanleitung, welches die Fachbegriffe enthält, ist ebenfalls sinnvoll.

Die Zielgruppe der privaten Endbenutzer an sich erfordern besondere Darstellungsweisen. Der Hersteller eines Produktes muss daher mit der Nutzung durch gefährdete Zielgruppe wie Kinder oder ältere Menschen rechnen. Über Risiken ist umfassend zu informieren und eine optimale Verständlichkeit der Anleitung ist für die Verringerung des Haftungsrisikos erforderlich.

Zuerst notiert man die Handlungsanweisungen stichwortartig und formuliert diese dann aus. Warnhinweise für Handlungsanweisungen sind vor der Handlung zu platzieren.

Handlungsanweisungen fordern den Benutzer zu einer Handlung auf und sind daher aktiv zu formulieren. Sie dienen dazu:

  • die Ausgangssituation einer Handlung zu schildern
  • das Ziel der Handlung nennen
  • falls notwendig einen konkreten Warnhinweis zu enthalten
  • in überschaubaren Schritten die auszuführende Handlung zu beschreiben
  • das Resultat der Handlung angeben

Um eine Betriebsanleitung übersichtlich zu gestalten, ist der Inhalt  durch Überschriften in verschiedenen Hierarchien zu wählen. Die Untergliederung dieser sollte jedoch maximal bis zur 3. Stufe reichen, um die Übersichtlichkeit zu wahren.

Einzelne wichtige Absätze können mithilfe einer Marginalienspalte hervorgehoben werden. Am Ende eines Kapitels kann eine Zusammenfassung für den Leser hilfreich sein.

Verzeichnisse für Inhalt, Fachwörter und Abkürzungen sind ebenfalls gute Orientierungshilfen.

Im Sinne des Produktsicherheitsrechts kann jede hergestellte fertige oder auch unfertige Sache zunächst ein Produkt am Markt sein. Ein Produkt am Markt ist, wenn Menschen diese in irgendeiner Art und Weise verwenden. Dazu zählen:

  • Gegenstände für den privaten Gebrauch
  • Technische Arbeitsmittel
  • Nahrungsmittel für Menschen und Tiere
  • Stoffe und sonstige Materialien

Ebenso spricht man im rechtlichen Sinne von der Erzeugung eines neuen Produktes, wenn verschiedene fertige und/oder unfertige Produkte zu einem neuen zusammengefügt oder ein bestehendes wesentlich verändert sein sollte.

Das kann durchaus sinnvoll sein. Mehrere Länder haben mehr als eine Amtssprache. Die Vereinigten Staaten benutzen zwar vorwiegend Englische Dokumente, haben aber keine einheitlich festgelegte Amtssprache. Bundesstaaten mit einem hohen lateinamerikanischen Bevölkerungsanteil verwenden zunehmend auch Spanisch als Amtssprache. Abhängig von der Branche kann auch eine andere Sprache zwingend vorgeschrieben werden. In New York müssen für die Baubranche die Betriebsanleitungen zwingend auf Spanisch ausgestellt sein, da überwiegend spanisch sprechende Personen im Baugewerbe tätig sind.

In den verschiedenen Teilen der USA herrschen starke Klimaschwankungen. Deshalb sind extrem heiße und kalte Temperaturen bei der Konstruktion zu berücksichtigen. So könnte beispielsweise durch Hitzeeinwirkung das Plastik von Elektroteilen schmelzen, die in Containern im Hafen von Texas lagern.

Der sogenannte „Stand der Technik“ ist einer der wichtigsten Technikklauseln für Maschinensicherheit, Produktsicherheit und Arbeitssicherheit. Der Begriff ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, der in verschiedenen Rechtsgebieten Verwendung findet und auf die Entwicklung von Wissenschaft und Technik Bezug nimmt.

Der Stand der Technik umfasst das, was technisch möglich ist. Möglich bedeutet nicht nur technisch machbar, sondern bezieht auch die Aspekte der Wirtschaftlichkeit und realistisch möglichen Umsetzbarkeit ein. Der Stand der Technik verändert sich zudem ständig und ist kein statisches Gebilde. Produkte sind an den Stand der Technik angepasst und Lösungen für Schutz und Sicherheit ständig weiterentwickelt. Das gilt ebenso für Maschinen, Anlagen, ihre Steuerungen und deren Betriebsanleitungen.

Das Produkthaftungsgesetz besagt, dass ein Produkt einen Fehler aufweist, wenn es nicht die Sicherheit bietet, die unter Berücksichtigung aller Umstände zu erwarten ist. Zu den Umständen zählen insbesondere:

  • seiner Darbietung
  • des Gebrauchs, mit dem billigerweise zu rechnen ist
  • des Zeitpunkts des Inverkehrbringens

Einem Produkt kann nicht einfach einen Fehler vorgeworfen werden, weil später ein verbessertes Produkt herauskam.

Die Abgabe eines Produktes im Rahmen einer Geschäftstätigkeit wird zunächst als „Bereitstellung auf dem Markt“ betrachtet. Ungeachtet davon, ob das Produkt verkauft, vermietet, verpachtet oder gar verschenkt ist. Das Produktsicherheitsrecht sieht vor, dass zum Zeitpunkt der Bereitstellung alle gesetzlichen Anforderungen an das Produkt erfüllt sein müssen.

Vorrangig jeder Hersteller, der ein Produkt selbst entwirft und fertigt. Aber auch jede natürliche oder juristische Person, die ein Produkt auf dem Markt bereitstellt, ist ein Bereitsteller. Als Hersteller sind auch solche eingestuft, die ein Produkt wesentlich verändern. Genauso diejenigen, welche mehrere Produkte zu einer neuen Gesamtheit zusammenfügen oder seinen Namen auf einem fremden Produkt anbringen.

Als Arbeitsschutz versteht man die Maßnahmen, die dazu dienen die Beschäftigten eines Unternehmens vor arbeitsbedingten Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen zu schützen. Das Ziel des Arbeitsschutzes ist die Vermeidung von Arbeitsunfällen und der Schutz der Gesundheit der Beschäftigten.

Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Beschäftigten nach dem aktuellen Stand der Technik zu schützen. Das bezieht sich auf die Sicherheit von Maschinen, das Funktionieren von Schutzeinrichtungen, den Umgang mit Gefahrstoffen sowie auch die Qualität von Arbeitskleidung oder der Komponenten der persönlichen Schutzausrüstung.

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Gesetze, Normen und Richtlinien

Eine Maschine kann neben der Maschinenrichtlinie auch unter mehrere Richtlinien fallen. In der Konformitätserklärung steht dann unter welche Richtlinien die Maschine fällt. So kann eine Maschine unter die Maschinenrichtlinie und die ATEX Richtlinie fallen.

Ebenfalls kann es sein, dass in einer Richtlinie bestimmte Erzeugnisse bzw. Produkte ausgeschlossen sind. So schließt die Maschinenrichtlinie Erzeugnisse aus, die unter die Niederspannungsrichtlinie fallen. Dazu zählen unter anderem alle elektrischen Schalt- und Steuergeräte, die innerhalb bestimmter Spannungsgrenzen fallen.

Die ISO 20607 ist ein neuer Normen Entwurf und konkretisiert die Anforderungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG an eine Betriebsanleitung im Maschinenbau. Zwar gibt es mit der DIN EN 82079-1 bereits eine Norm zum Erstellen von Anleitungen aller Art. Die neue Norm ISO 20607 befasst sich jedoch nur für den speziellen Anwendungsfall von Betriebsanleitungen für Maschinen. Die neue Norm ist eine gute Ergänzung zur bisherigen DIN EN 82079-1, da sie speziell die inhaltlichen Anforderungen für den Maschinenbau und darauf bezogen einzelne Hilfestellungen zu Formulierungen enthält.

Die NR-12 (Norma Regulamentadora) ist in Brasilien das europäische Gegenstück zur Maschinenrichtlinie. Will ein Maschinenhersteller seine Produkte nach Brasilien einführen, muss er nachweisen, dass seine Maschine alle Vorgaben der NR-12 erfüllt. Wenn die Vorgaben der NR-12 nicht erfüllt und formal dokumentiert sind, ist die Maschine für den Brasilianischen Markt nicht zulässig.

Die neue ISO 45001 beschreibt Anforderungen an Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsysteme. Das Ziel der Norm ist es, das Unfall- und Verletzungsrisiko in Unternehmen zu reduzieren. Die ISO 45001 führt den traditionellen Arbeitsschutz und das betriebliche Gesundheitsmanagement zusammen. Die neue ISO Norm löst zudem den bisherige Standard BS OHSAS 18001 ersatzlos ab. Nach der Veröffentlichung im März 2018 haben Unternehmen eine dreijährige Übergangsphase, in der es darum geht die neue Norm ISO 45001 anzuwenden.

Die Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV) ist verantwortlich für die Schweizer Normen in der Technischen Dokumentation. Die von der Normenorganisation mit Sitz in Winterthur ausgegebenen Schweizer Normen sind mit dem Kürzel SN gekennzeichnet. Man kann die SNV dementsprechend mit dem deutschen Institut für Normung (DIN) vergleichen.

 

Als Vollmitglied der Internationalen Organisation für Normung (ISO) und des Europäischen Komitees für Normung (CEN) stellt die SNV die internationale Zusammenarbeit in der Normung sicher. Die SNV übernimmt internationale und europäische Normen, unter denen auch die für die Technische Dokumentation sind, in das Schweizer Normenwerk. Von den fast 16.800 Schweizer Normen sind immerhin mehr als 15.000 nationale Übernahmen von Europäischen Normen.

Obwohl die Schweiz kein Mitglied der Europäischen Union ist gelten auch in der Schweiz mehrere europäische Richtlinien. Die Schweiz unterhält mit der Europäischen Union mehrere bilaterale Verträge, um die Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und den Mitglieder der Europäischen Union zu regeln. Für den Maschinenbau übernimmt die Schweiz auch die Maschinenrichtlinie in nationale Verordnungen und setzt sie demzufolge in Schweizer Recht um. In der Schweiz ist die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG als Verordnung über die Sicherheit von Maschinen (Maschinenverordnung, MaschV) bekannt. Die Inhalte der Verordnung sind deckungsgleich mit der europäischen Richtlinie.

Welches Material für Warnschilder an Maschinen zur Anwendung kommen darf, hängt von der Lebensdauer einer Maschine und den Umgebungseinflüssen ab. In Normen und Richtlinien stehen keine näheren Angaben zu dem zu verwendenden Material für Warnschilder. Es ist nur wichtig, dass die Warnschilder in der gesamten Lebensdauer der Maschine deutlich sichtbar und lesbar angebracht sind.

Normen wie DIN EN ISO 12100 oder DIN EN 60204 legen Anforderungen an die Eigenschaften von Sicherheitsfunktionen im Maschinenbau fest. Während der Planungsphase einer Maschine und über alle Phasen der Verwendung hinweg ist es zudem wichtig, die Maschinensicherheit zu berücksichtigen. Ziel der Anforderungen aus Normen ist, eine Maschine als inhärent sicher zu gestalten und mögliche Risiken auf null zu reduzieren.

Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gibt einen Rahmen vor, den Hersteller von Produkten beachten müssen. Im Maschinenbau zählen dazu auch Vorschriften für das Inverkehrbringen von Produkten, insbesondere die CE-Kennzeichnung. Auch falsche Aussagen im Marketing oder der Technischen Dokumentation fallen unter den Geltungsbereich des UWG.

Die DIN EN 82079-1 schafft im Bereich Technische Dokumentation einen detaillierten Standard für das Erstellen von Anleitungen. Darunter zählen Dokumenten wie Betriebsanleitungen, Montageanleitungen oder Gebrauchsanweisungen. Man sollte die DIN EN 82079-1 schon deswegen anwenden, um eine qualitativ hochwertige Technische Dokumentation zu erstellen. Weiterhin ist die Norm im Produktsicherheitsgesetz aufgeführt, weswegen Unternehmen der DIN EN 82079-1 vermehrt Beachtung schenken sollten, um ihre Produkte sicherer zu gestalten.

Die DIN EN 82079-1 erleichtert die Erstellung einer Technischen Dokumentation für Produkte aller Art. Unter den Geltungsbereich der DIN EN 82079-1 fallen unter anderem Software, Elektronikprodukte, Medizingeräte, Möbel, Spielzeug, Maschinen und Anlagen. Sowohl Verbraucherprodukte als auch Investitionsgüter fallen unter den Wirkungskreis der DIN EN 82079-1.

Alle Personen, die im Erstellungsprozess von einer Technischen Dokumentation beteiligt sind, sollten sich mit der Norm DIN EN 82079-1 befassen. Also nicht nur die ausführende Personen, welche die Betriebsanleitung schreiben, wie Technische Redakteure, Illustratoren, Entwickler, Produktingenieure und Übersetzer. Auch die in der Organisationsstruktur verantwortlichen Personen wie Produktmanager oder die Geschäftsführung sollten sich mit der DIN EN 82079-1 befassen.

In der Technischen Dokumentation macht die DIN EN 82079 Anforderungen dazu, welche Angaben zu Zubehörteile, Verbrauchsmaterialien und Ersatzteile gemacht müssen. Falls zur Nutzung des Produktes Zubehörteile erforderlich sein sollten, müssen diese in der Technischen Dokumentation mit umfassender Informationen erläutert sein. Dabei ist es sinnvoll sowohl die Funktion der Teile zu erläutern, wie auch die Informationen zum Montieren und Entfernen der Teile parat zu stellen. Die DIN EN 82079 macht Angaben dazu, dass Ersatzteile in der Technischen Dokumentation visuell identifizierbar sind durch beispielsweise einer Explosionszeichnung.

Die entstandenen Europäischen Normen (EN) übernehmen die jeweiligen Mitgliedstaaten in ihr nationales Normenwerk. Die Übernahme von internationalen Normen (ISO) in nationale Normen ist dahingegen nicht verpflichtend. Sollte aber eine Übernahme erfolgen, darf diese nur als vollständige und identische Übernahme der internationalen Norm erfolgen. Da die europäische Normung EN grundsätzlich die internationalen Normen ISO übernehmen, ist auch die Übernahme in der nationalen Normung verpflichtend. Im Falle von Deutschland ist das dann die DIN. Die Normenbezeichnung DIN EN ISO sagt also aus, dass eine internationale Norm sowohl in das europäische als auch in das deutsche Normenwerk übergegangen ist.

Um im Maschinenbau neue Normen einzubringen, kann jeder bei der DIN formlos einen schriftlichen Normungsantrag für nationale Normen stellen. Der zuständige Ausschuss klärt mit den Fachkreisen, ob Bedarf für das eingereichte Thema besteht, das Projekt zu finanzieren ist und ob die Bearbeitung auf nationaler, europäischer oder internationaler Ebene erfolgen soll. Wenn im Ausschuss die Entscheidung zugunsten der Erarbeitung einer nationalen Norm fällt, muss nur noch das zuständige Lenkungsgremium zustimmen. Dann erarbeitet der Ausschuss ein Norm-Entwurf und stellt diesen der Öffentlichkeit im Anschluss durch den Beuth Verlag bereit. Im Norm-Entwurfs-Portal von der DIN kann die Norm kostenlos zur Stellungnahme eingesehen werden. Die Experten im Ausschuss beraten die Stellungnahmen und einigen sich über den Inhalt der geplanten Norm. Die Veröffentlichung der Norm erfolgt anschließend.

Die technische Umsetzung von EU-Richtlinien in nationale Bestimmungen im Maschinenbau findet über harmonisierte Normen statt. Mit der Anwendung von harmonisierten Normen bekennt der Hersteller im Maschinenbau, dass seine Produkte konform mit den Bestimmungen der EU-Richtlinien sind. Die Bekanntgabe der Harmonisierung von Normen erfolgt über das Amtsblatt der Europäischen Union. Dabei wird auch der Termin festgelegt, ab wann die Anwendung der Norm nötig ist, um die berechtigte Konformitätsvermutung zu erlangen.

Die Anwendung harmonisierter Normen in der Technischen Dokumentation ist freiwillig, bietet aber bei Anwendung das Recht zur Konformitätsvermutung. Das Vorhandensein von harmonisierten Normen bezeugt die Einhaltung von EU-Richtlinien, welche Anforderungen für ein Mindestsicherheitsniveau für bestimmte Produkten aufstellen. Wendet ein Hersteller keine harmonisierten Normen an, muss er nachweisen können, dass seine Methoden mindestens genauso sicher sind.

Ein Unterschied zwischen europäischen und amerikanischen Normen in der Technischen Dokumentation besteht in der Anzahl der Herausgeber von Normen.

In Europa verabschiedet die ISO Normen, während in Amerika mehrere Organisationen Normen herausgeben. Zu den wichtigsten gehören die ANSI, OSHA und UL-Normen. Dann gibt es branchenbezogene Normungsverbände wie die NEMA (National Electrical Manufacturers Association), welche Normen im Bereich der Elektrotechnik verabschieden.

Im Allgemeinen sind die OSHA-Normen mit den EU-Richtlinien vergleichbar und die ANSI Normen mit denen der deutschen DIN. OSHA Normen sind verpflichtend umzusetzen während die ANSI Normen freiwillig umgesetzt werden können. Die Umsetzung der ANSI Normen ist jedoch zu empfehlen, da diese als wichtig anerkannt sind und bei Haftungsfällen großes Gewicht besitzen.

Im Maschinenbau für die USA gibt es mehrere Normen für Produkte. Zum Beispiel gibt es die Norm UL745-1 Portable Electric Tools, die Warnhinweise für Elektrowerkzeuge enthält.

Weiterhin gibt es für Produkte in den USA eine Vielzahl von Normen, die es zu beachten gilt, wie beispielsweise den Consumer Product Saftey Act (Sicherheitsnormen für Verbraucherprodukte) oder den Toxic Substances Control Act (Norm der US-amerikanischen Chemikalienregulierung). Im Maschinenbau sind zudem folgende Organisationen für Normen bekannt:

  • Occupational Safety & Health Administration (OSHA)
  • American National Standards Institute (ANSI)
  • Underwriters Laboratories (UL)
  • National Fire Protection Association (NFPA)

Die NFPA 70 Norm schreibt in den USA vor, in welcher Form Elektroinstallationen vorzunehmen sind. Darunter zählen Parameter wie Betriebsspannungen oder sogar die Art der Kabelverlegungen im Niederspannungsbereich zur elektrischen Energieversorgung. Ebenso regelt die Norm, wie die elektrische Sicherungen, oder die im nordamerikanischen Raum verbreiteten NEMA-Stecker zu gestalten sind. Die Nicht-Einhaltung der NFPA 70 Norm kann dazu führen, dass die Maschine oder Anlage nicht in Betrieb genommen darf.

Wenn für ein Produkt mehrere Richtlinien gelten, muss der Hersteller nicht mehrere separate Konformitätserklärungen abgeben. Sämtliche Erklärungen fasst der Erklärer dementsprechend in einem einzigen Dokument zusammen. Das Dokument verweist auf die jeweils anderen Richtlinien, deren Vorgaben er erfüllt hat. Der Hersteller bestätigt damit die Konformität seiner Maschine in einer einzigen Konformitätserklärung. Aus dieser muss stets klar ersichtlich sein, ob sie nur für eine Richtlinie gilt oder für mehrere Richtlinien.

Die Anwaltskosten in den USA muss jede Partei selbst tragen. Es findet keine Kostenerstattung wie in Deutschland statt. Die Anwälte in den USA setzen Ihre Honorare zudem mit 25-50 % der Klagesumme an. Die Richter in den USA überwachen nur den Prozessverlauf, eine Jury am Gerichtsstandort, die aus Zivilpersonen besteht, klärt die Schuldfrage. In den USA sind die Prozesse öffentlicher geführt als in Deutschland.

Der Kläger hat für die Beweissuche erhöhte Rechte. So kann er beispielsweise die Betriebsstätte des Angeklagten nach Informationen durchsuchen.

In Hinsicht auf die Produktsicherheit gibt es einige Unterschieden zwischen der EU und den USA.

In der EU gibt es ein einziges Verfahren, um ein Produkt mit den geltenden Gesetzen in Einklang zu bringen. Nämlich die Einhaltung der Schritte zur CE-Kennzeichnung. Die CE-Kennzeichnung findet zudem in den USA keine Anwendung. Dagegen hängt es in den USA von der Art des Produkts und der zugehörigen Bundesbehörde ab, welche Schritte für die Produktsicherheit zu ergreifen sind.

In den USA basieren die Produktrichtlinien zur Produktsicherheit auf nationalen Gesetzen, die vom Kongress verabschiedet sind. In der EU werden die Richtlinien von der Europäischen Kommission festgelegt und die Überprüfung erfolgt durch die einzelstaatlichen Behörden. Einige der in den USA erlassenen staatlichen Gesetze und Vorschriften sind zudem strenger als die Bundesgesetze.

Die Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU regelt im Maschinenbau die Anforderungen für das Inverkehrbringen von Aufzügen im Europäischen Wirtschaftsraum. Die aktuelle Form der europäische Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU ist ab dem 20. April 2016 in nationales Recht in Deutschland umgewandelt. Vorallem die Hersteller von Aufzugsanlagen und andere an der Lieferkette Beteiligte nimmt die neue Verordnung dadurch in die Pflicht. Kernpunkte in dieser neuen Fassung für den Maschinenbau sind dementsprechend die Technische Dokumentation, Produktkennzeichnung und Regeln für die Kommunikation möglicher Sicherheitsrisiken.

Die Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG dient im Maschinenbau dazu, Energie und andere Ressourcen bei Herstellung, Betrieb und Entsorgung von energieverbrauchsrelevanten Produkten einzusparen. Die Richtlinie erschien am 20. November 2009 und ersetze dafür die alte Richtlinie 2005/32/EG als Nachfolger. Sie legt für den Hersteller im Maschinenbau verbindliche allgemeine und spezifische Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte fest.

Gefährliche Stoffe und Gemische müssen in der Technischen Dokumentation nach der GHS-Einstufung (Globally Harmonised System) gekennzeichnet sein. Seit dem 1. Juni 2017 dürfen Lösemittel, Haushaltsreiniger, Bauchemikalien oder andere Gemische nur noch in Verkehr gehen, wenn sie der GHS-Kennzeichnung entsprechen. Die bislang gültigen schwarzen Symbole auf einem orangefarbenen Quadrat haben keine Gültigkeit mehr. Es sind nun nur noch die schwarzen Symbole in einem rautenförmigen, roten Rahmen auf weißem Grund zulässig.

Die EN ISO 13849-1 stellt im Maschinenbau die Anforderungen an die Sicherheit von Steuerungen auf. Sie entspricht zugleich einem Leitfaden für die Gestaltung und Integration sicherheitsbezogener Teile für Steuerungen von Maschinen. Diese sicherheitsspezifische Norm beschäftigt sich mit Gestaltungsleitsätzen zu sicherheitsbezogenen Teilen von Steuerungen. Die Norm ist zudem für alle Arten von Maschinen gültig. Darüber hinaus greift sie für einfache Maschinen (zum Beispiel ein Bohrer), genauso wie für komplexe Anlagen.

Die DIN EN ISO 7010 regelt in der Technischen Dokumentation die Vorgaben zu Rettungs-, Verbots-, Gebots-, Warn- und Brandschutzzeichen. So sind beispielsweise die Farben und Formen der Sicherheitszeichen genauestens in der Norm festgelegt. Das europäische Komitee brachte die internationalen Norm ISO 7010 in Umlauf, um international für mehr Sicherheit durch einheitliche Kennzeichen zu sorgen. Im Oktober 2012 erschien dann die deutsche Fassung der europäischen Norm, die DIN EN ISO 7010.

Ein Hersteller im Maschinenbau trägt gegenüber den Verbrauchern eine Konstruktionspflicht. Er ist verpflichtet, seine Produkte so zu konstruieren, dass ein von ihm in den Verkehr gebrachtes Produkt sicher konstruiert ist. Das Produkt muss den gebotenen Sicherheitsstandards entsprechen. Mögliche Risiken bei bestimmungsgemäßer Verwendung als auch bei vorhersehbarer Fehlverwendung des Produktes müssen auf Grund des technischen Designs so weit wie möglich minimiert sein.

Im Maschinenbau muss durch die Fabrikationspflicht gewährleistet sein, dass  planwidrige Abweichungen im Fabrikationsprozess nicht vorkommen. Die Fertigung des Produkts in einem Betrieb sollte so organisiert sein, dass nur einwandfreie und fehlerlose Produkte auf den Markt kommen. Materialfehler oder Materialschwächen in der Fabrikation eines Produktes wurden zu Fabrikationsfehlern führen. Der Hersteller muss durch entsprechende Fertigungsprozesse und Qualitätskontrollen dafür Sorge tragen, dass dies nicht passiert.

Die Instruktionspflicht im Maschinenbau fordert den Hersteller einer Maschine dazu auf, den Produktbenutzer ausreichend zu informieren. Mit Hilfe entsprechender Instruktionen muss der Hersteller vor Restgefahren, die trotz ordnungsgemäßer Konstruktion noch verbleiben, warnen. Ebenso muss er den Benutzer in den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Produkts einweisen und vor Gefahren warnen.

Eine Anlage, die aus mehreren Einzelmaschinen besteht, bezeichnet man in der Maschinenrichtlinie im allgemeinen als eine „Gesamtheit von Maschinen“.  Beim Inverkehrbringen von Maschinen, also auch einer Gesamtanlage, muss man eine Konformitätserklärung beizufügen. Diese Verpflichtung trifft den Hersteller der Gesamtanlage. Wenn eine Anlage aus zugekauften Teilen besteht, muss der Hersteller in seiner Konformitätserklärung für die Gesamtanlage auch sämtliche Normen der Konformitätserklärungen der Zukaufteile auflisten.

GHS steht für „Globally Harmonised System“ und bezeichnet ein weltweit einheitliches System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien. Durch die Kennzeichnung ist es möglich, vor allen physikalischen Gefahren, Gesundheitsgefahren und Umweltgefahren von chemischen Stoffen und Stoffgemischen zu warnen. Zur Einstufung und Kennzeichnung werden daher Warntexte und einheitliche Gefahrenpiktogramme verwendet. Ein solche Gefahrenpiktogramm für eine giftige Chemikalie könnte zum Beispiel wie nachfolgend aussschauen:

 

In Bezug auf Sicherheitswarnungen können bestimmte Normen und Richtlinien falsch verstanden werden oder sind nicht bekannt. So sollte bspw. die Norm zur Sicherheit von Maschinen (EN ISO 12100) bekannt sein. Darin steht bspw. wer für eine Risikobeurteilung zuständig ist.

Die richtigen Normen zu kennen und zu verstehen, ist von großer Bedeutung. Ein gutes Normenmanagement in der Technischen Dokumentation ist essentiell für die Gewinnung von aktuellem Wissen. Jeder Mitarbeiter in der Technischen Dokumentation sollte deswegen angehalten werden, alle relevanten Normen und Richtlinien zu kennen. Ist dies nicht der Fall, liegt zudem ein organisatorisches Verschulden vor.

Die Gesetz- und Normenlandschaft ist ständig in Bewegung. Die für Ihre Technische Dokumentation wichtigen Richtlinien könnten sich aufgrund etwaiger Umstände verändert haben. Werden Änderungen in Gesetzen und Normen nicht beachtet, kann es dazu kommen, dass die Betriebsanleitung nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und somit auch das Produkt als fehlerhaft angesehen wird. Dann muss man mit Anklagen aus dem Bereich der Produkthaftung rechnen.

Die DIN  EN ISO 3746 beschreibt Verfahren zur Bestimmung des Schallleistungspegels einer Geräuschquelle (an einer Maschine oder Gerät). In der Emissionsmessung ist diese eine wichtige Schallenergiegröße zur Bewertung einer Schallquelle. Es werden hierdurch Anforderungen an die Messumgebung, die Messgeräte, die Messflächen und den Betrieb der zu untersuchenden Geräuschquelle festgelegt. Die Maschinenrichtlinie verpflichtet den Hersteller bzw. Vertreiber einer Maschine, in der Betriebsanleitung und in Verkaufsprospekten die von der Maschine ausgehende Geräuschemission anzugeben.

Die EU-Medizinprodukteverordnung EU 2017/745 wurde am 5 April 2017 erlassen. Die Verordnung erlässt Regeln für das Inverkehrbringen, die Bereitstellung auf dem Markt und die Inbetriebnahme von Medizinprodukten. Darunter zählen zum Beispiel für den menschlichen Gebrauch bestimmten Medizinprodukten und deren Zubehör in der Europäischen Union.

Die als „Medical Device Regulation“ (MDR) bekannte EU-Medizinprodukteverordnung EU 2017/745 erschien am 5.5.2017 im EU-Amtsblatt. Die Verordnung tritt 20 Tage später in Kraft und ist daher ab dem 26.05.2017 gültig. Für die Umsetzung der Verordnung wird eine Übergangsfrist von 3 Jahren eingeräumt. Ab dem 26.5.2020 müssen die in der Verordnung enthaltenen Vorgaben also verbindlich umgesetzt sein.

Die durch die neue EU- Medizinprodukteverordnung EU 2017/745 abzeichnenden Konsequenzen bestehen in einem deutlich erhöhten Dokumentationsaufwand für Hersteller. Die Anforderungen an die Technische Dokumentation von Medizinprodukten wird in Anhang II neu und detailliert geregelt.

Unter anderem müssen Produkte, die für den einmaligen Gebrauch vorgesehen sind, einen Hinweis in der Gebrauchsanweisung auf diesen Sachverhalt enthalten. Der Hinweis des Herstellers auf den einmaligen Gebrauch muss in der gesamten Union einheitlich sein.

Weiterhin müssen Medizinprodukte eindeutig gekennzeichnet sein anhand einer Produktidentifizierungsnummer. Mithilfe der „Unique Device Identification“ (UDI) Nummer soll die eindeutige Identifikation und Rückverfolgbarkeit von Medizinprodukten möglich sein. Insbesondere durch sicherheitsrelevante Maßnahmen soll den Kampf gegen Produktfälschungen erleichtern. Die UDI muss auf dem Produkt und der Verpackung angegeben sein.

Unter dem Strich enthält die EU-Medizinprodukteverordnung EU 2017/745 in Bezug auf die Gebrauchsanweisung einige Neuerungen. Es gibt Änderungen beim Konformitätsbewertungsverfahren die zu beachten sind. Zudem benötigen die Unternehmen in Zukunft eine Verantwortliche Person, die über qualifiziertes Fachwissen verfügt. Händler, Importeure und andere wirtschaftliche Akteure werden deutlich mehr in die Pflicht genommen.

Klinische Bewertungen und klinische Prüfungen sind ebenfalls deutlich detaillierter geregelt. Hierdurch werden sich Mehraufwände für die Hersteller ergeben. Alle Hersteller sollten möglichst Daten aus dem Feld (Post-Market-Surveillance) erheben und in die klinischen Bewertungen mit einbeziehen.

 

 

 

Eine weitere Neuerung der Reform betrifft die verpflichtende Benennung einer verantwortlichen Person, die für die Überwachung und Kontrolle der Herstellung von Produkten und deren Überwachung nach dem Inverkehrbringen zuständig ist.

Die für die Einhaltung der Regulierungsvorschriften verantwortliche Person soll der Organisation des Herstellers angehören und über bestimmte Mindestqualifikationen verfügen. Diese kann zum Beispiel ein Abschluss eines Hochschulstudiums in Recht, Medizin, Pharmazie oder Ingenieurswissenschaften sein. Auch eine langjährige Berufserfahrung in Qualitätsmanagementsystemen in Zusammenhang mit Medizinprodukten ist zudem möglich.

Klein- und Kleinstunternehmer sind von dieser Vorschrift befreit. Sie sind nicht verpflichtet, in ihrer Organisation eine für die Einhaltung der Regulierungsvorschriften verantwortliche Person zur Verfügung zu haben. Sie müssen jedoch dauerhaft und ständig auf eine solche Person zurückgreifen können.

EU-Mitgliedsländer beteiligen sich an der Ausarbeitung von EU-Richtlinien und die Mitgliedsländer müssen die Richtlinie in nationales Recht umsetzen. Eine EU-Verordnung wird ohne direkte Zustimmung der Länderparlamente erlassen und ist innerhalb einer entsprechend Frist als europäisches, übernationales Recht anzuwenden.

Ein Anpassung von älteren Betriebsanleitungen an die Bestimmungen der DIN EN 82079-1 ist nicht zwingend vorgeschrieben. Eine ältere Anleitung entspricht in den meisten Fällen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Im Falle von Produkthaftungsprozessen kann dies einen Hersteller von Maschinen benachteiligen. Somit ist eine Aktualisierung der Betriebsanleitung auf die DIN EN 82079-1 aus haftungsrechtlicher Sicht zum empfehlen. Denn eine aktuelle Betriebsanleitung vermindert das Haftungsrisiko.

In der Technischen Dokumentation umfasst die DIN EN 82079-1 bezüglich der Betriebsanleitung zum Beispiel folgende Punkte:

  • Berücksichtigung der Zielgruppe
  • Betriebsanleitung als Teil des Produktes
  • Bereitstellung der Betriebsanleitung in geeigneter Weise und den dafür benötigten Sprachen
  • Die Anleitung soll die Qualität sicherstellen und Risiken verringern
  • Die Kompetenzen der beteiligten Personen sicherstellen

Der Unterschied zwischen Normen und EU-Richtlinien im Maschinenbau ist, dass EU-Richtlinien rechtlich bindend sind. So muss ein Hersteller von Maschinen sich zum Beispiel an die Maschinenrichtlinie halten. Normen an sich haben dagegen keine rechtliche Verbindlichkeit. Normen, deren Einhaltung vertraglich festgelegt sind, haben einen verbindlichen Charakter. Oder in der Ausfüllung unbestimmter Rechtsbegriffe, wie zum Beispiel des Begriffes „Stand der Technik“, und erlangen dadurch rechtliche Bedeutung.

Eine Norm im Maschinenbau ist die Formulierung, Herausgabe und Anwendung von Regeln durch eine anerkannte Organisation und deren Normengremien. Dementsprechend sollen Normen auf den Ergebnissen von Wissenschaft, Technik und Erfahrung basieren. Für Deutschland ist das Deutsche Institut für Normung (DIN) für die Durchführung und Organisation der Normungsarbeit zuständig.

Richtlinien legen Handlungs- oder Ausführungsvorschriften fest. Richtlinien haben einen bestimmten Geltungsbereich je nach Anwendungsfall und legen für bestimmte Produkte grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen fest. Hingegen sind EU-Richtlinien sogenannte Rahmengesetze, das die Mitgliedsstaaten zur Verwirklichung eines bestimmten Ziels verpflichtet. So ist beispielsweise die Maschinenrichtlinie eine EU-Richtlinie, welche die Staaten der EU in nationales Recht umwandeln müssen.

Die Niederspannungsrichtlinie ist eine von der EU herausgegebene Richtlinie. Die Richtlinie gewährleistet ein hohes Schutzniveau von elektrischen Geräten bezüglich Gesundheit und Sicherheit. Alle Mitgliedsstaaten der EU sind dazu verpflichtet, entsprechende zweckdienliche Maßnahmen zu treffen, damit die elektrischen Betriebsmittel ordnungsgemäß funktionieren. Um Produkte in den Verkehr zu bringen, müssen sie so hergestellt sein, dass sie bei einer bestimmungsgemäßen Verwendung die Sicherheit von Menschen, Haus- und Nutztieren sowie die Erhaltung von Sachwerten nicht gefährdet. Am 26. Februar 2014 trat die aktuelle Form der Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU in Kraft.

Die Norm 31051 regelt im Maschinenbau die Grundlagen der Instandhaltung. Alles was zu den Themen Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung wichtig ist, steht in dieser Norm. Instandhaltung ist besonders dort wichtig, wo das Versagen technischer Systeme Menschenleben gefährdet.

Die Typ-A und Typ-B Normen sind als Grundnormen in Betriebsanleitungen immer anwendbar. Sie sind aber zu allgemein gültig und nicht auf bestimmte Maschinentypen anwendbar. Bei speziellen Maschinen helfen die Typ-C-Normen, die auf spezielle Risiken einer Maschinenart ausgerichtet sind. Ansätze zur Risikoreduzierung können in C-Normen wesentlich klarer und direkter dargestellt sein. So regelt die EN 12355 die Sicherheitsanforderungen an Nahrungsmittelmaschinen, im speziellen an Entschwartungs-, Enthäutungs- und Entvliesmaschinen. Diese Norm legt zum Beispiel fest, dass die Arbeiter keine metallverstärkten Handschuhe bei der Arbeit tragen dürfen. 

ANSI in der Technischen Dokumentation steht für das American National Standards Institute (ANSI), welche eine private, gemeinnützige, amerikanische Organisation zur Koordinierung der Entwicklung freiwilliger Normen in den USA ist. Es hat dazu für die USA bedeutende Normen wie die Normenreihen ANSI Z535 entwickelt und veröffentlicht. Das deutsche Pedant zur ANSI ist demgegenüber das Deutsche Institut für Normung e. V. (DIN).

Neben der EMV-Richtlinie ist die Niederspannungsrichtlinie im Maschinenbau das wichtigste Regelungsinstrument für die Sicherheit von elektrisch betriebenen Geräten. Die EMV-Richtlinie soll die Gesundheit und Sicherheit von Menschen, Haus- und Nutztieren sowie Gütern gewährleisten. Sie gilt für alle elektrischen Geräte, welche unter einer gewissen Nennspannung laufen. Betroffen sind alle Geräte zwischen 50 und 1000 V für Wechselstrom sowie zwischen 75 und 1500 V für Gleichstrom.

 

Die EMV-Richtlinie im Maschinenbau ist eine EU-Richtlinie. EMV steht für Elektromagentische Verträglichkeit. Die Definition der Elektromagentische Verträglichkeit aus der Europäische EMV-Richtlinie nach Artikel 3 lautet wie folgt:

„die Fähigkeit eines Betriebsmittels, in seiner elektromagnetischen Umgebung zufriedenstellend zu arbeiten, ohne dabei selbst elektromagnetische Störungen zu verursachen, die für andere Betriebsmittel in derselben Umgebung unannehmbar wären;.“

 

Besser ausgedrückt leitet die EMV-Richtlinie im Maschinenbau Schutzanforderungen ab, die jedes in den Verkehr gebrachtes elektrisches Gerät einhalten muss. Wissen Sie, ob Ihr Produkt unter die EMV-Richtlinie fallen könnte?

Gerne beraten wir Sie in Vorfeld einer Dokumentation was es hinsichtlich von aktuellen Normen und EU-Richtlinien alles zu beachten gilt.

 

Möglich ist das, aber man sollte trotzdem prüfen, ob zusätzliche amerikanische Normen anwendbar sind. In den meisten Fällen gelten zusätzliche bzw. andere Anforderungen an die Sicherheit. Bei Nichtbeachtung wichtiger amerikanischer Normen (wie z.B. ANSI) können schnell Prozessklagen aufgrund der Produkthaftung entstehen.

Die Druckgeräteverordnung setzt die europäische Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU in deutsches Recht um. Die Verordnung regelt das Inverkehrbringen von neuen Druckgeräten. Sie besagt unter anderem, dass neue Druckgeräte eine Betriebsanleitung in deutscher Sprache beinhalten muss. Ebenso ist in der Verordnung gefordert, dass eine CE-Kennzeichnung anzubringen und eine EU-Konformitätserklärung zu beantragen ist.

Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung regeln die Angaben von Vibrationswerten. Sie dienen zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Vibrationen. Die Verordnung gibt  den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse wieder.

Beginnen Sie mit der Suche nach Normen für die hergestellte Maschine zuerst nach einer Typ-C-Norm. Diese beschreiben Sicherheitsanforderungen für eine bestimmte Maschine. (Beispiel: EN 12717 „Sicherheit von Werkzeugmaschinen – Bohrmaschinen“)

 

Diese verweisen zur näheren Beschreibung zudem oft auf Typ-B-Normen. Die darin behandelten Sicherheitsfachgrundnormen beschreiben Schutzmaßnahmen. (Beispiel: EN 1037 „Sicherheit von Maschinen – Vermeiden von unerwartetem Anlauf“)

 

Die Grundbegriffe, Gestaltungsleitsätze und allgemeinen Sicherheitsaspekte finden sich entsprechend in den Typ-A-Normen. (Beispiel: EN ISO 12100 „Sicherheit von Maschinen – Allgemeine Gestaltungsgrundsätze – Risikobeurteilung und Risikominderung“)

Sollte man die Betriebsanleitung in Hinsicht auf Normen und Richtlinien in der Betriebsanleitung auf Ihre Aktualität überprüfen? Die Gesetz- und Normenlandschaft ist ständig in Bewegung. Die für Ihre Technische Dokumentation wichtigen Richtlinien könnten sich aufgrund etwaiger Umstände verändert haben. Werden Änderungen in Gesetzen und Normen nicht beachtet, kann es dazu kommen, dass die Betriebsanleitung nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und somit auch das Produkt als fehlerhaft angesehen wird. Dann muss man mit Anklagen aus dem Bereich der Produkthaftung rechnen.

Die allgemeine Sicherheit von Maschinen behandelt die DIN EN 12100. Allgemeine Sicherheitsinformationen bei der Konzeption von Maschinen stehen darin und sollen zudem den Konstrukteuren beim Entwickeln von neuen Maschinen unterstützen. So stehen bspw. Hinweise gegen Mechanische Gefährdungen wie unerwartetes Eingreifen in eine Maschine.

Nein, zwar überschneiden sich einige Verantwortungsbereiche, jedoch sind diese genau vom Gesetzgeber geregelt. Ein Hersteller sollte in den Erläuterungen und Informationen in seiner Betriebsanleitung nur bis an die Schnittstelle zum Betreiber gehen. Betreiber müssen selber nachforschen, welche Bestimmungen für Ihren Betrieb und die Verwendung bestimmter Arbeitsmittel gelten.

Die Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung – GefStoffV) regelt die Anforderungen an den Arbeitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln und Gefahrstoffen.

So wird darin bspw. der Umgang mit Blei und bleihaltige Gefahrstoffe geregelt. Die längerfristige Aufnahme hoher Mengen von Schwermetallen kann zu ernsthaften Erkrankungen führen. Blei kann zum Beispiel das Nervensystem schädigen und zu Unfruchtbarkeit führen. Die GefStoffV enthält besondere Schutzmaßnahme für Tätigkeiten mit Blei und bleihaltige Gefahrstoffe.

Die US-Normung ANSI Z535 auch in Europa anzuwenden ist schlicht überflüssig. Zwar decken sich einige Angaben mit der IEC/EN 82079-1, sind dort aber wesentlich transparenter und konkreter beschrieben. Wer nach Amerika exportieren will, sollte sich intensiver mit der ANSI Z535 befassen.

Unter Verkehrssicherungspflicht versteht man die Pflichten, welcher ein Hersteller beim Inverkehrbringen seiner Produkte und infolge der Bereitstellung am Markt erfüllen muss. Dazu zählen folgende Pflichten:

  • Konstruktionspflicht
  • Fabrikationspflicht
  • Instruktionspflicht
  • Produktbeobachtungspflicht

Die Produktbeobachtungspflicht beginnt erst nach dem Inverkehrbringen eines Produktes. Der Hersteller hat nach Produktion und Verkauf weiterhin die Pflicht, seine Waren auf dem Markt zu beobachten. Er muss die Nutzer vor Gefahren warnen, die bis dato noch unbekannt waren. Dies kann beispielsweise geschehen, wenn das Produkt mit anderen Produkten auf dem Markt zusammen benutzt und dadurch neue, unvorhergesehene Gefahrensituationen entstehen. In solchen Fällen hat der Hersteller die Pflicht, darauf zu reagieren und nachzubessern. Dies kann z. B.  durch Produktrückrufe oder Ergänzungen der Betriebsanleitung geschehen.

Die DIN EN 82079-1 ist eine europäische Norm für Betriebsanleitungen. Diese beschreibt die Grundlagen zur Erstellung, Gliederung und Darstellung, außerdem Selbstbewertungshinweise von Gebrauchsanleitungen.

Der National Electrial Code (NEC) ist eine US-Norm und legt fest, in welcher Form Elektroinstallationen und deren Parameter gestaltet sind.  Zum Beispiel wie Betriebsspannungen, elektrische Sicherungen oder die im nordamerikanischen Raum verbreiteten NEMA-Stecker zu gestalten sind.  Weiterhin wie die Art der Kabelverlegungen im Niederspannungsbereich zur elektrischen Energieversorgung in den USA geregelt ist.

Die 1894 gegründete Underwriters Laboratories (kurz UL) ist eine unabhängige Organisation, die Sicherheits-Normen veröffentlicht. Entsprechend enthalten die Normen Anforderungen vor allem für elektrische Geräte und Komponenten.

Die National Fire Protection Association (NFPA) nennt sich selbst „The authority on fire, electrical, and building safety“. Diese gemeinnützige Gesellschaft veröffentlicht umfangreiche Regelwerke zum Thema Brandschutz, Elektrische Anlagen und Gebäudesicherheit. Zum Beispiel wäre die ANSI/NFPA 70 eine solche Norm. Zumal enthält diese Vorgaben für die Ausführung von Elektroinstallationen und ist auch als National Electrial Code (NEC) in Amerika bekannt.

Die Occupational Safety and Health Administration (OSHA) hat in der USA die Aufgabe, sichere Arbeitsplätze durch Festlegung und Durchsetzung von Normen zu gewährleisten. Arbeitgeber müssen alle für sie relevanten OSHA-Normen erfüllen. Als Regierungsvorschriften sind OSHA-Normen in gewisser Weise mit Europäischen Richtlinien vergleichbar, obwohl die technischen Anforderungen sehr unterschiedlich sind. Die OSHA kümmert sich mehr um die Beschreibung spezifischer, zwingend vorgeschriebener technischer Anforderungen als um abstrakte Anforderungen. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass sich EU-Richtlinien in erster Linie an Maschinenhersteller und Integratoren richten. Während OSHA-Normen für Arbeitgeber gedacht sind, welche die Maschine betreiben (in der Regel der Käufer oder Besitzer der Maschine). In den USA obliegt es daher dem Käufer, die Einhaltung von OHSA-Normen einzufordern.

Das Produkthaftungsgesetz stützt sich auf die berechtigte Sicherheitserwartung von Personen im Zusammenhang mit der Nutzung eines Produktes. Der Hersteller eines Produktes haftet für jeden Schaden der ursächlich verknüpft ist mit einem Fehler des Produktes. Als potenzielle Fehlerquellen wird die Darbietung des Produktes, der Zeitpunkt des Inverkehrbringens des Produktes, der Gebrauch und die Erwartung des Nutzers infolge des Gebrauches angesehen. Die Gebrauchsanleitung dient als wichtige Informationsquelle dazu ein Produkt sicher und sachgerecht zu nutzen.

Die Bezeichnung ATEX leitet sich aus der französischen Abkürzung für ATmosphères EXplosibles. ATEX steht demgemäß für die Richtlinien auf dem Gebiet des Explosionsschutzes. Sie regelt die Schutzmaßnahmen für Produkte, die in einem explosionsgefährdeten Bereich zum Einsatz kommen.

Das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) regelt zudem die Sicherheitsanforderungen von technischen Arbeitsmitteln und Verbraucherprodukte. Es ist seit Dezember 2011 der Nachfolger des Geräte- und Produktsicherheitsgesetz.

In dieses Gesetz sind einige europäische Richtlinien eingeflossen und in deutsches Recht umgesetzt worden. Darunter:

  • Maschinenrichtlinie
  • Niederspannungsrichtlinie
  • Aufzugsrichtlinie
  • Druckgeräterichtlinie
  • Explosionsschutzverordnung

Das ProdSG erlaubt eine Markteinführung eines Produktes nur dann, wenn es bei bestimmungsgemäßer oder vorhersehbarer Verwendung die Sicherheit und Gesundheit von Personen nicht gefährdet.

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Produkthaftung

Die Vorgaben an die Technische Dokumentation hinsichtlich der Produkthaftung in China sind eng verbunden mit der Produktqualität. Vor allem Gesundheits- Sicherheits- und Umweltvorschriften nehmen in China einen höheren Stellenwert ein.

Maschinenhersteller, welche auch nach China Ihre Produkte exportieren oder sogar dort Werke betreiben, sollte daher sich mit der Produkthaftung in China beschäftigen. Die Kenntnis von den einschlägigen Bestimmungen ist die beste Prävention vor Konsequenzen im chinesischen Straf-, Verwaltungs- und Schadensersatzrecht.

In der US Produkthaftung kann es notwendig sein, dass die Texte auf Warnschilder für Produkte neben Englisch auch noch in anderen Sprachen abgedruckt sein müssen. Dies ist je nach Bundesstaat unterschiedlich geregelt. Umso mehr südlicher die Produkte eingesetzt werden,  desto mehr müssen die Warnschilder in Spanisch abgedruckt sein. Umso nördlicher der Einsatzbereich stattfindet, desto mehr kommt Französisch zum Einsatz. Bei bestimmten Produktgruppen wie die Reinigungsindustrie ist es sogar notwendig, die Warnschilder in mehreren Sprachen abzudrucken.

Die fehlerhafte Darbietung eines Produktes kann im Maschinenbau zu einem rechtlichen Problem aufgrund der Produkthaftung führen. Suggeriert die Werbung einem Produkt falsche Eigenschaften zu, ist das ein Produktfehler. Das können im Maschinenbau falsche Angaben in den Technischen Daten der Betriebsanleitung sein. Ebenfalls kann dies falsche Marketingaussagen sein, die nicht den korrekten Produkteigenschaften entsprechen. Muss man beispielsweise ein Produkt mit einer Schutzausrüstung betreiben, wie beispielsweise eine Schutzbrille, und die Werbung bzw. Verkäufer präsentiert das Produkt ohne die Schutzausrüstung, kann hier ein Haftungsfall vorliegen.

Eine Manipulation von Trennenden Schutzeinrichtungen hebelt die Sicherheitsfunktionen des Produktes aus. Die Folge ist ein erhöhtes Unfallrisiko an dem Produkt. Ursachen für eine Manipulation können sein, dass die Bediener des Produktes die Trennenden Schutzeinrichtungen als lästig empfinden. Die Manipulation empfinden die Bediener als Vorteil, um sich im Betrieb unnötige Einschränkungen zu umgehen.

Jedoch muss die Person, welche eine Manipulation an einer Trennenden Schutzeinrichtung durchgeführt hat, mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Aber auch andere Personen, die von der Manipulation erfahren haben und diese geduldet haben, müssen mit möglichen Haft- und Geldstrafen rechnen.

Eine saubere Darstellung von Produkteigenschaften in der Betriebsanleitung ist eine Voraussetzung für eine haftungssichere Technische Dokumentation. Das Fehlen oder verfälschen dieser Angaben kann zu Produkthaftungsfällen führen. Ein Beispiel: In Produktprospekten für ein Auto waren für die Rückfahrkamera statische und dynamische Hilfslinien für die Kamera abgebildet. Die Angaben in der Betriebsanleitung besagen zudem, dass der Fahrer auf die Hilfslinien zwingend angewiesen ist. Die Kamera in dem Auto verfügte aber nicht über diese Hilfslinien. Nach Auffassung des Gerichts könne der Käufer aber solche Hilfslinien erwarten.

Die Produkthaftung in China ist eng verbunden mit der Produktqualität. Der Hersteller haftet für sein Produkt zum einem, wenn das Produkt nicht den zugesicherten Eigenschaften auf der Verpackung oder dem Produkt entspricht. Genauso haftet ein Hersteller für sein Produkt, wenn die Betriebsanleitung zum Zeitpunkt des Verkaufes nicht vorhanden ist. Der Hersteller haftet zudem für sein Produkt, wenn es nicht den in der Produktbeschreibung genannten Qualitätskriterien entspricht. Wenn das Produkt einen dieser Mängel aufweist, sind der Hersteller und der Vertreiber eines Produktes in einer gesamtschuldnerischen Haftung.

Die Gesetzgebung in Bezug auf die Produkthaftung in China ist eher europäisch ausgerichtet. Viele normative Grundlagen in China basieren auf europäischen oder Internationale Normen. Die für die Technische Dokumentation relevanten Normen in China sind unter anderem die GB 5296.1-2012 „Instructions for Use of Products of Consumer Interest-Part 1: General Principles“. Weiterhin ist der Standard GB/T 9969-2008 „General Principles for Preparation of Instructions for Use of Industrial Products“ eine relevante Norm. Diese beiden Normen sind stark an die deutsche DIN EN 82079-1 „Erstellen von Gebrauchsanleitungen“ angelehnt. Ebenfalls dient die ISO Guide 37 „Instructions for use of products by consumers“ als Vorbild für die beiden chinesischen Normen.

Die Vorgaben an die Technische Dokumentation hinsichtlich der Produkthaftung sind in China eng verbunden mit der Produktqualität. Die Inhalte sind unter anderem im Produktqualitätsgesetz, Verbraucherschutzgesetz, Vertragsgesetzbuch und dem Haftungsgesetz verteilt. Allgemeine rechtliche Grundlagen sind, dass der Hersteller gesamtschuldnerisch haften kann, wenn die Qualität eines Produktes nicht den Normen entspricht.

Falls ein Hersteller einer unvollständigen Maschine diese ausschließlich mit Montageanleitung verkauft, kann dies möglicherweise zu einem Sachmangel führen. Nämlich dann, wenn eine verständliche Betriebsanleitung erforderlich ist, um weitere relevante Lebensphasen außer der Montage zu beschreiben. Ein Hersteller von unvollständigen Maschinen muss sich vergewissern, welche Informationen die Käufer für Einbau und Betrieb der unvollständigen Maschine benötigen.

Eine fehlerhafte Betriebsanleitung kann für einen Hersteller im Maschinenbau schnell zur Haftungsfalle werden. Im Falle von Personenschäden aufgrund einer fehlerhaften Betriebsanleitung im  Maschinenbau haften die zuständigen, leitenden Angestellten und die Geschäftsführung.

Die Anwaltskosten, ob nun wegen eines Rechtsstreites aufgrund der US Produkthaftung oder eines anderen Rechtsstreites sind in den USA von jeder Partei selbst zu tragen. Die Kosten für einen amerikanischen Anwalt berechnen sich in der Regel über einen Stundennachweis. Der Stundenlohn eines durchschnittlichen US-Anwaltes beläuft sich zwischen 300-600 Dollar. Es besteht zwar die Möglichkeit mit dem Anwalt ein Erfolgshonorar anstatt einem Stundenlohn zu vereinbaren. Dies wird in der Praxis aber nicht oft durchgeführt, da der Anwalt nichts erhalten könnte, wenn er den Fall verliert. Ein Auferlegen der Kosten an die unterliegende Partei ist dem amerikanischen Prozesssystem eigentlich fremd. Ausnahmen dazu sind aber durch Urteile im Prozess möglich. Ein Beklagter kann beispielsweise seine Anwaltskosten gegenüber dem Kläger geltend machen, wenn er nachweisen kann, dass die Klage mutwillig eingereicht ist und keine Aussicht auf Erfolg hatte.

Für die Einreichung einer Klage aufgrund von US Produkthaftung sind anders als in Deutschland nur geringe formale Anforderungen notwendig. Für die wirksame Zustellung der Klage genügt in den USA die einfache Postzustellung. Zur Eröffnung einer Anklage wird nur eine geringe Verwaltungsgebühr fällig. In der Klageschrift müssen nur unterstützende Behauptungen für das Klageziel aufgestellt sein. Die eigentliche Beweisfindung erfolgt erst im Prozess.

Eine weitere Besonderheit in der US Produkthaftung ist das amerikanische Recht zur „class action”.  Dies bezeichnet den Fall, dass ein Kläger für eine Gruppe von Betroffenen klagt mit dem Ziel eine Entscheidung für alle zu erhalten. Diese Art der Klage wird eingesetzt, wenn es praktisch unmöglich wäre, alle Kläger einzeln in einer Klage aufzuführen. Es besteht keine Möglichkeit eine Sammelklage willkürlich zu beginnen. Sie bedarf der ausdrücklichen Annahme durch das angerufene Gericht.

Ein Schadensfall aufgrund von US-Produkthaftung kann teuer ausgehen. Mit Hilfe von aussagekräftigen internen Dokumente kann man sich in einem Schadensfall trotzdem wirksam verteidigen. Im folgenden ein Auszug von wirksamen internen Dokumenten, um ein Verfahren schon im Vorfeld zu verhindern:

  • Anforderungen an die Konstruktion, Pflichtenhefte, Kundenanforderungen
  • Risikobeurteilungen, Gefahrenanalyse
  • Entscheidungen über Design und Technik, insbesondere zur Risikominderung
  • Sämtliche Konstruktionspläne einschl. Änderungen; zudem Änderungen datiert mit Begründung
  • Protokolle über Qualitätsprüfungen
  • Kundenbeschwerden, Service-Berichte und deren Erledigung
  • Übergabeprotokoll mit schriftlicher Bestätigung des Kunden, einschließlich über den Erhalt der Anleitung und gegebenenfalls einer entsprechenden Schulung

Bei „pretrial discovery“ geht es um die Offenlegung von Informationen an beiden Seiten eines Prozesses im Falle der US Produkthaftung. Das „pretrial discovery“ (Beweisermittlungsverfahren) dient  dem Ziel zur Offenlegung des entscheidungserheblichen Beweismaterials im Hinblick auf das Gerichtsverfahren.

Da die Ansprüche aus der US-Produkthaftung sehr hoch ausfallen können, empfiehlt es sich, eine Produkthaftpflichtversicherung abzuschließen. Für Exporteure von Maschinen in die USA empfiehlt sich der Abschluss einer speziellen Produkthaftpflichtversicherung. Der indirekte Export von Produkten in die USA wird bei den meisten deutschen Versicherungspolicen mitgedeckt. Indirekt bedeutet, dass die Erzeugnisse des Versicherungsnehmers ohne sein Wissen im Ausland in Verkehr gehen. Ein inländischer Abnehmer des Produktes exportiert dieses beispielsweise in die USA ohne das Wissen des Herstellers. Der direkte Export von Produkten in die USA durch den Hersteller ist aber nicht Bestandteil vieler Produkthaftpflichtversicherungen. Eine Mitversicherung für den direkten Export ist meist gegen einen Zuschlag zum Prämiensatz möglich.

„Punitive damages” in der US-Produkthaftung dienen nicht dem Schadensausgleich, sondern haben einen bestrafenden bzw. erziehenden Charakter. Hierfür muss ein vorwerfbares Verhalten des zum Schadensersatz verurteilten vorliegen. Diese Art des Schadensersatzes ist in der US-Produkthaftung weder von Deutschland aus, noch in den USA versicherbar.

Folgendes sollte man beim Erstellen einer US Betriebsanleitung beachten, um rechtliche Probleme aufgrund von der US Produkthaftung zu vermeiden. Warnt die US Betriebsanleitung nur vor Sachschaden, darf man das Safety Alert Symbol nicht im Hinweis (NOTICE) verwenden. Für Sachschäden ist zudem keine besondere Formatierung des Hinweises erforderlich. In der US Produkthaftung gilt der Hinweis vor Sachschäden nicht als Sicherheitsinformation.

Der Ausdruck „Joint and Several Liability“ steht in der US Produkthaftung für die gesamtschuldnerische Haftung. Jeder Beklagte kann einzeln oder gemeinsam für die gesamte Schadenshöhe in einem Prozess wegen der US-Produkthaftung haftbar sein. Das heißt der Kläger kann 100 % von jedem einzelnen Beklagten einfordern ohne Rücksicht auf deren anteilige Haftung.

Der einfache Schadensersatz (Compensatory Damages) in der US Produkthaftung dient zum Ausgleich des entstandenen Schades, die beim Kläger entstanden sind. Personenschäden fallen bezüglich der Höhe des Schadensersatzes höher aus.

Der Strafschadensersatz (Punitive Damages) ist eine Art Abschreckung bzw. Mahnung, um den Beklagten zur dauerhaften Änderung seines Verhaltens zu bewegen. Ein grob fahrlässiges oder vorsätzliches Fehlverhalten ist Voraussetzung für den Strafschadensersatz. Die Summen beim Strafschadensersatz in Prozessfällen aufgrund der US Produkthaftung fallen deutlich höher aus als beim einfachen Schadensersatz.

Die hoch ausfallenden Strafschadensersatzsumme in der US Produkthaftung staffeln sich nach gewissen Kriterien:

  • Der Grad der Verwerflichkeit des Verhaltens der Beklagten.
  • Das Vorliegen und das Ausmaß von Körperschäden.
  • Auffällige finanzielle Schwierigkeiten des Klägers.
  • Das Verhältnis zwischen dem vom Kläger erlittenen wirklichen Schaden und demgegenüber die auferlegten Punitive Damages.
  • Der Unterschied zwischen den Punitive Damages und in ähnlichen Fällen dafür auferlegten Zivilstrafen.

Die Sicherheitsinformationen einer US-Betriebsanleitung sollten nach dem aktuellen Stand der ANSI Z535 erstellt sein. Eine sorgfältige Erstellung der Sicherheitsinformationen und Warnungen ist ein Baustein zur Reduzierung der Haftungsrisiken. Dies ist zwar ein sehr wichtiger Baustein aber bei weitem nicht der einzige. Die Einhaltung von ANSI Z535.6 schützt natürlich nicht vor Haftungsansprüchen. Sie müssen versuchen, mit vertretbarem Aufwand die vorhersehbaren Haftungsrisiken vernünftig abzudecken. Es ist zudem viel billiger eine anständige US-Betriebsanleitung mit ausreichenden Warnhinweisen zu erstellen, als sich auch nur ein einziges Mal in einem Produkthaftungsprozess in den USA verteidigen zu müssen.

Im Maschinenbau können aus Sicht der US Produkthaftung alle Hersteller, Importeure, Großhändler, Distributoren und Einzelhändler haftbar sein. Im Grunde genommen ist in der US Produkthaftung eigentlich jeder haftbar, bei dem genug Geld zu holen ist.

Die US Anwälte haben drei Ansatzpunkte, an denen Sie in Prozessen aufgrund Produkthaftungsfällen ansetzen können. Dies sind juristische, technische und sprachliche Ansatzpunkte. Da die wenigsten Anwälte technische versiert sind, nehmen sich die meisten eher den sprachliche Ansatzpunkt. Dieser ist einfacher, billiger und schneller. Eine schlecht formulierte Betriebsanleitung ist für einen Anwalt in den USA das beste Druckmittel für einen schnellen und meist teuren Vergleich.

Das stärkste Angriffspunkt für Prozessklagen in der USA Produkthaftung ist eindeutig die Betriebsanleitung. Nicht irgendwelche Konstruktions- oder Herstellungsfehler sind das Problem, sondern die oft hochgradig unverständliche Betriebsanleitung. Eine schlechte bis miserable Übersetzung oder ein falscher Aufbau der Anleitung sorgen zudem für Unverständlichkeit der Anleitung. Vor Gericht nutzen die Anwälte dies aus, um dank der USA Produkthaftung hohe Geldstrafen zu fordern.

In der USA finden 90% aller Zivilprozesse auf der Welt statt. Viele der Prozesse finden aufgrund von Produkthaftung statt. Dabei finden immer wieder neue Präzedenzfälle bei Prozessen statt. Diese werden als Maßstäbe herangezogen. Fällt in einem Präzedenzfall die Geld- oder Haftstrafen hoch aus, können diese für nachfolgende ähnliche Fälle herangezogen werden.

Es gibt keine einheitliche rechtliche Regelung der USA Produkthaftung in Amerika. In den 50 Bundesstaaten gibt es unterschiedliche Rechtssysteme. Das US-Rechtssystem ist zudem mit 12 Berufungsgerichten auf Bundesebene total verzerrt. In Bezug auf die USA Produkthaftung kann eine Betriebsanleitung auch nicht zu 100% richtig sein. Es gibt in den USA nichts, womit man in der Produkthaftung rechtssicher dasteht. Es gibt hierzu sehr viele verschiedenen Vorschriften zu beachten, welche über viele Gesetzeswerke verstreut sind.

Für deutsche Maschinenbauer ist die US Produkthaftung sprichwörtlich ein Minenfeld. Das liegt nicht an der Konstruktion der Maschinen sondern mehr an der Technischen Dokumentation. Eine EU konforme Betriebsanleitung ist nämlich nicht gleich tauglich im Sinne der US Produkthaftung. Es gibt auch kein einheitliches Produkthaftungsgesetz wie in Deutschland. Die Zielgruppen in den USA sind gänzlich anders und auch das amerikanische Prozessrecht ist dort abweichender gestaltet als in Europa. Ein verlorener Prozess ist in Amerika eine extrem teure Angelegenheit.

Um eine Betriebsanleitung für die USA möglichst haftungssicher zu gestalten, muss diese vor allem klar, einfach und umfangreich gestaltet sein. Auf diese Punkte ist mehr Wert zu setzen als für eine deutsche Betriebsanleitung. Für den deutschen Markt setzt man zudem viel Wissen voraus und lässt viele Informationen weg. Fallen wichtige Informationen in einer Betriebsanleitung für die USA weg, ist diese aufgrund dessen nicht länger haftungssicher und führt zu rechtlichen Problemen. Wo in Deutschland für einen Handlungsablauf zehn Schritte ausreichen, um diesen zu erläutern, bedarf es in den USA viele mehr. Dem Leser einer US-Betriebsanleitung muss man exakt vermitteln, wann er etwas wie und mit welchem Werkzeug zu tun hat.

Einem Hersteller von Maschinen fällt ein Produktfehler an seinem Produkt auf. Da er dieses Produkt auch in die USA exportiert, muss der Hersteller bei der zuständigen Behörde eine Meldung abgeben. Hersteller, Importeure, Distributoren und Einzelhändler müssen Produktfehler innerhalb von 24 Stunden nach Bekanntwerden des Fehlers melden. Die Meldung ist bei der amerikanischen Produktsicherheitsbehörde CPSC (Consumer Product Safety Commission) vorzunehmen.

Eine Vernachlässigung der Meldepflicht von Produktfehler hat in den USA höhere Auswirkungen als in Deutschland. Hier ein Beispiel: Ein amerikanischer Haushaltsgerätehersteller hatte versäumt rechtzeitig der Behörde Meldung über Produktfehler aus zwei Modellen von Geschirrspülern zu machen. Bei einer bestimmten Anzahl von Geschirrspülmaschinen bestand eine Brandgefahr und das Risiko von ernsthaften Verletzungen. Im Rechtsstreit einigte der Hersteller sich darauf, eine Strafzahlung von 3,5 Millionen US-Dollar zu bezahlen. Schwerer als diese Strafzahlung dürfte der ausgelöste Imageschaden sein, da der Rechtsstreit öffentlich publik war.

Jeder Bundesstaat in den USA hat sein eigenes Rechtssystem. Bei Produkthaftungsfälle gibt es immer wieder neue Musterfälle an Prozessen. Diese werden zudem als Maßstäbe herangezogen. Fällt in einem Musterfall die Geld- oder Haftstrafe hoch aus, kann diese für nachfolgende, ähnliche Fälle ebenfalls in ähnlicher Höhe herangezogen werden.

Das amerikanische Recht kennt im Wesentlichen drei Arten von Anspruchsgrundlagen für Produkthaftungsklagen, die auch im Maschinenbau anwendbar sind. Zum einem ist ein Grund für Rechtsklagen der Bruch der vertragliche Haftung („Breach of Warranty”). Weiterhin gibt es die fahrlässige Verletzung einer Sorgfaltspflicht („Negligence”) und entspricht in etwa dem BGB § 823 in Deutschland. Als dritte Art ist die Gefährdungshaftung („Strict Liability in Tort”) zu nennen. Hierbei prozessiert man aufgrund von Produktfehlern, die einen Schaden an Mensch oder Eigentum verursacht haben.

Selbst wenn der Abnehmer der Maschine eine fehlerhafte Betriebsanleitung wissentlich gegen einen Preisnachlass zustimmt, schließt dies die Produkthaftung nicht aus. Bei einem Unfall aufgrund einer fehlerhaften Betriebsanleitung, kann man den Hersteller der Maschine bzw. den Ersteller der Betriebsanleitung rechtlich belangen.

Ein vertraglicher Ausschluss der Produkthaftung im Maschinenbau oder eine Beschränkung hinsichtlich mittelbarer Schäden, Produktionsausfall, entgangenem Gewinn usw. ist nicht möglich. Das Produkthaftungsgesetz ist dazu eindeutig:

㤠14 Unabdingbarkeit
Die Ersatzpflicht des Herstellers nach diesem Gesetz darf im voraus weder ausgeschlossen noch beschränkt werden. Entgegenstehende Vereinbarungen sind nichtig.“

Somit kann man im Maschinenbau die Produkthaftung nach dem Produkthaftungsgesetz weder in Verträgen noch in Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausschließen.

Im Maschinenbau entstehen Produkthaftungsfälle meistens aufgrund der Verletzung einer der Verkehrssicherungspflichten. Als ein Beispiel für die Verletzung der Instruktionspflicht ist der Brandschaden an einer Anlage zu nennen. Die fehlende Angabe eines Anzugsdrehmomentes für eine Schraube in einem Technischen Datenblatt führte zu einem Schwingbruch an einer Schraube. Der daraus resultierende Schaden an der Anlage belief sich auf ca. 100.000,00 € plus Ausfallschaden. Die daher entstandenen Kosten hat der Hersteller der Anlage bei dem Schraubenhersteller geltend gemacht.

Die Produkthaftung in der Technischen Dokumentation greift, wenn aufgrund einer Verletzung der Instruktionspflicht des Herstellers seine Produkte einen Schaden verursachen. Dieser Fall liegt vor, wenn Körper- oder Gesundheitsverletzungen oder eine Sachbeschädigung vorliegen.

Grundsätzlich erlischt erst 10 Jahre nach Inverkehrbringens des Produktes die Produkthaftung im Maschinenbau. Damit der genaue Zeitpunkt des Inverkehrbringens bekannt ist, muss eine lückenlose Technische Dokumentation diesen nachweisen. Dies ist beispielweise durch die Vergabe von Seriennummern an die Produkte möglich.

Zu den Faktoren für eine rechtssichere Dokumentationsabteilung zählen zum Beispiel:

  • Qualifikationen der Mitarbeiter
  • Schreibstil der Redakteure
  • Ebenso die Arbeitsweise
  • Führungsstil

Im Falle von Personenschäden durch ein fehlerhaftes Produkt sieht das Produkthaftungsgesetz einen Haftungshöchstbetrag von 85 Millionen Euro vor. In anderen Ländern gibt es andere Höchstbeträge.

Bei einem Unfall einer Maschine oder Anlage ohne ausgelieferte Anleitung haftet der Maschinenhersteller vollständig im Sinne der Produkthaftung. Außerdem können weitere, rechtliche Verfahren wegen unlauterem Wettbewerb oder Verstoß gegen das Produktsicherheitsgesetz folgen.

Die Marktaufsicht wird zudem wegen zu unrecht erfolgter CE-Kennzeichnung tätig. Diese kann das Produkt Stillsetzen, den weiteren Verkauf unterbinden, einen Produktrückruf veranlassen und/oder alle anderen Produkte des Herstellers ebenfalls überprüfen.

Generell handelt die Produkthaftung um den Ausgleich eventuell entstandener Folgeschäden wie Personen- und/oder Sachschäden aufgrund der Benutzung von Produkten. Im Sinne des Produktsicherheitsgesetzes kann jede hergestellte fertige oder auch unfertige Sache zunächst ein Produkt am Markt sein, wenn Menschen diese in irgendeiner Art und Weise verwenden. Dazu zählen:

  • Gegenstände für den privaten Gebrauch
  • Technische Arbeitsmittel
  • Nahrungsmittel für Menschen und Tiere
  • Stoffe und sonstige Materialien

Fügt man fertige und/oder unfertige Produkte zu einem neuen zusammen bzw. verändert wesentlich ein bestehendes, erzeugt man im rechtlichen Sinne ein neues Produkt.

In den USA gibt es kein einheitliches Produkthaftungsrecht. Jeder US-Bundesstaat hat ein eigenes, unabhängiges politisches System mit einer eigenen Verfassung und mit eigenen Haftungsnormen. Produkthaftungsansprüche werden einzelstaatlich geregelt, die Gesetze sind von Staat zu Staat verschieden und ändern sich laufend, wenn neue Präzedenzfälle entschieden werden. Doch es gibt einige allgemeingültige Grundsätze.

Produktübergreifende Standards für Bedienungsanleitungen stellt das ANSI („American National Standards Institute”) auf. Für Bedienungsanleitungen allgemein relevant ist die Norm ANSI Z535.6 („Product Safety Information in Product Manuals, Instructions, and Other Collateral Materials”). Diese Norm wird für Begleitinformationen wie Betriebsanleitungen, Bedienungsanleitungen, Montageanleitungen und Gebrauchsanweisungen verwendet.

Weitere allgemeine Richtlinien und Verordnungen mit Gesetzeskraft erlassen die Bundesbehörde OSHA (Occupational Safety and Health Administration) zur Verminderung von Arbeitsunfällen.

Daneben gibt es eine Vielzahl von Institutionen, die Qualitätsstandards festlegen. So legt beispielsweise die Bundesanstalt NIOSH (National Institute for Occupational Safety and Health) allgemeine Arbeitsbedingungen fest.

Die allgemein gültigen Grundsätze wie die der OSHA sind die Mindeststandards für alle US-Bundesstaaten. Auf der Ebene der Bundesstaaten können zudem zusätzliche Bedingungen festgelegt sein, welche durch die jeweiligen staatlichen Gesetze und Verordnungen festgelegt sind.

Eine vollkommene Haftungssichere Dokumentation gibt es soweit nicht. Um im Falle eines Haftungsfalles aber eine brauchbare Verteidigung zu besitzen, sollten neben technischer Unterlagen (Zeichnungen, Validierungen, usw.) folgende Unterlagen vorliegen:

  • Produktanalyse
  • Zielgruppenanalyse
  • Normenrecherche
  • Gefahrenanalyse und Risikobeurteilung
  • Aufstellung der notwendigen Sicherheitskennzeichnungen des Produktes
  • Betriebsanleitung
  • Interne Dokumentation (Nachweise über Übereinstimmungen des Produktes mit den Normen und Richtlinien)

Benötigen Sie zudem Thema Haftungssichere Dokumentation eine Beratung? Gerne beraten wir Sie im Vorfeld einer Dokumentation was es hingegen der rechtlichen Vorgaben oder länderspezifischer Besonderheiten zu beachten gibt.

Der Hersteller eines Produkts darf seine Kunden nicht schädigen. Die Geschäftsführer eines Unternehmens sind dafür verantwortlich, dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen wurden, um möglichen Schäden durch Ihre Produkte einzudämmen.

Der Hersteller eines Produkts unterliegt der sogenannten Verkehrssicherungspflicht. Selbst wenn diese Aufgabe auf leitende Angestellte übertragen und delegiert sind, bleibt die Geschäftsführung in der Verantwortung, dass sie sorgfältig ausgeführt sind. Ebenso müssen die leitenden Angestellten ihrerseits entsprechende Sorgfalt walten lassen.

Im Zweifelsfall muss der Geschäftsführer nachweisen, dass der Schaden auch bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt eingetreten wäre.

Wer ein fehlerhaftes Produkt in Verkehr gebracht hat, der haftet nach dem deutschen Produkthaftungsgesetz auch. Wenn zum Beispiel im Schadensfall ein Teilprodukt Ursache für den Schaden war, haftet der Lieferant des Teilproduktes für den Schaden. Umgekehrt haftet ein Lieferant nicht, wenn sein fehlerfreies Produkt in ein fehlerhaftes anderes Produkt eingebaut wird.

Produzentenhaftung: Im Gegensatz zur Produkthaftung liegt die Beweislast bei der Produzentenhaftung beim Kunden. Dieser muss nachweisen, dass der Hersteller grob fahrlässig gehandelt hat. Ebenso, dass das Produkt einen Fehler in den Bereichen Konstruktion, Fabrikation, Instruktion oder Produktbeobachtung aufweist. Die Produzentenhaftung gewinnt dort an Bedeutung, wo die Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz ausgeschlossen bzw. eingeschränkt ist.

Produkthaftung: Der Hersteller haftet für die Gefahren die vom eigenen Produkt ausgehen nach § 1 ProdHaftG, ohne dass dazu ein Verschulden des Herstellers notwendig ist. Der Geschädigte muss nur nachweisen, dass zum Zeitpunkt des Schadens ein Fehler mit dem Produkt vorlag. Da nur der Umstand der fehlerhaften Herstellung ausschlaggebend ist, spricht man auch von der sogenannten „Gefährdungshaftung“.

Die Produkthaftung legt ein besonderes Augenmerk in der Gebrauchsanleitung auf die Definition des Verwendungszweckes eines Produktes mit möglichen Einschränkungen. Weiterhin sind die Angaben zur Instandhaltung, Wartung oder Reparatur sowie die technischen Daten über Verbrauch, Leistung, usw. zu berücksichtigen.

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Risikobeurteilung

Die Normenrecherche im Netzt für eine Risikobeurteilung nach Maschinenrichtlinie gestaltet sich als relativ schwierig. Der Beuth Verlag hat sich das exklusive Recht zur Veröffentlichung der Normenabschriften gesichert und verlangt für die Normen ein Entgelt. Eine kostenfreie Möglichkeit, um relevante Normen im Vorfeld zu erörtern, bietet sich an den Bibliotheken der Universitäten und Fachhochschulen an. Dort ist die Software Perinorm zur freien Benutzung möglich, die bei der Suche von Normen und technischen Regeln unterstützt. Eine Immatrikulation ist zudem keine Voraussetzung für den Zugang zu den Bibliotheken und ist für alle Deutschen Staatsangehörigen kostenfrei. Mit dem Perinormsystem ist eine erste Klärung von den wichtigsten Normen für eine Risikobeurteilung nach Maschinenrichtlinie möglich. Dies sollte aber nur für Recherchezwecke dienen, eine Vervielfältigung einer Norm ist gebührenpflichtig und die relevanten Normen müssen über den Beuth Verlag bezogen werden.

Die Erstellung einer Risikobeurteilung gehört zu den Pflichten eines Maschinenherstellers. Die europäische Maschinenrichtlinie schreibt vor, dass im gesamten europäischen Markt nur sichere Produkte in Verkehr gebracht werden dürfen. Um fehlerhafte Produkte zu vermeiden, wird deswegen die Erstellung einer Risikobeurteilung gefordert. Die Forderung der Maschinenrichtlinie lautet wie folgt:
„Der Hersteller einer Maschine oder sein Bevollmächtigter hat dafür zu sorgen, dass eine Risikobeurteilung vorgenommen wird, um die für die Maschine geltenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen zu ermitteln. Die Maschine muss dann unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Risikobeurteilung konstruiert und gebaut werden.“

Bereits vor der Risikobeurteilung muss sich der Konstrukteur die passenden Möglichkeiten für den Transport einer Maschine überlegen und umsetzen. Um Risiken beim Transport zu minimieren, muss er Angaben zu Gewicht und maximaler Tragkraft definieren. Diese Angaben müssen zudem in den technischen Daten und in der Risikobeurteilung abgebildet sein. Sollte der Transport der Maschine zudem durch nicht ausgebildete Fachkräfte erfolgen, muss man diese Situation mit in die Risikobeurteilung aufnehmen.

Zu den Lebensphasen einer Maschine, die es in einer Risikobeurteilung zu betrachten gilt, gehören sämtliche Phasen. Diese reichen von der Herstellung über die Montage und den Betrieb bis zur Außerbetriebsetzung, Demontage und Entsorgung. Jede dieser Lebensphasen teilt man dazu in einzelne Aufgaben und Situationen auf, bei denen Abläufe geschehen oder der Mensch handelt. In der darauf aufbauenden Risikobeurteilung muss man alle Lebensphasen einer Maschine hinsichtlich auftretender Gefährdungen betrachten.

Eine Risikobeurteilung ist auch für eine unvollständige Maschine vorgeschrieben. Alle relevanten Risiken, die an einer unvollständigen Maschine auftreten können, muss ein Hersteller einer vollständigen Maschine vor dem Einbau kennen. Darunter zählen unter anderem Risiken wie zum Beispiel bewegliche Teile, Standsicherheit, Strahlung und Abgase.

Da Lastaufnahmemittel unter den Geltungsbereich der Maschinenrichtlinie fallen, muss man für ein Lastaufnahmemittel auch eine Risikobeurteilung erstellen.

Beim ALARP-Konzept handelt es sich um eine Methode der Risikoreduzierung im Maschinenbau. Das Verfahren wird beispielsweise in der Risikobeurteilung und der Gefahrenanalyse eingesetzt. ALARP steht für den Ausdruck: As Low As Reasonable Practicable. Im Maschinenbau bedeutet dies, dass man Risikominderungsmaßnahmen für Risiken nur dann umsetzt, wenn sie auch vernünftigerweise praktikabel sind. Das heißt wenn der finanzielle und/oder technische Aufwand vertretbar ist. Dies geht natürlich immer einher mit der Betrachtung des Schadensausmaßes und seiner Eintrittswahrscheinlichkeit.

Die Gefährdungsbeurteilung in der Technischen Dokumentation ist ein Verfahren zur systematischen Ermittlung und Bewertung von Gefährdungen bei der Arbeit. Gemeint ist dabei jede Art von Gefahr welcher Beschäftigte im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit ausgesetzt sind. Das Ziel der Gefährdungsbeurteilung ist, diese Gefährdungen bereits im Vorfeld ausfindig zu machen und diesen präventiv entgegenzuwirken.

Die Verfahren Gefährdungsbeurteilung und Risikobeurteilung in der Technischen Dokumentation werden häufig – und fälschlicher Weise – gleichgesetzt oder schlichtweg verwechselt. Sie sind jedoch nicht identisch und bezeichnen unterschiedliche Verfahren zur Identifizierung von Gefährdungen und Risiken. Eine Gefährdungsbeurteilung behandelt auftretende Gefahren in einem Arbeitsbereich eines Betriebes. Die Risikobeurteilung hingegen analysiert Gefahren, die von einer Maschine bzw. einem Gerät ausgehen.

Die Begriffe Gefahrenanalyse und Risikoanalyse kommen in der Technischen Dokumentation häufig als synonymer Begriff vor. Gefahrenanalyse ist mit der Risikobeurteilung gleichzusetzen, da beide Begriffe das gleiche Verfahren bezeichnen. Der Begriff Risikoanalyse steht hingegen für einen einzelnen Schritt innerhalb des Prozesses der Gefahrenanalyse bzw. Risikobeurteilung

Wer eine Risikobeurteilung durchführt, steht in der EN ISO 12100. Die Einleitung der Norm besagt, dass diese für Konstrukteure vorgesehen ist. Die EN ISO 12100 legt fest, dass der Konstrukteur die verschiedenen Gefährdungen identifiziert. Als Teil des Beitrages des Konstrukteurs zur Risikominderung gehört auch die Bereitstellung einer angemessenen Benutzerinformation in Form der Risikobeurteilung.

Bereits frühzeitig in der Konstruktion sollte die Risikobeurteilung einer Maschine beginnen. Dabei sollte die Abteilung der Technischen Dokumentation sehr eng mit der Konstruktionsabteilung zusammenarbeiten. Die Risikobeurteilung ist ein begleitender Schritt in der Entwicklung einer Maschine. Deswegen sollte die Technische Redaktion auch frühzeitig in den Produktentwicklungsprozess eingebunden sein.

Die Bereitstellung der Informationen zu Restrisiken mittels der Risikobeurteilung ist die letzte Methode zur Risikominderung. Sie wird erforderlich, wenn sich ein Risiko auch durch eine inhärent sichere Konstruktionsweise, technische Schutzmaßnahmen und ergänzende technische Sicherheitsvorkehrungen nicht ausschließen oder mindern lässt. Die Information kann durch das Anbringen von Warnschildern realisiert sein, aber auch durch Kennzeichnungen, Warneinrichtungen und Signale. Die Informationen, Kennzeichnungen oder Signale in der Betriebsanleitung und an der Maschine sollen dabei auf alle bestehende Restrisiken hinweisen.

Als eine leichte Verletzung werden solche angesehen, die voraussichtlich gänzlich verheilen werden ohne dauerhafte Erkrankungen und/oder Schäden zu hinterlassen. Dazu zählen z.B. Schrammen, leichte Schnittwunden, Druckstellen, etc.

Eine schwere Verletzung liegt dann vor, wenn diese nicht mehr verheilen und üblicherweise irreversible Schäden und/oder Erkrankungen nach sich ziehen, also Verlust von Gliedmaßen, Verlust des Augenlichts, irreversible Quetschungen bis hin zum Tod von Personen.

Die Risikobeurteilung ist laut Maschinenrichtlinie ein Bestandteil der technischen Unterlagen einer jeden Maschine bzw. Anlage. Diese muss grundsätzlich der Hersteller bereithalten, um Sie einer zuständigen Behörde auch vorlegen zu können. Zum Lieferumfang der Technischen Dokumentation gehört die Risikobeurteilung aber nicht. Es ist möglich, die Lieferung vertraglich zu vereinbaren.

Die Risikobeurteilung dient dazu, um mögliche Restrisiken bei der Nutzung des Produktes zu identifizieren. In der Gebrauchsanleitung muss man vor diesen Risiken warnen. Entsprechend können diese Warnungen den Hersteller auch vor möglichen Haftungsansprüchen durch das Produkthaftungsgesetz absichern. Die Durchführung einer Risikobeurteilung können in den einzelnen Phasen der Produktentwicklung unter verschiedenen Gesichtspunkten durchgeführt werden.

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In einem interdisziplinären Team aus Fachleuten diskutiert man offen über potentielle Gefährdungen eines Produktes. Dabei sollten die Teilnehmer aus verschiedenen Produktionsbereichen wie Konstruktion, Technik, Sicherheit, usw. stammen. Demzufolge dient die Brainstorming-Methode eher zur Vorbereitung einer anderen Risikobeurteilungsmethode und kann wertvolle Informationen liefern. Entsprechend liefert diese Methode gewisse Vor- und Nachteile.

Vorteile dieser Methode:

+ Liefert Ergebnisse einfacher als andere Methoden

Nachteile dieser Methode:

– Zeitaufwendig

Die Fehlerzustandsbaumanalyse wird landläufig als „Fehlerbaumanalyse“ bezeichnet. Hierdurch ermittelt man Faktoren und Ereignisse, wie Teil- oder Funktionsausfälle, die zu einem unerwünschten Hauptereignis beitragen. Die ursächlichen Faktoren werden dementsprechend einem Ereignis in einer Baumstruktur zugeordnet. Die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung infolge eines Ereignisses wird so leicht grafisch erkennbar gemacht. Die Tiefe der Verschachtelungen ist dahingegen in der Fehlerzustandsbaumanalyse nicht begrenzt.

Vorteile dieser Methode:

  • Gut geeignet für Analyse von Systemen mit vielen Schnittstellen
  • Übersichtlich durch grafische Darstellung

Nachteile dieser Methode:

  • Hoher Lernaufwand
  • Übersehen von negativen Auswirkungen von Faktoren zu anderen Ereignissen

Abweichungen von der gewünschten Funktion für verschiedene Betriebszustände des Produktes werden mithilfe von vordefinierten Leitwörtern wie z.B. „zu hoch“, „zu gering“ usw. untersucht. Die Ursachen und Wirkungen der Abweichungen demgegenüber sind zu diskutieren und schriftlich festzuhalten. Anschließend entwickelt man in dieser Risikobeurteilungsmethode entsprechende Gegenmaßnahmen.

Vorteile dieser Methode:

  • Leicht zu erlernen und zu beherrschen

Nachteile dieser Methode:

  • Einsatzbereich der Methode stark eingeschränkt
  • Nicht für Produktionsmaschinen geeignet

In dieser Risikobeurteilungsmethode wird die Struktur und Funktion eines Produktes entsprechend an Schaltpläne, Skizzen, Prozesspläne, Pflichten- und Lastenhefte analysiert. Dann werden Risiken eingeschätzt und die Schwere bzw. Bedeutung der Risikoeinschätzung anhand einer Skala von 1 bis 10 bewertet. Anschließend versucht man die Risiken zu mindern oder geeignete Maßnahmen zu finden, um den Faktor der Risikoeinschätzung zu verringern.

Vorteile dieser Methode:

  • Freie Wahl des Detailierungsgrades
  • Gut geeignet für die Untersuchung von Baugruppen und Bauteilen

Nachteile dieser Methode:

  • Aufwendig

Ist eine im Maschinenbau sehr häufig vorkommende Methode zur Risikobeurteilung. Das Produktleben unterteilt man in dieser Methode dementsprechend in verschiedene Lebensphasen auf. Diese wiederum werden in Aufgaben untergliedert, welche automatische Abläufe und Tätigkeiten von Personen enthalten. Mittels dieser Aufgaben ermittelt man dann auftretende Gefährdungen. Anschließend werden Lösungsansätze für die Gefährdungen entwickelt und dokumentiert.

Vorteile dieser Methode:

  • Die Methode ist einfach zu erlernen
  • Geeignet für den Maschinenbau

Nachteile dieser Methode:

  • Weniger geeignet für verfahrenstechnische Anlagen, die automatisch arbeiten

Es wird bei der Risikobeurteilung nach folgenden Methoden unterschieden:

  • Aufgabenbezogene Risikobeurteilung
  • Fehlerzustandart- und effektanalyse (FMEA-Methode)
  • Gefahren- und Funktionsfähigkeitsanalyse (HAZOP)
  • Fehlerzustandsbaumanalyse (FTA)
  • Brainstorming-Methode

Ja. Die Beschreibung des Bedienplatzes einer Maschine ist ein Risikobeurteilungsinstrument. Sie dient dazu, die an der Maschine wahrgenommenen Tätigkeiten zu beschreiben und für die Risikobeurteilung zu bewerten.

Eine Risikobeurteilung umfasst maßgeblich folgende Schritte:

  • Bestimmung der Grenzen der Maschine, d.h. welche bestimmungsgemäße Verwendung und welche vorhersehbare Fehlanwendung diese Maschine besitzen.
  • Gefährdungen und die damit verbundene Gefährdungssituation, welche von der Maschine ausgeht.
  • Abschätzung der Risiken unter Berücksichtigung der Schwere möglicher Verletzungen oder Gesundheitsschäden und die Wahrscheinlichkeit des Eintretens.
  • Bewertung der Risiken, um herauszufinden, ob eine Risikominderung erforderlich ist.
  • Die mit den Risiken verbundenen Gefährdungen ausschalten oder durch Schutzmaßnahmen diese Gefährdung vermindern.

Es werden folgende Risikoklassen unterschieden:

  • Eine gefährliche Situation, die mit Sicherheit eine schwere Verletzung oder den Tod nach sich ziehen wird, wenn sie nicht vermieden wird
  • Gefährliche Situation, die eine schwere Verletzung oder den Tod nach sich ziehen könnte, wenn sie nicht vermieden wird
  • Eine gefährliche Situation, die eine leichte bis mittelschwere Verletzung nach sich ziehen könnte, wenn sie nicht vermieden wird
  • Informationen, die keine Personenschäden betreffen, z.B. Hinweise auf Sachschäden

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Sicherheits- und Warnhinweise

Durch die Verwendung von Füllwörter bläht sich ein Sicherheitshinweis in einer Betriebsanleitung nur unnötig auf. Da Füllwörter keine sicherheitsrelevanten Informationen vermitteln, muss man Sie aus den Sicherheitshinweisen weglassen.

Dahingegen ein Beispiel mit Füllwörtern: „Drehen Sie nun bitte den Hebel nach unten“

Beispiel ohne Füllwörter: „Drehen Sie den Hebel nach unten“

Warnschilder für Maschinen können aus selbstklebenden Folien, Kunststoff, Aluminium oder Stahl bestehen. Die Art des zu verwendenden Materials für Warnschilder an der Maschine hängt zudem von dem Einsatzort der Maschine ab. In der Halle bieten sich Folien oder Kunststoff an. Für die Außenanwendung hingegen sollte man lackiertes Aluminium oder eingebrannter Stahl für die Warnschilder verwenden.

Nach dem ISO Standard müssen Warnschilder auf der Maschine ein oder mehrere Piktogramme enthalten, das vor einer Gefahr warnt. Weitere Angaben auf den Warnschildern auf der Maschine wie Warnstufe oder Text sind optional. Außerhalb von Europa können die Regelungen für Warnschilder zudem anders ausgelegt sein.

Bei der Strukturierung von Warnhinweisen in der Technischen Dokumentation ist es das Ziel, eine maximale Erkennbarkeit zu Erzielen. Der Text und die visuelle Darstellung durch Symbole und Sicherheitszeichen sollten auf das Wesentliche beschränkt sein. Die Stelle in der Technischen Dokumentation, an der ein Warnhinweis vorkommt, muss auffällig vom restlichen Inhalt abgegrenzt sein. Der Aufbau der Warnhinweise erfolgt nach dem SAFE-Prinzip. Deswegen fängt man bei der Strukturierung mit dem Signalwort an. Dann erklärt man die Art der Gefährdung. Anschließend erläutert man die möglichen Folgen bei Nichtbeachtung des Warnhinweises. Der Warnhinweis muss zudem deutliche Angaben enthalten, wie die Gefährdungen zu vermeiden sind.

Warnhinweise müssen in der Technischen Dokumentation offensichtlich als solche zu erkennen sein. Die Warnhinweise müssen sich gestalterisch von anderen Inhalten klar abheben sowie abgrenzen, um auffällig zu sein. Dies kann zum einem durch die Anwendung von größeren und/oder anderen Schriftgrößen oder Schriftarten erfolgen. Ebenso die Anwendung von Farben oder grafischen Symbolen einschließlich Sicherheitszeichen heben die Warnhinweise vom restlichen Text ab.

Die ISO 7010 schreibt vor, welche Symbole und Sicherheitszeichen in den Warnhinweisen innerhalb der Technischen Dokumentation zur Anwendung kommen dürfen. Die Symbole und Sicherheitszeichen dienen dazu Gefährdungen visuell darzustellen und verdeutlichen das Gefahrenrisiko, welche in den Warnhinweisen beschrieben ist.

Wenn Angaben zu Abständen für die sichere Nutzung des Produktes bekannt sein müssen, sind diese Angaben auch in den Warnhinweisen in der Betriebsanleitung zu nennen. Ein Fall aus der Produkthaftung zeigt dies ebenfalls. Nach Einbau eines Bodylifts in ein Fahrzeug ist eine Lenksäule des Fahrzeuges gebrochen. Die Ursache für den Bruch war ein zu geringer Abstand zwischen der Lenksäule und dem Bodylift. Dem Hersteller warf man vor, dass er keine Warnhinweise in der Betriebsanleitung auf den erforderlichen Abstand gegeben hat. Hier lag ein Instruktionsfehler vor, da auch Fachleute in dieser spezifischen Gefahrenlagen die konkret erforderlichen Abstände wissen müssen.

Es ist sinnvoll, einen Warnhinweis in mehrere aufzuteilen, wenn sich durch das Risiko sowohl Personen- wie auch Sachschäden ergeben können. Ein gutes Beispiel für die Technische Dokumentation im Maschinenbau ist hier der Transport einer Maschine. Beim Transport besteht die Gefahr, dass eine schwebende Maschine durch Herunterfallen einen Menschen verletzt wie auch die Maschine beschädigt. Übernimmt man beide Gefahren in einen Warnhinweis, übersieht man möglicherweise die zweite Gefahr. Hier ist es sinnvoll, den Warnhinweis in der Technischen Dokumentation aufzuteilen und nach Personen- und Sachschäden aufzutrennen.

In der Technischen Dokumentation verwenden Autoren die Begriffe Sicherheitshinweis und Warnhinweis häufig synonym. Dabei haben die Begriffe doch unterschiedliche Bedeutungen.

Sicherheitshinweise sollen dem Benutzer den sicherheitsgerechten Umgang mit dem Produkt grundlegend erklären. Ein Sicherheitshinweis ist didaktisch aufbereitet und steht in der Regel ohne Signalwort in der Technischen Dokumentation. Sicherheitshinweise stehen zudem vorangestellt in einem eigenen Sicherheitskapitel in der Betriebsanleitung.

Ein Warnhinweis soll die Aufmerksamkeit des Benutzers hingegen auf ein konkretes Risiko lenken und zur Gefahrenvermeidung anleiten. Die Hervorhebung des Hinweises durch ein Signalwort ist erforderlich um die Information als Warnhinweis zu kennzeichnen. Die Warnhinweise stehen zu Beginn der Kapitel der Betriebsanleitung oder innerhalb von Handlungssequenzen. Dabei soll der Warnhinweis den Zusammenhang (Lesefluss) nicht unnötig beeinträchtigen.

Die Erkennbarkeit von Piktogrammen bzw. Sicherheitszeichen in den Sicherheits– und Warnhinweisen einer Betriebsanleitung hängt von der Größe der Zeichen ab. Welche Größe ein Piktogramm bzw. ein Sicherheitszeichen haben muss, hängt von der Erkennungsweite ab. Dies ist die Weite, aus der das Sicherheitszeichen noch erkennbar ist.

Folgende Werte sind bei der Erstellung von Sicherheitszeichen zu beachten:

Erkennungsweite (m) Schriftgröße (mm) Durchmesser Verbots- und Gebotszeichen (mm) Warnzeichen Basis (mm)
0,5 2 12,5 25
1 4 25 50
2 8 50 100

Eine nicht oder nicht angemessene erfolgte Warnung hinsichtlich eines vorhandenen Risikos des Produkts fällt in der Technischen Dokumentation unter Warnungsfehler. Häufig vorkommende Warnungsfehler sind:

  • Unzureichende Warnungen oder Betriebsanleitungen
  • Durch das Fehlen solcher Warnungen oder Betriebsanleitungen ist nicht plausibel, dass das Produkt sicher ist
  • Die vorhandene Gefahr des Produkts hätte beschränkt oder vermieden werden können, wenn der Hersteller plausible Warnungen oder Betriebsanleitungen herausgegeben hätte

Eine grafische Übersicht in der Technischen Dokumentation über die Anbringungsorte von Warnschildern an einer Maschine hilft dem Benutzer der Betriebsanleitung. Da die DIN EN 82079-1 eine solche Übersicht fordert, sollte man dies bei der Erstellung einer Betriebsanleitung beachten. Auch können bei längerer Standzeit einer Maschine die Warnschilder an der Maschine abfallen oder unleserlich werden. Dann hilft eine Übersicht in der Betriebsanleitung, die Standorte für das Wieder- oder Neuanbringen von Warnschildern zu erläutern.

Um Warnhinweise in der Technischen Dokumentation aufzubauen, muss man alle Gefährdungen und Gefährdungsereignisse aus der Risikobeurteilung extrahieren, sofern die mit Restgefahren verbunden sind. Für den Aufbau eines Warnhinweises benötigt man daher die Angaben über:

  • Art der Gefahr
  • Gefährdung/Gefährdungsereignis
  • Beschreibung der Gefährdung/des Gefährdungsereignisses
  • Risikoeinschätzung
  • Beschreibung der Restgefahr
  • Beschreibung der Schutzmaßnahmen, sofern es welche gibt

Ein guter Warnhinweis in der Technischen Dokumentation macht die Sinnhaftigkeit von Vermeidung und Verboten deutlich. Der Warnhinweis lässt Gefahren und Konsequenzen plausibel und nachvollziehbar erscheinen. Weiterhin spricht ein guter Warnhinweis den Leser direkt an. Ein guter Warnhinweis ist nicht länger als notwendig aber mindestens so lang wie notwendig.

Die Warnhinweise für Maschinen, welche in die USA gehen, unterliegen der amerikanischen ANSI Norm. Diese fordert die strikte Trennung zwischen Personen- und Sachschäden. Personenschäden werden dafür je nach Schwere mit den Signalwörtern DANGER (Gefahr), WARNING (Warnung) und CAUTION (Vorsicht) versehen. Vor möglichen Sachschäden an der Maschine durch Fehlbenutzung warnt hingegen das Signalwort NOTICE (Hinweis).

Ist die Betriebsanleitung und vor allem die darin enthaltenen Handlungsanweisungen im Passiv formuliert, signalisiert das nicht die gegebene Dringlichkeit. Die Handlung versteht der Ausführende dann so, dass nicht (sofort) eine Handlung durchzuführen ist. Zudem ist eine aktive Schreibweise auch die verständlichere. Deswegen sollte der Text einer Betriebsanleitung im Aktiv formuliert sein.

Bei Sicherheits- und Warnhinweise in der Technischen Dokumentation nach ANSI muss man die strikte Trennung zwischen Personen- und Sachschäden beachten. Ebenso die Abstufung der Gefährdungsklassen von leichten Verletzungen bei Missachtung der Warnhinweise bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen bei Missachtung.

Ein Sicherheitszeichen wird in einer Betriebsanleitung mit einem Piktogramm ohne Text oder dazugehörigen Text dargestellt. Im wenigen Fällen, wie bspw. durch Platzmangel, darf das Piktogramm allein stehen. Das kombinierte Sicherheitszeichen mit Text sollte immer bevorzugt zum Einsatz kommen. Diese Darstellung verdeutlicht den Warnhinweis dementsprechend bildlich und erläutert ihn zeitgleich noch textuell. Ein Text ohne Piktogramm darf nie als Sicherheitszeichen ausgegeben werden. Das Bild bzw. Piktogramm muss vor dem Text stehen.

Die Sicherheitszeichen werden nach Verbots-, Gebots- und Warnzeichen klassifiziert.

  • Verbotszeichen: Untersagt ein gewisses Verhalten
  • Gebotszeichen: Schreibt ein gewisses Verhalten vor
  • Warnzeichen: Warnt vor einer Gefahr

Die Sicherheitszeichen sind von ihrer Darstellung jedoch genormt. Je nach Klassifizierung ergibt sich daher die Form und Farbe für das jeweilige Sicherheitszeichen.

Die ANSI-Norm macht klare Vorgaben, wie Warnhinweise in amerikanischen Betriebsanleitung aussehen müssen. Beispielsweise werden die Begriffe DANGER, WARNING, CAUTION und NOTICE als Signalwörter laut ANSI Z535.6 verwendet. Die Signalwörter sind den Farben Rot, Orange, Gelb und Blau zugeordnet.

Sicherheitshinweise müssen schon vor der Konstruktion entstehen. Für jede Maschine muss eine Risikobeurteilung vorgenommen werden, um die für die Maschine geltenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen zu ermitteln. Die Risikobeurteilung muss alle Restrisiken enthalten, die von einer Maschine während der festgelegten Lebensdauer in all ihren Lebensphasen ausgeht. Die Sicherheitshinweise ist dann unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Risikobeurteilung in ihren jeweiligen Risikoklassen zu konstruieren und zu gestalten.

Warnhinweise, nach dem SAFE-Prinzip erstellt, sind folgendermaßen aufgebaut:

  • S = Signalwort (Wahl des Signalwortes wie Gefahr, Warnung, Vorsicht oder Hinweis entsprechend von der Gefahrensituation)
  • A = Art und Quelle der Gefahr (Woher kommt die Gefahr / Was ist die Gefahrenquelle?)
  • F = Folgen bei Nichtbeachtung (Was passiert bei Nichtbeachtung des Hinweises)
  • E = Entkommen / Vermeiden (Wie vermeidet bzw. löst man die Gefahrensituation?)

Für die Gliederung des Kapitels Sicherheitshinweise in der Betriebsanleitung bieten sich verschiedene Hierarchien an:

  • Chronologisch (entsprechend der Lebensphasen der Nutzung)
  • Von offensichtlichen Gefährdungen bis hin zu versteckten/unbekannten Gefährdungen
  • Zielgruppenspezifisch (wenn es mehrere Zielgruppen gibt)

Warnschilder welche an der Maschine angebracht sind, müssen in der Betriebsanleitung als Warnhinweise erläutert sein. Ebenso sind die Anbringungsorte der Warnschilder in der Betriebsanleitung zu kennzeichnen.

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Maschinenbau

Eine Betriebsanweisung erstellen ist erforderlich, um Beschäftigte vor Gefahren am Arbeitsplatz zu warnen und wichtige Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln aufzuzeigen. Im Maschinenbau gibt es Gefährdungen am Arbeitsplatz, die sich trotz technischer Schutzmaßnahmen oder Änderung des Arbeitsverfahrens nicht vermeiden lassen. Die Betriebsanweisung warnt vor diesen Gefahren und zeigt sicherheitsgerechte Verhalten für die Beschäftigen auf. Darunter fallen die Bereitstellung von Persönlicher Schutzausrüstung, organisatorische Maßnahmen sowie die Unterweisung von Beschäftigten.

Eine Maschine gilt nach Maschinenrichtlinie erstmals als „in Verkehr gebracht“, wenn die Maschine das erste Mal in der EU am Markt bereitgestellt wird. Dies gilt für sämtliche neue Maschinen, ob diese nun in der EU oder außerhalb hergestellt sind.

Diese Regelung gilt auch für gebrauchte Maschinen, falls diese wesentlich verändert bzw. umgebaut worden sind. In diesem Falle sieht die Maschinenrichtlinie vor, dass die umgebaute Maschine wie eine neue Maschine zu behandeln ist.

Maschinenbau-Unternehmen, welche Ihre Produkte nach China verschicken wollen, müssen auf neue Regeln beim Export achten. Zollbehörden in China verschärften zum 01.06.2018 Ihre Angaben zur Zollanmeldung von Produkten. Damit wollen chinesische Zollbehörden verdächtige Sendungen vor Ihrer tatsächlichen Ankunft in China erkennen. Dies soll möglich sein, weil den Behörden im Vorfeld einer Sendung Daten zur Verfügung stehen.

Eine Voranmeldung für See- und Luftfracht mit zusätzlichen Angaben zum Versender und Empfänger sind erforderlich. Informationen zum Versender sind unter anderem die Telefon- und Faxnummer sowie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Zu den Angaben, die bezüglich des Empfängers anzugeben sind, fallen die chinesische Steuernummer (Unified Social Credit Code), zudem die Telefon- und Faxnummer sowie die Zoll-Kennnummer (CR-Nummer), welche bisher auch schon angegeben sein musste. Auf die akurate Einhaltung der genauen Zollanmeldung achten chinesische Zölle in Zukunft auch im Maschinenbau mehr.

Um Störungen an eine Maschine sicher beseitigen zu können, müssen Bediener vorher einige Punkte beachten. Die Maschine muss abgeschaltet, mögliche Restenergien abgebaut und die Maschine gegen Wiederanlaufen gesichert sein. Mitarbeiter im Arbeitsbereich müssen über Störungen und das Abschalten der Maschine informiert sein, damit andere Personen die Maschine nicht wieder in Betrieb nehmen, während die Störung noch besteht. Ebenfalls Personen anweisen, die sich in einem Gefahrenbereich aufhalten, diesen zu verlassen.

Als Gesamtheit von Maschinen nach Maschinenrichtlinie versteht man eine Anordnung von Maschinen, die zusammenwirken, um auf ein gemeinsames Ziel (bspw. die Herstellung von Produkten) hinzuarbeiten. Dies liegt vor, wenn die Maschinen mechanisch und/oder steuerungstechnisch miteinander verbunden sind. Die übergeordnete Steuerung der verbundenen Maschinen ist ein wesentlicher Bestandteil, dass man von einer Gesamtheit von Maschinen ausgehen kann. Dann muss eine EG-Konformitätserklärung für die komplette Maschinenanlage erfolgen.

Als Hersteller einer Gesamtheit von Maschinen zählt jede natürliche oder juristische Person, die mehrere vollständige Maschinen zu einer Maschinengesamtheit verbindet. Ebenso wertet man die Integration einer unvollständigen Maschine in die Gesamtheit anderer Maschinen. Hersteller kann auch diese Person sein, die auf diese Weise eine Gesamtheit von Maschinen in Betrieb nimmt.

Die Unterschiede in der Technischen Dokumentation sind zwischen Europa und der Schweiz nicht groß. Europäische Normen übernimmt die Schweizerische Normen-Vereinigung (abgekürzt SNV, französisch Association Suisse de Normalisation) als nationale Normenorganisation mit Sitz in Winterthur. Auch europäische Richtlinien wie die Maschinenrichtlinie übernimmt die Schweiz in nationale Verordnungen und setzt sie in Schweizer Recht um.

 

Als Amtssprachen für eine Technische Dokumentation gelten dabei in der Schweiz je nach Kanton die Sprachen Deutsch, Französisch oder Italienisch. In der Schweiz sind die sprachlichen Besonderheiten besonders stark ausgeprägt. Die richtige Terminologie für bestimmte Begriffe in der Technischen Dokumentation ist zudem ebenfalls ein differenzierter Bereich im Vergleich zu Deutschland.

 

Auch klimatische und geografische Besonderheiten spielen in der Technischen Dokumentation in der Schweiz eine Rolle. Die Vorgaben an die Sicherheit von Maschinen hinsichtlich Lärm und Vibration sind aufgrund geografischen Gegebenheiten (Viele Berge, Temperaturunterschiede) anders geregelt.

Vibration im Schweizer Maschinenbau: Die Gefahren von Schwingungseinwirkungen (Vibrationen) auf Menschen können neben einer Belästigung für den Menschen auch zu Schädigungen von Bauwerken führen. Gerade in der Schweizer Berglandschaft können erhöhte Schwingungswerte für Gefährdungen (bspw. Lawinenabgang) sorgen. Es gilt daher, mit verfügbaren Maßnahmen die Gefahren von Vibrationen auf das niedrigste in der Praxis vertretbare Niveau zu senken. Der Schweizer Bundesrat hat hierfür die „Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz“ geschaffen, um Arbeitnehmer vor Gefahren durch Vibrationen zu schützen.

Ob es ratsam ist die Betriebsanleitungen in Schweizer Hochdeutsch übersetzen zu lassen, hängt von dem Einsatzort der Maschine ab. Die Schweiz hat die Nationalsprachen Deutsch, Französisch und Italienisch im Einsatz. Zudem werden im Alltag ca. 20 verschiedene regionale Dialekte gesprochen. Das Schweizer Hochdeutsch weicht vom normalen Deutsch in mehreren Punkten ab. Eine Abweichung ist sicherlich die Schreibweise „ss“ in der Schweiz im Gegensatz zu „ß” in Deutschland, wie in „Strasse“ und “Straße”. Auch beeinflusst Französisch das Schweizer Hochdeutsch mit Begriffen wie zum Beispiel „Billet“ für „Fahrkarte“ oder „Velo“ für „Fahrrad“. Abhängig Wo Deutsch in der Schweiz als Amtssprache verwendet wird, kann die Betriebsanleitung auch ins Schweizer Hochdeutsch übersetzt werden. Zudem tritt man mit der Übersetzung ins Schweizer Hochdeutsch auch besser mit dem Schweizer Publikum in Kontakt.

An Hydraulikpumpen und Hydromotoren im Maschinenbau können große Mengen Druckflüssigkeit austreten. Zur Vermeidung von dadurch entstehenden Rutschgefahren sollte man geeignete Auffangbehälter für die Flüssigkeiten bereithalten. Anschlüsse und Befestigungen der druckentlasteten Hydraulikpumpe bzw. des Hydromotors sind zur Vermeidung von Verwechslungen vor dem Ausbau zu kennzeichnen. Dies macht das Wiederanschließen der Anschlüsse und Befestigungen einfacher. Öffnungen von Leitungen und motorseitige Flansche sind zudem vor Verunreinigungen zu schützen.

Beim Austausch von Druckflüssigkeiten an einer Maschine oder Anlage ist darauf zu achten, keinerlei Verschmutzung in den Tank oder andere Teile des Hydraulikkreislaufes einzubringen. Die Filterung von frisch angelieferte Druckflüssigkeiten muss ebenfalls erfolgen, damit eine hohe Reinheitsklasse der Druckflüssigkeit gewährleistet ist.

Für den Austausch von Druckflüssigkeiten empfiehlt sich der Einsatz von fahrbaren Absaug- und Befülleinrichtungen mit integriertem Auslaufschutz bzw. Auffangwanne.

Druckflüssigkeiten sind entzündlich und können sich an heißen Oberflächen leicht entzünden. Zudem können sich Dämmmaterialien bei Kontamination mit Druckflüssigkeiten ebenfalls leicht entflammen, da sie sich mit den Druckflüssigkeiten aufsaugen können. Deswegen sollte man entsprechende Maßnahmen zur Verringerung der Brandgefahr treffen:

  • Rückstandlose Entfernung von ausgetretenen Druckflüssigkeiten und Bauteile trocken wischen
  • Getränktes Dämmmaterial erneuern
  • Externe Zündquellen vermeiden und heiße Oberflächen abdecken

Druckspeicheranlagen übernehmen im Maschinenbau eine sehr wichtige Rolle. Sie dämpfen an einer Hydraulikanlage die entstehenden Schwingungen, Fluktuationen und Pulsationen. Ebenso stabilisieren Druckspeicheranlagen den Saugstrom und sind für die Volumen- und Leckölkompensation verantwortlich. Dadurch wird die Hydraulikanlage leistungsfähiger, die Lebensdauer steigt und die Betriebs- und Wartungskosten sinken.

Unter dem Probebetrieb von Maschinen und Anlagen versteht man die Überprüfung von Funktionen und Eigenschaften einer Maschine bzw. Anlage. In der Endprüfungsphase einer Maschine oder Anlage findet in den Betriebsräumen des Betreibers ein Probebetrieb zur Beseitigung von Fehlern statt. Der Hersteller ist in der Verantwortung den Probebetrieb der Maschine oder Anlage zu überwachen. Zuerst testet man in einzelnen Probeabläufen einzelne Aggregate und Einrichtungen. Wenn alle Vorgaben im Probelauf erfüllt sind, testet man anschließend die ganze Anlage.

Im Probebetrieb einer Maschine oder Anlage ist das eingesetzte Personal einem erhöhten Risiko ausgesetzt als im Normalbetrieb. Durch die im Probebetrieb resultierende höhere Beanspruchung des Personals (Zeitdruck, Ermüdung, Lärm, ungünstige klimatische Bedingungen, usw.) steigen die Risiken eines Unfalles. Oft müssen zudem mehrere unterschiedliche Gruppen gleichzeitig an der Anlage arbeiten, was zu einer gegenseitigen Gefährdung der Gruppen führen kann. Auch unwirksame oder ungeeignete Schutzeinrichtungen stellen im Probebetrieb ein Risiko dar. Zudem unterschätzen die Anwender leicht die Gefahr des unerwarteten Anlaufs von Teilen der Maschine oder Anlage.

Der Probebetrieb einer Maschine bzw. einer Anlage ist ein Teil des Herstellungsprozess und findet noch vor dem Zeitpunkt des Inverkehrbringens statt. Da während eines Probebetriebs noch diverse erforderliche Einstellungen zu treffen sind, kann die Maschine bzw. Anlage hier von den Vorgaben der Maschinenrichtlinie abweichen. Es gilt dann aber andere Schutzmaßnahmen für den Probebetrieb zu treffen. Der Probebetrieb ist nicht mit der Inbetriebnahme einer Maschine bzw. Anlage zu verwechseln.

Für Patente im Maschinenbau gelten hinsichtlich der Laufzeiten die gleichen Bedingungen wie für normale Patente. Ab dem Anmeldetag des Patents beträgt die Laufzeit 20 Jahre. Patente können aber verfallen, falls die Jahresgebühren nicht beglichen werden.

Von Hand angetriebene Maschinen fallen nicht unter die Maschinenrichtlinie. Erst wenn der Antrieb nicht mit der unmittelbar eingesetzten menschlichen oder tierischen Kraft betrieben ist, ist dies der Fall. Dann fällt die Maschine unter den Geltungsbereich der Maschinenrichtlinie.

Die Begriffe Rückruf und Rücknahme befassen sich im Maschinenbau mit in Verkehr gebrachte Maschinen. Der Rückruf soll dazu dienen bereits bereitgestellte Maschinen wieder an den Hersteller zurückzugeben. Die Rücknahme ist hingegen eine Maßnahme, die verhindern soll, dass eine in der Lieferkette befindliche Maschine auf den Markt kommt.

Bei der Konstruktion einer Maschine ist dafür Sorge zu tragen, dass die Maschine mit geeigneter Beleuchtung versehen ist. Dies ist notwendig, falls das Fehlen einer Beleuchtung an der Maschine trotz normaler Umgebungsbeleuchtung ein Risiko verursachen kann. Die Beleuchtung darf keine störenden Schattenbereiche, Blendungen und gefährliche Stroboskopeffekte bei beweglichen Teilen an der Maschine verursachen. Das könnte ansonsten dazu führen, dass der Bediener einer Maschine die Drehung oder die Drehrichtung rotierender Teile falsch einschätzt. Aufgrund der damit verbundenen Unfallgefahr müssen hier Glühlampen oder andere wenig oder nicht flimmernde Lichtquellen wie Energiesparlampen zum Einsatz kommen.

An jedes Produkt, auch im Maschinenbau, hat der Anwender eine gewisse Erwartungshaltung hinsichtlich der Sicherheit beim Benutzen des Produktes. Erfüllt das Produkt die Erwartungshaltung nicht, liegt ein Produktfehler vor und ein Produkthaftungsfall tritt ein.

Ein Beispiel aus dem Maschinenbau: Ein Arbeiter lehnte seinen Kopf an die Sicherheitsscheibe einer Werkzeugmaschine, um den Bearbeitungsprozess zu betrachten. Nun kam es dazu, dass das Werkzeug wegen einer Störung aus der Halterung herausbrach und gegen die Scheibe schlug. Aufgrund des Aufpralles zog sich der Arbeiter eine Prellung mit einem Schädeltrauma zu. Der Hersteller der Maschine musste nun für die entstandenen Arztkosten aufkommen. Von einer Sicherheitsscheibe kann man erwarten, dass diese sicher genug ist, um den Aufprall eines Teiles zu verkraften ohne das ein Benutzer vor dieser Scheibe Verletzungen davonträgt.

Die Abkürzung MMS steht im Maschinenbau für „Minimalmengenschmierung“ und bezeichnet die gezielte Dosierung von Schmiermitteln bei Maschinen. Durch zu hohem Einsatz von Schmierstoff-Menge besteht die Gefahr von Kühlschmierstoff-Emissionen in der Atemluft und auf der Haut des Bedienpersonals. Durch den Einsatz von Minimalmengenschmierung reduziert sich dahingegen diese Gefährdung deutlich.

Durch den gezielten Einsatz von Minimalmengenschmierung reduziert sich nicht nur die eingesetzte Kühlschmierstoff-Menge im Maschinenbau. Ebenso verringert sich der Aufwand zur Überwachung und Bestandspflege des Kühlschmierstoffes und der Reinigungsaufwand der bearbeiteten Teile reduziert sich ebenfalls. Verbrauchte Kühlschmierstoffe, die man aufarbeiten bzw. entsorgen müsste, entfallen durch den Einsatz von Minimalmengenschmierung. Die durch den geringen Einsatz von Schmierstoffe anfallen Späne sind quasi trocken und können problemlos recycelt werden aufgrund geringer Ölbelastung.

Bei Werkzeugmaschinen ist die schnelle und vollständige Späne- und Metallstaubabfuhr aus dem Arbeitsraum ein entscheidendes Kriterium für die Minimalmengenschmierung. Im Gegensatz zu der Nassbearbeitung, bei der Werkstücke, Späne und Arbeitsraum der Maschine durch den Kühlschmierstoff wirkungsvoll gekühlt sind, ist die Wärmesituation bei der Minimalmengenschmierung oder Trockenbearbeitung zu berücksichtigen. Späneansammlungen und Spänenester im Arbeitsraum, z.B. an Werkstücken und Spannvorrichtungen, sollte man weitgehend verhindern. Durch einen erhöhten Wärmeverzug können Maßungenauigkeiten sowie Form- und Lagefehler am Werkstück entstehen.

Ströme, die in einem fehlerfreien Stromkreis zur Erde oder zu fremde leitfähige Teile fließen bezeichnet man als Ableitströme. Unterhalb bestimmter Grenzen stellen Ableitströme normalerweise kein Problem hinsichtlich Personenschutz oder Funktionalität der Maschine dar. Je intensiver der Einsatz elektrischer Technik bei Maschinen jedoch ausfällt, desto wahrscheinlicher ist das Auftreten erhöhter Ableitströme. Diese erhöhten Werte können zu Problemen hinsichtlich der elektromagnetischen Verträglichkeit der Maschine mit ihrer Umgebung führen.

 

Die DIN EN 60204-1 legt fest, dass beim Auftreten von Ableitströme Maßnahmen für den Schutz der Maschine wie die Verwendung eines Schutzleiters zu treffen sind. Zudem ist ein Warnschild in der Nähe des Schutzleiteranschlusses und auf dem Typenschild der elektrischen Ausrüstung laut der Norm vorgesehen. Die Technische Dokumentation der Maschine muss Informationen über die Höhe der Ableitströme und den anzuschließenden Schutzleiter enthalten.

Der Schutz vor unerwartetem Anlauf im Maschinenbau und der Technischen Dokumentation gilt als eines der grundlegenden Sicherheitsprinzipien der ISO 13849-2. Diese Sicherheitsfunktion dient der Risikominderung an Maschinen.

Zum Beispiel vermeidet eine solche Schutzfunktion ein unerwartetes Anlaufen der Maschine bei geöffneten Schutzeinrichtungen. Oder das nach einem Ausfall einer Energie und deren Wiederkehr außerdem die Maschine nicht ohne separaten Startbefehl automatisch anlaufen darf.

Bei Arbeiten an elektrischen Teilen von Maschinen und Anlagen im Maschinenbau sind besondere Gefährdungen möglich. Es sind Gefährdungen durch direkte und indirekte Berührungen von spannungs- bzw. stromführenden Teilen möglich. Auch durch Körperströme, -entladungen und Spannungsverschleppungen zum Beispiel mangelhafter Erdung sind Gefährdungen von Personen möglich. Arbeiten an elektrischen Teilen von Maschinen und Anlagen im Maschinenbau dürfen nur elektrotechnisch geschulte und unterwiesene Personen durchführen.

Im Maschinenbau kann der Umgang mit hydraulischen Anlagen stets einige Gefährdungen mit sich bringen. Durch die hohen Drücke, die in modernen Maschinen zur Anwendung kommen, kann jeder Unfall verheerende Auswirkungen haben. Falls zum Beispiel an einer Schlauchleitung einer Maschine ein Leck auftritt, können dort Flüssigkeiten mit hohen Druck herausschießen. Dies kann dann trotz Schutzkleidung zu starken bis hin zu sogar tödlichen Verletzungen führen. Handelt es sich bei den Flüssigkeiten an der hydraulischen Anlage um Hydrauliköl oder andere schädliche Flüssigkeiten für die Umwelt, sind zudem erhebliche Umweltschäden zu befürchten.

Fehlende Schutzmechanismen in Steuerungsanlagen beim Maschinenbau können gefährliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Personen haben. Fehlende Sensoren, die ein Eingreifen in die Maschine registrieren, erhöhen die Verletzungsgefahr. Ein gutes Beispiel ist die Softclose Steuerung bei vielen Fahrzeugen. Die als Zuziehhilfe von Autotüren konzipierte Steuerungsanlage erkennt in vielen Automodellen nicht, wenn eine Hand bzw. Finger zwischen der Türe verbleibt. Testläufe haben ergeben, dass die Tür so unerbittlich zuzieht, dass das Testobjekt eindeutige Schäden davontragen kann.

Im Maschinenbau umschreibt die Eigenschaft der inhärent sicheren Konstruktion eine von innen heraus sichere Konstruktionsweise. Die Sicherheit des Produktes ist dadurch gewährt, dass die Konstruktionseigenschaften der Maschine ohne die Anwendung von externen Schutzeinrichtungen verändert sind. Mit externen Schutzeinrichtungen sind trennende oder nichttrennende Sicherheitsmaßnahmen wie beispielsweise Schutzzäune gemeint. Die Sicherheit der Maschine ist gewissermaßen von sich selbst wirksam und man spricht deswegen von einer inhärent sicheren Konstruktion im Maschinenbau.

Im Bereich der Lebensmittelindustrie gibt es genaue Vorgaben, wie Maschinen zu reinigen sind. Falsche Reinigung führt zu einer Kontamination der Lebensmittel. Die Wahl der Reinigungs- und Desinfektionsmittel, das Verfahren der Reinigung und alle hierfür notwendigen Arbeitsschritte sind daher in der Lebensmittelindustrie genauesten festgelegt. Zudem müssen alle Flächen der Maschine, die mit Lebensmittel in Kontakt treten können, aus Edelstahl sein. Das soll eine Verunreinigung der Lebensmittel verhindern.

Deutsche Unternehmen im Maschinenbau müssen ihre Produkte vor der Einfuhr nach China nach chinesischen Richtlinien zertifizieren. Das dafür notwendige CCC-Zertifikat ist auf der Homepage der chinesischen Zertifizierungsbehörde Chinese Quality Certification Centre (CQC) zu beantragen. Vor der erstmaligen Beantragung erhalt man dafür eine Kennung und ein Passwort. Der Antragssteller muss Testmuster des Produktes einreichen und das akkreditierte Testlabor in China prüft diese Muster und die technischen Daten. Nach Durchlauf aller Prüfungen stellt die Behörde das CCC-Zertifikat in englischer und chinesischer Sprache aus. Eine Eintragung der Zertifizierung erfolgt in der CQC-Datenbank.

Ziel der Marktüberwachung im deutschen Maschinenbau ist zum einen der Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor unsicheren Maschinen. Außerdem stärkt sie den fairen Wettbewerb im Binnenmarkt und leistet damit einen Beitrag zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit aller Wirtschaftsakteure.

In Deutschland kontrollieren die jeweiligen Bundesländer die Marktüberwachung hierzu über Gewerbeaufsichtsämter. Ein zentraler sogenannter Arbeitsausschuss Marktüberwachung (AAMÜ) koordiniert die Zusammenarbeit der Marktüberwachungsbehörden der Länder. In Abstimmung planen sie länderübergreifenden Marktüberwachungsaktionen innerhalb Deutschlands und kooperieren mit Wirtschaft und Verbänden.

Die Marktüberwachung erstreckt sich zudem über Landesgrenzen hinweg. Die Behörden der EU-Mitgliedstaaten versuchen gemeinsam eine lückenlose europaweite Kontrolle der bereits im Verkehr befindlichen Maschinen zu erreichen.

Die Marktaufsichtsbehörde ist dazu da, die auf dem Markt bereitgestellten Produkte im Maschinenbau und anderen Branchen im Hinblick auf die Einhaltung der bestehenden Rechtvorschriften zu kontrollieren und zu überwachen. Falls gefährliche Produkte im Umlauf sind, unterrichtet die Marktaufsichtsbehörde die Öffentlichkeit und andere Mitgliedsstaaten über diese Produkte. Ebenso leiten die Marktaufsichtsbehörde Maßnahmen wie Sanktionen gegen die Verantwortlichen (Hersteller, Einführer, Händler, usw.) ein. Auch kooperiert die Marktaufsichtsbehörde mit allen involvierten Wirtschaftsakteuren, um das Bereitstellen nichtkonformer Produkte bereits präventiv zu verhindern.

Die DIN EN 894-2 befasst sich im Maschinenbau mit der Fragen, wie leicht sich Stellteile an einer Maschine bestätigen lassen. Dabei befasst sich die Norm mit der Form, Größe und Anordnung von Stellteilen und Anzeigen. Die Stellteile sollten nicht zur schwer aber auch nicht zu leicht auslösbar sein. Ebenso die geeignete Position für die typische Bedienhaltung. Die DIN EN 894-2 gilt für Anzeigen und Stellteile an Maschinen und sonstiger interaktiver Ausrüstung. Diese Typ B Norm ist eine harmonisierte Norm der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.

Es ist sinnvoll im Maschinenbau und Anlagenbau zu mehreren Zeitpunkten eine Normenrecherche durchzuführen.

Entsprechend sollte man zu folgenden Ereignissen eine Normenrecherche durchführen:

  • Konzeption einer Maschine oder Anlage
  • Konstruktion einer Maschine oder Anlage
  • Wesentlicher Umbau einer eigenen oder fremden Maschine oder Anlage
  • Weiterentwicklung einer Maschine oder Anlage
  • Risikobeurteilung
  • Während des Konformitätsbewertungsverfahren
  • Ebenfalls beim Erstellen der Technischen Dokumentation

Eine Betriebsanleitung für eine unvollständige Maschine ist eigentlich nicht erforderlich. Notwendig ist laut Maschinenrichtlinie eine Montageanleitung für unvollständige Maschinen. Eine Betriebsanleitung kann erforderlich sein, wenn über die Montage hinaus eine sinnvolle Verwendung der unvollständigen Maschine ersichtlich ist. Falls sich Risiken ergeben, die auch außerhalb der Lebensphase „Montage“ auftreten, muss man mit erforderlichen Warnhinweisen in einer Betriebsanleitung warnen.

Die Maschinenrichtlinie verlangt von einem Hersteller, dass dieser eine Einbauerklärung für seine unvollständige Maschine erstellen muss. Diese Einbauerklärung für unvollständige Maschinen ist der früheren Herstellererklärung vergleichbar. Der Hersteller informiert den Käufer der unvollständigen Maschine damit, welche Anforderungen der Richtlinie relevant sind und eingehalten werden.

Durch die Änderung der Maschinenrichtlinie im Jahr 2009 ergab sich eine Änderung bezüglich des Geltungsbereiches von Maschinen. Folgende Gattungen elektrischer Maschinen fallen seitdem nicht mehr unter den Geltungsbereich der Maschinenrichtlinie:

  • Für den häuslichen Gebrauch bestimmte Haushaltsgeräte
  • Audio- und Videogeräte
  • Informationstechnische Geräte
  • Gewöhnliche Büromaschinen wie beispielsweise Drucker oder Kopierer
  • Ebenfalls Niederspannungsgeräte und –steuergeräte
  • Elektromotoren

Betriebsanleitungen gehören im Maschinenbau zur Sicherheitskonzeption einer Maschine. Die in der Betriebsanleitung enthaltenen Informationen sollen Risiken und Gefährdungen für den Benutzer oder die Maschine dahingegen vermeiden. Sie sollen insbesondere Fehlanwendungen verhindern. Eine fehlerhafte Betriebsanleitung gefährdet die Benutzer und kann deswegen im Falle eines Unfalles auch schwere rechtlichen Folgen aufgrund Produkthaftung mit sich ziehen.

Ist eine Betriebsanleitung im Maschinenbau fehlerhaft oder unverständlich und kommt es in Folge dessen wegen falscher Handhabung der Maschine zu einem Schaden, kann der Hersteller schadenersatzpflichtig sein. Der Hersteller haftet – unabhängig davon, ob er bei der Erstellung der Betriebsanleitung schuldhaft gehandelt hat oder nicht. Umgekehrt kann sich ein Hersteller entlasten, wenn er auf entsprechende Restgefahren hinweist. Eine mangelhafte Betriebsanleitung rechtfertigt zudem auch den Rücktritt vom Verkaufsvertrag und die Rückerstattung oder Minderung des Verkaufspreises.

Auch Druckbehälter bedürfen einer Konformitätserklärung, wenn sie unter den Geltungsbereich einer europäischen Richtlinie fallen. Europäische Richtlinien wie die Maschinenrichtlinie oder Druckgeräterichtlinie geben das jeweils anzuwendende Verfahren zur Prüfung und Bewertung einer Konformität vor. Im Maschinenbau bezieht sich die Konformitätserklärung in erster Linie darauf, dass eine Maschine sämtliche Anforderungen an die Sicherheit einhält. Damit sind die Sicherheit beim Betreiben der Maschine und der Schutz der Gesundheit der Maschinenbediener gemeint. Ein Druckbehälter fällt unter die Druckgeräterichtlinie.

Warnsignale für und an Maschinen sind unverzichtbare Bestandteile einer Maschine. Sie dienen im Maschinenbau zum Schutz der Gesundheit der Maschinenbediener und weiterer Personen. Zudem sind Warnsignale zwingend vorgeschrieben für den Betrieb einer Maschine. Die Maschinenrichtlinie fordert unter Abschnitt 1.7.1.2. folgendes zu Warnsignalen:
„Wenn Sicherheit und Gesundheit der gefährdeten Personen durch Funktionsstörungen einer Maschine, deren Betrieb nicht überwacht wird, beeinträchtigt werden können, muss die Maschine mit einer entsprechenden akustischen oder optischen Warnvorrichtung versehen sein.“

Zu den Arten von Warnsignale, welche im Maschinenbau zum Einsatz kommen, zählen Optischen Warnsignale wie Blinklichter, Signallampen, Ampeln, usw. Eine weitere Art von Warnsignale sind zudem die Akustischen Signale wie Alarmglocken, Klingeln, Sirenen oder Hupen. Auch Warnsysteme mit einer Kombination optischer und akustischer Warnsignale sind möglich.

Zu den Anforderungen an den korrekten Betrieb von an Maschinen angebrachten Warnsignale zählen:

  • Die Warnsignale müssen frühzeitig auf eine Gefährdung reagieren können und sich rechtzeitig aktivieren lassen.
  • Der Betrieb der Warneinrichtungen muss zuverlässig funktionieren. Häufige Fehlalarme führen dazu, dass die Maschinenbediener die Warnsignale
  • Eine Testmöglichkeit muss vorhanden sein, so dass die Funktionsbereitschaft der Warnsignale überprüfbar ist.
  • Erklärung der Warnsignale in der Betriebsanleitung und Angaben zur Überprüfung und Wartung in der Anleitung.

Im Maschinenbau gibt es zwei unterschiedliche Arten von Totmannschalter.

Eine Art sind die Einrichtungen, die sich aktiv schalten, wenn der Totmannschalter losgelassen wird. An gefährlichen handgeführten Werkzeugen sind Totmannschalter angebracht. Sie stoppen das Gerät, sobald man Griff oder Schalter loslässt. Sie verhindern, dass die Maschine unbeabsichtigt weiterläuft.

Andere Möglichkeit sind Totmannschalter, die sich aktiv schalten, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. So gibt es beispielsweise für Einzelarbeitsplätze mit einem Gefährdungspotenzial Geräte, die am Gürtel befestigt sind und auf Neigung reagieren. Fällt die Person etwa aufgrund eines Unfalles in die Waagerechte, gibt das Gerät zunächst einen Signalton ab. Bleibt die Person weiterhin in der Waagrechten, setzt sich über ein Funksignal und einen Wählempfänger einen Telefonruf an eine Rettungsstelle oder eine andere Nummer ab.

Schaltschränke für Maschinen, die man innerhalb der Spannungsgrenzen der Niederspannungsrichtlinie verwendet, unterliegen als Niederspannungs-Schaltgerätekombination dem Anwendungsbereich der Niederspannungsrichtlinie und fallen nicht in den Anwendungsbereich der Maschinenrichtlinie. Sie erhalten die EG-Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung nach Niederspannungsrichtlinie sowie die gesamte notwendige Technische Dokumentation. Zudem kann es für einen Schaltschrank für Maschinen keine Einbauerklärung nach Maschinenrichtlinie geben. Ein Schaltschrank für Maschinen erfüllt nicht die Definition einer unvollständigen Maschine im Sinne der Maschinenrichtlinie.

Bausätze für Garagentore, bestehend aus Motor, Steuerung und den Teilen der Kraftübertragung, werden als Maschine betrachtet. Verwendungsfertige Garagentore mit Antrieb sind ebenfalls Maschinen.

Bei einem Produktbeobachtungsfehler im Maschinenbau handelt es sich um einen Fehler, der sich erst zeigt, nachdem das Produkt in den Verkehr gebracht ist. Reagiert der Hersteller dann nicht, indem er vor diesem bisher unbekannten Fehler nicht warnt, verletzt er gegen seine Produktbeobachtungspflicht. Der Hersteller hat die Pflicht, die Nutzung seiner Produkte im Markt zu beobachten, um auf eventuell auftretende Gefährdungen zu reagieren. Der Hersteller muss seine Produkte deswegen im Auge behalten und evtl. auch zurückrufen.

Die Vorschriften in Bezug auf einen Anschlags-/ Zurrpunkt an einer Maschine sind in der Maschinenrichtlinie festgeschrieben. Hierbei gilt die Angabe des Werkstoffs, sofern dies für eine sichere Verwendung des Lastaufnahmemittels erforderlich ist. Zudem muss die maximale Tragfähigkeit ausgewiesen sein.

Es ist sinnvoll, Gefährdungen im Maschinenbau nicht nur in einer Liste niederzuschreiben, sondern diese den Lebensphasen entlang zu betrachten. Dafür ermittelt man alle Tätigkeiten und Abläufe in den jeweiligen Phasen (Transport, Betrieb, Wartung, usw.) zu. Anschließend ordnet man dann entsprechend die Gefährdungen zu. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass alle Gefährdungen im Maschinenbau erkannt und frühzeitig entfernt sind.

Für die Einfuhr von technischen Produkten in die Volksrepublik China besteht eine Zertifizierungspflicht durch eine nationale Prüfstelle. Die CCC-Zertifizierung (China Compulsory Certification) gilt sowohl für Importierte als auch für chinesische Produkte. Die CCC-Zertifizierung stellt sicher, dass die Konformität der Produkte mit chinesischen Normen erfüllt ist. Erst nachdem eine CCC-Zertifizierung beantragt und erteilt ist, kann man Produkte nach China importieren, in China verkaufen und in Geschäftsaktivitäten in China benutzen.

Wer seine Erzeugnisse in die Eurasische Zoll- und Wirtschaftsunion (EAWU) von Russland, Belarus, Kasachstan, Armenien, Kirgisistan oder in andere Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS-Staaten) ausführen möchte, muss ein TR-Zertifikat (Technische Reglements) beantragen. Dieses regelt dabei die Sicherheitsanforderungen und die Konformitätsbewertung für Maschinen. Voraussetzung für die Zertifizierung ist zudem eine Reihe ähnlich durchgeführter Prüfungen wie für die CE-Kennzeichnung. Die Einfuhr von Produkten in die Eurasische Union und deren Vertrieb sind ohne Zertifizierung verboten.

Die Maschinenrichtlinie besagt über auswechselbare Ausrüstungen im Maschinenbau folgendes:

  • Auswechselbare Ausrüstungen sind Ausrüstungen, die dafür konstruiert und gebaut sind, dass sie mit Maschinen zusammenbaubar sind. Der Einbau soll möglich sein, nachdem die Grundmaschine in Betrieb geht.
  • Ausrüstung, die vom Hersteller mit einer Maschine zusammengebaut ist, wenn die Maschine in Verkehr geht, und die nicht dafür vorgesehen ist, dass ein Austausch durch den Benutzer erfolgt, gilt nicht als auswechselbare Ausrüstung, sondern als Teil der Maschine.

Eine unvollständige Maschine kann in eine andere Maschine eingebaut sein. Ein nachträgliches Ausbauen ist dann aber nicht mehr möglich. Eine auswechselbare Ausrüstung kann dies, ist aber auch nicht als Ersatzteil zu verstehen. Für einen Hersteller von Maschinen ist diese Unterscheidung wichtig, da das Konformitätsbewertungsverfahren für eine auswechselbare Ausrüstung und eine unvollständige Maschine sich unterscheidet.

Die typischen Lebensphasen einer Maschine sind nach der DIN EN ISO 12100 geregelt. Dazu zählen Montage, Transport, Inbetriebnahme, Betrieb, Service, Reinigung, Wartung, Demontage und Entsorgung einer Maschine.

Die klassischen Arten von Produktfehler im Masschinenbau sind zum Beispiel:

  • Konstruktionsfehler
  • Fabrikationsfehler
  • Instruktionsfehler
  • Produktbeobachtungsfehler

Eine fehlerhafte, unvollständige oder nicht verständliche Dokumentation gilt als Fehler aufgrund mangelhafter Instruktion. Für die Technische Dokumentation gelten dadurch die gleichen Risiken und Gefahren für den Hersteller hinsichtlich der Produkthaftung.

Als Fabrikationsfehler bezeichnet man ein Produktfehler, der nur bei einzelnen Produkten auftritt. Er unterscheidet sich von einem Konstruktionsfehler dadurch, dass er erst bei der Herstellung entsteht. Dieser tritt auch nur individuell und nicht bei der kompletten Produktserie auf. Hierzu gehören beispielsweise Materialfehler. Mithilfe von strengen Qualitätssicherungsmaßnahmen und der Einhaltung der Stand der Technik vermeidet man Fabrikationsfehler, um nicht wegen der Produkthaftung in Regressansprüche zu kommen.

Unter dem Begriff Retrofit im Maschinenbau versteht man die Modernisierung oder den Ausbau von bestehenden Maschinen oder Anlagen. Ältere und nicht mehr produzierte Maschinen oder Anlagen modernisiert man durch den Austausch von veralteten Komponenten. Dabei bringen neue, zeitgemäße technologische Weiterentwicklungen die Maschine auf den neuesten Stand.

Eine durch Retrofit veränderteren Maschine muss einer erneuten Risikobeurteilung unterzogen werden. Stellen sich dabei neue Risiken bzw. verstärkte Risiken heraus, erlischt die CE-Konformitätserklärung und muss neu durchgeführt werden. Die neuen Risiken muss man beheben oder verringern werden. Die Betriebsanleitung muss man auf jeden Fall überarbeiten, um der aktuellen Situation und aktuellen Normen und Richtlinien zu entsprechen. Zudem muss der Nutzer vor den nicht vermeidbaren Risiken durch Sicherheitshinweise gewarnt sein.

Fernwarten ist eine Betriebsart oder Lebensphase, die es auch in der Risikobeurteilung zu betrachten gilt. Wie bei anderen Betriebsarten bzw. Lebensphasen gilt, es dürfen keine Gefährdungen durch die Fernwartung entstehen. Fest bestimmte Normen zum Thema Fernwartung sind nicht vorhanden, jedoch befassen sich einige C-Normen (z.B. EN ISO 10218-2 Fernwartung für Robotersysteme) mit dem Thema.

Die Einbauerklärung einer unvollständigen Maschine muss entsprechend Angaben beinhalten:

  • Firmenbezeichnung und vollständige Anschrift des Herstellers
  • Name und Anschrift der bevollmächtigten Person für die technischen Unterlagen
  • Identifizierung und Beschreiung der unvollständigen Maschine
  • Erklärung, dass alle einschlägigen Richtlinien eingehalten wurden
  • Hinweis, dass die unvollständige Maschine erst dann in Betrieb gehen darf, wenn auch die (vollständige) Maschine allen Richtlinien entspricht
  • Ort und Datum der Erklärung
  • Angaben zur Person und Unterschrift der Person, die die Erklärung ausstellt

Je nach Art der handgehaltenen bzw. handgeführten Maschine muss diese über

  • eine ausreichend große Auflagefläche
  • angemessen dimensionierte Griffe und Halterungen
  • ausreichend Stabilität bei bestimmungsgemäßer Verwendung verfügen.

Die Griffe müssen so gestaltet sein, dass sich die Maschine mühelos in Gang setzen und stillsetzen lassen kann. Wenn die Griffe losgelassen werden, darf die Maschine nicht ungewollt Anlaufen bzw. Weiterlaufen. Falls man die Griffe nicht ohne Gefahr loslassen kann, müssen die Stellteile zum Ingangsetzen und Stillsetzen so angeordnet sein, dass man sie ohne Loslassen der Griffe betätigen kann.

Instruktionsfehler im Maschinenbau liegen vor, wenn der Hersteller nicht vor produktspezifischen Gefahren warnt. Die Instruktion im Maschinenbau umfasst Warnschilder und Signaleinrichtungen wie auch Betriebsanleitungen in gedruckter oder elektronischer Form. Die Instruktionen müssen vor allen Gefahren warnen, die nicht offensichtlich sind und die auch nicht konstruktiv beseitigbar sind.

Ein Konstruktionsfehler im Maschinenbau ist ein Fehler, der beim Entwurf eines Produktes auftritt. Entsprechend passiert dies durch falsche Annahmen des Konstrukteurs oder Vorgaben seitens des Kunden.

Der Begriff „Gesamtheit von Maschinen“ wird in der Maschinenrichtlinie im allgemeinen Sprachgebrauch als Maschinenanlage, verkettete Anlage oder komplexe Anlage bezeichnet. Also wenn mehrere Einzelmaschinen zusammenwirken bzw. so angeordnet sind, dass sie als geschlossene Einheit anzusehen sind.

Die Verkettung von Maschinen zu einer neuen Anlage kann mit dem erstmaligen Inverkehrbringen einer neuen Maschine gleichgesetzt werden. Der Betreiber der Anlage wird zum Hersteller mit allen Pflichten, selbst wenn die einzelnen Maschinen bereits in Verkehr gebracht sind. Das schließt eine erneute Risikobeurteilung, technische Dokumentation und die CE-Kennzeichnung mit ein.

Die Maschinenrichtlinie und andere EG-Richtlinien sehen vor, dass auf dem Typenschild die Adresse und Namen des Herstellers angegeben sein müssen. Weiterhin müssen auch die Bezeichnung der Maschine, Typen- oder Baureihenbezeichnung (ggf. Seriennummer), Baujahr und die CE-Kennzeichnung vorhanden sein.

Laut Maschinenrichtlinie ist eine unvollständige Maschine eine „Gesamtheit, die fast eine Maschine bildet“. Das heißt für sich genommen erfüllt die unvollständige Maschine keine bestimmte Funktion. Ein Getriebe, ein Greifer oder ein Antriebssystem sind typische Beispiele für unvollständige Maschinen. Eine Maschine bei der beispielsweise der Antrieb fehlt (der für ihr Funktionieren essentiell ist) ist auch eine unvollständige Maschine.

Da unvollständige Maschinen unter die Maschinenrichtlinie fallen, gehört eine Montageanleitung auch zwingend zu einer unvollständigen Maschine.

Die Montageanleitung allein als begleitendes Dokument einer unvollständigen Maschine reicht aber nicht aus. Der Hersteller muss dementsprechend vor dem Inverkehrbringen der Maschine eine sogenannte Einbauerklärung und eine Technische Dokumentation erstellen. Diese Dokumentation muss unter anderem folgende Sachen enthalten:

  • Übersichtszeichnungen,
  • Schaltpläne und Steuerpläne
  • Unterlagen zur Risikobeurteilung, insbesondere die zutreffenden Normen
  • Liste der jeweils relevanten Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen
  • Angaben zu Sicherheitsmaßnahmen und Restrisiken
  • Berichte technischer Prüfungen

Es ist also erforderlich eine ausführliche Betriebsanleitung mit den oben genannten Punkten für eine unvollständige Maschine auszustellen.

Wenn es um die Montageanleitung einer unvollständigen Maschine geht, bestimmt der Abnehmer in welche Sprache diese übersetzt werden muss. Der Abnehmer ist dieser, welche die unvollständige Maschine in seine Maschine einbaut. Falls die unvollständige Maschine also ins Ausland geht, ist die Montageanleitung möglicherweise in eine andere Sprache zu übersetzen.

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Maschinensicherheit

Eine Gesamtheit von Maschinen muss in Hinsicht auf die Sicherheit mehre Aspekte erfüllen. Zu einem gilt es eventuelle Risiken, die entsprechend durch das Zusammenwirken der Gesamtheit von Maschinen auftreten können, in einer Risikobeurteilung abzuschätzen. Auch die trennenden Schutzeinrichtungen müssen die Sicherheit der Gesamtheit von Maschinen gewährleisten. Befehlseinrichtungen zum Stillsetzen müssen alle Maschinen stillsetzten, wenn der weitere Betrieb einzelner Maschinen für den Nutzer eine Gefahr darstellen könnte.

Gefährdungen im Umgang mit handgeführten Maschinen im Maschinenbau können durch ungenügender Unterrichtung des Bedieners auftreten. Genauso wie, wenn man Arbeiten ohne persönliche Schutzausrüstung vornimmt. Große Unfallgefahr besteht auch beim Verwenden nicht geeigneter Werkzeuge oder wenn man Sicherheits- und Haltevorrichtungen nicht nutzt.

Für bestimmte handgeführte Maschinen muss man für die Verwendung des Werkzeuges bestimmte Schutzmaßnahmen treffen. Die Verwendung von einer persönlichen Schutzausrüstung ist für die Benutzung von bestimmten handgeführte Maschinen vorgeschrieben. Das kann ein Gehörschutz beim Sägen, Fräsen, Hobeln oder Schleifen sein. Bei Arbeiten die man über dem Kopf ausführt, beispielsweise mit Winkel- oder Trennschleifer, muss man einen Augenschutz tragen. Weitere Schutzmaßnahmen wie eine Atemschutzmaske können je nach Tätigkeit ebenfalls Pflicht sein.

Bei Arbeiten an elektrischen Teilen im Maschinenbau sind Gefährdungen durch direkte und indirekte Berührungen von spannungs- bzw. stromführenden Teilen möglich. Durch Berührungen können schwere Verletzungen wie Verbrennungen, Muskelverkrampfungen, Lähmungen oder Herzrhythmusstörungen entstehen. Die Schwere der Verletzung hängt von der Stromstärke, Stromart, die Dauer der Einwirkung und Stromfluss durch den Körper ab.

Um die Manipulation an Trennenden Schutzeinrichtungen bereits im Vorfeld einzudämmen, muss man für alle Lebensphasen des Produktes entsprechende Maßnahmen treffen. Mögliche Manipulationsanreize müssen schon in der Konstruktion möglichst gering ausfallen. Weiterhin muss man die Manipulation an Trennenden Schutzeinrichtungen durch den verdeckten Einbau von Schaltern oder die Montage eines unlösbaren Betätiger der Schutzeinrichtung erschweren. Es gilt zudem darum die bestehenden Manipulationen zu erkennen und die Betreiber der Maschine für das Thema Manipulation zu sensibilisieren.

Schutzscheiben an Trennenden Schutzeinrichtungen von Maschinen müssen genügend Rückhaltefähigkeit aufweisen, um das Bedienpersonal vor möglichen Gefahren zu schützen. Im Falle von Werkzeugmaschinen könnten dies im Betrieb herausfliegende Späne, Bruchstücke bei Werkzeugbruch sowie herausspritzende Kühlschmierstoffe sein. Der rückhaltende Teil der Schutzscheibe besteht im optimalen Fall nach dem jetzigen Stand der Technik aus dem Kunststoff Polycarbonat. Bei ausreichender Stärke der Scheibe und einem sachgerechten Einbau im Neuzustand weist dieses Material mehr Rückhaltevermögen auf als andere vergleichbare transparente Materialien.

Ersatzschutzscheiben sind im Sinne der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG als Sicherheitsbauteil zu behandeln. Dies bedeutet, dass diese gesondert in Verkehr gebrachte Schutzscheibe unter anderem eine eigene CE Kennzeichnung haben müssen. Ebenso muss eine eigene Betriebsanleitung mit Hinweisen zu den Besonderheiten dieser Schutzscheibe vorliegen.

Zu den Besonderheiten zählen Angaben zu der Häufigkeit visueller Inspektionen und Beschreibung der Schädigungen, die die Schutzscheibe unbrauchbar machen können. Auch zeitliche Empfehlungen des Herstellers für den Austausch der Schutzscheiben müssen vorhanden sein. Zudem die empfohlene Reinigungsmethoden und –mittel sowie Montagehinweise des Maschinenherstellers zum Ein- und Ausbau.

Einige in Kühlschmierstoffe enthaltene Stoffe, sind gesundheitlich nicht unbedenklich. Bei schnelllaufenden Maschinen können sich die Kühlschmierstoffe vernebeln und Aerosole bilden. Diese können bei Hautkontakt allergische Gesundheitsschäden verursachen. Ebenso bildet das Einatmen der Stoffe eine gefährliche gesundheitsschädliche Quelle. Die beim Einatmen in die Lunge geratenen Aerosole können zudem Krebs verursachen. Jedoch ist es möglich die Risiken durch Kühlschmierstoffe zu minimieren, wenn die Richtlinien, Sicherheits- und Herstellungsvorschriften entsprechend Beachtung finden. Alle Mitarbeiter müssen mit dem sicheren Umgang mit Kühlschmierstoffen vertraut sein. Das erreicht man durch die richtige Instruktion über die Technische Dokumentation.

Die Befestigungsmittel von trennenden Schutzeinrichtungen im Maschinenbau müssen mit der Schutzeinrichtung verbunden sein. Das heißt, dass nach Abnehmen der Schutzeinrichtung müssen die Befestigungsmittel mit der trennenden Schutzeinrichtung oder der Maschine verbunden bleiben. Die ist nötig, da beispielsweise bei Instandhaltungsmaßnahmen ansonsten leicht das Verlieren der Befestigungen (wie Schrauben) möglich ist. Lässt man die Schrauben beim Wiederanbringen der Schutzeinrichtung dann weg, ist die Sicherheit durch die Schutzeinrichtung nicht mehr gewährleistet. Ein Hersteller von Maschinen muss sich also damit beschäftigen, wie die trennenden Schutzeinrichtungen zu montieren / demontieren sind.

Es gibt (aktuell) keine normativen Vorgaben für Schutzkragen an Not-Halt-Befehlsgeräten im Maschinenbau. Ein Schutzkragen soll ein unbeabsichtigtes Betätigen eines Not-Halt-Befehlgerätes verhindern. Nach Möglichkeit sollte man auf den Einsatz von Schutzkragen verzichten. Falls eine Fehlauslösung bzw. eine Beschädigung des Befehlsgerätes durch den Benutzer wahrscheinlich ist, kann man ein Schutzkragen anbringen. Dieser soll den Pilztaster aber nicht vollkommen umschließen. Eine Aussparung muss frei sein, um eine einfache Betätigung zu ermöglichen.

Da die Bearbeitung von Rohteilen oft parallel abläuft, kann an der Entnahmestelle für den Maschinenbediener Gefährdungen wie austretende Flammen entstehen. Die Entnahme von Teilen aus der Entnahmestelle einer Maschine muss gefahrlos durchführbar sein. Um den Maschinenbediener vor Gefahren zu schützen, muss eine inhärent sichere Konstruktion der Maschine gewährleistet sein. Diese soll sicherstellen, dass die Entnahme von Teilen sicher erfolgen kann.

Um eine Maschine beim Transport sicher zu bewegen, müssen in der Betriebsanleitung auch Angaben zu den Transportmitteln angegeben sein. Neben den zulässigen Transportmitteln müssen zudem auch Angaben zu der beim Transport benötigten Hubkraft dabei sein. Beispielsweise muss in der Betriebsanleitung stehen, wie stark die Leistung eines Transportmittels sein muss, um die Maschine anheben zu können.

Es ist für die Maschinensicherheit wichtig den Schwerpunkt einer Maschine zu kennen. Der Schwerpunkt einer Maschine trägt zur Standsicherheit des Produktes bei. Vor allem beim Transport einer Maschine kann das Fehlen einer Angabe zum Schwerpunkt zu einen Unfall mit sich führen. Ist der Schwerpunkt einer Maschine auf eine spezielle Seite ausgelegt und man hebt die Maschine an der falschen Seite an, kann diese leicht umkippen.

Es gibt Normen die Vorgaben über Sicherheitsabstände im Maschinenbau machen. Die Norm EN ISO 13857 ist zum Beispiel eine solche sicherheitsspezifische Norm. Sie beschäftigt sich mit den Sicherheitsabständen in Gefährdungsbereichen. Die Sicherheitsabstände sind entsprechend geeignet für die Absicherung von maschinellen Gefährdungen (z. B. Roboter, Stanzen, Pressen usw.) in öffentlichen und gewerblichen Bereichen.

Annäherungsgeschwindigkeiten im Maschinenbau sind bei der Auslegung von Sicherheitsmaßnahmen und der Wahl geeigneter Sensorik zu berücksichtigen. Dabei werden, je nach Annäherungsrichtung und Art, unterschiedliche Geschwindigkeiten und Schutzgrößen festgelegt. Ebenso den Aspekt der indirekten Annäherung gilt es zu betrachten. Die Norm EN ISO 13855 definiert in erster Linie sogenannte Annäherungsgeschwindigkeiten des Menschen.

Um die Sicherheitseinrichtungen einer Maschine sinnvoll darzustellen, eignet sich eine grafische Abbildung in der Betriebsanleitung. Diese soll eine Übersicht über alle Sicherheitseinrichtungen liefern. Eine zusätzliche Beschreibung in der Betriebsanleitung mit Funktions- und Bedienungshinweisen verhelfen dem Leser dazu, diese Sicherheitseinrichtungen besser zu verstehen.

Eine Not-Halt-Vorrichtung im Maschinenbau dient zum sofortigen Anhalten einer Maschine im Notfall. Eine (gefahrbringende) Bewegung der Anlage soll mithilfe der Vorrichtung augenblicklich anhalten. Eine im Gefahrenfall betätigte Not-Halt-Vorrichtung löst ein Signal zur Stillsetzung einer Gefahr bringenden Bewegung aus. Der Schalter für die Not-Halt-Vorrichtung muss im Maschinenbau so konstruiert sein, dass nach Betätigen des Schalters dieser verriegelt ist. Ein Wiederanlaufen der Maschine ist solange nicht möglich, bis der Schalter entriegelt ist.

Der Unterschied zwischen Not-Halt und Not-Aus im Maschinenbau hängt von der Funktion der Vorrichtung ab. Eine Not-Halt-Vorrichtung im Maschinenbau soll eine Maschine oder Anlage sofort anhalten. Die Not-Aus-Vorrichtung trennt die Maschine im Notfall sofort von der elektrischen Versorgung. Die Trennung von der Stromversorgung bedeutet aber nicht, dass die Maschine auch augenblicklich stillsteht. Die Funktion des Not-Aus im Maschinenbau besteht darin, die Maschine spannungsfrei zu setzen. Währenddessen soll die Not-Halt Funktion alle bewegten Maschinenteile sofort stillsetzen.

Die DIN EN ISO 7010 regelt, wie Gebotszeichen im Maschinenbau für den europäischen Markt aussehen müssen. Die Norm legt fest, dass die Piktogramme weiß auf blauem Grund auf einem runden Kreis mit weißen Rand abgebildet sein müssen.

Zwei mögliche Gebotszeichen sehen beispielsweise wie folgt aus:

                               

Anleitung beachten                               Netzstecker ziehen

Für Warnzeichen im Maschinenbau legt die Norm DIN EN ISO 7010 die Regelungen für den europäischen Markt fest. Diese besagt, dass das Piktogramm schwarz auf gelben Grund auf einem gleichseitigen Dreieck mit gerundeten Ecken abgebildet sein muss.

Zwei mögliche Warnzeichen sehen beispielsweise wie folgt aus:

                                                     

Warnung vor heißer Oberfläche                         Warnung vor Absturzgefahr

Wie Verbotszeichen im Maschinenbau aussehen müssen, regelt die DIN EN ISO 7010 für den europäischen Markt. Für ein Verbotsschild legt die Norm fest, dass ein schwarzes Piktogramm auf ein rundes Schild mit weißem Hintergrund abgebildet ist. Das Schild hat einen dicken roten Rand mit einem roten Querbalken, der das Piktogramm durchstreicht.

Zwei mögliche Verbotszeichen sehen beispielsweise wie folgt aus:

        

Berühren verboten              Keine schwere Last

Beurteilen Sie, ob es sich bei den Neuerungen um sogenannte „wesentliche Veränderungen“ handelt, welche in der Maschinenrichtlinie definiert sind. Wenn dies nicht der Fall ist, reicht es aus die Arbeitssicherheitsvorschriften (Richtlinie 2009/104/EG) anzuwenden. Sind aber „wesentliche Veränderungen“ zutreffend, muss man die Maschine bezüglich der Sicherheit mit einer neuen Risikobeurteilung prüfen. Die neu entwickelten Schutzmaßnahmen muss man entsprechend dem Stand der Technik nach Richtlinien und Normen überprüfen. Ebenso muss man eine vorhandene CE-Kennzeichnung erneut beantragen.

Die Reihenfolge für Maßnahmen zur Risikoreduzierung im Maschinenbau wird durch die Maschinenrichtlinie verbindlich vorgeschrieben. Der Konstrukteur einer Maschine muss sich an die Drei-Stufen-Methode halten:

  1. Der erste und wichtigste Schritt ist die inhärent sichere Konstruktion. Änderungen in der Konstruktion stellen am ehesten sicher, dass die getroffenen Schutzmaßnahmen dauerhaft wirksam bleiben.
  2. Der zweite Schritt sind technische oder ergänzende Sicherheitsmaßnahmen gegen Risiken, die sich konstruktiv nicht beseitigen ließen. Erst wenn inhärente Schutzmaßnahmen nicht möglich sind, ist dieser Schritt in Betracht zu ziehen.
  3. Wenn eine Risikominderung in den ersten beiden Schritten nicht oder nicht ausreichend möglich war, werden in dem letzten Schritt vor Restrisiken mittels einer Benutzerinformation gewarnt. Zu den Benutzerinformationen zählen beispielsweise:
  • optische und akustische Signale an der Maschine (Leuchten, Sirenen),
  • Sicherheitskennzeichnungen (Warnaufschriften, Piktogramme) auf der Maschine,
  • die Betriebsanleitung.

Bei der Bestimmung von Risikofaktoren im Maschinenbau muss man dafür folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Menschliche Faktoren wie Stress, Ermüdung, Ergonomie sowie Wechselwirkungen zwischen Personen und Maschine
  • Tauglichkeit von Schutzmaßnahmen
  • Möglichkeiten zur Ausschaltung oder Umgehung von Schutzmaßnahmen
  • Fähigkeit zur Aufrechterhaltung von Schutzmaßnahmen
  • Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer Gefährdung

Um die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Gefährdung im Maschinenbau bestimmen zu können, verwendet man dafür folgende Fragen als Kriterien zur Einschätzung:

  • Für welche Aufgaben muss man den Gefährdungsbereich betreten?
  • Wie erlangt man Zugang zum Gefährdungsbereich?
  • Wie lange muss man sich im Gefährdungsbereich aufhalten?
  • Die Anzahl an Personen, welche den Gefährdungsbereich betreten müssen?
  • Wie oft muss man zudem den Gefährdungsbereich betreten?
  • Liegen Daten über Gesundheitsgefährdungen vor?
  • Liegen ebenfalls Daten aus Risikovergleichen mit ähnlichen Maschinen oder Maschinenteilen vor?

Als Fachkraft gilt, wer über fachliche Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Bestimmungen verfügt. Die Fachkraft kann die ihm übertragenen Arbeiten beim Bedienen oder der Installation der Maschine beurteilen und mögliche Gefahren erkennen.

Durch den Umzug einer Maschine an einen anderen Ort können sich unter Umständen die räumlichen Rahmenbedingungen für diese ändern. Deshalb ist es notwendig, nach Umzug eine erneute Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Damit überprüft und bewertet man die Maschine auf möglicherweise neu entstandene Gefährdungen.

Die GS-Prüfstelle überprüft an einem Baumuster, ob das Produkt den Anforderungen nach dem Produktsicherheitsgesetzt entspricht. Insbesondere bei der Bewertung, ob das Produkt die Sicherheit und Gesundheit von Personen nicht gefährdet. Es ist sicherlich hilfreich, der GS-Prüfstelle zusätzlich die vorhandene Risikobeurteilung und Gebrauchsanleitung zur Verfügung zu stellen.

Eine Möglichkeit, ein Produkt als sicher zu kennzeichnen, ist ein GS-Zeichen. Dieses Zeichen kann der Hersteller allerdings nicht selbst anbringen, sondern muss es bei einer GS-Prüfstelle beantragen. GS-Prüfstellen werden von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bekannt gegeben.

Geräte, Werkzeuge, Maschinen bzw. Anlagen mit bedingtem Auftreten von kalten oder heißen Oberflächen können zu thermischen Gefährdungen führen. Zum Beispiel zählen Trockeneis, Heißdampf, Fett oder siedendes Wasser zu möglich Gefährdungsquellen. Weiterhin gehören folgende Qeullen zu den thermischen Gefährdungen:

  • heiße Gegenstände oder Stoffe
  • Flammen, Explosionen
  • Strahlung von Wärmequellen
  • heiße oder extrem kalte Arbeitsumgebung

Elektrizität kann die Ursache von Bränden und Explosionen sein. Außerdem können Elektrische Gefährdungen gesundheitliche Schädigungen von Menschen oder Tieren verursachen. Entsprechend folgende elektrische Gefährdungen können im Maschinenbau auftreten:

  • Berühren spannungsführender Teil im Normalzustand bzw. im Fehlerzustand
  • Elektrostatik, Berühren aufgeladenener Teile
  • Annäherung an spannungsführende Teile (Hochspannung)
  • Thermische Strahlung, wegspritzende Teile, geschmolzene Teile

Durch den Umzug einer Maschine an einen anderen Ort können sich unter Umständen die räumlichen Rahmenbedingungen für diese ändern. Dadurch muss man die Maschine auf neu entstandene Gefährdungen überprüfen und diese anhand einer erneuten Risikobeurteilung bewerten.

Trennende Schutzmaßnahmen im Maschinenbau dienen dazu, Personen aus Gefahrenbereiche abzutrennen. Diese Schutzmaßnahmen müssen entsprechend:

  • widerstandsfähig gebaut sein,
  • nicht umgangen oder unwirksam gemacht,
  • keine zusätzlichen Gefährdungen verursachen,
  • ausreichend Abstand zum Gefahrbereich haben
  • Eingriffe zum Werkzeugeinsatz oder –wechsel oder zu Wartungsarbeiten möglichst ohne Entfernen der Schutzeinrichtungen zulassen. Der Zugang muss zudem auf den für die Tätigkeit notwendigen Bereich beschränkt bleiben.

die Maschinenbedienung und den Arbeitsprozess nicht mehr als notwendig behindern, um jeden Anreiz zur Umgehung zu mindern

Es gibt keine Aufstellung welche Sicherheitsfunktionen für die Inbetriebnahme einer Maschine außer Kraft gesetzt dürfen. Die Inbetriebnahme ist eine Lebensphase und muss man in der Risikobeurteilung betrachten. Es kann sein, dass bei der der Inbetriebnahme noch nicht alle Sicherheitsfunktionen implementiert bzw. installiert sind. Dann muss man aber weitere maschinenspezifische Sicherheitsmaßnahmen treffen.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ist ein Hersteller dazu verpflichtet, die von einer Maschine ausgehenden Gefährdungen durch Vibrationen zu beurteilen. Die Gefährdungsbeurteilung ist von fachkundigen Personen durchzuführen und das Ergebnis zu dokumentieren.

Emissionsschalldruckpegel ist eine Maßeinheit für den von einer Maschine am zugehörigen Arbeitsplatz verursachten Schalldruckpegel. Die Rückwirkung durch den Arbeitsraum und Fremdgeräusche sind beim Emissionsschalldruckpegel nicht berücksichtigt. Der Idealfall liegt vor, wenn die Maschine im Freien und in ruhiger Umgebung aufgestellt ist.

Der Schallleistungspegel beschreibt die gesamte wirkliche Schallenergie, die von einer Schallquelle abgeht. Hierdurch misst man wie viel Schall eine Maschine zusammen mit den räumlichen Verhältnissen am Aufstellungsort erzeugt. Der Pegel hängt dabei von der Intensität der abgestrahlten Schallwellen und von der Größe der Maschine ab. Diese akustische Kenngröße ist entscheidend für die Messung der Lärmbelastung an einem Arbeitsplatz.

Der Schallleistungspegel ist nicht mit dem Schalldruckpegel  zu verwechseln. Die dB-Werte beim Schalldruckpegel sind immer an die Entfernung (den Abstand) zur Schallquelle gebunden; dagegen haben die dB-Werte beim Schallleistungspegel logischerweise keine Beziehung zum Abstand von der Schallquelle. Die emittierte Schallleistung einer Schallquelle ist ortsunabhängig und raumunabhängig. Sie ist entsprechend für alle Entfernungen von der Schallquelle gleich.

In der Betriebsanleitung einer Maschine müssen die entsprechenden Schallwerte (tatsächlicher Wert oder anhand der Messung an einer identischen Maschine ermittelter Wert) in den Technischen Daten der Maschine angegeben sein. Für weitere Informationen über die Technischen Daten oder den anderen Inhalten der Betriebsanleitung empfehlen wir Ihnen unsere Podcast-Folgen der Reihe Betriebsanleitung erstellen hier anzuhören. Benötigen Sie eine Vorlage für den Aufbau einer Betriebsanleitung? Dann laden Sie sich unsere kostenlose Musterbetriebsanleitung aus unserem Downloadbereich herunter.

Der Spitzenschalldruckpegel ist der Höchstwert des momentanen Schalldruckpegels und dient daher der Erfassung und Beurteilung potentiell akut gehörgefährdender Schallereignisse (z. B. Knalle, Explosionen).

Schallemission gibt an, wie viel Lärm Maschinen oder Anlagen erzeugen. Die Angaben von Schallpegelangaben für Maschinen in der Betriebsanleitung sind immer eine Schallemission.

Der Schallimmissionswert gibt dagegen an, wie laut es an einem bestimmten Ort ist bzw. welcher Schalldruckpegel vorhanden ist.

Für weitere Informationen zu den Inhalten der Betriebsanleitung können Sie unsere Podcast-Folgen der Reihe Betriebsanleitung erstellen hier anhören. Unsicher wie die Betriebsanleitung aufgebaut sein soll? Dann empfehlen wir Ihnen unsere kostenlose Musterbetriebsanleitung, die Sie aus unserem Downloadbereich herunterladen können.

Ein Betriebsartenwahlschalter (BAWS) ist zwingend vorgeschrieben, wenn eine Maschine bzw. Anlage mehrere Betriebsarten und/oder Steuerungsabläufe besitzt.

Die folgende Mindestanforderungen gelten für den Betriebsartenwahlschalter (BAWS):

  • Jede Schaltstellung darf nur eine Betriebsart ermöglichen
  • Die Betätigung des BAWS darf den Maschinen- bzw. Anlagenbetrieb nicht starten

Alle anderen Steuerfunktionen müssen dem BAWS untergeordnet sein, einzige Ausnahme ist die Not-Halt bzw. Not-Aus-Funktion

An gefährlichen handgeführten Geräten sind oft Totmannschalter angebracht. Sobald man den Schalter loslässt, stoppt das Gerät. Um den Betrieb wieder aufzunehmen, ist eine zusätzliche Schalthandlung erforderlich, um den Totmannschalter zu entriegeln. So ist verhindert, dass Geräte wie z.B. Kettensägen versehentlich eingeschaltet werden oder beim Herunterfallen weiterlaufen können.

Weiterhin gibt es bei nicht handgeführten Maschinen auch andere Varianten. Bei denen ist der Totmannschalter erst zwischen zwei „Stufen“ entriegelt. Wenn der Nutzer zu wenig oder zu stark drückt, stoppt die Maschine. So ist verhindert, dass die Maschine weiterläuft, wenn der Nutzer einen Anfall oder ähnliches hat und mit der Hand zum Beispiel verkrampft.

Ein Not-Aus-Schalter muss in roter Signalfarbe auf gelbem Grund entsprechend mit/ohne Beschriftung an der Maschine oder Anlage angebracht sein.

Eine Notfallvorrichtung, die in einer Gefahrensituation alle Prozesse bzw. den Betrieb einer Maschine oder Anlage unterbricht. Nach ISO 13850 gelten hierfür die folgenden beiden Punkte.

  • Die Not-Aus-Vorrichtung muss Gefahren für Personen, Schäden an der Maschine oder die laufende Produktion im Entstehen abwenden bzw. eine solche vorhandene Gefahr mindern.
  • Auslösung durch eine einzige menschliche Aktion.

Mechanische Gefährdungen im Maschinenbau können von kontrolliert bewegten ungeschützten Teilen, die frei zugänglich sind, ausgehen. Zum Beispiel können dies Oberflächen wie Ecken, Kanten, Spitzen oder Schneiden sein. Ebenso von unkontrolliert bewegten Teilen wie umstürzende, rollende oder herabfallende Teile. Die mechanischen Gefährdungen, die dadurch entstehen, sind:

  • Quetschen
  • Scheren
  • Schneiden, abschneiden
  • Einziehen, fangen
  • Stoßen
  • Durchstechen, einstechen
  • Reiben, abschürfen

Dementsprechend muss die Technische Dokumentation entsprechende Warnhinweise enthalten, um vor mechanischen Gefährdungen im Maschinenbau zu warnen.

Nein, so haben beispielsweise die EU-Konformitätserklärung bzw. die CE-Zertifizierung in Nordamerika im Gegensatz zu Europa keine Relevanz. Zudem geben in den USA unterschiedliche Normen, Vorschriften und Richtlinien vor, wie das Thema Maschinensicherheit zu gewährleisten ist. Weiterhin sind in den USA insbesondere Produktstandards, Brandschutzvorschriften, elektrische Richtlinien und nationale Gesetze relevant. Die wichtigsten darunter sind:

  • Occupational Safety & Health Administration (OSHA)
  • American National Standards Institute (ANSI)
  • Underwriters Laboratories (UL)
  • National Fire Protection Association (NFPA)

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CE-Kennzeichnung

Ja, eine mögliche Manipulation an Schutzeinrichtungen kann Auswirkungen auf die Konformitätsbewertung für die CE-Kennzeichnung haben. Laut der Maschinenrichtlinie muss die Konstruktion der Schutzeinrichtungen so erfolgen, dass ein Umgehen der Schutzeinrichtung durch Hilfsmittel nicht möglich ist. Ist zum Beispiel durch die Konstruktion die erforderliche Sicht auf den Produktionsprozess durch eine Schutztüre versperrt, ist mit einem Umgehen der Schutzeinrichtung zu rechnen. Diese vernünftigerweise vorhersehbare Fehlanwendung der Maschine hätte der Konstrukteur bei der Gestaltung der Maschine berücksichtigen müssen. Die Maschine ist im Sinne der Konformitätsbewertung nicht sicher und trägt deswegen die CE-Kennzeichnung zu Unrecht. Der Hersteller muss in solch einem Fall mit Verkaufsverboten für seine Maschine und je nach Sicherheitsrisiko mit hohen Bußgeldern rechnen. Im Falle von Unfällen mit Personenschäden ist auch noch mit strafrechtlichen Konsequenzen für den Hersteller zu rechnen.

Alle elektrischen Betriebsmittel die über eine definierte Nennspannung verfügen, fallen unter die Niederspannungsrichtlinie und benötigen eine Konformitätserklärung für die CE-Kennzeichnung. Die definierte Nennspannung liegt zwischen 50 und 1000 Volt für Wechselstrom und zwischen 75 und 1500 Volt für Gleichstrom. Der Anhang II der Niederspannungsrichtlinie führt zudem Betriebsmittel und Bereiche auf, die nicht unter die Niederspannungsrichtlinie fallen. Zu diesen Betriebsmitteln, die keine Konformitätserklärung bzw. CE-Kennzeichnung benötigen, zählen:

  • Elektrische Betriebsmittel zur Verwendung in explosionsfähiger Atmosphäre
  • Elektro-radiologische und elektro-medizinische Betriebsmittel
  • Elektrische Teile von Personen- und Lastenaufzügen
  • Elektrizitätszähler
  • Haushaltssteckvorrichtungen
  • Vorrichtungen zur Stromversorgung von elektrischen Weidezäunen
  • Funkentstörung
  • Spezielle elektrische Betriebsmittel, die zur Verwendung auf Schiffen, in Flugzeugen oder in Eisenbahnen bestimmt sind und den Sicherheitsbestimmungen internationaler Einrichtungen entsprechen, denen die Mitgliedstaaten angehören
  • Kunden- und anwendungsspezifisch angefertigte Erprobungsmodule, die von Fachleuten ausschließlich in Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen für ebensolche Zwecke verwendet werden

Die Inhalte, die in eine Konformitätserklärung gehören, hängen von der für das Produkt zutreffende Richtlinie ab. Ein Produkt welches unter die Niederspannungsrichtlinie fällt, benötigt in der Konformitätserklärung andere Angaben als wenn die Maschinenrichtlinie zur Anwendung kommt. Informationen zu den geforderten Inhalten in der Konformitätserklärung stehen in den Anhängen der jeweiligen Richtlinien.

Produkte, die unter die Niederspannungsrichtlinie fallen, haben gewisse Anforderungen an die Inhalte der Konformitätserklärung. Darunter zählen neben den Angaben zum Produkt und Hersteller auch Zusatzangaben wie Name und Funktion desjenigen, der die Konformitätserklärung unterschreibt.

Ebenfalls zu den Angaben gehören auch Informationen zu den einschlägig harmonisierten Normen oder die Angabe der technischen Spezifikationen in Bezug auf die Konformitätserklärung.

Eine Bezeichnung des elektrischen Betriebsmittels gehört ebenfalls zu den Angaben der Konformitätserklärung zum Zwecke der Rückverfolgbarkeit. Dabei ist auch eine hinreichend deutliche Farbabbildung ausreichend, wenn dies zur Identifikation ausreichend ist.

Im Rahmen der Konformitätserklärung für verschiedene Produkte gilt es, eine Baumusterprüfung abzulegen. Dies ist ein Teil des Prüfverfahrens, um das Produkt erstmalig in den europäischen Wirtschaftsverkehr zu bringen. Eine Baumusterprüfung erfolgt durch eine Benannte Stelle, welche das Produkt auf die Übereinstimmung mit den Schutzzielen der EU-Richtlinien überprüft. Wenn ein Produkt die Prüfung bestanden hat, erhält der Hersteller eine Baumusterprüfbescheinigung und kann auf diese basierend seine Konformitätserklärung ausstellen.

Eine Baumusterprüfung zur Ausstellung der Konformitätserklärung ist für bestimmte Produkte vorgeschrieben, die unter den Geltungsbereich der folgenden EU-Richtlinien fallen:

  • Maschinenrichtlinie (2006/42/EG)
  • Druckgeräterichtlinie (2014/68/EU)
  • Verordnung über Medizinprodukte (2017/745)
  • Richtlinie über Messgeräte (2004/22/EG)
  • ATEX-Richtlinie (2014/34/EU)
  • Richtlinie über nichtselbsttätige Waagen (2014/31/EU)

In den jeweiligen Anhängen der Richtlinien sind vermerkt, welche Produkte eine Baumusterprüfung bedürfen. So fallen Maschinen und Sicherheitsbauteilen die unter den Anhang 4 der Maschinenrichtlinie aufgeführt sind unter den Anwendungsbereich für eine Baumusterprüfung. Dazu gehören beispielsweise Spritzguss Maschinen und Maschinen zur Holzbearbeitung wie Säge- oder Hobelmaschinen.

Die Benannte Stelle ist eine staatlich benannte und auch überwachte private Prüfstelle und hat im Rahmen der CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung die Aufgabe das Konformitätsbewertung von Herstellern extern zu begleiten und zu kontrollieren. Abhängig von den Richtlinien, die ein Produkt betreffen, muss der Hersteller im Konformitätsbewertungsverfahren eine Benannte Stelle wählen. Diese prüft das Produkt nach den jeweiligen Anforderungen der Richtlinie. Nach erfolgreicher Prüfung erlangt der Hersteller die Berechtigung eine CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung für sein Produkt auszustellen.

Eine Maschine, welche bereits eine CE-Kennzeichnung trägt, darf man natürlich im Nachhinein umbauen. Es kann, je nach Umfang des Umbaus, natürlich dazu führen, dass die Maschine erneut das Konformitätsbewertungsverfahren durchlaufen muss. Dies hängt davon ab, ob die Veränderung der Maschine zu einer Verschlechterung der Sicherheit der Maschine führt. Der Hersteller muss die Maschine im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung neu bewerten. Ergeben sich keine Änderungen in der Sicherheit, ändert sich auch nichts an der CE-Kennzeichnung.

Ob man Altmaschinen ohne CE-Kennzeichnung weiter betreiben darf, ist mittels einer Gefährdungsbeurteilung zu prüfen. Dabei kann unter anderem folgender Auszug von Fragen bei der Beantwortung des Sachverhalts helfen:

  • Ist ein Typenschild an der Maschine vorhanden?
  • Treten beim Bedienen der Maschine nicht akzeptable Risiken für den Benutzer auf?
  • Ist das in Gang setzen bzw. das schnelle Stillsetzen der Maschine durch Betätigen einer Befehlseinrichtung möglich?
    Dazu zählt beispielsweise ein  Not-Halt-Schalter oder der Hauptschalter
  • Ist der Not-Halt Schalter schnell erreichbar?
  • Sind Schutzeinrichtungen vorhanden, die entsprechende Gefährdungen wie herausschleudernde Gegenstände vermeiden bzw. vermindern?
  • Hängt eine Betriebsanweisung an der Maschine aus?
  • Sind für die Maschine regelmäßige Prüfungen mit Umfang und Fristen festgelegt?

Auch könnten die Berufsgenossenschaften oder die zuständige staatliche Aufsichtsbehörde als Informationsquelle herhalten, um nähere Informationen zur CE-Kennzeichnung von Altmaschinen zu erhalten.

Auch eine persönliche Schutzausrüstung (PSA) benötigt aufgrund der neuen EU-Verordnung 2016/425 eine CE-Kennzeichnung. Diese seit dem 21.04.2018 gültige EU Verordnung über persönliche Schutzausrüstungen regelt die Anforderungen an den Entwurf und die Herstellung von Schutzausrüstungen. Jede PSA ordnet sich in eine bestimmte Risikokategorie ein, die für das Konformitätsbewertungsverfahren eine Rolle spielen. Je nach Einstufung der PSA muss beispielsweise eine EU-Baumusterprüfung durch eine notifizierte Stelle erfolgen. Erst nach der bescheinigten Prüfung des Baumusters darf der Hersteller in diesem Fall die CE-Kennzeichnung anbringen.

Maschinen welche vor 1995 in Verkehr gebracht wurden, benötigen keine Konformitätserklärung bzw. CE-Kennzeichnung. Erst mit Inkrafttreten der Maschinenrichtlinie in Europa ab dem 1. Januar 1995 gilt diese Pflicht für alle Hersteller von Maschinen.

Eine Anmerkung zu dem Begriff Bestandschutz. Eine vor 1995 produzierte Maschine muss trotzdem sicher sein nach dem aktuellen Stand der Technik. Dies fordert die Betriebssicherheitsverordnung, weswegen es für alte Maschinen keinen wirklichen „Bestandsschutz“ gibt. Mittels einer Prüfung durch eine Gefährdungsbeurteilung prüft man im Einzelfall nach, ob die Verwendung der Maschine sicher ist. Ergibt die Gefährdungsbeurteilung neue nichtakzeptable Risiken, muss man diese Maschine nachrüsten. Je nach Art der Veränderung der Maschine sieht die Maschinenrichtlinie die umgebaute Maschine als ein neues Produkt an. Dann ist die Firma, welche den Umbau in Auftrag gegeben hat, automatisch als Hersteller der Maschine anzusehen mit allen Pflichten. Der Hersteller hat dann die Pflicht für die umgebaute Maschine eine Konformitätserklärung auszustellen und ein CE-Kennzeichen an der Maschine anzubringen.

Ein angebrachtes CE-Zeichen an einer Maschine sagt dem Benutzer einer Maschine, dass dieses Produkt laut Aussage des Hersteller sicher ist und mit den einschlägigen EU-Richtlinien konform ist. Für jedes Produkt das unter eine EU-Richtlinie fällt, muss ein CE-Zeichen vorhanden. Für diese Konformitätsvermutung hat der Hersteller dafür eine CE-Kennzeichnung basierend auf einer EU-Konformitätserklärung ausgestellt. Das CE-Zeichen muss an der Maschine gut erkennbar, unverwechselbar und leserlich dargestellt sein. Das CE-Zeichen ist direkt auf dem Produkt oder an einem daran befestigten Schild anzubringen.

Da die meisten Maschinen unter die europäische Maschinenrichtlinie fallen, benötigen auch fast alle Maschinen eine CE Konformitätserklärung. Sobald eine Maschine von einer anderen Kraftquelle als die unmittelbare menschliche Arbeitskraft angetrieben wird und einen bestimmten Anwendungszweck hat, fällt diese Maschine unter den Geltungsbereich der europäischen Maschinenrichtlinie. Ein Motor, welcher vor Einbau in einer anderen Maschine keinen bestimmten Anwendungszweck hat, ist beispielsweise keine Maschine. Hat der Motor aber einen bestimmten Einsatzzweck, zum Beispiel um als Außenbordmotor für ein Boot zu arbeiten, ist dieser Motor eine Maschine im Sinne der Maschinenrichtlinie und benötigt eine CE Konformitätserklärung.

Eine Schutzscheibe an Trennenden Schutzeinrichtungen bedarf einer CE Kennzeichnung wenn diese einzeln und gesondert auf den Markt kommt. Schutzscheiben an Trennenden Schutzeinrichtungen sollen den Benutzer einer Maschine vor herausfliegenden Bruchstücke oder herausspritzende Flüssigkeiten schützen. Von Zeit zu Zeit muss man die Schutzscheiben auch verschleißbedingt auswechseln. Die Ersatzscheiben, welche gesondert vertrieben werden, zählen dann als Sicherheitsbauteile und fallen somit unter den Geltungsbereich der Maschinenrichtlinie. Sicherheitsbauteile im Sinne der Maschinenrichtlinie sind kennzeichnungspflichtig und benötigen eine CE Kennzeichnung.

Falls wesentliche Umbauten an einer Maschine stattfinden, muss man auch die Konformitätserklärung neu ausstellen. Eine wesentliche Veränderung liegt dann vor, wenn durch den Umbau neue Gefährdungen entstanden sind oder sich das Risiko für eine Gefährdung erhöht hat. Hat sich beispielsweise die bestimmungsgemäße Verwendung der Maschine geändert und diese verarbeitet nun brennbare Flüssigkeiten, wo vorher nur nicht brennbare Flüssigkeiten zum Einsatz kamen, liegt eine wesentliche Veränderung der Maschine vor.

Zudem gilt es die vorhandenen Schutzeinrichtungen zu überprüfen, ob diese ausreichend sind für die geänderte Gefährdung. Sind diese nicht ausreichend und es besteht die hohe Wahrscheinlichkeit von Verletzungen für Personen, gilt es entweder zusätzlich trennende Schutzeinrichtungen anzubringen oder entsprechende Warnhinweise in der Dokumentation festzuhalten.

Die Maschinenrichtlinie schließt Maschinen für Forschungszwecke von der Pflicht zur CE-Kennzeichnung aus. In den Ausschlussbestimmungen über den Anwendungsbereich (Artikel 1, Absatz 2)  der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG steht dazu:

h) Maschinen, die speziell für Forschungszwecke konstruiert und gebaut wurden und zur vorübergehenden Verwendung in Laboratorien bestimmt sind;

Die Unterschrift unter der Konformitätserklärung muss von jemanden erfolgen, der die Befugnis hat das Unternehmen zu vertreten. Unterhalb der Unterschrift müssen zudem Angaben zur Person stehen, welche die Konformitätserklärung unterschrieben hat. Zu den Angaben gehört auch die Position des Unterzeichners, die er innerhalb des Unternehmens innehat.

Bringt man Produkte ohne CE-Kennzeichnung auf den Markt obwohl eine Kennzeichnung gefordert ist, verstießt dies gegen geltende Rechtsvorschriften. Die zuständige Marktaufsichtsbehörde kann solche Produkte aus dem Verkehr ziehen. Ebenfalls kann die Behörde dem Hersteller weitere Restriktionen auferlegen, wie Untersagung des weiteren Vertriebes und Rückruf bisher verkaufter Produkte. Ebenfalls muss man bei fehlender oder illegaler Anbringung der CE-Kennzeichnung mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Unter dem Begriff „Konformitätsvermutung“ im Prozess zur Erlangung der CE-Kennzeichnung versteht man die vermutliche Einhaltung der Vorgaben aus harmonisierten Normen. Ein Hersteller besagt damit, dass er vermutet, dass das Produkt mit den Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen aus den EG-Richtlinien konform ist.

Ob man die Konformitätserklärung dem Produkt beigegeben muss, hängt ganz von den einzuhaltenden EU-Richtlinien ab. Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG fordert zum Beispiel, dass der Maschine eine Konformitätserklärung beiliegen muss. Es ist dabei ausreichend die Konformitätserklärung als Kopie mit dem Produkt mitzugeben. Das Original muss der Hersteller mindestens zehn Jahre lang aufbewahren und auf Anforderung der Marktaufsichtsbehörde zur Verfügung stellen.

Im Falle einer Gesamtheit von Maschinen muss der Hersteller der Maschine entsprechend ein übergeordnetes Konformitätsverfahren zur Erlangung der CE-Kennzeichnung durchführen. Ebenfalls muss er die einzelnen Hersteller der Teilkomponenten der verketteten Anlage über die Umbauten bzw. Veränderungen an den einzelnen Produkten informieren. Für die Gesamtheit von Maschinen sind zudem eine Risikobeurteilung und eine Betriebsanleitung zu erstellen.

Für die Konformitätserklärung einer verketteten Anlage muss der Hersteller dieser Gesamtheit von Maschinen die Erklärung unterschreiben. Die einzelnen Maschinen bedürfen ebenfalls eine unterschriebene Konformitätserklärung mit CE-Zeichen. Für die Gesamtheit von Maschinen muss man dann das CE-Verfahren erneut durchführen. Der Hersteller bringt auch entsprechende Typenschilder an der Maschine an.

Die Kennzeichnung der Konformitätserklärung hängt von den angewandten Richtlinien ab. Ist die Erklärung mit der Bezeichnung „EU-Konformitätserklärung“ gekennzeichnet, weißt dies auf eine europäische Richtlinie wie die Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU hin. Findet hingegen die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG Anwendung, muss man (aktuell noch) die Konformitätserklärung mit der Bezeichnung „EG-Konformitätserklärung“ kennzeichnen.

Ob in die Betriebsanleitung auch die Konformitätserklärung aufzuführen ist, hängt von den angewandten Richtlinien ab. Die Einbindung der Konformitätserklärung in die Betriebsanleitung ist anzuwenden, wenn die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG anwendbar und auf der Konformitätserklärung vermerkt ist. Andere Richtlinien wie die EMV-Richtlinie 2014/30/EU oder ATEX-Richtlinie 2014/34/EU fordern keine Einbindung der Konformitätserklärung in die Betriebsanleitung.

Ein CE-Kennzeichen am Produkt entbindet nicht von der Pflicht zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung an einem Arbeitsmittel. Vor Verwendung eines Arbeitsmittels muss der Arbeitgeber alle auftretenden Gefährdungen dementsprechend beurteilen. Die schreibt unter anderem das Arbeitsschutzgesetz vor. Ziel der Gefährdungsbeurteilung ist mögliche Gefährdungen für Mitarbeiter entsprechend zu erkennen und diese Risiken mit geeigneten Schutzmaßnahmen abzuwenden.

Ein einfaches „Aufkleben“ der CE-Kennzeichnung verstößt gegen mehrere Gesetze wie das Produktsicherheitsgesetz und das Produkthaftungsgesetz in Deutschland. Mögliche Folgen einer fälschlichen CE-Kennzeichnung können Verwarnungen mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro oder ein Handelsverbot inklusive Produktrückruf sein. Weiterhin können in Schadensfällen hohe Bußgelder, Schmerzensgelder oder andere rechtliche Folgen durch das Produkthaftungsgesetz entstehen. Auch die persönliche Haftung der Geschäftsführung oder leitender Angestellter darf man ebenfalls nicht außer Acht lassen.

Eine Unterschrift auf der Konformitätserklärung gehört zu den zwingenden Bestandsteilen der Konformitätserklärung im Maschinenbau. Es gibt allerdings die Erleichterung, dass auch eine elektronisch erzeugte Unterschrift wie zum Beispiel eine eingescannte Unterschrift ausreichend ist. Ein Zusatz ähnlich „Dieses Schreiben ist maschinell erstellt und daher ohne Unterschrift gültig“ genügt dahingehend nicht den Anforderungen einer Konformitätserklärung.

Der zur Erlangung einer Konformitätserklärung notwendige Prozess im Maschinenbau erfolgt in mehreren Schritten. Zuerst ermittelt man die Bestimmungsgemäße Verwendung des Produkts. Anschließend recherchiert man notwendige Normen und ermittelt alle Richtlinien, die das Produkt betreffen. Die spezifischen Anforderungen und Bedingungen für ein Produkt im Maschinenbau sind zu ermitteln, damit nur sichere Produkte in Verkehr gehen. Gegebenenfalls muss eine benannte Stelle mit im Verfahren zur Erlangung einer Konformitätserklärung angegeben sein. Die Prüfung des Produktes steht anschließend an. Die notwendige Technische Dokumentation ist zu erstellen. Diese übersetzt man dann in die Sprachen der Zielländer. Erst dann kann der Hersteller die Konformitätserklärung ausstellen und von einer berechtigten Person unterschreiben lassen.

Nein, eine unvollständige Maschine im Maschinenbau kann laut Maschinenrichtlinie keine CE-Kennzeichnung erhalten. Deshalb muss eine unvollständige Maschine auch mit einer Einbauerklärung in Verkehr gehen.

Entscheidend ob die Gültigkeit der CE-Kennzeichnung erlischt, ist ob man die betreffende Maschine wesentlich verändert hat. Hat man diese nachträglich in seiner Bauart oder Funktion verändert, muss man eventuell erneut ein Konformitätsbewertungsverfahren durchführen. Man muss prüfen, ob die Maschine noch alle gesetzlichen Mindestanforderungen einhält.

Eine Reparatur einer Maschine mit CE-Kennzeichnung führt zu einer Wiederherstellung des Urzustandes des Produkts. Die Gefährdungslage durch das Produkt entspricht nach der Reparatur entsprechend dem Zustand wie es zur Zeit der CE-Kennzeichnung war. Defekte Bauteile tauscht man gegen baugleiche Komponenten aus. Wenn die Funktion der Maschine und seinen elektrischen Eigenschaften unverändert bleibt, besteht keine Pflicht ein neues Konformitätsbewertungsverfahren durchzuführen.

Medizinprodukte ohne CE-Kennzeichnung dürfen nicht in den Verkehr oder in Betrieb gehen. Mit der CE-Kennzeichnung von Medizinprodukten dokumentiert der Hersteller die lückenlose Konformität mit den gesetzlichen Bestimmungen. Abhängig von der jeweiligen Risikoeinstufung des Medizinproduktes muss man zudem eine Benannte Stelle einschalten, deren Kennnummer der CE-Kennzeichnung beigefügt ist.

Dies hängt davon ab, ob in der Technischen Dokumentation die trennende Schutzeinrichtung konstruktiv für eine bestimmte Maschine ausgelegt ist. Ist dies der Fall, benötigt der Hersteller der Schutzeinrichtung keine CE-Kennzeichnung. Bei Schutzeinrichtungen, die unabhängig von einer Maschine konstruiert sind, ist davon auszugehen, dass es sich um Sicherheitsbauteile laut Maschinenrichtlinie handelt. In diesem Fall muss in der Technischen Dokumentation die trennende Schutzeinrichtung grundsätzlich mit einer CE-Kennzeichnung versehen sein.

Die Benannte Stelle ist eine staatlich benannte und auch überwachte private Prüfstelle. Ihre Aufgabe ist es, die Konformitätsbewertung von Herstellern extern zu begleiten und zu kontrollieren. Ein Hersteller im Maschinenbau kann im Konformitätsbewertungsverfahren die Benannte Stelle frei wählen. Die benannte Stelle prüft die Erzeugnisse darauf, dass die Konformitätsbewertungsverfahren berücksichtigt sind, die in der jeweiligen Harmonisierungsrichtlinie vorgeschrieben sind. Hierdurch erlangt der Hersteller die Berechtigung eine Konformitätserklärung abzugeben und die CE-Kennzeichnung an sein Produkt anzubringen.

Eine Herstellererklärung kann für eine Maschine ausgestellt sein, die in eine andere eingebaut wird. Die Herstellererklärung im Maschinenbau muss dafür beinhalten:

  • Name und Anschrift des Herstellers
  • Beschreibung der Maschine
  • Ggf. die Fundstellen der angegebenen Normen
  • Hinweis, dass die Inbetriebnahme solange untersagt ist, bis nachgewiesen ist, dass die Maschine, in die das Produkt eingebaut ist, den Bestimmungen der Richtlinien entspricht
  • Ebenso Angaben zum Unterzeichner

Eine Konformitätserklärung kann für eine Maschine ausgestellt sein, die selbstständig funktionstüchtig ist. Die Konformitätserklärung im Maschinenbau muss dafür beinhalten:

  • Name und Anschrift des Herstellers
  • Beschreibung der Maschine
  • Genauso alle Bestimmungen, denen die Maschine entspricht
  • Angaben zum Unterzeichner
  • Ebenfalls angewendete nationale technische Normen und Spezifikationen
  • Ggf. die Fundstellen der angegebenen Normen

Die CE-Kennzeichnung bei Anlagen oder Maschinen ist nicht als Qualitätssiegel zu betrachten sondern als eine Kennzeichnung. Diese sagt aus, dass der Hersteller einer Maschine sich mit seinem vertriebenen Produkt an den einschlägigen EU-Richtlinien orientiert hat. Die Kennzeichnung dokumentiert, dass Anlagen oder Maschinen den Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen der Europäischen Union entsprechen. Anlagen oder Maschinen, die aufgrund ihrer Art oder Beschaffenheit eine oder mehrere der EU-Richtlinien Anwendung findet, müssen mit der CE-Kennzeichnung versehen sein. Eine Inverkehrbringung dieser Maschinen oder Anlagen ist sonst nicht zulässig.

Sicherheitsbauteile und Maschinen, welche selbstständig funktionsfähig sind, können eine CE-Kennzeichnung auf Basis einer EG-Konformitätserklärung erhalten. Ohne Konformitätserklärung darf man jedoch das CE-Kennzeichen nicht an einer Maschine anbringen. Eine bloße Anbringung des Zeichens ist zudem ein Missbrauch, der rechtlich Folgen mit sich ziehen kann. Vor Anbringung des CE-Zeichens müssen alle Anforderungen der CE-Kennzeichnung erfüllt sein.

 

Die CE-Kennzeichnung  für Anlagen oder Maschinen gilt in sämtlichen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Zudem gilt sie darüber hinaus in den EFTA-Staaten (Europäische Freihandelsassoziation), das sind die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein sowie den Teilnehmerstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes. Sobald die Anlage oder Maschine die europäische Union verlässt, ist das CE-Kennzeichnung ungültig bzw. entfaltet keine Wirkung. Aufgrund von möglicher Doppeldeutigkeit der Zeichen oder Verwirrung der Kunden, empfehlen wir das entfernen der nicht zutreffenden Kennzeichnungen. Je nach Zielmarkt müssen die Anlagen oder Maschinen die entsprechenden Anforderungen der dortigen Kennzeichen erfüllen. So gilt beispielsweise für die USA das UL-Zeichen (Underwriters Laboratories). In Russland ist die TR-Zertifikate (russischen technischen Regelwerke ) und in China die CCC-Zertifizierung zu beachten.

Mit der CE-Kennzeichnung an Anlagen oder Maschinen drückt man aus, dass das gekennzeichnete Produkt den Bestimmungen der anzuwendenden EU-Richtlinien entspricht. Wo die Anlage oder Maschine hergestellt ist, ist dabei unabhängig. Ein Anlage oder Maschine mit der CE-Kennzeichnung kann somit überall auf der Welt hergestellt sein.

Das CE-Logo wird in der Regel an der Anlage oder Maschine selbst angebracht, alternativ auf einem daran befestigten Schild. Wenn dies nicht möglich ist, z. B. bei Kleinteilen oder bei Sprengstoffen, kann das CE-Logo sich auch auf der Verpackung oder den begleitenden Dokumenten befinden.

Bei größeren Produkten, also Maschinen oder Anlagen darf das CE-Logo nicht „irgendwo“ beliebig angebracht sein, sondern es sollte sich in unmittelbarer Nähe der Angaben zum Hersteller oder dessen Bevollmächtigten befinden. Oft gehört das CE-Kennzeichen daher zum Typenschild.

Unterhalb der CE-Kennzeichnung an einer Anlage oder Maschine kann sich eine vierstellige Ziffernfolge befinden. Diese stellt eine Codierung derjenigen neutralen Prüfstelle, die an der Prüfung der Konformität des jeweiligen Produktes beteiligt war. Die Codierung ist nicht bei jedem Produkt vorgeschrieben, daher gibt es CE-Logos mit und solche ohne Nummer.

Der eigentliche Prozess zur Erlangung der CE-Kennzeichnung ist komplex und aufwendig. Zuerst recherchiert man Normen und Richtlinien, die das Produkt betreffen. Darauf aufbauend findet eine Risikobeurteilung statt. Mit einem entsprechenden Sicherheitskonzept aus der Risikobeurteilung ist es möglich entsprechende Sicherheitseinrichtungen für die Maschine zu entwickeln. Darauf aufbauend erstellt man die Technische Dokumentation. Erst dann erstellt man die Konformitätserklärung und bringt das CE-Kennzeichen an.

Mit der EU-Konformitätserklärung bestätigt der Hersteller, dass seine Produkt den grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen aller relevanten europäischen Richtlinien entspricht. Die EU-Konformitätserklärung ist Basis für die CE-Kennzeichnung des entsprechenden Produktes.

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Betriebsanleitung erstellen

Die Beschreibung des Arbeitsplatzes an einer Maschine gilt es beim Bedienungsanleitung schreiben zu berücksichtigen. Häufig passieren Unfälle, weil Benutzer während des Betriebes auf eine Maschine steigen oder anderweitig in die Nähe gefährlicher Bereiche geraten. Die sicheren Bereiche für den Bediener vor, hinter oder auf einer Maschine sollten deswegen bekannt sein.

Ebenfalls sollte die Bedienungsanleitung enthalten bei welchen Betriebsarten der Maschine der Arbeitsplatz einzunehmen ist und bei welchen das optional ist. Die am Arbeitsplatz auszuführenden Tätigkeiten sollten ebenso beschrieben sein. Auch Gefahren, die an diesem Arbeitsplatz auftreten können, gilt es zu beschreiben.

Letztendlich dient die klare Definition von sicheren Arbeitsplätze beim Bedienungsanleitung schreiben zudem der Absicherung des Unternehmens im Schadensfall.

Bestimmte Maschinentypen erfordern auch bestimmte Angaben zum Brandschutz, die man beim Betriebsanleitung erstellen berücksichtigen muss. Füllt beispielsweise eine Maschine oder ein Maschinenkomplex eine ganze oder sogar mehrere Hallen, muss man sich Gedanken über Fluchtwege machen und wie man mögliche Feuer eindämmen kann. Eine solche Maschine, die entzündliche Werkstoffe wie Holz- oder Metallspäne beinhaltet, muss Möglichkeiten zur Brandeindämmung bieten. Dies könnte beispielsweise durch Brandschutztüren erfolgen, die ein mögliches Feuer in einen bestimmten Abschnitt eindämmen. Diese Sicherheitsmaßnahmen gilt es in der Betriebsanleitung zu beschreiben. Auch die Fluchtwege bei großen Anlagen, mit der man schnell aus der Gefahrenzone entkommen soll, gilt es in der Betriebsanleitung zu beschreiben.

Beim Betriebsanleitung erstellen ist es sinnvoll wichtige Informationen zum Brandschutz parat zu stellen. Dies kann beispielsweise die Standorte von Brandbekämpfungsmittel wie Feuerlöscher, Feuerleiter oder einem Löschschlauch sein. Die DIN EN ISO 7010 hat hierfür bestimmte Brandschutzzeichen herausgegeben. Diese bestehen aus einem roten Hintergrund mit einem weißen Rand, in dem sich ein weißes Piktogramm befindet. Das Brandschutzzeichen für einen Feuerlöscher nach der aktuellen und international gültigen Norm DIN EN ISO 7010 sieht folgendermaßen aus:

Brandschutzzeichen

Der Umgang mit Schmiermitteln wie Öle und Fette und deren Entsorgung müssen beim Betriebsanleitung erstellen ebenfalls beschrieben sein. Durch Rückstände von Öle und Fette besteht eine Restgefahr für den Benutzer der Maschine. Dieser muss für den sicheren Umgang mit Schmiermitteln die für das Produkt geltenden Sicherheitsvorschriften beachten. Ebenfalls können für bestimmte Anwendungsgebiete wie für den Lebensmittelbereich besondere Vorschriften gelten, die der Anwender befolgen muss. Deswegen sind in der Betriebsanleitung auch entsprechende Angaben für den Umgang und die Entsorgung von Schmiermitteln anzugeben.

Sicherheitshinweise in einer Betriebsanleitung dienen dazu, den Leser inhaltliche Hinweise zur sicheren Benutzung der Maschine zu geben. Sie sind ähnlich aufgebaut wie Warnhinweise, die aber auch bei der jeweiligen Handlung bzw. Tätigkeit zu finden sind. Jedoch sind die Sicherheitshinweise nicht zeitlich an die entsprechenden Tätigkeiten gebunden. Stattdessen dienen Sicherheitshinweise dazu das sicherheitsgerechte Verhalten grundlegend zu stärken. Daher findet man sie meist in einem eigenen Kapitel in der Betriebsanleitung.

Es ist ratsam eine farbige Betriebsanleitung zu erstellen, damit Piktogramme, Warnhinweise und Bilder für den Leser einfacher zu erkennen sind. Die meisten Hersteller scheuen jedoch die höheren Druckkosten für eine farbige Anleitung. Häufig soll nur das Logo des Herstellers in Farbe gestaltet sein aber der Rest der Betriebsanleitung in Schwarz-Weiß. Meist sind die Druckkosten in dieser Variante jedoch dieselben, da die Seite aufgrund des Logos als farbig gilt und die Abrechnung entsprechend als Farbseite ausfällt. Die Druckkosten sind bei einem Farbdruck auch meistens nur minimal höher als im Schwarz Weiß Druck. Daher empfehlen wir Ihnen Ihre Betriebsanleitung farbig zu erstellen.

Sicherheitshinweise müssen beim Betriebsanleitung erstellen am Anfang der Anleitung in einem gesonderten Abschnitt oder Kapitel stehen. Durch eine Überschrift ist dieser eindeutig als Abschnitt für Sicherheitshinweise zu identifizieren. Beispiele für solche Überschriften in einer Betriebsanleitung können sein:

  • Sicherheitshinweise
  • Grundlegende Sicherheitshinweise
  • Zu ihrer Sicherheit
  • Sicherheit und Schutmaßnahmen
  • Sicherheit und Verantwortung

Zur Strukturierung des Sicherheitskapitels beim Betriebsanleitung erstellen hat man verschiedene Möglichkeiten. Man kann die Informationen, die für einen sicheren Betrieb der Maschine notwendig sind, beispielsweise nach Lebensphasen des Produktes strukturieren. Ebenfalls eine Strukturmöglichkeit ist nach den Gefährdungsarten wie zum Beispiel elektrische Gefährdungen, heiße Oberflächen, usw. Eine Unterteilung in der Betriebsanleitung nach Baugruppen (Baugruppe 1, Baugruppe 2) ist ebenfalls denkbar.

Die Zielgruppen der Anwender haben gewisse Merkmale, die es beim Betriebsanleitung erstellen zu berücksichtigen gilt. Mittels dieser Merkmale kann man dann den Informationsbedarf ermitteln, die für die sprachliche und gestalterische Ausarbeitung der Betriebsanleitung notwendig sind. Typische Merkmale wie Alter, berufliche Bildung oder andere verhaltensorientierte Merkmale geben zudem Aufschluss darüber, wie eine Betriebsanleitung formuliert sein muss.

Eine Bedienungsanleitung für Produkte, welche auch Kinder benutzen, muss anders geschrieben sein wie eine Bedienungsanleitung, welche nur für Erwachsenen ist.

Die Beschreibung von beruflichen Qualifikationen, die das Bedienpersonal mitbringen muss, ist beim Betriebsanleitung erstellen zu berücksichtigen. Das Sicherheitskapitel in einer Betriebsanleitung kann Auskunft über die notwendige Qualifikation von eingesetztem Personal geben. Die Bedienung einer Maschine darf nur durch entsprechend eingewiesene, geschulte und autorisierte Personen erfolgen. Dürfen Handlungen in bestimmten Lebensphasen der Maschine nur durch speziell geschultes Personal erfolgen wie beispielsweise einem Elektriker, sind dies Vorgänge so zu kennzeichnen, dass ersichtlich ist, dass diese Handlung nur durch eine Fachkraft erfolgen darf. Wenn unzureichend geschulte oder eingewiesene  Personen die Maschine bedienen, bestehen akute Gefahren für Mensch und Maschine. In der Betriebsanleitung müssen deswegen genauere Angaben über die benötigten beruflichen Qualifikationen des Personals stehen, welches die Maschine bedient.

Beim Betriebsanleitung erstellen muss der Hersteller auch Angaben zu den Geräuschemissionen an der Maschine machen. Dafür gilt es, die am Arbeitsplatz entstehenden Lärmpegel zu messen. Aus den für die einzelnen Tätigkeiten festgestellten Lärmbelästigungen erstellt der Technische Redakteur dann die Angaben für die Betriebsanleitung. Diese gilt es dann als ausgehende Emissionswerte zu dokumentieren. Diese Angaben sind in der Betriebsanleitung meistens als Restgefährdungen unter dem Kapitel allgemeine Sicherheit hinterlegt oder stehen in den Technischen Daten des Produktes unter dem Kapitel Produktbeschreibung.

Es gibt keine Vorgaben, dass beim Betriebsanleitung erstellen die Signalworte in den Warnhinweisen farblich unterlegt sein müssen. Diese können sowohl schwarz-weiß gehalten sein wie auch farbig. Sollte eine farbliche Unterlegung bei der Gestaltung von Warnhinweisen zum Einsatz kommen, sind die Farben gemäß der entsprechenden Gefahrenstufe anzugeben. (Gefahr = rot, Warnung = orange, Vorsicht = gelb)

Das Land, in welches die Maschine samt Anleitung geht, spielt beim Betriebsanleitung erstellen ebenfalls eine Rolle. In den unterschiedlichen Regionen der Erde herrschen unterschiedliche kulturelle Sitten und Gegebenheiten. Dies gilt auch für Piktogramme in den Warnhinweisen einer Betriebsanleitung. Die Abbildung der Mimik oder Gestik von Personen oder Tieren auf Bildern kann im asiatischen Markt zu Problemen führen. Ähnliches gilt zudem für Körperteile oder religiöse Symbole. In den USA weichen die Piktogramme nach ANSI ebenfalls von denen der ISO ab. Diese stellen in der Regel eindeutiger und „brutaler“ die möglichen Folgen einer Gefahrenquelle dar.

Beim Betriebsanleitung erstellen ist darauf zu achten, den Benutzer ausreichend im Sicherheitskapitel zu informieren. Das Sicherheitskapitel soll nämlich den Benutzer für den sicheren Gebrauch des Produktes anleiten. Ein bloßes Anreihen von Warnhinweisen in einem Stil wie die Warnschilder am Produkt ist dabei nicht zielführend.

Warnhinweise sind ein Teil der allgemeinen Gefahren in der Betriebsanleitung. Aber genauso gehören u.a eine Beschreibung der Benutzer des Produktes sowie Einschränkungen für bestimmte Nutzergruppen aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation dazu. Ebenso eine Erklärung der grafischen Symbole für sicherheitsbezogenen Informationen an der Maschine und in der Betriebsanleitung.

Beim Betriebsanleitung erstellen müssen Angaben über die Art und Häufigkeit von Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten angegeben werden. Dazu gehört das Material und Werkzeuge sowie genügend detaillierte Beschreibungen zu den Tätigkeiten für die Instandhaltung und Reinigung des Produktes. Zu beachten ist zudem die Qualifikation des eingesetzten Personales. Informationen für geschultes und nicht geschultes Personal müssen separat in der Betriebsanleitung bereitstehen. Die lokale Gesetzgebung und der lokale Arbeitsschutz wirken sich auch auf die jeweiligen Angaben aus.

Eine Betriebsanleitung zu erstellen heißt auch diese verständlich für den Benutzer zu verfassen. Der Text sollte nach Möglichkeit unnötige Fremdwörter vermeiden und lange Zusammensetzungen von Hauptwörter ersparen. Falls für komplizierte Ausdrücke auch einfachere Begriffe vorhanden sind, sollte man diese in der Betriebsanleitung verwenden. Für einen Hohlraumdübel kann man in der Anleitung dafür auch den Begriff Dübel verwenden. Auch sollten keine Begriffe mit absoluter Bedeutung in der Betriebsanleitung stehen. Begriffe wie unfallsicher, wartungsfrei oder ungefährlich sind vor Gericht juristisch nicht haltbar.

Zubehör und Ausstattungsvarianten können beim Betriebsanleitung erstellen im zweiten Kapitel der Anleitung abgebildet sein. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Beschreibung des Produktes. Dazu zählen auch weitere Zubehör- und Ausstattungsvarianten für das Produkt. Gibt es das Produkt in unterschiedlichen Varianten, dann kann der Benutzer in der Betriebsanleitung nachschauen, welche Teile seine Variante enthält.

Beim Betriebsanleitung erstellen muss eine ausreichende Schriftgröße für die angestrebte Zielgruppe ausgewählt sein. Ist die Zielgruppe auf ältere Menschen ausgelegt, muss die Betriebsanleitung entsprechend große Buchstaben enthalten. Auch sollte man ausgefallene Schriftarten oder Schriftstile vermeiden. Textauszeichnungen wie Fettdruck oder Kursivschrift sollte man ebenfalls nur mit Augenmaß einsetzen.

Kurze Sätze mit klaren Anweisungen sorgen beim Erstellen einer Betriebsanleitung für keine Unverständlichkeiten. Lange Sätze mit Einschübe, Relativsätze und Linkserweiterungen lassen Raum für Interpretationen. Ideal ist daher eine eindeutige Aussage pro Satz. Eine Anweisung wie zum Beispiel „Öffnen Sie die Abdeckung, nachdem Sie die Maschine ausgeschaltet haben.“ kann der Anwender falsch verstehen. Eine deutlichere Aussage erreicht man mit einer Reihenfolge von kurzen Sätzen in der Betriebsanleitung: „Schalten Sie die Maschine aus. Öffnen Sie die Abdeckung.“

Beim Betriebsanleitung erstellen ist darauf zu achten, dass ebenfalls ausreichend Information zum sicheren Transport einer Maschine vorhanden sind. Beim Transport besteht die Gefahr, dass eine Maschine durch Umfallen bzw. Herunterfallen eine Person verletzen kann. Um Risiken beim Transport zu minimieren, müssen Angaben zum Gewicht der Maschine und deren Abmessungen bekannt sein. Sind spezielle Handlungen für den sicheren Transport der Maschine vorzunehmen, müssen diese Informationen ebenfalls in der Betriebsanleitung beschrieben sein. Ist der Transport der Maschine nur durch den Hersteller vorgesehen, ist es trotzdem ratsam, alle nötigen Angaben zum sicheren Transport der Maschine in der Betriebsanleitung anzugeben.

Die Seitennummerierung sollte beim Erstellen einer Betriebsanleitung konsequent fortgeführt werden. Beginnen die Seitenzahlen immer wieder von vorne (bspw. bei einem Kapitelwechsel), verliert der Benutzer die Übersichtlichkeit bzw. Orientierung. Die Vollständigkeit einer Betriebsanleitung ist auf diese Weise zudem nicht garantiert, da die Seitenzahlen immer wieder von vorne beginnen.

Beim Betriebsanleitung erstellen kennzeichnet man die Restrisiken der Maschine mit entsprechenden Piktogrammen auf den Warnhinweisen. Diese sollten für ein besseres Verständnis der ISO 7010 Norm entsprechen. Die Symbole aus dieser Norm sind geläufig bekannt und sind daher für den Leser in der Betriebsanleitung einfacher zu erkennen. Falls in der Anleitung bekannte Symbole für einen anderen Zweck vorkommen, ordnet der Benutzer dessen Bedeutung falsch zu und unterschätzt dadurch die potenzielle Gefahr.

Beim Erstellen einer Betriebsanleitung ist die DIN EN 82079-1 eine gute Hilfe für sprachliche Regeln. Die Norm definiert, dass der Satzbau in einer Betriebsanleitung aus kurzen präzisen Sätzen (Subjekt, Prädikat, Objekt) bestehen soll. Weiterhin soll man geläufige Wörter verwenden, welche die jeweilige Zielgruppe der Betriebsanleitung auch verstehen. Nichtssagende Floskeln sollte man beim Betriebsanleitung erstellen vermeiden, genauso wie Konjunktiv- und Passiv-Konstruktionen. Wann immer es möglich ist, sollte man etwas positiv formulieren anstatt negativ.

Nachfolgend einige Beispiele für gute und schlechte Formulierungen für Handlungsaufforderungen in einer Betriebsanleitung:

+ Drücken Sie den Hauptschalter der Maschine

+ Den Hauptschalter der Maschine drücken

Sie sollten den Hauptschalter der Maschine drücken

Man drücke den Hauptschalter der Maschine

Bei Maschinen mit elektromagnetischen Feldern gibt es einige Besonderheiten, die es beim Betriebsanleitung erstellen zu beachten gilt. Beispielsweise dürfen Personen mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren sich nicht in der Nähe dieser elektromagnetischen Feldern aufhalten. Dies könnte ansonsten die Funktionsfähigkeit dieser lebensnotwendigen Geräte beeinflussen. In der Betriebsanleitung ist beispielsweise mit einem Verbotszeichen hinzuweisen, dass der Zutritt zur Maschine auf bestimmte Personen beschränkt ist.

Falls bei Arbeiten an einer Maschine Gefahren für das menschliche Auge bestehen, muss man beim Betriebsanleitung erstellen darauf hinweisen. Hilfs- und Betriebsstoffe im Maschinenbau können nämlich für das menschliche Auge gefährlich sein. Deswegen ist bei Arbeiten an der Maschine ein entsprechender Schutz in Form von einer Schutzbrille zu tragen. In der Betriebsanleitung ist dann ebenfalls hinzuweisen, dass die Schutzbrille zur Bedienung der Maschine notwendig ist.  Mit einem entsprechenden Piktogramm an der Maschine und in der Betriebsanleitung kann der Unternehmer auf diese Pflicht hinweisen.

Wenn eine Maschine sehr laut ist, müssen beim Betriebsanleitung erstellen entsprechende Angaben zum den Schallemissionswerten stehen. Ist der Schalldruckpegel über 80 dB(A) sind von dem betreibenden Unternehmen entsprechende persönliche Gehörschutzmittel auszugeben. In der Betriebsanleitung kann mit einem entsprechenden Gebotssymbol auf die Notwendigkeit des Gehörschutzes an der Maschine hingewiesen werden.

Beim Erstellen einer Betriebsanleitung kann man auch Angaben zu dem Typenschild und dessen Anbringungsort an der Maschine machen. Die Angaben die auf dem Typenschild stehen wie Adresse und Namen des Hersteller, Bezeichnung der Maschine, Typen- oder Baureihenbezeichnung (ggf. Seriennummer), Baujahr und die CE-Kennzeichnung kann man in der Betriebsanleitung wiedergeben. Mithilfe der Betriebsanleitung und dem Typenschild am Produkt kann der Leser dann die Zuordnung von Anleitung und Produkt einfacher durchführen und so schneller wichtige Informationen bspw. in Servicefällen weitergeben.

In dem ersten Kapitel einer Betriebsanleitung sollte zur besseren Orientierung eine kurze Übersicht stehen, welchen Zweck die Anleitung erfüllen soll. Darin sollten eine Grobübersicht der Kapitel und eine Erläuterung der Zielgruppen dargestellt sein. Daneben kann man in diesem Kapitel auf die Bedeutung der Betriebsanleitung hinweisen und das diese ein Teil des Produktes ist. Weiterhin ist beim Betriebsanleitung erstellen eine Erläuterung zur Darstellung von Informationssymbolen und allgemeinen Symbolen in diesem Abschnitt sinnvoll.

Nach der Erstellung einer Betriebsanleitung ist das Titelblatt die erste Informationsquelle, die der Benutzer von der Anleitung zu sehen bekommt. In aller Kürze sollten dort die wichtigsten Informationen rund um das Produkt stehen. Dazu gehören beispielsweise die Produktbezeichnung, der Produkttyp und eine Abbildung des Produktes. Auch das Baujahr oder andere wichtige Identifikationsmerkmale für die Maschine wie Maschinennummer oder Artikelnummer kann dort aufgeführt sein. Weiterhin können auf dem Deckblatt Angaben zu der Betriebsanleitung selbst stehen in Form von einer Bezeichnung für die Dokumentenart wie Originalbetriebsanleitung bzw. Originalfassung der Betriebsanleitung. Ebenfalls eine Versionsnummer der Anleitung und das Druckdatum sind auf dem Titelblatt aufgeführt.

Die zweite Seite beim Betriebsanleitung erstellen beschäftigt sich mit den Angaben zum Autor und Rechteinhaber in Form eines Impressums. Ebenso dient dieses Impressum dazu, wichtige rechtliche Aussagen bezüglich der Anleitung zu hinterlegen. Das kann ein Copyright Vermerk sein und eine Ausschlussklausel bezüglich der Vervielfältigung der Betriebsanleitung ohne vorherige Abstimmung mit dem Hersteller. Auch Verweise, dass Bilder nur zur Veranschaulichung dienen und nicht unbedingt maßstabsgetreu dargestellt sind, können im Impressum hinterlegt sein.

Es ist ratsam die Handlungsanweisungen beim Betriebsanleitung erstellen im Aktiv zu verfassen, damit die Dringlichkeit der Anweisung erkennbar ist. Die Handlungsanweisung soll in überschaubaren Schritten die auszuführende Handlung beschreiben. Sind Handlungsanweisungen im Passiv formuliert, signalisiert das nicht die gegebene Dringlichkeit. Eine im Passiv formulierte Handlungsanweisung in der Betriebsanleitung versteht der Benutzer dann so, dass nicht (sofort) eine Handlung durchzuführen ist.

Die wichtigsten Angaben zum Verhalten im Falle eines Unfalles sollten beim Betriebsanleitung erstellen mit angegeben sein. Dazu zählen wichtigen Angaben für den Notfall wie beispielsweise:

  • Handlungsaufforderungen (NOT-HALT betätigen, Hauptschalter ausschalten, Personen aus der Gefahrenzone bringen, usw.)
  • Feuerbekämpfungsmaßnahmen (dafür zu verwendende Löschmittel bei speziellen Bränden)
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen (Notruf absetzen, Verantwortliche informieren, Zufahrtswege freimachen)
  • Fluchtwege bei sehr großen Anlagen oder Maschinen (Wo sind Notausgänge, Rettungsleitern, usw.)
  • Verhaltensweisen (Ruhe bewahren, sich nicht in Gefahr bringen)

Arbeitsplätze, die ein Anwender an der Maschine einnehmen kann, sollen beim Betriebsanleitung erstellen beschrieben sein. Dazu gehören alle Standorte an der Maschine, die durch Personal zu besetzen sind. Auch Bedienungseinrichtungen wie Bildschirme oder Terminals gilt es in der Betriebsanleitung zu beschreiben.

Um vor potentiellen Gefahrenstellen an einer Maschine zu warnen, muss man beim Betriebsanleitung erstellen auch die Gefahrenquellen genau beschreiben. Es gibt dazu unterschiedliche Arten, wie man die Restrisiken einer Maschine in den Warnhinweisen der Betriebsanleitung klassifiziert. Zu den Arten zählen unter anderem Mechanische, Elektrische, Thermische und Biologische Gefährdungen. Diese Arten unterteilen sich dann in eine Liste von weiteren Gefahrenarten. So gibt es beispielsweise im Bereich der Mechanischen Gefährdungen unter anderem:

  • Rotierende Teile
  • Bewegende Teile
  • Herabfallende Teile
  • Schneidende Teile
  • Teile mit rauer oder rutschiger Oberfläche

Während man eine Betriebsanleitung erstellt, muss man sich auch mit der Formulierung von Warnhinweisen auseinandersetzen. Um Warnhinweise dahingegen verständlich und normengerecht zu formulieren, muss man das SAFE-Prinzip beachten.

  1. S = Signalwort (Abhängig von der Schwere der Gefahrensituation)
  2. A = Art und Quelle der Gefahr (Woher kommt die Gefahr / Was ist die Gefahrenquelle?)
  3. F = Folgen bei Nichtbeachtung (Was passiert bei Nichtbeachtung des Hinweises)
  4. E = Entkommen / Vermeiden (Wie kann die Gefahrensituation vermieden / gelöst werden?)

Nachfolgend ein beispielhafter Text für einen Warnhinweis nach dem SAFE-Prinzip, welcher vor Risiken aufgrund elektrischer Gefahren warnt.

(S) GEFAHR!

(A) Lebensgefahr durch elektrische Spannung.

(F) Bei Berührung spannungsführender Teile besteht unmittelbare Lebensgefahr.

(E) Keine spannungsführenden Teile im Betrieb berühren. Feuchtigkeit von spannungsführenden Teilen fernhalten. Die Sicherheitsregeln für die Durchführung von Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln befolgen.

Beim Betriebsanleitung erstellen bezeichnet man die Definition des bestimmungsgemäßen Gebrauches und dem vorhersehbaren Fehlgebrauch als Grenzen einer Maschine. Der bestimmungsgemäße Gebrauch beschreibt zudem für welchen Funktionszweck die Maschine dient. Darauf folgt eine Beschreibung der Umgebung, in der die Maschine zum Einsatz kommt. In den vorhersehbaren Fehlgebrauch beschreibt man in der Betriebsanleitung die absichtliche Fehlanwendung und auch die unabsichtliche Fehlanwendung der Maschine. Als Beispiel für den bestimmungsgemäßer Gebrauch kann man die Bearbeitung von Teilen nennen, die eine bestimmte Dicke und Gewicht aufweisen. Die Bearbeitung von Teilen, die über den definierten Werte liegen, zählen als hervorsehbare Fehlanwendung.

Beim Betriebsanleitung erstellen berücksichtigt ein Technischer Redakteur ebenfalls die Angaben zur Demontage einer Maschine. Vor Demontage einzelner Teile der Maschine oder der gesamte Maschine, müssen Informationen parat stehen, welche Vorbereitungen man treffen muss. Dazu zählen unter anderem in welcher Reihenfolge die Leitungen von Anschlüsse zu entlasten und freizuschalten sind. Ebenfalls eine Aufzählung in der Betriebsanleitung von möglichen Gefahren, die bei der Demontage einer Maschine auftreten kann. Auch über verbliebene Flüssigkeiten oder Stoffe in der Maschine, die speziell zu entfernen sind, müssen Informationen hinterlegt sein.

Im Zuge der Erstellung einer Betriebsanleitung muss der Redakteur sich auch Gedanken über die Aufstellung einer Maschine machen. Wie ist diese aufzustellen und wo darf die Maschine aufgestellt sein? Ein Aufstellplan oder ein Lageplan zum Aufstellen der Maschine ist dafür in der Betriebsanleitung hilfreich. Auch besondere Anforderungen an das Fundament sollten in der Betriebsanleitung beschrieben sein. Ebenfalls sollte in der Anleitung stehen, wer die Maschine überhaupt aufstellen darf. Ist es möglich diese in Eigenregie aufzustellen oder darf das nur der Hersteller machen?

Der Transport einer Maschine ist beim Betriebsanleitung erstellen ein wichtiges Kapitel in der Technischen Dokumentation. Beim Transport besteht die Gefahr, dass eine schwebende Maschine durch Herunterfallen einen Menschen verletzt und/oder auch die Maschine beschädigt. Deswegen müssen in der Betriebsanleitung auch Angaben zu den Tragkräften vorhanden sein, um eine Maschine sicher bewegen zu können. So muss beispielweise in der Betriebsanleitung stehen, wie stark die Leistung eines Gabelstaplers oder Kran sein muss, damit dieser die Maschine anheben kann.

Beim Betriebsanleitung erstellen sollten genaue Angaben zu den Lagerbedingungen für die Maschine bekannt sein. Eine Angabe, die bekannt sein muss, ist die Tragfestigkeit die der Untergrund aufweisen muss, auf dem die Maschine abgestellt ist. Auch andere Bedingungen wie die Luftfeuchtigkeit, die im Lagerort herrschen darf, müssen müssen in der Betriebsanleitung bekannt sein. Falls beispielsweise die  Maschine mithilfe einer ungeeigneten Abdeckplane im Freien lagert, kann die Maschine durch Feuchtigkeit Schaden nehmen. Oder falls beim Transport per Schiff durch einen undichten Container Meerwasser in den Container eindringt, korrodiert der Stahl an der Maschine aufgrund des Salzgehalts des Wassers.

Im Rahmen seiner Fabrikationspflicht muss der Hersteller beim Betriebsanleitung erstellen auf die Schutzeinrichtungen an einer Maschine hinweisen. Der Benutzer einer Maschine muss über alle Schutzeinrichtungen informiert sein, die an der Maschine verbaut sind. Durch die Angaben in der Betriebsanleitung ist zudem auch eine Überprüfung der Schutzeinrichtungen in Hinsicht auf ihre fehlerfreie Funktionalität möglich.

Die Art wie eine Betriebsanleitung aufzubewahren ist, spielt schon beim Betriebsanleitung erstellen eine Rolle. Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG fordert, dass die technischen Unterlagen einer Maschine für zehn Jahre lang nach dem Tag der Fertigstellung bereitzuhalten sind. Da sich eine Maschine über die Jahre verändern kann, verändert sich entsprechend auch die Betriebsanleitung. Der Hersteller ist weiterhin verpflichtet, die Anleitung für mindestens zehn Jahre bereitzuhalten. Ein Redaktionssystem kann daher sehr nützlich sein, wenn für eine Maschine mehrere Versionen der Betriebsanleitung vorliegen. Alte Versionsstände der Anleitung kann man so leicht auswählen und bei Bedarf vorlegen.

Ein Hersteller muss sich beim Betriebsanleitung erstellen ebenfalls mit dem möglichen vorhersehbaren Fehlgebrauch auseinander setzen. In der Anleitung ist auf eine Anwendung hinzuweisen, die nicht vom Hersteller beabsichtigt ist. Solch eine Anwendung ergibt sich meistens aus dem menschlichen Verhalten. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit des Eintretens entscheidend. Ein Hersteller muss sich also fragen, ob der Benutzer das Produkt einfach manipulieren kann, um den Gebrauchszweck zu ändern? Ist mit einem Missbrauch des Produktes zu rechnen, so muss der Hersteller auf diesen vorhersehbaren Fehlgebrauch in der Betriebsanleitung hinweisen.

Ein nahe liegender Missbrauch bzw. Fehlgebrauch muss vom Hersteller einer Maschine beim Betriebsanleitung erstellen beschrieben sein. Als Vorhersehbarer Fehlgebrauch kann beispielsweise die Frage sein, was passiert, wenn andere Betriebsmittel oder Ersatzteile als vorgeschrieben zum Einsatz kommen. Die völlige Zweckentfremdung des Produktes soll bei der Beschreibung in der Betriebsanleitung aber keine Betrachtung finden. Beispiel für den vorhersehbaren Fehlgebrauch ist die Verwendung eines Schraubenziehers als Meißel.

Beim Betriebsanleitung erstellen ist es wichtig die Zielgruppe der Anwender zu betrachten. Die Anwender eines Produktes umfassen meist unterschiedliche Personengruppen. Auch muss der Hersteller eines Produktes damit rechnen, dass sein Produkte eine stärker gefährdete Zielgruppe verwenden wie Kinder oder ältere Menschen. Über Risiken muss der Hersteller anders informieren, um für die Verringerung des Haftungsrisikos zu sorgen. Die Betrachtung der Zielgruppe gibt zudem darüber Aufschluss, ob die Nutzer der Betriebsanleitung Kenntnisse von den eingesetzten Fachbegriffen haben. Falls diese nicht bekannt sind, so sind diese beim ersten Auftauchen in der Betriebsanleitung ausführlich zu erklären. Ein Glossar am Ende der Betriebsanleitung, welches die Fachbegriffe enthält, ist ebenfalls sinnvoll.

Sie benötigen eine kostenlose Vorlage um eine Betriebsanleitung erstellen zu können? Diese können wir Ihnen gerne anbieten, wir bieten Vorlagen für Musterbetriebsanleitungen, Beispiele für Sicherheitshinweise und nützliche Checklisten an. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen dazu gerne zur Verfügung. Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns eine E-Mail dazu.

Der redaktionelle Prozess um eine Betriebsanleitung zu erstellen, kann sehr kompliziert sein. Normen schreiben vor, wie die Betriebsanleitung auszusehen hat und welche Inhalte sie haben muss. Auch die Einhaltung einer Terminologie ist ohne Hilfsmittel nicht einfach. Daher ist es ratsam in der Technischen Dokumentation zur einheitlichen Formulierung von Fachbegriffen einen Redaktionsleitfaden zu benutzen. Auch die sprachlichen Regelungen, Layoutvorgaben und die Informationsverteilung in der Betriebsanleitung kann ein Redaktionsleitfaden regeln. Ein weiteres nützliches Hilfsmittel in der Technischen Dokumentation ist zudem der Einsatz eines Redaktionssystems.

Das Thema Entsorgung von Hilfsstoffen im Maschinenbau nimmt während der Betriebsanleitung erstellen einen wichtigen Stellewert ein. Für den Benutzer der Maschine muss nachvollziehbar sein, wie Rückstände von Hilfs- und Betriebsstoffe im Produkt zu entfernen sind. Auch Angaben wie solche Stoffe wie Schmieröle und –fette zu entsorgen sind, sind in der Betriebsanleitung mitanzugeben.

Beim Betriebsanleitung erstellen müssen für die Lagerung eines Produktes einige Informationen bekannt sein. Dazu zählen unter anderem Angaben, welche Umgebungsbedingungen für die Lagerung herrschen dürfen. Auch die Abmessungen und Gewichtsangaben können bei der Lagerung wichtig sein. Ein Verweis in der Betriebsanleitung bietet sich hier an. Besteht das Produkt aus mehreren Teilen sind Hinweise zum Lieferumfang beim Betriebsanleitung erstellen anzugeben. Auch Hinweise zum Auspacken und zum Wiederverpacken, wenn dies bei der Lagerung nötig ist, sind mitanzugeben.

Im Zuge der Installation einer Maschine sind beim Betriebsanleitung erstellen ebenfalls einige Details zu berücksichtigen. Neben Angaben wie die Verpackung zu entfernen ist und diese zu entsorgen sind, müssen auch die Bedingungen für den Zusammenbau der Maschine bekannt sein. So muss beschrieben sein, wie während der Installation alle Versorgungsanschlüsse (Elektrik, Wasser, Druckluft, Hydrauliköl, usw.) anzuschließen sind. Sollten für Entsorgungsleitungen (wie Abwasser oder Altöl) ebenfalls Anschlüsse vorhanden sein, ist deren Installation ebenfalls in der Betriebsanleitung zu beschreiben.

In der Betriebsanleitung sind alle Informationen zu nennen, die für die Inbetriebnahme notwendig sind. Hierzu gehören detaillierte Beschreibungen von Abnahme-, Inspektions- und Betriebstests sowie alle durchzuführende Prüfungen bevor das Produkt in Betrieb geht. Das kann unter anderem die Überprüfung aller Sicherheitseinrichtungen sein oder ob alle Anschlüsse angeschlossen sind. Die Angaben in der Betriebsanleitung zur ordnungsgemäßen Inbetriebnahme der Maschine ist eine Voraussetzung für den sicheren Betrieb der Maschine.

Ein Technischer Redakteur berücksichtigt beim Betriebsanleitung erstellen ebenfalls die Angaben zur Entsorgung eines Produktes. Benötigt man ein Produkt nicht mehr, ist dieses fachgerecht zu entsorgen. Dabei müssen Informationen hinsichtlich Außerbetriebnahme, Demontage, Recycling und Entsorgung des Produktes in der Betriebsanleitung stehen. Da sich die gesetzlichen Anforderungen an die Entsorgung bzw. Recycling über die Zeit ändern können, ist darauf in der Betriebsanleitung hinzuweisen. Ein Vermerk, dass der Betreiber bzw. Benutzer des Produktes sich über die geltenden Bestimmungen zu informieren hat, ist hierbei hilfreich.

Beim Erstellen einer Betriebsanleitung sind möglicherweise Informationen bereitzustellen über die Reparatur von Produkten und dem Austausch von Teilen. Dies ist abhängig von der Zielgruppe der Betriebsanleitung. Solche Informationen sollen nur geschulten Personen bereit stehen. Bekannt sein müssen zudem Bezugsquelle der Teile, Vorgehensweise bei Austausch, Reparatur sowie Prüfung nach Austausch oder Reparatur. Zudem sollten Informationen zum Kundendienst in der Betriebsanleitung abgebildet sein.

Im Prozess eine Betriebsanleitung zu erstellen, gehört die Beschreibung des Produktes zu einem der ersten Kapitel. Angaben, die helfen das Produkt zu identifizieren gehören in diesen Abschnitt der Betriebsanleitung. Darunter zählen Angaben wie die Seriennummer, das Modell sowie Angaben zum Hersteller. Weiterhin gehören Merkmale des Produktes wie Technische Daten ebenfalls dazu. Eine tabellarische Darstellung dieser Angaben erhöht die Leserlichkeit dieser Informationen. Die jeweiligen Produktnormen enthalten Angaben dazu, welche Informationen in dem Kapitel der Betriebsanleitung zur Identifikation des Produktes stehen müssen.

Nur ausreichend geschulte Personen sollten eine Betriebsanleitung erstellen und überprüfen. Neben kommunikativen Kompetenzen sollte die zuständige Personen über ausreichende Methodenkompetenz in Hinsicht auf Sprache und Schreibstil verfügen. Weiterhin sollten die Personen sich mit dem Themenbereich der zu erstellenden Betriebsanleitung wie auch den relevanten Normen zur Erstellung auskennen.

Die Art wie eine Betriebsanleitung verfügbar bleibt, spielt schon bei der Erstellung einer Betriebsanleitung eine Rolle. Während der gesamten Lebensdauer des Produktes muss die Betriebsanleitung leicht zugänglich sein. Dies gilt auch für papierlose Betriebsanleitungen auf Datenträgern.

Die Pflicht eine Betriebsanleitung zu erstellen ist durch Forderungen aus Gesetzen, Normen und Richtlinien hinterlegt. Die Betriebsanleitung ist Teil des Produktes und muss daher beim Bereitstellen des Produktes auf dem Markt vorliegen. Dies ist eine Vorgabe aus dem Produktsicherheitsgesetz. Auch diverse EU-Richtlinien fordern für ein Produkt eine Betriebsanleitung, damit man dieses sicher verwenden kann. Keine Betriebsanleitung zu erstellen gilt als Sachmangel am Produkt und führt zu Produktrückrufen bzw. Vertriebsverboten für die unsicheren Produkte.

Die Norm EN 82079 fordert für den Prozess der Betriebsanleitung erstellen einen Korrekturlesevorgang durch eine zweite Person mit technischen Hintergrundwissen. Die fertige Betriebsanleitung einer Maschine ist nach dem Erstellen durch eine zweite fachliche Person gegenzulesen und auf Verständnisprobleme zu prüfen. Dies können Personen sein, die dabei mit der Maschine arbeiten und über das technische Fachwissen verfügen.

Die Bedienplätze, die ein Anwender an der Maschine einnehmen kann, gilt es während man die Betriebsanleitung erstellt, zu berücksichtigen. Eine Übersicht aller Standorte von Bedienplätzen verdeutlicht dem Anwender, an welchen Standorten man die Maschine bedienen kann.

Um Ihnen eine Betriebsanleitung erstellen zu können, benötigen wir einige Daten von Ihnen. Die Risikobeurteilung, zutreffende Normen und Richtlinien, Angaben zur Zielgruppe, Vorgaben zur Gestaltung der Anleitung, Anleitungen von Zulieferer sind nur einige Punkte darunter. Weiterhin benötigen wir einen Ansprechpartner für Rückfragen, die während wir die Betriebsanleitung erstellen auftreten können. Der Schutz Ihrer personenbezogenen Daten nimmt bei uns entsprechend einen hohen Stellenwert ein. Sie können unsere aktualisierte Datenschutzhinweise hier nachlesen.

Die Struktur im Kapitel Transport in der Betriebsanleitung sollte sich dabei nach den zeitlichen Tätigkeiten in diesem Kapitel strukturieren. Um eine vernünftige Struktur in der Betriebsanleitung zu erstellen, sollte man sich zuerst einige Fragen stellen. Welche sicherheitstechnischen Informationen müssen für das Kapitel Transport bekannt sein? Wie ist das Produkt verpackt und womit kann man die Maschine transportieren? Wie stellt man das Produkt auf und wie lagert man es?

In der Betriebsanleitung müssen Bedienungselemente ausführlich beschrieben sein. Dazu gehört eine Übersicht und Position aller Anzeige- und Kontrollinstrumente. Auch die Anordnung und Benennung der Bedienungselemente muss mit Fotos, Skizzen oder Zeichnungen in der Betriebsanleitung erfolgen.

Ein logischer Aufbau von Handlungsanweisungen in der Technischen Dokumentation erleichtert dem Benutzer die Nachvollziehbarkeit der Handlung. Folgende Schritte sollte man demzufolge bei der Erstellung von Handlungsanweisungen befolgen:

  1. Warum muss eine Handlung durchgeführt werden? (Bsp.: Ein verstopfter Filter beschädigt die Maschine)
  2. Welche Voraussetzungen gibt es dafür? (Lampe leuchtet, wenn der Filter verstopft ist)
  3. Wie geht man der Reihe nach vor? (1. Zuerst Deckel öffnen 2. Filtersicherung entriegeln 3. …)
  4. Was ist das Ergebnis der Handlung? (Die Lampe an der Maschine erlischt)

Eine Betriebsanleitung erstellen bedeutet auch sich mit der logischen Abfolge der Kapitel innerhalb der Betriebsanleitung zu befassen. Die Abfolge der Kapitel sollte sich anhand der Lebensphasen des Produktes orientieren. Im Folgenden steht die logische Abfolge (nur die erste Hierarchieebene) der Kapitel einer allgemeinen Betriebsanleitung im Maschinenbau:

  • Titelseite
  • Impressum
  • Inhaltsverzeichnis für die gesamte Betriebsanleitung
  • Zweck dieser Betriebsanleitung
  • Orientierung in der Betriebsanleitung
  • Kapitel 1 Identifikation der Maschine
  • Kapitel 2 Maschinenbeschreibung, Aufbau und Funktion
  • Kapitel 3 Grundlegende Sicherheitshinweise
  • Kapitel 4 Transport, Aufstellung und Lagerung
  • Kapitel 5 Bedienungs- und Anzeigenelemente, Betriebsarten
  • Kapitel 6 Montage und Inbetriebnahme
  • Kapitel 7 Bedienung
  • Kapitel 8 Einrichten
  • Kapitel 9 Wartung und Instandhaltung
  • Kapitel 10 Entsorgung
  • Kapitel 11 Ersatzteilliste
  • Kapitel 12 Anhang

Nach dem Erstellen einer Betriebsanleitung liegen die Urheber-/Nutzungsrechte immer beim Ersteller des Dokumentes. Wir als Dienstleister für Technische Dokumentation sind natürlich gerne dazu bereit, Ihnen die ausschließlichen Nutzungsrechte an einer von uns erstellten Betriebsanleitung zu überlassen. Benötigen Sie Unterstützung bei der Erstellung einer Betriebsanleitung? Wir machen Ihnen gerne für die Erstellung und Pflege aller Technischen Dokumentationen ein Angebot. Rufen Sie hierzu uns einfach an oder schreiben uns eine E-Mail.

Beim Erstellen einer Betriebsanleitung sollte man drauf achten, ein Abbildungsverzeichnis mit einzubauen. Ein Abbildungsverzeichnis verhilft den Benutzer dabei, die Übersichtlichkeit in der Betriebsanleitung nicht zu verlieren. Der Zugriff auf gesuchte Informationen ist dadurch erleichtert. Wenn zum Beispiel eine Betriebsanleitung viele Abbildungen enthält, verhilft dem Benutzer das Abbildungsverzeichnis eine speziell gesuchte Abbildung (wie das Übersichtsbild über alle Not-Aus-Vorrichtungen an der Maschine oder Anlage) schneller zu finden.

Sie möchten eine gute und verständliche Technische Dokumentation von einem Experten erstellen lassen? Dabei sind wir Ihnen gerne behilflich. Wir können die Erstellung einer Technischen Dokumentation für Sie übernehmen und unterbreiten Ihnen dazu gerne ein Angebot. Für eine Angebotserstellung benötigen wir unter anderem folgende Daten:

  • CAD-Zeichnungen
  • Bilder
  • Technische Daten aus alten Anleitungen
  • Frühere Versionen Ihrer Betriebsanleitung oder eines ähnlichen Produktes
  • Weitere Dokumente wie zum Beispiel eine Risikobeurteilung

Bei der Erstellung einer Betriebsanleitung im Maschinenbau kann eine Checkliste an mehreren Stellen hilfreich sein. Beispielsweise bei der Erstellung eines guten Sicherheitskapitels. Dieses entsteht durch eine genaue Risikobeurteilung. Mit der Analyse von möglichen Gefahrenquellen kann man Risiken im Maschinenbau einschätzen und passende Gegenmaßnahmen treffen. Um mögliche Gefahren sinnvoll analysieren zu können, sollten alle relevanten Gesetzte und Normen bekannt sein. Alle relevanten Anforderungen trägt man in einer Checkliste zusammen, die dann zum Recherchieren und Kontrollieren der Risikobeurteilung verwendbar ist.

Beim Schreiben von Betriebsanleitungen kommen in der Regel der linksbündige Flattersatz und der Blocksatz zur Anwendung. Beim Flattersatz sollten die Zeilen stets wechselnde und deutlich unterschiedliche Längen besitzen. Blocksatz hingegen birgt die Gefahr, dass große Löcher im Text entstehen, an denen sich das Auge stört. Hier ist also ggf. eine manuelle Nachbearbeitung erforderlich, da der Wortzwischenraum ungefähr der Breite des Buchstaben „i“ entsprechen sollte.

In einer Betriebsanleitung sollten pro Zeile zwischen 45 bis 65 Zeichen stehen. Bei einer Schriftgröße von 10 Punkten sollte der Zeilenabstand ungefähr 12 Punkte betragen. Wählt man eine größere Schriftgröße, so kann der Zeilenabstand dafür etwas geringer ausfallen. Bei langen Zeilen muss zudem der Zeilenabstand größer sein als bei kurzen Zeilen, damit der Text gut lesbar bleibt.

Die Kopf- und Fußzeile in der Betriebsanleitung können Sie nutzen, um dem Leser die Orientierung im Text zu erleichtern. In der Kopfzeile können zum Beispiel die Kapitelüberschriften stehen. Die Seitenzahlen stehen üblicherweise in der Fußzeile.

Bedrucken bzw. Nutzen sollte man in einer Bedienungsanleitung von jeder Seite nur ein bestimmter Teil. Die Fläche, die man auf einer Seite benutzt, bezeichnet man in der Typografie als Satzspiegel. Wie der Satzspiegel am Ende tatsächlich aussieht, hängt davon ab, ob es sich bei der Bedienungsanleitung um ein- oder doppelseitiges Format handelt. Bei einer einseitigen Anleitung haben die Größen der Stege, also die vier Seitenränder, ein anderes Verhältnis  zueinander, als bei einem doppelseitigen Format. Unabhängig davon werden nur ca. 2/3 der Seite tatsächlich bedruckt. Ungefähr 1/3 sollte frei bleiben.

Das wichtigste Kriterium beim Erstellen von Betriebsanleitungen, Gebrauchsanleitungen oder Montageanleitungen ist die Beschreibung der Funktionalität des Produktes. Einem Nutzer soll durch das Lesen der Betriebsanleitung, Gebrauchsanleitung oder Montageanleitung die wichtigen Fragen nach dem WO, WER, WAS, WANN, WIE und WARUM vorweggenommen werden.

Beim Erstellen von Betriebsanleitungen, Gebrauchsanleitung oder Montageanleitungen gilt es zudem einige Richtlinien und Normen zu beachten. Zu den wichtigsten Richtlinien der EU, denen man Beachtung schenken muss, gehören die Maschinenrichtlinie, die EMV-Richtlinie und die Niederspannungsrichtlinie. Daneben gibt es je nach Art des Produktes weitere Richtlinien und Normen. Außerdem muss man die Regelungen der Zielmärkte (EU, USA, Russland, etc.) beachten.

Für die Erstellung von Bedienungs- und Gebrauchsanleitungen benötigen wir mindestens eine Risikobeurteilung. Zudem benötigen wir wenn möglich, mehrere Termine vor Ort am Produkt oder Gesprächstermine mit einem Konstrukteur. Ältere, ähnliche Anleitungen oder grobe Funktionsbeschreibungen des Produktes vereinfachen die Erstellung und berücksichtigen wir ebenfalls. Je nach vorhandenen Unterlagen stimmen wir unsere Abläufe mit den Abläufen von Ihnen ab.

Die Umrechnung der Maß- und Temperatureinheiten in Bedienungsanleitung, Gebrauchsanleitung oder Montageanleitung sind für den amerikanischen Markt ein wichtiges Sicherheitskriterium. Viele Amerikaner können mit dem metrischen System nichts anfangen und durch bspw. falsch verstandene Abstände können gefährliche Situationen entstehen. Im Zuge der Anpassung der Bedienungsanleitung, Gebrauchsanleitung oder Montageanleitung und deren Übersetzung können wir die Umrechnung der Einheiten übernehmen.

Für das Erstellen einer Betriebsanleitung fallen neben den gesetzlichen Grundlagen auch eine Vielzahl an Normen und Richtlinien an. Entsprechend schreiben diese vor, was eine Betriebsanleitung alles enthalten soll. Um nicht den Überblick über alle Besonderheiten der Technischen Dokumentation zu verlieren, sollte man Hilfsmittel verwenden. Empfehlenswert ist dabei der Einsatz von Checklisten, Leitfäden und Redaktionssystemen.

Bei der Erstellung einer Betriebsanleitung kann eine Checkliste an mehreren Stellen hilfreich sein. Beispielsweise bei der Erstellung eines guten Sicherheitskapitels. Dieses entsteht durch eine genaue Gefahrenanalyse. Mit der Analyse von möglichen Gefahrenquellen kann man Risiken einschätzen und passende Gegenmaßnahmen treffen. Um mögliche Gefahren sinnvoll analysieren zu können, sollten alle relevanten Gesetzte und Normen bekannt sein. Alle relevanten Anforderungen können in einer Checkliste zusammengetragen werden, die man dann zum Recherchieren und Kontrollieren der Gefahrenanalyse verwendet.

Abbildungen in der Betriebsanleitung sollten einheitlich gestaltet und angeordnet sein, um den Leser der Technischen Dokumentation nicht zu verunsichern. Ein allgemein gehaltenes Layout der Abbildungen sorgt für einen besseren Lesefluss. Außerdem steigert es die Verständlichkeit einer Betriebsanleitung.

Eine gute Darstellung der Betriebsanleitung beinhalten verständliche Abbildungen sowie ein logisch aufgebauter Fließtext. Damit wird das Produkt und alle für den Umgang benötigten Sicherheitshinweise deutlich beschrieben und dies zeichnet eine gute Gebrauchsanleitung aus. Übrigens erhalten Sie hier weitere Informationen in unserem Fachbuch-Verlag:
www.gft-verlag.de/de/3-buecher

Grafische Darstellungen einschließlich Sicherheitszeichen müssen für Zielgruppen leicht erkennbar und verständlich sein. Falls diese nicht einfach verständlich oder eindeutig sind, müssen die grafischen Darstellungen in der Betriebsanleitung erläutert sein.

Die Struktur der Betriebsanleitung sollte in der Reihenfolge stehen, wie auch der Lebenszyklus eines Produktes entsprechend aussehen würde. Folglich sollten die Einzelschritte in der Reihenfolge vorkommen, wie der Anwender mit einem Produkt Aufgaben erledigen würde. Eine mögliche Struktur würde beispielsweise so aussehen:

  • Transport, Montage und Installation eines Produktes
  • Inbetriebnahme
  • Betrieb
  • Instandhaltung und Reinigung
  • Außerbetriebnahme, Demontage, Entsorgung

Bei der Wahl des passenden Formats für die Betriebsanleitung kommt es vorrangig auf die Auslieferung des Produktes an. Für ein Mobiltelefon wird die Bedienungsanleitung vermutlich nicht im A4-Format erstellt sein, wenn Sie in die Verpackung passen soll. Hier ist eine Anleitung im Format A5 oder A6 sicher die bessere Wahl. Die Anleitung für eine Werkzeugmaschine hingegen, die man in der Werkstatt liest, ist im A4-Format für den Nutzer am hilfreichsten.

Abkürzungen oder Akronyme sollten vermieden werden. Sind diese oder andere Fachbegriffe unvermeidbar, müssen diese für die beabsichtige Zielgruppe dementsprechend verständlich aufgelistet und erklärt sein. Beim ersten Auftreten der Begriffe in der Betriebsanleitung sind diese zu erklären und/oder in einem Glossar zu verzeichnen.

Überschriften müssen leicht verständlich sein und sollten daher kurz und nummeriert sein. Sie dienen als Leitfaden, der den Nutzer der Betriebsanleitung durch das Dokument führt und ihm dabei hilft die erforderlichen Informationen zu finden. Empfehlenswert ist ebenfalls die Anwendung einer einheitlichen Strukturierungsmethode. Die Formulierungen und Struktur der Texte sollten die verschiedenen Textfunktionen unterstützen wie z.B.:

  • Thema (Überschrift)
  • Warnung
  • Beispiel
  • Beschreibung
  • Voraussetzung
  • Handlung
  • Ergebnis
  • Beschriftung einer Abbildung oder Tabelle

Bei der Formulierung einer Betriebsanleitung ist darauf zu achten, dass alle Informationen so einfach und kurz wie möglich gehalten sind. Sätze sollten eine einfache Satzstruktur vorweisen, kurz gehalten und grammatikalisch richtig sein. Querverweise sollten so wenig wie möglich vorkommen, damit das Dokument übersichtlich bleibt.

Es gibt drei grundsätzliche Layout-Typen, die für Betriebsanleitungen geeignet sind:

  1. Ein zweispaltiges Layout mit Marginalienspalte. Die äußere bzw. linke Spalte enthält hierbei ausschließlich Stichwörter sowie die Überschriften. Der Text und die Bilder sind in der inneren bzw. rechten Spalte anzuordnen. Durch die Stichwörter ist der Text gut strukturiert und leicht selektiv lesbar.
  2. Getrennte Spalten für Bilder und Text. Dieser Typ eignet sich, wenn viele Bilder verwendet werden (z. B. für Handlungsanleitungen, in denen die einzelnen Schritte genau beschrieben werden). Dabei werden die Bilder z. B. in der rechten Spalte untereinander angeordnet. In der linken Spalte steht neben jedem Bild ein möglichst kurzer erläuternder Text. Der Text wird dem Bild also auch optisch zugeordnet.
  3. Das einspaltige Layout. Hierbei sind die Bilder in einer eigenen Zeile zentriert zwischen den Absätzen bzw. Textblöcken angeordnet. Diese Variante ist mit jedem Textverarbeitungsprogramm einfach zu erzeugen. Allerdings werden die Zeilen bei diesem Layout-Typ relativ lang und damit schlechter lesbar. Auch die Zuordnung zwischen Text und Bild ist nicht immer sofort erkennbar.

Die Auswahl an Schriftarten scheint fast unbegrenzt zu sein. Aber nicht jede Schrift ist für eine Betriebsanleitung geeignet. Gedruckte umfangreiche Texte sollten mit Serifenschriften (Schriften mit „Füßchen“) gedruckt sein, der Leser ermüdet bei dieser Schriftart nicht so schnell beim Lesen. Als gängige Serifenschrift ist hier die Schriftart „Times“ zu empfehlen. Liest man den Text hingegen mehr auf Bildschirmen, so sind serifenlose Schriften geeigneter. Eine serifenlose Schrift ist z.B. die „Arial“ Schriftart.

  • Kursiv- oder Fettschrift sollte für Hervorhebungen nur sparsam eingesetzt werden. Doppelte Auszeichnungen (Kursiv und Fett) sollten in jedem Fall vermieden werden.
  • Die Schriftgröße für den Fließtext in Betriebsanleitungen im A4-Format sollten 10 bis 12 Punkte betragen. Für Anleitungen im A5-Format werden daher 8,5 bis 10 Punkte als Schriftgröße empfohlen.
  • Die Größe der Überschriften steigt mit jeder Hierarchieebene ab. Bei einer Schriftgröße von 10 Punkten sollte das Verhältnis der verschiedenen Überschriften 20:14:11 betragen. Auf die Verwendung von mehr als drei Hierarchieebenen sollte man ebenfalls nach Möglichkeit verzichten.
  • Verzichten Sie auf optische Spielereien im Fließtext. In der Regel erschweren Sie dem Leser dadurch den Überblick.

Beim Schreiben von Betriebsanleitungen kommen in der Regel der linksbündige Flattersatz und der Blocksatz zur Anwendung. Beim Flattersatz sollten die Zeilen stets wechselnde und deutlich unterschiedliche Längen besitzen. Für die richtige Ausführung ist daher häufig eine manuelle Nachbearbeitung erforderlich. Blocksatz hingegen birgt die Gefahr, dass große Löcher im Text entstehen, an denen sich das Auge stört. Auch hier ist also ggf. eine manuelle Nachbearbeitung erforderlich, da der Wortzwischenraum ungefähr der Breite des Buchstaben „i“ entsprechen sollte.

Die Kopf- und Fußzeile können Sie nutzen, um dem Leser die Orientierung im Text zu erleichtern. In der Kopfzeile können z. B. die Kapitelüberschriften stehen. Die Seitenzahlen stehen üblicherweise in der Fußzeile.

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Redaktionelles Arbeiten in der Technischen Dokumentation

Ein Redaktionssystem erleichtert das Nachvollziehen von einzelnen Entwicklungsstände beim Erstellen einer Betriebsanleitung. Das Redaktionssystem erlaubt mit der eingebauten Versionierung die Änderungen in den einzelnen Ständen der Betriebsanleitung nachzuvollziehen. Dadurch kann man immer sehen, was sich in der letzten Version geändert hat. Jede Änderung an der Betriebsanleitung innerhalb des Redaktionssystems muss man zudem freigegeben, was die Kontrolle von Änderungen erleichtert.

Der Einsatz eines Redaktionssystems in der Technischen Dokumentation kann dann sinnvoll sein, wenn viele Betriebsanleitungen mit gleichen Inhalten zu erstellen sind. Das Erstellen, Verwalten, Publizieren und Übersetzen von Inhalten, die in der Technischen Dokumentation häufig vorkommen, ist mit einem Redaktionssystem einfacher. Ebenso wenn die erstellten Dokumente häufig zu überarbeiten sind aufgrund Versionsänderungen, lohnt sich der Einsatz eines Redaktionssystems. Die integrierte Versionkontrolle erlaubt es, dass man Änderungen in den Bausteinen leicht nachvollziehen kann.

Der Einsatz eines Redaktionssystems in der Technischen Dokumentation ist nicht immer sinnvoll. Wenn nur eine Betriebsanleitung zu erstellen ist, lohnt sich der initiale Aufwand für ein Redaktionssystem nicht. Ebenso wenn die Inhalte stark unterschiedlich ausfallen und nicht widerverwendbar sind, ist der Einsatz eines Redaktionssystem nicht geeignet.

Um die Inhalte im Abschnitt Wartung und Reinigung der Betriebsanleitung zu verdeutlichen, helfen Zeichnungen und Diagramme in der Technischen Dokumentation. Diese sollen beispielsweise verdeutlichen, in welchen Abständen Wartungsarbeiten durchzuführen sind. Zeichnungen in der Betriebsanleitung kann auch dabei unterstützen, wie eine Wartung durchzuführen ist.

Um einen Redaktionsleitfaden in der Technischen Dokumentation stilgerecht zu entwerfen, kann man sich an ein paar sprachliche Regeln halten.

Formulierungen im Redaktionsleitfaden sollten zum Beispiel kein Passiv enthalten. Der Benutzer ist mit dem Text aktiv anzusprechen.
Hierzu ein Negativbeispiel, wo diese Regel missachtet wird:

„Die Späneanhäufungen hinter der Werkzeugbeladetür sind zu entfernen.“

Nach der Optimierung lautet der Satz:

„Entfernen Sie die Späneanhäufungen hinter der Werkzeugbeladetür.“

Die Satzlänge ist ebenfalls relevant. Länge Schachtelsätze sollte man vermeiden. Allgemein sollten Sätze im Redaktionsleitfaden nicht länger als 20 Wörter sein.
Auch sollte man im Text auf Modalverben wie bspw. „dürfen“, „können“ und „mögen“ verzichten. Diese Begriffe suggerieren dem Benutzer Möglichkeiten. Die Notwendigkeiten der Anweisungen für einen Redaktionsleitfaden in der Technischen Dokumentation müssen entsprechend formuliert sein.

Ein Redaktionsleitfaden in der Technischen Dokumentation ist kein Regelwerk. Er dient mehr dazu, die Anwender zu schulen. Deswegen sollten Inhalte gut und übersichtlich strukturiert sein. Beispiele verdeutlichen die Inhalte noch besser. Für einen Redaktionsleitfaden gilt: Je länger und dichter der Leitfaden, desto mehr muss er als Nachschlagewerk funktionieren.

Der Redaktionsleitfaden enthält eine Vielzahl an Vorgaben, die für die Erstellung von der Technischen Dokumentation innerhalb einer Redaktion verbindlich sind. Zudem benötigt die Erstellung eines Redaktionsleitfaden eine Menge Zeit. Der Zeitaufwand rechnet sich durch die verbesserte Konsistenz und Qualität der aus dem Leitfaden erstellten Dokumente.

Redaktionssysteme dienen zur Verwaltung der Technischen Dokumentation und den Metadaten wie Datenstruktur und Layout des Inhaltes. Das Spektrum an Funktionen umfasst unter anderem das Erstellen, Verwalten, Publizieren und Übersetzen von Inhalten. Zudem ist durch die modulare Arbeitsweise mit dem Redaktionssystem eine Versionskontrolle für die erstellten Dokumente vorhanden. Hierdurch kann man Änderungen in der Technischen Dokumentation leicht nachvollziehen.

Single Source Publishing steht für einen XML-Standard, auf dem moderne Redaktionssysteme in der Technischen Dokumentation basieren, die den Vorteil bieten, dass den Inhalt und Layout voneinander getrennt verwaltet. Der Content muss mann dann nicht unnötig mehrfach verwalten und kann diesen medienunabhängig nutzen. Diese Prozesse werden von spezieller Software unterstützt. Dabei geht es um die weitgehende Trennung von Inhalt, Struktur und Layout. Single-Source-Publishing bietet die Möglichkeiten, um die Datenverwaltung sinnvoll zu gestalten.

Dank der Wiederverwendbarkeit der Bausteine lassen sich die Betriebsanleitungen jeder Maschinenvariante nahezu automatisch aus dem System heraus generieren. Änderungen und Korrekturen an den Inhalten der Technischen Dokumentation nimmt man nur an einer zentralen Stelle vor. Die Änderungen und Korrekturen passen sich dann in allen betreffenden Dokumenten an.

Eine gute und verständliche Technische Dokumentation verringert Risiken, reduziert den Supportaufwand und erhöht die Kundenzufriedenheit. Zudem vermeidet eine klare und verständliche interne Sprache Fehler und beschleunigt Prozesse. Außerdem erhöht eine einheitliche Terminologie für Fachbegriffe (wie z. B. NiO, Schütz, usw.) die Verständlichkeit für den Nutzer der Technischen Dokumentation.

Terminologie in der Technischen Dokumentation sind die Einheitliche Formulierung von Fachbegriffen. Eine Betriebsanleitung für eine Maschine oder ein Gerät muss auch für Laien verständlich formuliert sein. Dabei sollte man gänzlich auf Synonyme verzichten und stattdessen auf konsistente Wiederholungen setzen. Ein Glossar mit den speziellen Fachausdrücken erleichtert die Einhaltung der erforderlichen Terminologie. Sinnvoll wäre auch die Anlegung einer Terminologiedatenbank. Sie bildet zudem eine gute Voraussetzung für spätere Übersetzungsarbeiten.

Text und Bild in der Technischen Dokumentation stellt eine sinnvolle Kombination dar, um eine Betriebsanleitung logisch und verständlich zu gestalten. Beide Komponenten ergänzen sich gegenseitig und sorgen damit für eine gut strukturierte Übersicht. Dies führt dazu, dass sowohl die motorische als auch die visuelle Wahrnehmung angesprochen wird. Der Benutzer erkennt die Botschaft auf einen Blick. Je leichter er die Anweisungen umsetzen kann, desto eher befolgt er die Hinweise in der Technischen Dokumentation und erhöht somit auch die Sicherheit im Gebrauch mit dem Produkt.

Videos sind in Marketing und Vertrieb bereits ein beliebtes Mittel, um Kaufentscheidungen zu beeinflussen. In der Technischen Dokumentation können Videos zudem als spontanes Kommunikationsmittel eingesetzt werden. Eine Maschine oder ein Fertigungsprozess kann mit einer Kamera aufgenommen und von der Technischen Redaktion bearbeitet sein. Es ist damit zu rechnen, dass sich in den kommenden Jahren vermehrt audiovisuelle Inhalte in den Arbeitsalltag integrieren.

Videos in der Technischen Dokumentation kaschieren Leseschwächen der Anwender und erhöhen die Akzeptanz von Anleitungen. So können erklärende Videos als Add-on zur Papieranleitung die Verständlichkeit einer Maschine erhöhen. Die Erstellung von Videos führt dafür aber auch zwangsläufig zur Erhöhung der Dokumentationskosten. Die Technischen Redakteure benötigen neue Kompetenzen und Erfahrungen. Ob der Kunde die (teuren) Zusatzleistungen honoriert ist auch nicht gesichert.

Die Möglichkeiten für den Einsatz von Videos in der Technischen Dokumentation können in folgende Aufnahmesituationen unterteilt werden:

  • Bewegtes Objekt: Zum Beispiel ein Technisches Produkt in Bewegung
  • Animation: Abläufe in künstlicher Bewegung dargestellt
  • Moderation: Aufnahme eines Sprechers oder einer Sprecherin
  • Übersichtsfilm: Übersicht über eine Maschine beispielsweise durch Schwenken und Zoomen auf Details

Für die Technische Dokumentation sind folgende Kategorien von Produktionsformaten interessant:

  • Prozessdokumentation: Zum Beispiel Abläufe einer Maschine auf Videos aufnehmen
  • Screencasts: Beispielsweise die Aufzeichnung des Computerbildschirms
  • Utility Filme: Kurze Videoclips als Anleitungsersatz
  • Interner Wissensaustausch: Videos zum Informationsaustausch

Ein Screencast in der Technischen Dokumentation bietet einen ausgefallenen Weg zur Dokumentation einer Softwareanwendung. Zum Beispiel könnte ein Ingenieur eine neue Funktion an der Software einer Maschine erklären, während er seinen Bildschirm aufzeichnet. Mit einfachen Mitteln und bei entsprechender Nachbearbeitung können diese Aufnahmen in der Technischen Dokumentation eingesetzt werden.

Utility Filme in der Technischen Dokumentation kommen meist ohne Tonspur aus und eignen sich deswegen gut für den internationalen Gebrauch. Die sprachfreien und interaktiven Anleitungsvideos bestehen aus kurzen Videoclips, die miteinander verlinkt sind. Der Anwender kann sich die Aufgaben aus der Technischen Dokumentation Schritt für Schritt ansehen. Parallel dazu führt er die Handlung an der Maschine durch.

Wissen, Feedback oder Veränderungen in der Technischen Dokumentation können mit spontanen Bildschirm- oder Kameraaufnahmen weitergegeben werden. Durch solche Videos kann ein effizienter Informationsaustausch zwischen Technischen Redakteuren und anderen Abteilungen stattfinden. Der Aufwand für die Aufnahmen sollte man aber möglichst gering halten, da die Anzahl der Abrufe solche Videos gering ist.

Bestimmte Arbeitsschritte dürfen bei Videos in der Technischen Dokumentation ebenso wenig ausgelassen werden wie bei der Papierdokumentation. Dort sollte man für die Erstellung von Videos beachten:

  • Konzeption eines Videos mithilfe eines Drehbuchs und Storyboards
  • Sorgfältige Vorbereitung für den Dreh und angemessene Videoausrüstung
  • Professioneller Videoschnitt mit Anpassung auf die Bedürfnisse der Zielgruppe
  • Prüfung der Ergebnisse durch die Fachabteilungen

Ein Video in der Technischen Dokumentation sollte vorrangig informativ und bildend sein. Die Inhalte müssen zudem akkurat recherchiert und qualitativ hochwertig sein. Die Dauer eines Videos in der Technischen Dokumentation sollte kurz gehalten sein, die bevorzugte Länge liegt zwischen ein bis sechs Minuten. Ein oft unterschätzter Faktor in Videos in der Technischen Dokumentation ist eine gute Tonunterlegung. Sprecherkommentare und dezente musikalische Untermalung in guter Tonqualität erhöhen dabei den Mehrwert eines Videos.

Wir können für die Erstellung von Bedienungsanleitungen, Gebrauchsanleitungen oder Montageanleitungen mit mehreren, unterschiedlichen Redaktionssystemen arbeiten und umgehen. Daher sind wir sehr flexibel bei der Erstellung von Ihrer Anleitung. Wir arbeiten mit dem von Ihnen gewünschten System, entsprechend Ihrer Situation. Zudem können wir die Bedienungsanleitung, Gebrauchsanleitung oder Montageanleitung auch als InDesign oder Word ausliefern.

Der Redaktionsleitfaden dient als ein frei zugänglicher Wissenspool beim Erstellen von redaktionellen Dokumenten. Der Redaktionsleitfaden wird unterstützend für die Erstellung und Gestaltung von Betriebsanleitungen eingesetzt. Alle Dokumente sollen in Bezug auf Layout und Text dank einem dafür vorhergesehen Redaktionsleitfaden einheitlich entstehen. Damit soll ein hohes Qualitätsniveau bei der Technischen Dokumentation erreichbar sein. Bei den Lesern der Dokumente fördert dies den Wiedererkennungseffekt und gesuchte Inhalte sind dadurch leicht zu finden. Weiterhin dient er als Nachschlagewerk für die tägliche Arbeit oder auch als Hilfsmittel für die Einarbeitung neuer Kollegen.

Ein Redaktionsleitfaden kann viele Themen behandeln. Zum Beispiel können Layoutvorgaben, Terminologie und Informationsverteilung für Dokumente in einem Redaktionsleitfaden geregelt sein. Weiterhin können verwendete Tools für die Bild- und Mediennutzung in einem Leitfaden abgebildet sein. Auch Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Prozessabläufe können mithilfe eines Redaktionsleitfaden beschrieben werden.

Ein Redaktionssystem in der Technische Dokumentation dient zur Verwaltung von Dokumenten und Metadaten wie Datenstruktur und Layout des Inhaltes einer Betriebsanleitung. Das Spektrum an Funktionen umfasst dementsprechend das Erstellen, Verwalten, Publizieren und Übersetzen von Inhalten. Durch die modulare Arbeitsweise mit Redaktionssystemen ist eine Versionskontrolle für die erstellten Dokumente, anhand man Änderungen leicht nachvollziehen kann, möglich. Wenn Sie für Ihre Technische Dokumentation ein Redaktionssystem nutzen wollen, helfen wir Ihnen gerne dabei.

Wichtige Informationen in Abbildungen sollten mit Vermerken gekennzeichnet sein. Eine Legende unter der Abbildung, die solche Vermerke erläutert, ist dabei behilflich. Besonders umfangreiche Darstellungen mit viel Informationsgehalt besser auf mehrere Abbildungen aufteilen.

Die Abbildungen nicht mit Informationen in Textform belasten. Wenn die Betriebsanleitung in andere Sprachen übersetzt werden soll, behindern Texte in Abbildungen die Arbeit der Übersetzer. Diese müssen dann in manueller Arbeit die Texte aus den Abbildungen heraus übersetzen und nachsetzen. Dadurch steigen die Kosten für die Übersetzung.

In der Technischen Dokumentation ist die Nutzung von Abbildungen auf verschiedene Arten möglich. Darunter fallen:

  • Technische Illustrationen wie bspw. Schemazeichnungen, Ablaufdiagramme oder Funktionsdarstellungen
  • Fotografien von Maschinen, Bauteile, Werkzeuge, usw.
  • 3D-Abbildungen von z.B. Übersichtsdarstellungen, Schnittansichten, Explosionsdarstellungen
  • Symbolische Abbildungen wie bspw. Piktogramme und Symbole

Um den Informationsgehalt einer Abbildung auf das Wesentliche zu beschränken geht man am besten wie folgt vor:

  • Beschneiden der Abbildung: Dem Betrachter nur den wesentlichen Teil eines Bildes zeigen, indem die relevanten Informationen enthalten sind
  • Freistellen der Abbildung: Unwesentliche Informationen im richtigen Bildausschnitt ausblenden
  • Hervorheben von Informationen: Technische Hilfsmittel wie Markierungen, Pfeile, usw. verwenden, um kurzum bestimmte Informationen hervorzuheben

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US Betriebsanleitung

Die Garantieangaben in einer US-Betriebsanleitung nehmen für den amerikanischen Markt einen hohen Stellenwert ein. Die Ausschlussbestimmungen, die bestimmte Punkte innerhalb der Produktgarantie ausschließen, müssen auffällig dargestellt sein. US-Gerichte verlangen zudem in der Regel das solche Bestimmungen durchgängig in Großbuchstaben mit Fettdruck verfasst sind. Die Hervorhebung der Ausschlussbestimmungen durch den Einsatz einer anderen Schriftfarbe oder einer Kursivschrift ist daher zu empfehlen.

Beispiel:

NO OTHER WARRANTY EXPRESSED OR IMPLIED, INCLUDING MERCHANTABILITY, APPLIES TO THE EQUIPMENT, NOR IS ANY PERSON OR COMPANY AUTHORIZED TO ASSUME ANY OTHER WARRANTY.

Die Verständlichkeit und Klarheit einer Anleitung sollte das oberste Gebot beim Erstellen einer US-Betriebsanleitung sein. Deswegen sollte man nach Möglichkeit auf Querverweise verzichten. Diese können den Leser verwirren und sorgen für Unstimmigkeiten im Betrieb der Maschine. Wenn man in der US-Betriebsanleitung nicht komplett auf Querverweise verzichten kann, müssen genaue Informationen enthalten sein, wo man den gesuchten Querverweis finden kann.

Wie wichtig ist Terminologie in US Betriebsanleitungen? Die nachfolgenden Begriffe sollen zeigen, wie wichtig die Einhaltung der richtigen Terminologie bei der Erstellung einer US Betriebsanleitung ist.

May – Dieses Wort hat einen möglichen Handlungscharakter. Mit diesem Schlüsselwort ist angedacht, dass man etwas machen kann oder auch nicht.

Shall – Dieser Ausdruck hat einen verbindlichen Charakter. Man muss dort das tun was mit diesem Schlüsselwort beschrieben ist.

Should – Diesen Begriff sollte man beratend in der US Betriebsanleitung verwenden. Es ist dann zu verwenden, wenn etwas empfohlen ist.

In den USA gibt es mit OSHA und ANSI zwei primäre Arten von Standards für die Anlagen- und Maschinensicherheit. Die allgemein gültigen Grundsätze der OSHA sind dahingegen die Mindeststandards für alle US-Bundesstaaten in Bezug auf die Anlagen- und Maschinensicherheit. Die OSHA-Standards werden von staatlicher Seite herausgegeben, deren Einhaltung verpflichtend vorgeschrieben ist.

Der Standard ANSI (American National Standards Institute) ist durch private Organisationen veröffentlicht, deren Anwendung in der Regel nicht zwingend erforderlich ist. ANSI gibt produktübergreifende freiwillige Standards für Anlagen- und Maschinensicherheit heraus. Häufig finden sich zudem ANSI-Normen als Vertragsbestandteil wieder. Darüber hinaus fließen ANSI-Normen in die Standards von OSHA ein und spielen natürlich im Produkthaftungsfall eine wesentliche Rolle.

Die Section Safety Messages sind in den Warnhinweisen von US Betriebsanleitungen sogenannten abschnittsbezogene Warnhinweise. Diese legen Sicherheitsinformationen für einen Arbeitsgang oder für ein gewisses Thema in dem folgenden Kapitel oder Abschnitt dar. Damit sollen unnötige Wiederholungen oder die Unterbrechung des Leseflusses vermieden werden. Das Gefahrenzeichen muss bei den Warnhinweisen dabei vorangestellt sein. Bei der Warnstufe GEFAHR muss das Signalwort zudem zwingend mit in der US Betriebsanleitung angegeben sein, bei den anderen Stufen ist die Angabe des Signalwortes optional.

Die Grouped Safety Messages in US Betriebsanleitungen dienen zum Zusammenstellen aller oder der wesentlichen Sicherheitshinweise. Mit den zusammengefassten Sicherheitshinweisen ist ein sinnvolles Gruppieren der Sicherheitshinweise in US Betriebsanleitungen möglich. Die Grouped Safety Messages müssen dahingegen klar von nicht- Warnhinweisen getrennt sein. Der Titel der zusammengefassten Sicherheitshinweise muss einen klaren Sicherheitsaspekt verdeutlichen. Der Titel muss zudem ins Inhaltsverzeichnis der US Betriebsanleitung aufgenommen werden. Mögliche Beispiele für den Titel dazu sind:

  • Basic Safety Instructions
  • Important Safety Instructions
  • Safety Manual
  • Safety First

Die Grouped Safety Messages (zusammengefassten Sicherheitshinweise) kommen am Anfang von einer US-Betriebsanleitung vor. Dahingegen stehen die Section Safety Messages (abschnittsbezogenen Warnhinweise) nur in einem gewissen Abschnitt oder Kapitel. Grouped Safety Messages bündeln alle Sicherheitsinformationen zentral an einem Punkt in der US Betriebsanleitung. Section Safety Messages finden dann Anwendung, wenn der Anwender Sicherheitsinformationen zu einem Abschnitt oder einem Arbeitsgang in der US-Betriebsanleitung benötigt.