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FAQ zur Technischen Dokumentation und technischen Übersetzung, Risikobeurteilung und CE-Kennzeichnung, ANSI Z 535 .6

Auf dieser Technischen Dokumentation FAQ Seite finden Sie unsere stetig wachsende FAQs zu Dokumentation und Übersetzung mit den häufig gestellten Fragen und Antworten.

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Technische Dokumentation

Um eine Maschine beim Transport sicher zu bewegen, muss in der Technischen Dokumentation auch Angaben zu dem Transport einer Maschine stehen. Dazu gehören Angaben zu den zulässigen Transportmitteln wie das die Maschine nur mit einem Gabelstapler zu bewegen ist. Die Betriebsanleitung muss auch nennen welche Hubkraft das benötigte Transportmittel vorweisen muss. Muss das zuständige Personal für den Transport besondere Vorkehrungen treffen, ist das ebenfalls in der Technischen Dokumentation mit anzugeben.

Die Technische Dokumentation muss auch Angaben zu der Verpackung einer Maschine enthalten. Dazu zählen beispielsweise die Angaben zum sicheren Auspacken der Maschine. Ebenso gilt es zu erläutern, wie die Maschine wieder zu verpacken ist. Sind mögliche (Rest-)Risiken beim Aus- bzw. Verpacken bekannt, müssen in der Betriebsanleitung auch entsprechende Warnhinweise vorkommen.

Die Technische Dokumentation von Zulieferer weißt mittels Sicherheitshinweise auf Gefahren hin. In wie weit es sinnig ist, in der eigenen Betriebsanleitung mit Sicherheitshinweise auf die Sicherheitshinweise der Zulieferer zu verweisen, hängt ganz von der Situation ab. Das Teil des Zulieferers wird in die eigene Maschine integriert. Wenn die Gefahr aus dem Teil des Zulieferers nun mit konstruktiven Mitteln sicher eingebaut wird, ist die daraus entstandene Maschine als sicher anzusehen. Eine erneute Warnung vor dem Teil des Zulieferers ist dann nicht mehr sinnvoll. Die Technische Dokumentation bläht sich sonst nur mit unnötigen Inhalten auf.

In der Praxis hat sich ein gewisses Schema für den Aufbau einer Software Dokumentation etabliert. Zuerst beschreibt man die Grundlagen der Software. Die Anleitung beschreibt hierbei zuerst was für eine Funktion die Software hat und wie das Programm funktioniert.

Danach geht man auf Datenstrukturen ein und was zu berücksichtigen ist, wie biespielsweise was alles beim Quellcode relevant ist. Oder welche Test die Software durchlaufen haben muss, um Ihre Funktionalität zu prüfen. Im Anschluss geht man darauf ein, welche Hardware und Software erfoderlich ist, um das Programm zu nutzen. Da eine Software häufig weiterentwickelt wird, sollten auch die Unterschiede der jeweiligen Versionen festgehalten werden. Hierfür sollte am Ende der Software Dokumentation noch Platz sein, um Ergänzungen einzutragen.

Eine Software Dokumentation soll grundsätzlich drei Fragen rund um ein Programm erläutern.

  1. Wie funktioniert das Programm?
  2. Wie wird das Programm bedient?
  3. Wie wurde die Software entwickelt?

Mit Beantwortung dieser Fragen deckt die Software Dokumentation auch alle unterschiedlichen Zielgruppen ab. Die Anleitung zu Software soll sowohl für den Einkäufer eines Unternehmens, wie auch für einen Programmierer eine Hilfe sein. Alle benötigten Informationen zur Nutzung der Software soll der User schnell und einfach innerhalb der Software Dokumentation finden können.

Das Schreiben einer Software Dokumentation unterscheidet sich von einer normalen Technischen Dokumentation. Wie die Anleitung für Software aufgebaut ist, hängt davon ab wie häufig man die Software verwendet.

Bei einmaliger Nutzung möchte der Anwender schnell und ohne seitenlanges Lesen handeln. Hier genügt eine Kurzanleitung oder Checkliste, welche die richtige Bedienung sicherstellt. Eine komplexe Software, die regelmäßig zum Einsatz kommt, hingegen, bedarf unterstützende Erläuterungen, die der Anwender in sich aufnehmen kann. Der Nutzer will nicht bei jeder Anwendung die Software Dokumentation zur Rate ziehen. Hier muss die Anleitung eine systematische Einarbeitung in die Grundlagen der Software bieten und Zusammenhänge verständlich erklären.

Um eine Technische Dokumentation zielgruppengerecht aufzubereiten, gilt es auch im Bereich der textlichen Gestaltung einiges zu beachten. So sollte der Satzaufbau der Betriebsanleitung einfach gehalten sein. Handlungen beschreibt man in kurzen und verständlichen Sätzen. Der Schreibstil der Betriebsanleitung sollte von der Verständlichkeit auf die jeweilige Benutzergruppe der Betriebsanleitung angepasst sein.

Die gewählten Schriftarten, Schriftgrößen und Abstände in der Betriebsanleitung sollen eine optimale Lesbarkeit der Anleitung garantieren. Die Technische Dokumentation soll bei einem regulären Leseabstand gut zu lesen sein, damit alle darin vorkommenden Informationen einfach aufzunehmen sind. Auch sollten wenige Fachbegriffe zum Einsatz kommen. Wenn nicht anders möglich, dann gilt es die vorkommenden Fachbegriffe in einem Glossar zu erläutern und ebenfalls kein unbekanntes Fachjargon ohne Erläuterung in der Betriebsanleitung zu verwenden. Am besten pflegt man eine Terminologiedatenbank, um die Vielzahl unterschiedlicher Benennungen von Fachbegriffen zu vereinheitlichen.

Die Technische Dokumentation enthält viele Informationen für den Benutzer einer Maschine. Dazu zählen auch Handlungsanweisungen für verschiedenen Bedienungsabläufe. Diese sollten klar und kurz formuliert sein. In jedem Satz sollte zudem nicht mehr als eine Handlung beschrieben sein, um die Informationsmenge für den Nutzer überschaubar zu halten. Auch sollte man den Leser in diesen Handlungsanweisungen aktiv anschreiben. Passive Formulierungen wie „Der Schalter ist zu drücken“ sind indirekt formuliert und sprechen den Benutzer nicht an. Die direkte Anrede mit Formulierungen wie „Drücken Sie den Schalter“ fordern den Nutzer dagegen aktiv zu einer Handlung auf.

Eine Technische Dokumentation enthält häufig Abbildungen auf verschiedenen Arten. Unter anderem Fotografien von Bauteilen, Werkzeugen oder der Maschine aber auch 3D-Abbildungen oder Schemazeichnungen. Doch wann sollte welche Art der Abbildung eingesetzt werden?

3D-Abbildungen können komplexe Sachverhalte darstellen und eigenen sich für Schnittansichten, Explosionsdarstellungen oder Übersichtdarstellungen einer Maschine. Zudem liegen 3D-Modelle schon früh im Produktentwicklungsprozess vor und können früher verwendet werden als reale Bilder.

Fotos die direkt am Objekt oder aus Marketingaufnahmen erstellt werden, schaffen räumliche Nähe und eine leichte Erfassbarkeit von Zusammenhängen. Die realen Aufnahmen eigenen sich für die Abbildung einzelner Teile bzw. Baugruppen. Vor allem als handlungsorientierte Abbildungen eigenen sich Fotos in der Betriebsanleitung. Technische Illustrationen wie Schemazeichnungen oder auch Strichzeichnungen bieten sich an, wenn reale Fotos den Zusammenhang nicht einfach darstellen können. Ebenfalls um auf bestimmte Details im Bild oder Zusammenhänge hinzuweisen, bieten sich Illustrationen an, da diese schnell änderbar sind.

Die interne Technische Dokumentation enthält alle notwendigen Unterlagen zur Entwicklung, Fertigung und Prüfungen der Eigenschaften des Produktes und verbleiben im Unternehmen des Herstellers. Hierzu zählen die Risikobeurteilung, technische Zeichnungen, Berechnungsunterlagen, Versuchsberichte, Pflichtenhefte und Nachweise hinsichtlich Qualitätssicherungsmaßnahmen. Nur in bestimmten Fällen wie zur Absicherung der Produkthaftung gilt es die interne Technische Dokumentation den Behörden vorzulegen. Damit weißt der Hersteller nach, dass er nicht gegen seine Pflichten bezüglich Konstruktion und Fabrikation verstoßen hat.

Normen, Richtlinien und Gesetze legen keine Vorschriften fest, die besagen dass eine Technische Dokumentation nur in Papierform vorliegen darf. Betriebsanleitungen in elektronischer Form müssen wie gedruckte Anleitungen leicht verständlich sein und den Anforderungen aus Normen, Richtlinien und Gesetzen entsprechen. Die gesetzliche Verpflichtung eine Technische Dokumentation 30 Jahren aufzubewahren, könnte sich bei einer ausschließlich elektronischen Form zudem als kompliziert erweisen. Falls die Dokumentation auf einer CD gespeichert ist, ist nicht gesichert, dass in 30 Jahren noch entsprechende Wiedergabegeräte verfügbar sind.

Die Technische Dokumentation einer Maschine oder auch die Bedienungsanleitung eines Produktes muss Angaben über eine mögliche vorhersehbare Fehlanwendung enthalten. Die Bereitstellung eines Produktes auf dem Markt darf nur erfolgen, wenn bei bestimmungsgemäßer oder vorhersehbarer Verwendung das Produkt sicher ist. Das heißt auch, dass bestimmte Arten von Fehlanwendungen, die sich aus einem absehbarem menschlichem Verhalten ergeben kann, nicht auszuschließen sind. Vor dieser vernünftigerweise vorhersehbaren Fehlanwendung gilt es in der Technischen Dokumentation zu warnen.

Ein Hersteller von einer Maschine erstellt die Technische Dokumentation. Das geistige Eigentum bzw. die Urheberrechte einer erstellten Betriebsanleitung bleiben beim Ersteller. Die DIN ISO 16016 legt Schutzvermerke fest, die eine missbräuchliche Anwendung von technischen Dokumenten verhindern soll. Mit Schutzvermerken in der Betriebsanleitung wie „Weitergabe sowie Vervielfältigung dieses Dokuments, Verwertung und Mitteilung seines Inhalts sind verboten, soweit nicht ausdrücklich gestattet.“ macht der Ersteller auf die Existenz eines Urheberrechts für die erstellte Technische Dokumentation aufmerksam.

Die Technische Dokumentation hilft dem Betreiber einer Maschine bei der regelmäßigen Prüfung einer Maschine auf Defekte oder Mängel. Wie oft eine Prüfung stattfinden muss und welche Sachen zu prüfen sind, steht nämlich in der Betriebsanleitung der Maschine. Angaben über die Art und Häufigkeit, das eingesetzte Material, Werkzeuge sowie detaillierte Beschreibungen zu den Tätigkeiten sind dort aufgeführt. Die Technische Dokumentation gibt zudem auch Auskunft darüber über welche Qualifikation das eingesetzte Personal für diese Tätigkeiten verfügen muss.

Es ist gut möglich, dass die Marktüberwachung die Technische Dokumentation für eine Maschine zur Einsicht einfordert. Kommt ein Mensch bei der Benutzung einer Maschine zu Schaden und meldet dies den Behörden, schaltet sich die Marktaufsicht ein. Die zuständige Marktaufsichtsbehörde untersucht dann die Betriebsanleitung nach gravierenden Mängeln. Findet die Marktüberwachung heraus, dass die Technische Dokumentation unzureichend ist, kann die Behörde mit dem unmittelbaren Rückruf aller sich am Markt befindlichen Geräten drohen, bis die Mängel in den Dokumenten behoben sind. Der Hersteller bekommt möglicherweise noch die Auflage allen Kunden, die das Produkt bereits gekauft haben, eine neue Dokumentation zu schicken. Weiterhin kann die Marktaufsicht vom Hersteller verlangen eine entsprechende Warnung vor Gebrauch des Produktes auf seiner Internetseite zu veröffentlichen.

Welche Angaben bezüglich der Wartung einer Maschine in der Technischen Dokumentation stehen müssen, dazu macht die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG keine genauen Angaben.

Die Betriebsanleitung sollte Angaben dazu enthalten, welche Routinemaßnahmen der Kunde selbst gefahrlos durchführen kann. Wenn umfangreiche Kenntnisse eine Voraussetzung zur Wartung sind, kann der Hersteller auf seinen Service zur Wartung der Maschine verweisen. Der Hersteller sollte aber keine Informationen in der Technischen Dokumentation ohne sachliche Rechtfertigung vorenthalten. Falls Informationen ausschließlich aus ökonomische Gründen nicht in der Anleitung stehen, dann könnte diese Verhaltensweise als wettbewerbsrechtlich bedenklich gelten.

Ein Feuerlöscher benötigt eine Technische Dokumentation samt Betriebsanleitung, da ein Feuerlöscher unter die europäische Richtlinie 2014/68/EU über Druckgeräte fällt. Diese fordert, dass bei der Bereitstellung von Druckgeräten am Markt eine Betriebsanleitung vorliegen muss und Angaben enthalten soll zu: 

  • Montage
  • Inbetriebnahme
  • Benutzung
  • Wartung und Inspektion

Im Falle eines Feuerlöschers reicht der Platz auf dem Gerät nicht aus, um alle wichtigen Informationen bezüglich Montage, Gebrauch, Wartung, Sicherheitshinweise, usw. auf dem Gerät in einer bebilderten Kurzanleitung abzudrucken. Daher ist eine Technische Dokumentation für einen Feuerlöscher anzufertigen, die alle notwendigen Sicherheitshinweise enthält.

Die Farbgestaltung von Sicherheitszeichen in der Technischen Dokumentation unterteilen die jeweiligen Zeichen in Ihre Bedeutung. Blaue Kennzeichen repräsentieren Gebotszeichen, während rote Zeichen für Verbotsschilder stehen. Dann gibt es noch gelbe Warnschilder, die vor einer potenziellen Gefahrenquelle warnen. Ein bekanntes Beispiel in der Technischen Dokumentation ist beispielsweise das gelbe Warnschild mit einem schwarzen Blitz, der vor gefährlichen elektrischen Spannungen warnt.

Die Norm DIN EN ISO 13857 ist eine sicherheitsspezifische Norm und regelt hierzu Vorgaben über Sicherheitsabstände in der Technischen Dokumentation. Die Sicherheitsabstände sind geeignet für die Absicherung von Gefährdungsbereichen (z. B. Roboter, Stanzen, Pressen usw.) in öffentlichen und gewerblichen Bereichen. Die Norm enthält dazu Informationen über Abstände, die den freien Zugang durch die unteren Gliedmaßen verhindern sollen.

Für die Technische Dokumentation enthält die DIN EN ISO 13849 direkte Angaben über die Erstellung von Benutzerinformationen. Die Norm ist daher auf die Sicherheit von Maschinen und den sicherheitsbezogenen Teilen von Steuerungen einer Maschine ausgelegt. Die Norm weist zudem auch auf die wichtige Relevanz der Anforderungen aus der Sicherheitsgrundnorm DIN EN ISO 12100 hin. Für die Technische Dokumentation sind dazu unter anderem folgende wichtige Punkte aufgeführt, die man beachten sollte:

  • Information zur Erklärung der Einsatzmöglichkeiten
  • Mittel zur leichten und sicheren Fehlersuche
  • Instandhaltung sowie Checklisten für die Instandhaltung
  • Auswirkungen von Abweichungen von der bestimmten Leistung für die Sicherheitsfunktion
  • Begreifliche Schilderung der Schutzeinrichtungen
  • Informationen zu Betriebsarten, Anzeigen und Alarmsignale

Die Technische Dokumentation einer Maschine weist neben der bestimmungsgemäßen Verwendung auch auf eine Anwendung hin, die nicht beabsichtigt ist. Der Fehlgebrauch der Maschine ergibt sich meistens aus dem menschlichen Verhalten. Ist mit einem Missbrauch des Produktes zu rechnen, so muss dazu die technische Dokumentation auf diesen vorhersehbaren Fehlgebrauch hinweisen. Die völlige Zweckentfremdung der Maschine soll dabei keine Betrachtung finden, nur die vom Hersteller vorhersehbare Fehlanwendung gilt es zu betrachten.

In Hinsicht auf die Technische Dokumentation regelt die Verordnung 2016/425 die Angaben für die persönliche Schutzausrüstung. Eine vollständige Beschreibung der Schutzausrüstung sowie ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung muss laut der Verordnung in den Technischen Unterlagen des Produktes stehen. Weiterhin gehört eine Beurteilung von Risiken zu den Unterlagen der Technischen Dokumentation. Darin ist festgehalten, vor welchen Risiken die persönliche Schutzausrüstung schützen soll. Berichte über durchgeführte Prüfungen zur Ermittlung der Schutzklasse müssen ebenfalls in den Unterlagen vorhanden sein. Die Fundstellen der harmonisierten Normen, die bei Entwurf und Herstellung der Schutzausrüstung Anwendung fanden, sind auch ein Teil der Unterlagen.

Ja, es ist durchaus sinnvoll in der Technischen Dokumentation die Einnahme von leistungssteigernden Drogen, Medikamente oder Alkohol zu verbieten. Vor allem im amerikanischen Markt nehmen viele Arbeitnehmer am Arbeitsplatz Mittel zur Leistungssteigerung ein. Alkohol spielt zudem bei einer großen Prozentzahl der Arbeitsunfälle eine Rolle. Alkoholkranke sind dabei häufiger in Unfälle verwickelt als gesunde Personen. Deshalb sollten auch im Umgang mit Maschinen eindeutige Regeln und Konsequenzen zum Umgang mit Alkohol, Drogen oder leistungssteigernde Medikamente bekannt sein.

Die Technische Dokumentation muss vor schadhaften Materialen warnen, wenn die verwendeten Materialien einer Maschine für den Benutzer schadhaft sind. Ebenso muss die Technische Dokumentation Angaben enthalten, welche Materialien wie beispielsweise Metalle, Kunststoffe, Textilien oder Lacke für die Maschine in Betracht kommen. Soweit noch Risiken für den Benutzer verbleiben, müssen geeignete Schutzmaßnahmen den Benutzer vor diesen Gefährdungen schützen. Falls erforderlich sind zudem entsprechende Warnhinweise an der Maschine angebracht und in die Technische Dokumentation abgedruckt.

In der Technischen Dokumentation müssen Angaben dazu stehen, was nach dem Betätigen der Not-Halt-Bedienung zu machen ist, um die Maschine wieder betriebsbereit zu machen. Die Betriebsanleitung soll den Vorgang, um die Not-Halt-Bedienung wieder zu entriegeln und die Maschine wieder in Gang zu bringen beschreiben.

In der Technischen Dokumentation befasst sich die Norm DIN EN ISO 13850 „Sicherheit von Maschinen – Not-Halt-Funktion – Gestaltungsleitsätze“ mit den Not-Halt-Vorrichtungen von Maschinen. Dabei unterteilen sich die Funktionen der Not-Halt Vorrichtungen in unterschiedliche Kategorien je nach technischen Bedingungen.

Kategorie 0:

Sofortige Trennung der Energiezufuhr von der Maschine. Dies nur wählen, wenn das plötzliche Abschalten der Energie keine Gefährdung verursacht.

Kategorie 1:

Versetzung der Maschine in einen sicheren Zustand durch gesteuertes Stillsetzen. Trennung von der Energiezufuhr erst nach Stillsetzen, da Energien für Bremsungen oder ähnliches noch benötigt wird.

Kategorie 2:

In dieser Kategorie ist die Maschine in einen sicheren Zustand versetzt, die Energie verbleibt jedoch in der Maschine. Nur anzuwenden wenn keine technische Möglichkeit besteht die Energie gefahrlos zu trennen. Eine Maschine mit einem Greifer, der eine Last mittels einem Magneten anhebt, wäre dazu ein Beispiel für diese Kategorie. Das Abschalten der Energie führt dann zum Abstürzen der Last vom Greifer.

Die Technische Dokumentation von Maschinen hat im deutschen Sprachgebrauch für die Notfallfunktionen an einer Maschine die Begriffe Not-Aus und Not-Halt. Not-Aus stand für die Funktion der Unterbrechung der Energiezufuhr (=Abschalten) zu einer Maschine, während Not-Halt für das Stillsetzten von beweglichen Maschinenteilen (=Anhalten) Verwendung fand.  Der Begriff Not-Aus schaffte es aber hauptsächlich wegen einem Übersetzungsfehler in die Technische Dokumentation. Der englische Begriff „emergency stop“ wurde fälschlicherweise mit Not-Aus übersetzt. In aktuellen Fassungen von einigen Normen wie beispielsweise DIN EN ISO 13850 findet man aber nur noch den Begriff Not-Halt. Zudem verwendet die aktuelle Fassung der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG nur noch den Begriff Not-Halt.

Dem Aufbau einer technischen Dokumentation nach der Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU sind Informationen beizufügen, die dem Benutzer alle erforderlichen Angaben bereithält für eine sichere Nutzung des Druckgerätes. Dazu gehören Informationen zur Montage einschließlich der Verbindung verschiedener Druckgeräte, die Inbetriebnahme, die Benutzung und die Wartung einschließlich Inspektion durch den Benutzer. Ebenfalls ist eventuell auf Entwurfsmerkmale hinzuweisen, die für die Lebensdauer des Gerätes von Belang sind. Das können beispielsweise die Auslegungslebensdauer in Stunden bei spezifizierten Temperaturen sein oder die Anzahl von Auslegungszyklen bei spezifizierten Spannungswerten bevor das Geräte möglicherweise ermüden könnte.

Die Technische Dokumentation muss Angaben dazu enthalten, was bezüglich der Wiederinbetriebnahme nach Betätigen der Not-Aus-Vorrichtung zu beachten ist. Es muss beschrieben sein, wie die Maschine nach Stillsetzen der Energiezufuhr durch die Not-Aus-Vorrichtung wieder in Gang zu setzen ist. Dazu gehört wie eine mögliche Verriegelung der Not-Aus-Vorrichtung aufzuheben ist und welche Schritte für die Wiederinbetriebnahme des Arbeitsprozesses einzuleiten sind.

Technische Dokumentation erstellen für eine Maschine oder Anlage heißt auch, sich mit den in der Anleitung vorkommenden Symbolen auseinanderzusetzten. Beispielsweise welches Symbol man für die Kennzeichnung von Bedienerinformationen verwendet.

Das allgemeine Gefahrenzeichen (Ausrufezeichen im gelben Warndreieck) dient zur Kennzeichnung von Sicherheits- oder Warnhinweise. Um andere wichtige Textstellen für den Bediener zu kennzeichnen, darf das allgemeine Gefahrenzeichen keine Anwendung finden. Zum einem wertet es das Gefahrenzeichen ab, da es in einer Anleitung dann viel häufiger vorkommt als es sollte. Zum anderen irritiert es den Leser, wenn das Symbol, welches für Warnungen vor Gefahren gedacht ist, anderweitig zum Einsatz kommt.

Für die Kennzeichnung von wichtigen Bedienerinformationen in der Technischen Dokumentation stehen andere Symbole wie beispielsweise ein blaues Informationszeichen zur Verfügung.

Die Betriebsanweisung einer Maschine soll dem Benutzer wichtige Verhaltensregeln im Umgang mit der Maschine vermitteln und benötigte Schutzvorkehrungen erläutern. Bei relevanten Änderung des Arbeitsmittels oder seiner Benutzung, wie durch Umbau der Maschine, muss der Betreiber seine technischen Unterlagen überarbeiten. Dazu zählen unter anderem die Pläne, Gefährdungsbeurteilung und auch die Betriebsanweisung einer Maschine.

Die für eine unvollständige Maschine notwendige Montageanleitung erstellen wir Ihnen gerne auf Wunsch. Dieses von der Maschinenrichtlinie geforderte Dokument, damit eine unvollständige Maschine überhaupt in Verkehr gehen darf, und auch weitere Dokumente im Bereich der Technischen Dokumentation gehören zu unserem Leistungsspektrum. Wir unterstützen Sie beispielsweise bei der Erstellung einer Risikobeurteilung, die ebenfalls für eine unvollständige Maschine gefordert ist.

Sie benötigen für Ihr Software Projekt Unterstützung um Ihr Handbuch erstellen zu können?

Eine komplizierte Software benötigt ebenfalls eine Dokumentation für den Endanwender. Solch eine Dokumentation ist ähnlich aufgebaut wie eine Betriebsanleitung für eine Maschine. Das Handbuch soll den Benutzer anleiten, wie die Software aufgebaut ist, was für den Betrieb erforderlich ist und wie sie zu benutzen ist.

In Bezug auf die Zielgruppe einer Maschine fordert die Maschinenrichtlinie, dass die Informationen für den Benutzer auch dem Kenntnisstand der jeweiligen Zielgruppen entsprechen müssen.

Diese Forderung der Maschinenrichtlinie unterstreicht die Wichtigkeit der Durchführung einer Zielgruppenanalyse. Unter den Anwendern einer Maschine befinden sich unterschiedliche Nutzer, die über unterschiedliche Wissensstände verfügen. Die Benutzerinformationen muss man den Anforderungen dieser unterschiedlichen Personengruppen entsprechend anpassen.

Im Januar 2018 veröffentlichten die Normengremien einen neuen Entwurf für eine Norm zur Technischen Dokumentation. Die Norm DIN EN ISO 20607 ergänzt die Norm zur Erstellung von Betriebsanleitungen DIN EN 82079 in Richtung der Maschinensicherheit. Der Entwurf stellt eine Typ-B-Norm dar und kann aufgrund des Status als Sicherheitsgrundnorm für die Konformitätserklärung herhalten. Damit kann ein Hersteller von Maschinen die Vermutung nahelegen, dass seine Maschine die Anforderungen im Rahmen der Maschinenrichtlinie erfüllt. Nähere Informationen zu der DIN EN ISO 20607 in der Technischen Dokumentation finden Sie auch in dieser Podcast Folge.

Eine Dokumentation schreiben bedeutet auch sich mit der Leserlichkeit seines Dokumentes auseinanderzusetzen. Hierfür gibt es drei verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten, um eine Dokumentation leserlich zu gestalten.

Zum einem die Schriftgröße. Wählt man beispielsweise für eine Betriebsanleitung eine Schriftgröße von nur 8 Punkten, ist diese nicht besonders gut lesbar. Möchte man das Dokument mit einem Meter Abstand lesen, empfiehlt es sich eine Schriftgröße von mindesten 14 Punkten zu verwenden.

Die zweite Möglichkeit ist der Helligkeitskontrast zwischen Schrift und Hintergrund. Ein gut lesbarer Text weißt einen hohen Kontrast auf wie es bei 100% schwarzer Schrift auf 100% weißem Hintergrund der Fall ist. Alle unter einem Kontrastwert von 70% ist nicht mehr gut lesbar.

Die letzte Möglichkeit ist die Gestaltung der Seite selbst und die Nutzung der freien Flächen auf einer Seite. Es empfiehlt sich etwa 25 % einer Seite als leere Flächen freizulassen, um eine Seite nicht mit Inhalten zu überladen. Dies hat den Vorteil, dass der Leser die Seite als angenehmer zu lesen empfindet.

Möchten Sie mehr über Gestaltungshinweise zum Dokumentation schreiben erfahren? Dann empfehlen wir Ihnen diese Folge unserer Podcast Reihe „Betriebsanleitung erstellen“ anzuhören.

Bei einer Dokumentation ist der Fachwortschatz oder auch Terminologie genannt für die Verständlichkeit und Eindeutigkeit der Anleitung sehr wichtig. Die Dokumentation muss über eine einheitliche Benennung von Fachausdrücken verfügen.

Die wichtigsten Faktoren bei der Terminologie sind das Festlegen auf eine vorrangige Benennung von einem Fachausdruck. Das ist die Basis für Wiederverwendung, Konsistenz und Verständlichkeit der Dokumentation. Festgelegt Fachausdrücke sind in einer Datenbank abzulegen und allen Beteiligten für die Dokumentation zugänglich zu machen. Dann gilt es Dubletten innerhalb des Dokumentes zu erkennen, das sind ähnliche Benennungen für die gleiche Sache und diese mit der korrekten Benennung auszutauschen. Auch „verbotene“ Synonyme kann man zudem mit in die Datenbank aufnehmen, damit die Benutzer auch die falschen Bezeichnungen für einen Fachausdruck kennen. Die frühzeitige Festlegung der Terminologie ist zudem eine wichtige Voraussetzung für die Übersetzbarkeit der Fachausdrücke.

Wenn an einer alten Maschine weitgehende Veränderungen vorgenommen werden, gilt es auch in der Technischen Dokumentation einiges zu beachten. Falls beispielsweise eine Maschine neue Schutzeinrichtungen erhält oder einen leistungsfähigeren Antrieb, muss man die Maschine nach seiner Veränderung wieder überprüfen. Ist die Veränderung ein wesentlicher Umbau im Sinne der Maschinenrichtlinie, kann es sich sogar um eine neue Maschine halten. Der Hersteller ist dann verpflichtet die Maschine erneut mittels einem Konformitätsbewertungsverfahren zu bewerten, seine Betriebsanleitung anzupassen und die CE-Kennzeichnung neu anzubringen. Jede Änderung an einer Maschine erfordert zudem eine neue Risikobeurteilung, um mögliche neue Gefahren zu identifizieren.

Der Aufbau einer Technischen Dokumentation gliedert sich in eine interne und eine externe Dokumentation. Die Interne Technische Dokumentation wie Risikobeurteilung, Prozessdokumentation, Konstruktionszeichnungen usw. verbleiben im Unternehmen des Herstellers.

Die Externe Technische Dokumentation ist dafür vorgesehen, an Dritte Personen zu gehen. Dazu zählen unter anderem Benutzerinformationen, Betriebsanleitung, Servicehandbuch und/oder Installationsanleitung.

Vorallem die externe Technische Dokumentation hat einen hohen Stellenwert. Fehlt ein Teil wie die Betriebsanleitung ist der Aufbau einer Technischen Dokumentation nicht vollständig und das Produkt gilt als mangelhaft.

In der Technischen Dokumentation müssen Technische Redakteure die Anforderungen aus verschiedenen Normen beachten. Bei den Normen gibt es zudem Unterscheidungen in A-, B- und C-Normen. Die Abstufung reicht von allgemeinen Aspekten für alle Geräte und Maschinen bis zu produktspezifischen Anforderungen an einzelne Geräte- oder Maschinengruppen. Wenn Angaben in C-Normen von den Angaben in A- oder B-Normen abweicht, haben die Angaben in der C-Norm Vorrang.

Die Verordnung 2016/425 regelt unter anderem die Angaben in Hinsicht auf die Technische Dokumentation von Schutzausrüstungen. Die Verordnung legt fest, dass in den Technischen Unterlagen für die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) eine vollständige Beschreibung dieser und ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung stattfindet. Weiterhin soll eine Beurteilung von Risiken vorhanden sein, vor denen die PSA schützen soll. Auch müssen Berichte über durchgeführte Prüfungen zur Ermittlung der Schutzklasse vorhanden sein. Die Technische Dokumentation von Schutzausrüstungen muss ebenfalls Fundstellen der harmonisierten Normen enthalten, die bei Entwurf und Herstellung der Schutzausrüstung Anwendung fand.

Wir decken das komplette Leistungsspektrum im Bereich der Technischen Dokumentation ab. Wir beraten Sie gerne dazu, wenn es darum geht eine Betriebsanleitung erstellen zu lassen. Weiterhin übernehmen wir die Erstellung einer Risikobeurteilung, die Durchführung einer Normenrecherche für die CE-Kennzeichnung und die Lokalisierung Ihrer Technischen Dokumentation. Wir überprüfen auch gerne Ihre Betriebsanleitung nach Normen und Richtlinien, um zu sehen ob die Anleitung allen Produkthaftungskriterien entspricht. Nutzen Sie unser Kontaktformular falls Sie eine Beratung wünschen oder schicken uns eine Preisanfrage für ein unverbindliches und kostenfreies Angebot!

Technische Dokumentation ist Aufgabe von Fachleuten und erfordert spezielle Fähigkeiten und Kompetenzen. Nur ausreichend geschulte Personen sollten sich damit befassen, eine Betriebsanleitung zu erstellen und zu überprüfen. Die Personen sollten zudem über kommunikative Kompetenz, Sprachkompetenz, Schreiberfahrung und Methodenkompetenz verfügen. Ebenso sollte die Person mit dem Themenbereich der zu erstellenden Betriebsanleitung wie auch den relevanten Normen zur Erstellung vertraut sein.

Wir überprüfen Ihre Technische Dokumentation im Rahmen unseres Dokuchecks auf die Richtigkeit von Normen und Richtlinien. Sie erhalten in einem ausführlichen Bericht Informationen darüber, was wir in Ihrer Technischen Dokumentation an Unstimmigkeiten gefunden haben. Weiterhin fügen wir im Laufe des Dokuchecks Kommentare an kritischen Stellen in Ihren Dokumenten wie der Betriebsanleitung hinzu. Dadurch ist ein direktes Bearbeiten der Technischen Dokumentation anhand der Kommentare möglich.

Die Zielgruppen einer Technischen Dokumentation tragen gewisse Merkmale. Aus diesen Merkmalen kann man den Informationsbedarf, das Anwenderverhalten und die sprachlichen und gestalterischen Anforderungen an die Technische Dokumentation ableiten. Typische Merkmale von den Zielgruppen sind unter anderem Sozio-demographische Merkmale wie Geschlecht, Alter oder Bildung. Des weiteren gibt es noch verhaltensorientierte Merkmale wie die der Erstkäufer oder der Intensivnutzer. Zudem spielen auch die Psychologischen Merkmale (Motivation, Meinung, Wünsche) der Zielgruppe in der Technischen Dokumentation eine Rolle.

Die Zielgruppen in der Technischen Dokumentation sind vorwiegend die Anwender technischer Produkte. Aber auch die Servicetechniker oder Support-Mitarbeiter zählen zu der Zielgruppe der Technischen Dokumentation. Die Inhalte der Technischen Dokumentation müssen an die jeweiligen Zielgruppen und Ihre Bedürfnisse angepasst sein.

Die Unterschiede von einer internen und externen Technischen Dokumentation im Maschinenbau befassen sich mit der Herausgabe der Inhalte an Dritte. Die Interne Technische Dokumentation wie Risikobeurteilung, Konstruktionszeichnungen usw. verbleibt im Unternehmen. Externe Technische Dokumentation ist dafür vorgesehen, an Dritte Personen zu gehen. Dazu zählen unter anderem Schaltpläne oder die Betriebsanleitung.

Vermeiden Sie in der Technischen Dokumentation die Verwendung von Begriffen mit absoluter Bedeutung. Diese Begriffe können den Benutzer irreführen und sind zudem vor Gericht juristisch nicht haltbar. Dazu hier einige Beispiele für Begriffe, die man nicht in der Technischen Dokumentation verwenden sollte:

  • Narrensicher
  • unfallsicher
  • betriebssicher
  • wartungsfrei
  • ungefährlich

Setzen Sie stattdessen auf den Einsatz von Gebots- und Warnhinweisen bzw. informative Hinweise in Ihrer Technischen Dokumentation.

Eine Explosionsdarstellung in der Technischen Dokumentation dient dazu, die Einzelteile eines Gerätes oder einer Baugruppe darzustellen. Eine Explosionsdarstellung kommt in Betriebsanleitungen, Wartungshandbüchern und Ersatzteilkatalogen vor, um einen komplexen Gegenstand in seine Einzelteile zu zerlegen. In der Technischen Dokumentation ist es dank umfangreicher Software-Tools einfach eine Explosionsdarstellung zu erstellen.

Der Begriff „starr“ findet Anwendung in der Maschinenrichtlinie im Abschnitt 4.1.2.8.1 des Anhangs I. Damit möchte der Gesetzgeber definieren, dass für Maschinen, die feste Ladestellen anfahren, starre Führungen nötig sind. Hierdurch soll eine sichere Bewegung des Lastträgers zu den Ladestellen und sicherer Zugang zum Lastträger an den Ladestellen möglich sein.

Nein, dies ist rechtlich nicht möglich. Die Maschinenrichtlinie fordert, dass die Betriebsanleitung in der Amtssprache des Landes verfasst ist, in der das Produkt in Verkehr ging. Zudem muss die Betriebsanleitung im Original vorliegen oder als Übersetzung gemeinsam mit dem Original. Beide müssen entsprechend gekennzeichnet sein.

Weiterhin fordert auch das Produktsicherheitsgesetzt nach §3 Absatz 4 folgendes:

„Sind bei der Verwendung, Ergänzung oder Instandhaltung eines Produkts bestimmte Regeln zu beachten, um den Schutz von Sicherheit und Gesundheit zu gewährleisten, ist bei der Bereitstellung auf dem Markt hierfür eine Gebrauchsanleitung in deutscher Sprache mitzuliefern, sofern in den Rechtsverordnungen nach § 8 keine anderen Regelungen vorgesehen sind.“

Eine Betriebsanleitung für eine Maschine darf im deutschen Markt also nicht nur in englischer Sprache vorliegen.

Alle wichtigen Angaben für den Notfall wie beispielsweise Feuerbekämpfungsmaßnahmen, Erste-Hilfe-Maßnahmen, Fluchtwege, usw. sollten in die Betriebsanleitung einfließen. Eine gesetzliche Verpflichtung für eine Angabe in der Betriebsanleitung existiert zwar nicht, doch sind diese Informationen für den Anwender hilfreich. Zudem fordern vereinzelte Normen die Angaben für bestimmte Situationen. So fordert die EN 12100 für die Betriebsanleitung zum Beispiel die Angaben zur Art der zu verwendenden Feuerlöschausrüstung im Notfall. Ebenso Warnhinweise über mögliche Emission oder Leckage von schädlichen Stoffen und, falls möglich, Angaben über Mittel zur Bekämpfung derer Wirkungen.

Eine Maschine dürfen nur entsprechend eingewiesene, geschulte und autorisierte Personen bedienen. Wenn Personen mit unzureichender Personalqualifikation die Maschine bedienen, bestehen akute Gefahren für Mensch und Maschine. In der Betriebsanleitung für eine solche Maschine müssen deswegen genauere Angaben über das Personal stehen, welches die Maschine bedient.

Es ist sinnvoll in der Betriebsanleitung alle Arbeitsbereiche an einer Maschine zu beschreiben. Dazu gehören alle Bedienplätzen, die das Personal an der Maschine besetzen kann. Auch sollten in der Betriebsanleitung die Bedienungseinrichtungen wie Terminals oder Bildschirme beschrieben sein, die ein Benutzer der Maschine betätigen kann.

Eine Maschine darf keine Betriebsarten enthalten, die nicht den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen der Maschinenrichtlinie entsprechen. Sollte dies doch der Fall sein, so müssen diese Betriebsarten mit technischen Mitteln an allen Maschinen nicht benutzbar sein.

Ja; obwohl es für Aufzüge zugeschnittene Richtlinien wie bspw. die Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU gibt, können Aufzüge unter die Maschinenrichtlinie fallen. Die Maschinenrichtlinie hat sich zudem mit der überarbeiteten Version 2006/42/EG vermehrt mit Aufzügen beschäftigt. Seither fallen laut Artikel 24 alle Aufzüge mit einer Fahrgeschwindigkeit von mehr als 0,15 m/s auch unter die Maschinenrichtlinie.

Die Hersteller sollten mit ihrer Technischen Dokumentation den erlaubten Verwendungszweck zuerst so eng wie möglich eingrenzen. Formulierungen in der Betriebsanleitung wie „ausschließlich“ oder „nur“ in der bestimmungsgemäßen Verwendung sollen eine missbräuchliche Verwendung im Voraus ausschließen. Zusätzlich sollte man vor bereits bekannten Fehlanwendungen in der Technischen Dokumentation warnen.

Der Inhalt der bestimmungsgemäßen Verwendung in der Technischen Dokumentation enthält mehrere Angaben. Zum einem sind Angaben über den vorgesehenen Verwendungszweck des Produktes anzugeben. Weiterhin müssen Angaben über die Grenzen der Verwendung mit in den Inhalt der Technischen Dokumentation. Dazu gehören zum Beispiel Belastbarkeit, max. Drehzahl rotierender Teile, usw. Ferner müssen Angaben über Einschränkungen der Verwendung, die aus Bezeichnung, Konstruktion und Funktion des Produktes nicht ersichtlich sind, enthalten sein. Dazu zählt unter anderem auch ein Verbot, das Produkt zu verändern, um andere Verwendungszwecke mit dem Produkt zu eröffnen. Vor einer vernünftigerweise vorhersehbaren Fehlanwendung muss man ebenfalls in der Technischen Dokumentation warnen, wenn diese gefährlich ist. Ein Hinweis ist ebenfalls anzugeben auf die Verpflichtung, die Angaben zu Betrieb, Wartung und Instandhaltung in der Betriebsanleitung zu beachten.

Der Abschnitt der bestimmungsgemäßen Verwendung in der Technischen Dokumentation sollte klare, eindeutige Aussagen enthalten. Im Maschinenbau sind die Produkte oft für nur eine sehr genau definierte Anwendung gedacht. Vermeiden Sie daher Formulierungen wie „sollte nicht“ oder „nicht zu empfehlen“ in der Technischen Dokumentation. Derartige Aussagen lassen zudem großen Interpretationsspielraum zu. Die Grenzen der Anwendung sollten durch die bestimmungsgemäße Verwendung in der Technischen Dokumentation so genau wie möglich festgelegt werden.

Ein Kranseil ist ein Lastaufnahmemittel und muss eine Betriebsanleitung enthalten. In der Maschinenrichtlinie (MRL) gibt es entsprechend für Lastaufnahmemittel eine Sonderregelung. Diese sind zwar keine Maschinen im Sinne der MRL, fallen aber gleichwohl unter den Anwendungsbereich der MRL. Lastaufnahmemittel müssen daher den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen entsprechen.

Für Lastaufnahmemittel wie bspw. ein Kranseil schreibt die MRL in Bezug auf eine Betriebsanleitung folgendes vor:

“4.4.1 Lastaufnahmemittel

Jedem Lastaufnahmemittel und jeder nur als Ganzes erhältlichen Gesamtheit von Lastaufnahmemitteln muss eine Betriebsanleitung beiliegen, die mindestens folgende Angaben enthält:
a) bestimmungsgemäße Verwendung;

b) Einsatzbeschränkungen (insbesondere bei Lastaufnahmemitteln wie Magnet- und Sauggreifern, die die Anforderungen der Nummer 4.1.2.6 Buchstabe e nicht vollständig erfüllen);

c) Montage-, Verwendungs- und Wartungshinweise;

d) für die statische Prüfung verwendeter Koeffizient.“

Das Sicherheitskapitel vieler Betriebsanleitungen ist überladen mit Sicherheitshinweisen. Ursachen sind dafür vorwiegend Angst vor rechtlichen Konsequenzen. Zudem die Folgen einer falschen bzw. missverstandenen Risikobeurteilung oder das Normen und Richtlinien nicht richtig bekannt sind.

Um in einer Betriebsanleitung richtig zu warnen, sollte zuerst die Zielgruppe genauesten bekannt sein. Wer liest die Betriebsanleitung und nutzt das Produkt?  Diese Nutzer gilt es richtig anzuleiten und zu informieren. Zudem sollte man in der Betriebsanleitung erst dann warnen, wenn konstruktiv die Fehler nicht behebbar sind und durch Schutzmaßnahmen die Benutzer nicht aus dem Gefahrenbereich ausgeschlossen werden.

Viele Warnhinweise in einer Betriebsanleitung können die Anleitung sehr unübersichtlich machen. Wenn viele Sicherheitshinweise hintereinander angeordnet sind, lösen diese in der psychologischen Wahrnehmung des Benutzers die falsche Reaktion aus. Viele Sicherheitshinweise führen dann dazu, dass der Benutzer diese schnell überfliegt und nicht beachtet.

Da ein mit Warnhinweisen überlaufenes Sicherheitskapitel zu sehr ablenkt, sollte man nur vor den nötigsten Dingen in der Betriebsanleitung warnen. Offensichtliche Gefahren (Bsp. Ein Messer ist scharf) bedürfen keine Warnhinweise. Vor unerwarteten oder unsichtbaren Gefahren muss man warnen. So ist bspw. vor der Gefahr eines Klebstoffes zu warnen, der bei Berührung mit der menschlichen Haut so stark klebt, dass er nur noch operativ entfernbar ist.

Unter den Zulieferdokumente in der Technischen Dokumentation versteht man zum Beispiel:

  • Konformitätserklärungen
  • Betriebsanleitungen,
  • Zulieferer-, Bauteil- und Ersatzteillisten,
  • Schaltpläne,
  • ebenso wie Prüfnachweise

Die Zuliefererdokumente einer Technischen Dokumentation sollte man zudem frühzeitig einfordern.

In ein Sicherheitskapitel für Betriebsanleitungen gehören zum Beispiel nachfolgende Punkte:

  • Beschreibung des bestimmungsgemäßen Gebrauchs der Maschine, Anlage oder Teilmaschine sowie des Gerätes
  • Warnhinweise in der Betriebsanleitung, Montageanleitung und Bedienungsanleitung bezüglich einer vernünftigerweise vorhersehbaren Fehlanwendung der Maschine
  • Beschreibung der Nutzer, Einschränkungen, Gefahren für bestimmte Personengruppen
  • Allgemeine Gefahren, Warnhinweise, mögliche gesundheitliche Schäden, Schutzmaßnahmen beim Betrieb und während aller Lebensphasen der Maschine, Anlage, Teilmaschine und des Gerätes (z.B. Bohrmaschine, Kreissäge, Akkuschrauber)
  • Erklärung der grafischen Symbole für sicherheitsbezogenen Informationen an der Maschine und in der  Betriebsanleitung, Montageanleitung und Bedienungsanleitung

Der Anwender eines Produktes könnte etwas naheliegendes (gefährliches) tun, obwohl Sie Ihn nicht dazu angeleitet haben. Solche Handlungen müssen verboten werden, wenn dadurch eine Gefahr entstehen kann.

Bsp. Trommel des Kopierers nicht berühren! (Beim Öffnen zur Beseitigung eines Papierstaus)

Betriebsanleitungen zählen als Bestandteil eines Produktes. Für sie gelten die gleichen Maßstäbe für die Fehlerbeurteilung wie die eines Produktes. Anleitungen müssen also ebenfalls dem jeweils herrschenden Stand der Technik genügen, um Nutzer des Produktes nicht unverhältnismäßig zu gefährden.

In der Technischen Dokumentation verwendet man ein Glossar, um Begriffe und Definitionen zu sammeln und darzustellen. Ähnlich einem Wörterbuch können diese Begriffe in der Betriebsanleitung entsprechend gesucht und nachgeschlagen werden.

Die Betriebsanleitung einer Maschine muss einen Hinweis enthalten, dass man diese sorgfältig lesen und für späteres Nachschlagen aufbewahren muss.

Der Hersteller hat mit der Auslieferung der Maschine und der Betriebsanleitung an seinen Kunden bereits seine Pflichten als Inverkehrbringer erfüllt. Wird die Maschine von seinem Kunden weiterverkauft, ist dieser im rechtlichen Sinne ein „Bereitsteller auf dem Markt“. Der Hersteller der Maschine muss an die dritte Partei keine Betriebsanleitung aushändigen, weil er kein „Bereitsteller“, sondern nur „Inverkehrbringer“ ist.

Nein, selbst wenn der Kunde eines Herstellers in Kenntnis möglicher Folgen ausdrücklich auf die Beifügung einer Betriebsanleitung verzichtet. Dies hat keine Bedeutung für das Inverkehrbringungsrecht. Dies gilt zudem in gleicher Weise für das Produkthaftungsrecht. Auch hier können die Sorgfaltspflichten nicht durch vertragliche Gestaltung aufgehoben werden.

Die Instruktionspflicht im Maschinenbau bezieht sich auf alle zur Verfügung gestellten Informationen in der Betriebsanleitung. Das können unter anderem Sicherheits- und Warnhinweise, Handlungsbeschreibungen, Technische Daten usw. sein. Die Anforderungen an die Instruktionspflicht sind deutlich herabgesetzt, wenn die Bedienung der Maschine nur durch Fachpersonal stattfindet. Hinweis- und Warnpflichten hören in aller Regel dort auf, wo die Verwendung des Erzeugnisses, die zum Schaden führen kann, mit dem Produktzweck überhaupt nichts mehr zu tun hat.

Der Instandhaltungsplan in der Technischen Dokumentation ist eine Antwort auf Fragen, wann und was für Wartungsarbeiten zu tun sind. Darin sind alle Aktionen systematisch vorbereitet und festgelegt, die dafür erforderlich sind, um die Funktionsfähigkeit einer Produktionsmaschine zu gewährleisten.

Schwer verständliche Texte in Betriebsanleitungen kosten Geld und Zeit. Lange aufgeblähte Sätze sind vor allem in der Übersetzung ein Kostentreiber. Wenn man den Inhalt der Betriebsanleitung nicht versteht, entstehen dadurch viele zeitraubende Rückfragen. Auch ein immaterieller Schaden ist möglich. Kunden, die mit der Betriebsanleitung unzufrieden sind, schließen mit einem unverständlichen Text auch meistens mit dem Unternehmen ab.

Eine gute visuelle Gestaltung  in der Betriebsanleitung verbessert nicht einen unlogischen, schlecht strukturierten Text. Eher verstärkt sich der negative Eindruck. Die Gestaltung könnte Ordnung vorgaukeln und entsprechend gewisse Erwartungen wecken. Diese werden vom Text aber nicht eingelöst.

Um einen Text in einer Betriebsanleitung verständlich zu halten, gibt es mehrere Möglichkeiten. Unter anderem kann man folgendes tun:

  • Unnötige Fremdwörter meiden (Bei geläufigen deutschen Begriffen lieber „beurteilen“ verwenden anstatt „evaluiren“)
  • Umgangssprachliche Firmenausdrücke ersetzen (Beispielsweise: Die „Dachbefestigungsschraube“ mit dem einfachen Begriff „Schraube“ ersetzen.)
  • Zusammengesetzte Hauptwörter sparen (Lange Zusammensetzungen wie bspw. Spritzgießprozessregelung vermeiden. Zusammensetzungen mit mehr als drei Gliedern mithilfe von Bindestrichen auftrennen. Zum Beispiel Spritzgießprozess-Regelung)

Der Hersteller der Maschine ist in der Regel nicht für die praktische Durchführung des Transports der Maschine verantwortlich. Dennoch muss er Sorge dafür tragen, dass die Maschine sicher transportierbar ist. Besondere Hinweise die beim Transport der Maschine zu beachten sind, müssen in der Betriebsanleitung angegeben werden.

Enthält die Betriebsanleitung Angaben zu der Verpackung einer Maschine, muss man diese Hinweise beachten. Das können Angaben zum sicheren Auspacken der Maschine sein. Ebenso kann erläutert sein, wie man die Maschine wieder verpacken muss.

Der Transport einer Maschine soll gefahrlos möglich sein. Daher muss sich der Hersteller während der Konstruktion bereits Gedanken machen, wie man die Maschine später transportiert. Auch in der Risikobeurteilung muss man diese Lebensphase betrachten. Alle Überlegungen und Ergebnisse sammelt man dann in der Betriebsanleitung und stellt diese so dem Leser zur Verfügung. Beispielsweise sollten in der Anleitung Angaben zum Schwerpunkt der Maschine oder besondere Angaben für den Transport mit einem Gabelstapler enthalten sein.

Nein, das Urheberrecht der Betriebsanleitung liegt beim Hersteller der Maschine. Dadurch darf der Betreiber einer Maschine die Betriebsanleitung des Herstellers nicht ohne seine Zustimmung überarbeiten, vervielfältigen oder übersetzen.

Für elektrische Baugruppen können wir eine Bedienungsanleitung, Gebrauchsanleitung oder Montageanleitung erstellen. Dies ist jedoch abhängig von Ihrem Produkt. Unser Schwerpunkt liegt im erstellen von Gebrauchsanleitungen, Bedienungsanleitungen und Montageanleitungen für Maschinen- und Anlagenbauer.

Der Hersteller eines technischen Produktes hat eine Instruktionspflicht gegenüber dem Kunden, die er durch die Übergabe einer Gebrauchsanleitung erfüllt. Diese ist daher ein Bestandteil des Produkts (siehe Produktsicherheitsgesetz); Eine fehlerhafte, unvollständige oder unverständliche Gebrauchsanleitung ist ein Sachmangel. Diese kann, genauso wie ein Fehler am Produkt selbst, zu Nacherfüllung, Rücktritt vom Kaufvertrag oder Kaufpreisminderung führen. Im Rahmen der Produkthaftung kann eine fehlerhafte Gebrauchsanweisung bei Sach- oder Personenschäden zu einem erheblichen finanziellen Haftungsrisiko für den Inverkehrbringer des Produkts werden.

Das Fehlen der Anleitung stellt außerdem einen Verstoß gegen die CE-Kennzeichnung dar. Die CE-Kennzeichnung ist dadurch zu Unrecht erfolgt und kann zur Untersagung des weiteren Verkaufs des Produktes, Produktionsstillstand/Rückruf und Überprüfung aller Produkte durch die Marktüberwachung führen.

Meldet ein Wettbewerber der Marktaufsicht das Fehlen der Betriebsanleitung hat dies zudem schwere rechtliche Auswirkungen. Gerichtliche Verfahren wegen unlauterem Wettbewerb gegen den Produkthersteller sind dann möglich.

Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG besagt, dass eine Maschine bzw. Anlage nicht ohne Betriebsanleitung in Verkehr gebracht darf. Eine Nachreichung der Betriebsanleitung ist somit ausgeschlossen.

Hersteller müssen in der Betriebsanleitung laut Maschinenrichtlinie Angaben zu dem Geräuschemissionen ihrer Produkte machen. Dabei messt man die am Arbeitsplatz entstehenden Lärmpegel. Die Messung setzt sich aus verschiedenen Anteilen zusammen, die auf den unterschiedliche Tätigkeiten bzw. Einwirkungen an der Maschine zurückzuführen sind. Aus den dabei für die einzelnen Tätigkeiten gegebenen Lärmbelastungen und deren Höhe erstellt man dann die Angaben in der Betriebsanleitung.

Zum einem den Emissionsschalldruckpegel sofern dieser über 70 dB(A) am Arbeitsplatz liegt. Zweitens die Angabe des Schallleistungspegel wenn dieser am Arbeitsplatz über 80 dB(A) beträgt. Überdies muss ab einem Wert von 130 dB am Arbeitsplatz noch der Spitzenschalldruckpegel angegeben werden.

Für weitere Informationen über die Inhalte der Betriebsanleitung empfehlen wir Ihnen die Podcast-Folgen der Reihe Betriebsanleitung erstellen hier anzuhören. Benötigen Sie eine Vorlage für eine Betriebsanleitung? Dann laden Sie sich unsere kostenlose Musterbetriebsanleitung aus unserem Downloadbereich herunter.


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Norm für Schalleistungspegel DIN EN ISO 3746

Um die Möglichkeit von Unfällen zu vermindern und das Haftungsrisiko zu verringern. Die Veränderung, Umgehung oder Überbrückung von Schutzeinrichtungen findet sehr häufig statt. Durch die Dokumentation der Schutzeinrichtungen weiß der Leser, welche Schutzeinrichtungen wo verbaut und wie und wann diese auf Funktionalität zu überprüfen sind. Zudem macht eine Auflistung bzw. Darstellung der Schutzeinrichtungen eine Überprüfung erst möglich.

Der Hersteller muss aufgrund seiner Fabrikationspflicht den Nachweis erbringen, dass die Schutzeinrichtungen bei der Übergabe des Produktes in Ordnung waren. Dies wiederum wird durch Abnahmeprotokolle nach der Fertigung und bei der Aufstellung beim Kunden belegt. Ebenso beinhaltet eine lückenlose Dokumentation Checklisten oder Wartungsbücher mit den Terminen, wann die Einrichtungen durch wen zu prüfen sind.

Um die Details von Schaltplänen, etc. zu erkennen, sollten diese in den Anhängen der Betriebsanleitung abgebildet sein. Dort kann dann ggf. ein größeres Papierformat gewählt werden. Auf einem A4-Blatt kann unter Umstände nicht jedes Detail erkannt werden.

Hinter den Abkürzungen IQ, OC und PQ verbergen sich die Begriffe Installation Qualification (IQ), Operational Qualification (OQ) und Performance Qualification (PQ). Die passenden deutschen Begriffe dafür sind Installationsqualifizierung, Funktionsqualifizierung und Leistungsqualifizierung.

Diese Begriffe sind Teile der Qualitätssicherung von Maschinen und Geräten. Vorrangig für Maschinen in der industriellen Herstellung von behördlich kontrollierten Produkten wie zum Beispiel in der Medizintechnik.

Zur Installationsqualifizierung (Englisch: Installation Qualification -IQ) gehört u.a. der Vergleich der tatsächlich installierten Komponenten in Maschinen mit den geforderten Anforderungen. Weiterhin die Überprüfung des vollständigen Aufbaus und der Zusammenstellung der Dokumentationen. Die IQ überprüft, dass die Komponenten der Anlage entsprechend den Designspezifikationen installiert und alle für sich betrachtet funktionieren. Direkt nach Lieferung, Aufbau und Inbetriebnahme einer Anlage wendet man dieses Verfahren an. Das Ergebnis der Prüfung ist zu dokumentieren.

Funktionsqualifizierung (Englisch: Operational Qualification – OQ) umfasst die dokumentierte Überprüfung aller Komponenten und Module eines installierten Systems. Eine komplexe Anlage wird in sinnvolle prüffähige funktionale Schritte oder Gruppen aufgeteilt und einzeln sowie zusammenhängend getestet. Im Rahmen der Funktionsqualifizierung erfolgt die Überprüfung der Funktion des Systems.

Leistungsqualifizierung (Englisch: Performance Qualification – PQ) findet nach IQ und OQ statt. Dieses Verfahren dokumentiert, dass Geräte und Systeme im gesamten vorgesehenen Arbeitsbereich innerhalb der vorgegebenen Grenzwerte reproduzierbar arbeiten. Damit erbringt man den Beleg für die dauerhaft erwartete Leistung des Systems. Die Komponenten eines Systems sind dabei nicht alleine zu betrachten, sondern immer nur als Teil des Gesamtprozesses bzw. eines Teilprozesses. Durch eine entsprechende Anzahl von Wiederholungen ist ein repräsentativer Beweis erbracht, dass die Geräteanforderungen erfüllt und im späteren realen Betrieb erfüllt sind.

Der Versand von Produkte in Drittländer, also Länder außerhalb der Europäischen Union, unterliegt aus zollrechtlicher Hinsicht einigen Feinheiten. Die Erstellung einer Ausfuhranmeldung ab einem Sendungswert von 1.000 Euro gehört dazu. Dabei zählt der statistische Wert des Produktes und nicht der Rechnungsbetrag. Diese Ausfuhranmeldung muss seit Juli 2009 im Rahmen des elektronischen Verfahrens ATLAS-Ausfuhr abgegeben werden.

Dies ist der Wert der Sendung „frei deutsche Grenze“, dies bedeutet, dass beispielsweise bei der Lieferbedingung „Ab Werk“ bzw. „EXW“ die Frachtkosten bis zur deutschen Grenze anteilig zum Rechnungsbetrag zu addieren sind, um den statistischen Wert zu erhalten. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass sich im Falle kostenloser Ersatzsendungen, der statistische Wert an dem realen Wert der Sendung orientiert. So kann beispielsweise für die Lieferung eines kostenfreien Motors im Rahmen eines Garantiefalls eine Ausfuhranmeldung notwendig sein. Nämlich dann, wenn der statistische Wert bei über 1.000 Euro liegt (Wert des Motors zuzüglich der anteiligen Frachtkosten zur deutschen Grenze).

Das ATLAS Verfahren ist das IT-System des deutschen Zolls und bildet folglich die Abkürzung für den Ausdruck „Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungs-System“.

Die ATLAS-Ausfuhranmeldung kann aus Sicht des ausführenden Unternehmens auf unterschiedliche Weise erstellt sein:

  • Im Rahmen einer vom Zoll zertifizierten, mit ATLAS verbundenen Software (zumeist kostenpflichtig) durch Mitarbeiter des Unternehmens.
  • In dem vom Zoll (kostenfrei und online) angebotenen Programm „Internetausfuhranmeldung Plus“ (IAA Plus) durch Mitarbeiter des Unternehmens
  • Durch einen Dienstleister (z.B. einen Spediteur oder eine Zollagentur)

Komplexe Maschinen sind so detailreich, dass Beschreibungen in Textform in der Betriebsanleitung sehr umfangreich und schwer verständlich ausfallen. Mithilfe von Abbildungen in Betriebsanleitungen reduziert sich der Informationsgehalt auf das Wesentliche. Abbildungen betonen überdies wichtige Inhalte und unterstützen den geschriebenen Text. Ein Bild vermittelt Informationen sprachneutral und ist international verständlich. Die Kosten für eine Übersetzung werden durch eine Abbildung ohne Text eingespart.

Der Nutzer muss durch die Beschreibung eines Produktes in der Lage sein, das Produkt entsprechend zu identifizieren. Dies ist möglich durch Angaben wie zum Beispiel:

  • Seriennummer, Modell, Produktkennzeichnungsnummer
  • Name zur Identifizierung des Anbieters
  • Name sowie Anschrift von Lieferanten
  • Abmessungen, Leistung, Energieverbrauch
  • Spannungen, Geräuschpegel, Elektromagnetische Verträglichkeit
  • Hinweise zum bestimmungsgemäßen Verbrauch

Ist eine Modifikation des Produktes nicht erlaubt, muss dies eindeutig in der Betriebsanleitung angegeben sein. Bei erlaubter Modifikation muss die Anleitung die erlaubten Modifikationen beschreiben. Ein sicherer Gebrauch muss weiterhin gewährleistet sein.

Betriebsanleitungen in elektronischer Form müssen wie gedruckte Anleitungen leicht verständlich sein und den Anforderungen aller Normen folgen. Wenn Gebrauchsanleitungen nur elektronisch zur Verfügung stehen, muss dies deutlich am Verkaufsort und auf der Verpackung angegeben werden. Herunterladbare Gebrauchsanleitungen müssen ohne Änderung der verwendeten Betriebssysteme lesbar sein. Genauso muss die notwendige Software zur Verfügung gestellt sein.

Die Technische Dokumentation einer Maschine muss sowohl vor Gebrauch als auch danach zugänglich sein. Daher muss auf die Bedeutung der Aufbewahrung einer Betriebsanleitung hingewiesen werden durch Aussagen wie z. B.:

WICHTIG!

VOR GEBRAUCH SORGFÄLTIG LESEN

BETRIEBSANLEITUNG FÜR SPÄTERES NACHSCHLAGEN AUFBEWAHREN!

Die Dokumentationsüberprüfung dient dazu zu überprüfen, ob die eigene Gebrauchsanleitung den üblichen Normen und Regeln unterliegt. Zum Beispiel ob die Betriebsanleitung der DIN EN 82079-1 oder für den amerikanischen Sektor der ANSI-Normen unterliegt. Ebenso überprüft unser Dokucheck,  ob das Dokument alle nötigen Produkthaftungskriterien erfüllt.

Die Betriebsanleitung muss laut der Maschinenrichtlinie in Ihrer Amtssprache verfasst sein. Verkauft man die Maschine ins europäische Ausland, muss die Betriebsanleitung entsprechend in der Amtssprache des Landes verfügbar sein.

 

Aus haftungsrechtlicher Sicht müssen Betriebsanleitungen verständlich geschrieben sein. Um die Anleitung verständlich schreiben zu können, sollte man dann auch die Personen kennen, welche das Produkt schlussendlich nutzen. Daher gibt es in Betriebsanleitungen also auch die Analyse der Zielgruppe des Produktes.

In der Betriebsanleitung müssen Angaben über Leistung und Verbrauch der Maschine wie Fassungsvermögen, Masse des Produktes, Nennleistung, etc. angegeben werden. Diese sollten dann übersichtlich dargestellt werden und sollten korrekt sein, um keine Probleme mit der Produkthaftung zu bekommen.

In der Betriebsanleitung werden Angaben über die Art und Häufigkeit von Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten, Material und Werkzeuge gemacht. Außerdem auch genügend detaillierte Beschreibungen zu den Tätigkeiten für die Instandhaltung und Reinigung des Produktes. Genauso zu beachten ist auch die Qualifikation des eingesetzten Personales. Informationen für geschultes und nicht geschultes Personal ist separat bereitzustellen. Die lokale Gesetzgebung und der lokale Arbeitsschutz wirken sich auch auf die jeweiligen Angaben aus.

Bei den Angaben zur Demontage ist darauf zu achten, dass diese nur erlaubt ist, wenn dies keine Gefährdung für Personen darstellt. Eine schlichte Angabe von „Demontieren Sie das Produkt in umgekehrter Weise, wie Sie es montiert haben“ ist nicht angemessen. Die EN 82079-1 fordert genaue Informationen und Warnhinweise über die Demontage eines Produktes.

Informationen in Hinsicht auf Recycling oder Entsorgung eines Produktes müssen auch in einer Betriebsanleitung wiedergegeben werden. Angaben zu einer sicheren und umweltgerechten Behandlung der Abfallprodukte sind ebenfalls zu machen.

Jedes Produkt ist für einen bestimmten Verwendungszweck geplant und hergestellt. Obwohl dieser Einsatzzweck logisch ersichtlich sein kann, ist jeder Produkthersteller verpflichtet den Käufer des Produktes von seiner bestimmungsgemäßen Verwendung zu informieren. Ebenso über möglichen Fehlgebrauch oder sogar Missbrauch ist in der Betriebsanleitung zu informieren. Diese Darstellung muss grundsätzlich vorhanden sein, damit die Produkthaftung erreicht ist und Gewährleistungs- oder Garantieansprüche greifen.

Die Maschinenrichtlinie besagt, dass bei wesentlichen Veränderungen auch alte Maschinen als neu betrachten zu sind. Durch Umbauten an einer Maschine durch eine Unternehmen wird die ursprüngliche Leistung, der Verwendungszweck oder die Bauart der Maschine wesentlich verändert. Dadurch ist die Maschine laut Maschinenrichtlinie als neu anzusehen. Die Maschine ist qausi erneut in Verkehr gebracht. Der aktuelle Betreiber erbt demzufolge auch allen einen Maschinen-Hersteller betreffenden Pflichten. Er muss eine EU-Konformitätserklärung erstellen, die CE-Kennzeichnung muss anbringen und er muss sicherstellen, dass eine Technische Dokumentation vorhanden ist.

Ja, inhaltlich gibt es mehrerer Punkte, die in einer Gebrauchsanleitung entsprechend aufgeführt sein sollten:

  • Bestimmungsgemäße Verwendung
  • Angaben zur gefahrlosen Durchführung von Transport, Installation, Inbetriebnahme und Verwendung sowie Rüsten, Instandhaltung, Montage und Demontage
  • Vom Bedienpersonal einzunehmende Arbeitsplätze
  • Erforderliche Einarbeitungshinweise
  • Angaben zu technischen Daten und Emissionen

Der Zeitpunkt des Inverkehrbringens eines Produktes spielt in der Produkthaftung eine große Rolle. Deswegen muss eine Gebrauchsanleitung mittels einer Gültigkeitsidentifikation gekennzeichnet sein. Ein Ausgabedatum, Revisionsindex oder sonstiger Code, der nachweist, wann die Gebrauchsanleitung ausgestellt ist.

Wenn die Software Teil einer Maschine bzw. Produktes ist, unterliegt diese rechtlich dem Produktsicherheitsrecht und muss in diesem Fall neben der Betriebsanleitung ebenfalls übersetzt werden.

Bei feuchten Umgebungseinflüssen kann Papier schnell Schaden nehmen oder die Schrift verläuft möglicherweise. Das Material der gedruckten Betriebsanleitung muss den Umgebungseinflüssen angepasst sein.

Aus der Zielgruppenanalyse ergibt sich, ob die Nutzer der Betriebsanleitung Kenntnisse von den eingesetzten Fachbegriffen haben. Besitzt diese keinerlei Wissen, so sind diese beim ersten Gebrauch und ggf. an weiteren Stellen ausführlich zu erklären. Ein Glossar am Ende des Betriebsanleitung, welches die Fachbegriffe enthält, ist ebenfalls sinnvoll.

Die Zielgruppe der privaten Endbenutzer an sich erfordern besondere Darstellungsweisen. Der Hersteller eines Produktes muss daher mit der Nutzung durch gefährdete Zielgruppe wie Kinder oder ältere Menschen rechnen. Über Risiken ist umfassend zu informieren und eine optimale Verständlichkeit der Anleitung ist für die Verringerung des Haftungsrisikos erforderlich.

Zuerst notiert man die Handlungsanweisungen stichwortartig und formuliert diese dann aus. Warnhinweise für Handlungsanweisungen sind vor der Handlung zu platzieren.

Handlungsanweisungen fordern den Benutzer zu einer Handlung auf und sind daher aktiv zu formulieren. Sie dienen dazu:

  • die Ausgangssituation einer Handlung zu schildern
  • das Ziel der Handlung nennen
  • falls notwendig einen konkreten Warnhinweis zu enthalten
  • in überschaubaren Schritten die auszuführende Handlung zu beschreiben
  • das Resultat der Handlung angeben

Um eine Betriebsanleitung übersichtlich zu gestalten, ist der Inhalt  durch Überschriften in verschiedenen Hierarchien zu wählen. Die Untergliederung dieser sollte jedoch maximal bis zur 3. Stufe reichen, um die Übersichtlichkeit zu wahren.

Einzelne wichtige Absätze können mithilfe einer Marginalienspalte hervorgehoben werden. Am Ende eines Kapitels kann eine Zusammenfassung für den Leser hilfreich sein.

Verzeichnisse für Inhalt, Fachwörter und Abkürzungen sind ebenfalls gute Orientierungshilfen.

Im Sinne des Produktsicherheitsrechts kann jede hergestellte fertige oder auch unfertige Sache zunächst ein Produkt am Markt sein. Ein Produkt am Markt ist, wenn Menschen diese in irgendeiner Art und Weise verwenden. Dazu zählen:

  • Gegenstände für den privaten Gebrauch
  • Technische Arbeitsmittel
  • Nahrungsmittel für Menschen und Tiere
  • Stoffe und sonstige Materialien

Ebenso spricht man im rechtlichen Sinne von der Erzeugung eines neuen Produktes, wenn verschiedene fertige und/oder unfertige Produkte zu einem neuen zusammengefügt oder ein bestehendes wesentlich verändert sein sollte.

Das kann durchaus sinnvoll sein. Mehrere Länder haben mehr als eine Amtssprache. Die Vereinigten Staaten benutzen zwar vorwiegend Englische Dokumente, haben aber keine einheitlich festgelegte Amtssprache. Bundesstaaten mit einem hohen lateinamerikanischen Bevölkerungsanteil verwenden zunehmend auch Spanisch als Amtssprache. Abhängig von der Branche kann auch eine andere Sprache zwingend vorgeschrieben werden. In New York müssen für die Baubranche die Betriebsanleitungen zwingend auf Spanisch ausgestellt sein, da überwiegend spanisch sprechende Personen im Baugewerbe tätig sind.

In den verschiedenen Teilen der USA herrschen starke Klimaschwankungen. Deshalb sind extrem heiße und kalte Temperaturen bei der Konstruktion zu berücksichtigen. So könnte beispielsweise durch Hitzeeinwirkung das Plastik von Elektroteilen schmelzen, die in Containern im Hafen von Texas lagern.

Der sogenannte „Stand der Technik“ ist einer der wichtigsten Technikklauseln für Maschinensicherheit, Produktsicherheit und Arbeitssicherheit. Der Begriff ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, der in verschiedenen Rechtsgebieten Verwendung findet und auf die Entwicklung von Wissenschaft und Technik Bezug nimmt.

Der Stand der Technik umfasst das, was technisch möglich ist. Möglich bedeutet nicht nur technisch machbar, sondern bezieht auch die Aspekte der Wirtschaftlichkeit und realistisch möglichen Umsetzbarkeit ein. Der Stand der Technik verändert sich zudem ständig und ist kein statisches Gebilde. Produkte sind an den Stand der Technik angepasst und Lösungen für Schutz und Sicherheit ständig weiterentwickelt. Das gilt ebenso für Maschinen, Anlagen, ihre Steuerungen und deren Betriebsanleitungen.

Das Produkthaftungsgesetz besagt, dass ein Produkt einen Fehler aufweist, wenn es nicht die Sicherheit bietet, die unter Berücksichtigung aller Umstände zu erwarten ist. Zu den Umständen zählen insbesondere:

  • seiner Darbietung
  • des Gebrauchs, mit dem billigerweise zu rechnen ist
  • des Zeitpunkts des Inverkehrbringens

Einem Produkt kann nicht einfach einen Fehler vorgeworfen werden, weil später ein verbessertes Produkt herauskam.

Die Abgabe eines Produktes im Rahmen einer Geschäftstätigkeit wird zunächst als „Bereitstellung auf dem Markt“ betrachtet. Ungeachtet davon, ob das Produkt verkauft, vermietet, verpachtet oder gar verschenkt ist. Das Produktsicherheitsrecht sieht vor, dass zum Zeitpunkt der Bereitstellung alle gesetzlichen Anforderungen an das Produkt erfüllt sein müssen.

Vorrangig jeder Hersteller, der ein Produkt selbst entwirft und fertigt. Aber auch jede natürliche oder juristische Person, die ein Produkt auf dem Markt bereitstellt, ist ein Bereitsteller. Als Hersteller sind auch solche eingestuft, die ein Produkt wesentlich verändern. Genauso diejenigen, welche mehrere Produkte zu einer neuen Gesamtheit zusammenfügen oder seinen Namen auf einem fremden Produkt anbringen.

Als Arbeitsschutz versteht man die Maßnahmen, die dazu dienen die Beschäftigten eines Unternehmens vor arbeitsbedingten Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen zu schützen. Das Ziel des Arbeitsschutzes ist die Vermeidung von Arbeitsunfällen und der Schutz der Gesundheit der Beschäftigten.

Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Beschäftigten nach dem aktuellen Stand der Technik zu schützen. Das bezieht sich auf die Sicherheit von Maschinen, das Funktionieren von Schutzeinrichtungen, den Umgang mit Gefahrstoffen sowie auch die Qualität von Arbeitskleidung oder der Komponenten der persönlichen Schutzausrüstung.

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Gesetze, Normen und Richtlinien

Die Maschinenrichtlinie fordert im Anhang 7, dass die Technischen Unterlagen einer Maschine in mindestens einer oder mehreren Amtssprachen der EU vorliegen muss. Die Risikobeurteilung ist ein Teil dieser Technischen Unterlagen. Liegt also die Risikobeurteilung in der deutschen Fassung vor, ist die Forderung der Maschinenrichtlinie erfüllt. Eine Übersetzung in eine andere Sprache ist nicht zwingend notwendig. Anders sieht das aus falls der Hersteller eine vertragliche Vereinbarung mit dem Kunden trifft. Diese kann die Lieferung der Technischen Unterlagen oder der Risikobeurteilung in einer anderen Sprache vorschreiben.

In den USA gibt es mit den ANSI Normen andere Regelwerke als in Europa. Jedoch sind einige europäische Normen auch in den USA vorzufinden. Die DIN EN ISO 12100 ist in der ANSI ISO 12100 übernommen worden. Daneben gibt es noch die wichtige ANSI B11.0 Safety of Machinery, die auf mehrere ISO-Normen Bezug nimmt und daher sehr relevant für den amerikanischen Markt ist. Weiterhin ist das amerikanische Arbeitsschutzrecht zu beachten, insbesondere die Anforderungen der CFR Section 29 (Code of Federal Regulations)

Maschinen, welche unter Tage zum Einsatz kommen, fallen unter den Geltungsbereich der Maschinenrichtlinie. Die Beschleunigung oder das Bremsen von schienengeführten Maschinen unter Tage darf nur mit einem von Hand betätigten Stellteil ausgehen. Ein unbeabsichtigtes Bestätigen dieser Stellteile darf nicht vorkommen und muss durch entsprechende Maßnahmen abgesichert sein. Auch müssen Bremssysteme so gestaltet sein, dass diese keine Funken erzeugen und somit Brände verursachen könnten. Mögliche Emissionen von Abgasen sind so abzuleiten, dass diese sich nicht nach oben ableiten.

Die Bedienerplätze, die ein Benutzer bei beweglichen Maschinen einnehmen kann, haben in der Maschinenrichtlinie eine besondere Bedeutung. Im Anhang I der Maschinenrichtlinie ist festgehalten, was bei der Konstruktion und Bau von Maschinen mit Fahrerplätzen zu beachten ist. Auch bezüglich der Steuerung dieser Maschinen sind entsprechende Maßnahme zu treffen, dass ein unerlaubtes Benutzen verhindert. Eine selbstfahrende Maschine mit aufsitzendem Fahrer darf beispielsweise nur dann eine Fahrbewegung vollführen, wenn der Fahrer auf dem Bedienungsstand sitzt.

Der Anhang I der Maschinenrichtlinie regelt die Anforderungen an Schutzeinrichtungen. Darin stehen nachfolgende allgemeine Anforderungen:

•             Schutzeinrichtungen müssen stabil gebaut sein

•             Dürfen keine zusätzlichen Gefährdungen verursachen

•             Dürfen nicht einfach umgangen oder unwirksam gemacht werden

•             Müssen ausreichen Abstand zum Gefahrenbereich haben

•             Dürfen die Beobachtung des Arbeitsvorgangs nicht mehr als unvermeidbar einschränken

Neben den allgemeinen Anforderungen sind auch spezielle Anforderungen an trennende und nichttrennende Schutzeinrichtungen im Anhang I der Maschinenrichtlinie aufgeführt.

Entspricht eine Maschine nicht den Bestimmungen der Maschinenrichtlinie, können die Mitgliedsstaaten Sanktionen gegen den Hersteller verhängen. Die Art und Ausmaße der Sanktionen ist den jeweiligen Mitgliedsstaaten überlassen. Eine Forderung der Maschinenrichtlinie ist nur, dass die Sanktionen wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sind. Die Möglichkeiten reichen von Bußgeldern bis zur Untersagung des weiteren Vertriebs der Maschine. Dazwischen können Nachbesserungen am Produkt, Preisminderungen und Schadensersatz als Sanktionen gefordert sein.

In der Maschinenrichtlinie ist eine Ausnahmeregelung für Maschinen hinterlegt, die auf Messen oder Ausstellungen ausgestellt sind. Diese können zu Präsentationszwecken auch nicht mit den Bestimmungen der Maschinenrichtlinie übereinstimmen. Für alle Interessierten muss jedoch eine entsprechende Information bereitliegen, dass die Maschine von der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG abweicht. Ebenso muss möglichen Kaufinteressenten klar dargelegt sein, dass die Maschine in diesem Zustand nicht verkauft werden darf.

Die Einhaltung von Normen sind an sich gesehen freiwillig. Aber hier kann es auch Unterschiede geben. Juristische Quellen wie Gesetze oder Urteile können zu einer verbindlichen Haltung führen was die Einhaltung von Normen angeht. Wenn beispielsweise eine EU-Richtlinie auf eine Norm verweist, ist diese auch verbindlich einzuhalten. Auch Verträge mit Kunden können die Einhaltung von Normen fordern. Ist beispielsweise vertraglich vereinbart die Technische Dokumentation nach DIN EN 82079-1 zu liefern, dann gilt es auch diese Norm einzuhalten. Sonst liegt ein vertraglicher Sachmangel am Produkt vor. Die Folgen einer solchen vertraglichen Missachtung können Preisnachlässe, Nachbesserung oder einen Rücktritt vom Vertrag mit sich ziehen.

Die Normenrecherche dient dazu alle relevanten Normen für sein Produkt zu erkennen. Die Normen stellen den aktuellen Stand in der Branche dar und sind entsprechend bei der Produktentwicklung zu interpretieren. Weicht ein Hersteller von Normen ab oder ignoriert diese sogar, muss er im Haftungsfall mit Bußgeldern rechnen. Setzt er hingegen die Norm richtig um oder interpretiert diese so, dass die Ziele der Norm mit seiner Lösung besser umgesetzt werden, wirkt sich dies positiv im Falle eines Haftungsfalles aus. Da der Hersteller dann nachweisen kann, dass er sein Möglichstes getan hat, um das Produkt so sicher wie möglich zu gestalten. 

Direkte Anforderungen in der Maschinenrichtlinie bezüglich ökologische Aspekte und dem Umweltschutz sind in der aktuellen Fassung nicht vorhanden. Jedoch ist das Vermeiden oder Verringern von Umweltgefahren ein weiteres Ziel, womit sich die Hersteller und Konstrukteure befassen müssen. Die Europäische Union hat für diesen Bereich zudem auch schon separate Richtlinien wie die Ökodesign-Richtlinie 2005/32/EG herausgegeben. Die Maßnahmen dieser Richtlinien können auch für Maschinen Anwendung finden oder für Ausrüstungen, die in Maschinen eingebaut sind.

Die VDI Norm 4500 bietet für die Technische Dokumentation Leitfäden zum Vorgehen beim Erstellen und Pflegen von Anleitungen. Praxisnahe Empfehlungen und wertvolle Hilfe bei der Technischen Dokumentation sind auf mehreren Seiten abgedruckt. Neben den gesetzlichen Forderungen, die beim Erstellen von interne oder externe Technischen Dokumenten gefordert sind, sind zudem auch ein Glossar mit Begriffsbezeichnungen und Checklisten zur Bewertung der Technischen Dokumentation enthalten.

Die VDI Richtlinie 2770 handelt von digitalen Herstellerinformationen für die Technische Dokumentation in der Prozessindustrie. Die Unterlagen des Herstellers wie die Betriebsanleitung erhalten wichtige Informationen für beispielsweise Aufstellung, Inbetriebnahme, Bedienung und Wartung. Die Übertragung dieser Informationen in die IT-Systeme der Maschinen und Anlagen behandelt diese VDI Richtlinie. Der Abruf von digitalen Herstellerinformationen erspart zudem das ressourcenintensive Suchen in der papierhaltigen Technischen Dokumentation. Die Richtlinie erleichtert die Nutzung von technischen Informationen und verbessert die Prozessabläufe in Produktionsanlagen.

Ob Werkzeuge unter den Geltungsbereich der Maschinenrichtlinie fallen, hängt ganz von dem jeweiligen Werkzeug ab. Speichert das Werkzeug beispielsweise Energie, so kann durch aus der Geltungsbereich der Maschinenrichtlinie zum Tragen kommen. Werkzeuge sind daher nicht grundsätzlich von der Maschinenrichtlinie ausgenommen

Die Maschinenrichtlinie enthält entsprechend Regelungen für die am Markt befindlichen Maschinen und dient der jeweiligen Marktüberwachung als Kontrollinstrument. In Artikel 4 der Maschinenrichtlinie ist die Verpflichtung zur Verfolgung und Unterbindung jeglicher Verstöße gegen die Bestimmungen der Maschinenrichtlinie durch die Marktaufsicht enthalten. Die Marktaufsicht existiert in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Die Marktüberwachung in Deutschland überwacht die Einhaltung des Produktsicherheitsgesetzes und kontrolliert dazu den Warenverkehr auf unsichere Produkte.

Eine Konformitätsbewertung soll nachweisen, dass eine Übereinstimmung mit den jeweiligen Mindestanforderungen aus Normen und Richtlinien für ein Produkt besteht. Konkretisiert eine internationale oder auch nationale Norm die Mindestanforderungen der Richtlinie, kann diese für die Konformitätsbewertung herangezogen werden. Auch ist es möglich, dass eine europäische Norm mit der Bezeichnung EN nachträglich in eine ISO Norm übergeht. Auch die Übernahme einer ISO-Norm nachträglich in das europäische Regelwerk EN ist möglich. Die europäischen EN-Normen sind dann von den Mitgliedsstaaten in nationale Normen zu überführen. Im Falle von Deutschland tragen diese ins nationale Regelwerk übernommenen Normen die Bezeichnung DIN.

Eine Maschine kann neben der Maschinenrichtlinie auch unter mehrere Richtlinien fallen. In der Konformitätserklärung steht dann unter welche Richtlinien die Maschine fällt. So kann eine Maschine unter die Maschinenrichtlinie und die ATEX Richtlinie fallen.

Ebenfalls kann es sein, dass in einer Richtlinie bestimmte Erzeugnisse bzw. Produkte ausgeschlossen sind. So schließt die Maschinenrichtlinie Erzeugnisse aus, die unter die Niederspannungsrichtlinie fallen. Dazu zählen unter anderem alle elektrischen Schalt- und Steuergeräte, die innerhalb bestimmter Spannungsgrenzen fallen.

Die ISO 20607 ist ein neuer Normen Entwurf und konkretisiert die Anforderungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG an eine Betriebsanleitung im Maschinenbau. Zwar gibt es mit der DIN EN 82079-1 bereits eine Norm zum Erstellen von Anleitungen aller Art. Die neue Norm ISO 20607 befasst sich jedoch nur für den speziellen Anwendungsfall von Betriebsanleitungen für Maschinen. Die neue Norm ist eine gute Ergänzung zur bisherigen DIN EN 82079-1, da sie speziell die inhaltlichen Anforderungen für den Maschinenbau und darauf bezogen einzelne Hilfestellungen zu Formulierungen enthält.

Die NR-12 (Norma Regulamentadora) ist in Brasilien das europäische Gegenstück zur Maschinenrichtlinie. Will ein Maschinenhersteller seine Produkte nach Brasilien einführen, muss er nachweisen, dass seine Maschine alle Vorgaben der NR-12 erfüllt. Wenn die Vorgaben der NR-12 nicht erfüllt und formal dokumentiert sind, ist die Maschine für den Brasilianischen Markt nicht zulässig.

Die neue ISO 45001 beschreibt Anforderungen an Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsysteme. Das Ziel der Norm ist es, das Unfall- und Verletzungsrisiko in Unternehmen zu reduzieren. Die ISO 45001 führt den traditionellen Arbeitsschutz und das betriebliche Gesundheitsmanagement zusammen. Die neue ISO Norm löst zudem den bisherige Standard BS OHSAS 18001 ersatzlos ab. Nach der Veröffentlichung im März 2018 haben Unternehmen eine dreijährige Übergangsphase, in der es darum geht die neue Norm ISO 45001 anzuwenden.

Die Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV) ist verantwortlich für die Schweizer Normen in der Technischen Dokumentation. Die von der Normenorganisation mit Sitz in Winterthur ausgegebenen Schweizer Normen sind mit dem Kürzel SN gekennzeichnet. Man kann die SNV dementsprechend mit dem deutschen Institut für Normung (DIN) vergleichen.

 

Als Vollmitglied der Internationalen Organisation für Normung (ISO) und des Europäischen Komitees für Normung (CEN) stellt die SNV die internationale Zusammenarbeit in der Normung sicher. Die SNV übernimmt internationale und europäische Normen, unter denen auch die für die Technische Dokumentation sind, in das Schweizer Normenwerk. Von den fast 16.800 Schweizer Normen sind immerhin mehr als 15.000 nationale Übernahmen von Europäischen Normen.

Obwohl die Schweiz kein Mitglied der Europäischen Union ist gelten auch in der Schweiz mehrere europäische Richtlinien. Die Schweiz unterhält mit der Europäischen Union mehrere bilaterale Verträge, um die Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und den Mitglieder der Europäischen Union zu regeln. Für den Maschinenbau übernimmt die Schweiz auch die Maschinenrichtlinie in nationale Verordnungen und setzt sie demzufolge in Schweizer Recht um. In der Schweiz ist die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG als Verordnung über die Sicherheit von Maschinen (Maschinenverordnung, MaschV) bekannt. Die Inhalte der Verordnung sind deckungsgleich mit der europäischen Richtlinie.

Welches Material für Warnschilder an Maschinen zur Anwendung kommen darf, hängt von der Lebensdauer einer Maschine und den Umgebungseinflüssen ab. In Normen und Richtlinien stehen keine näheren Angaben zu dem zu verwendenden Material für Warnschilder. Es ist nur wichtig, dass die Warnschilder in der gesamten Lebensdauer der Maschine deutlich sichtbar und lesbar angebracht sind.

Normen wie DIN EN ISO 12100 oder DIN EN 60204 legen Anforderungen an die Eigenschaften von Sicherheitsfunktionen im Maschinenbau fest. Während der Planungsphase einer Maschine und über alle Phasen der Verwendung hinweg ist es zudem wichtig, die Maschinensicherheit zu berücksichtigen. Ziel der Anforderungen aus Normen ist, eine Maschine als inhärent sicher zu gestalten und mögliche Risiken auf null zu reduzieren.

Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gibt einen Rahmen vor, den Hersteller von Produkten beachten müssen. Im Maschinenbau zählen dazu auch Vorschriften für das Inverkehrbringen von Produkten, insbesondere die CE-Kennzeichnung. Auch falsche Aussagen im Marketing oder der Technischen Dokumentation fallen unter den Geltungsbereich des UWG.

Die DIN EN 82079-1 schafft im Bereich Technische Dokumentation einen detaillierten Standard für das Erstellen von Anleitungen. Darunter zählen Dokumenten wie Betriebsanleitungen, Montageanleitungen oder Gebrauchsanweisungen. Man sollte die DIN EN 82079-1 schon deswegen anwenden, um eine qualitativ hochwertige Technische Dokumentation zu erstellen. Weiterhin ist die Norm im Produktsicherheitsgesetz aufgeführt, weswegen Unternehmen der DIN EN 82079-1 vermehrt Beachtung schenken sollten, um ihre Produkte sicherer zu gestalten.

Die DIN EN 82079-1 erleichtert die Erstellung einer Technischen Dokumentation für Produkte aller Art. Unter den Geltungsbereich der DIN EN 82079-1 fallen unter anderem Software, Elektronikprodukte, Medizingeräte, Möbel, Spielzeug, Maschinen und Anlagen. Sowohl Verbraucherprodukte als auch Investitionsgüter fallen unter den Wirkungskreis der DIN EN 82079-1.

Alle Personen, die im Erstellungsprozess von einer Technischen Dokumentation beteiligt sind, sollten sich mit der Norm DIN EN 82079-1 befassen. Also nicht nur die ausführende Personen, welche die Betriebsanleitung schreiben, wie Technische Redakteure, Illustratoren, Entwickler, Produktingenieure und Übersetzer. Auch die in der Organisationsstruktur verantwortlichen Personen wie Produktmanager oder die Geschäftsführung sollten sich mit der DIN EN 82079-1 befassen.

In der Technischen Dokumentation macht die DIN EN 82079 Anforderungen dazu, welche Angaben zu Zubehörteile, Verbrauchsmaterialien und Ersatzteile gemacht müssen. Falls zur Nutzung des Produktes Zubehörteile erforderlich sein sollten, müssen diese in der Technischen Dokumentation mit umfassender Informationen erläutert sein. Dabei ist es sinnvoll sowohl die Funktion der Teile zu erläutern, wie auch die Informationen zum Montieren und Entfernen der Teile parat zu stellen. Die DIN EN 82079 macht Angaben dazu, dass Ersatzteile in der Technischen Dokumentation visuell identifizierbar sind durch beispielsweise einer Explosionszeichnung.

Die entstandenen Europäischen Normen (EN) übernehmen die jeweiligen Mitgliedstaaten in ihr nationales Normenwerk. Die Übernahme von internationalen Normen (ISO) in nationale Normen ist dahingegen nicht verpflichtend. Sollte aber eine Übernahme erfolgen, darf diese nur als vollständige und identische Übernahme der internationalen Norm erfolgen. Da die europäische Normung EN grundsätzlich die internationalen Normen ISO übernehmen, ist auch die Übernahme in der nationalen Normung verpflichtend. Im Falle von Deutschland ist das dann die DIN. Die Normenbezeichnung DIN EN ISO sagt also aus, dass eine internationale Norm sowohl in das europäische als auch in das deutsche Normenwerk übergegangen ist.

Um im Maschinenbau neue Normen einzubringen, kann jeder bei der DIN formlos einen schriftlichen Normungsantrag für nationale Normen stellen. Der zuständige Ausschuss klärt mit den Fachkreisen, ob Bedarf für das eingereichte Thema besteht, das Projekt zu finanzieren ist und ob die Bearbeitung auf nationaler, europäischer oder internationaler Ebene erfolgen soll. Wenn im Ausschuss die Entscheidung zugunsten der Erarbeitung einer nationalen Norm fällt, muss nur noch das zuständige Lenkungsgremium zustimmen. Dann erarbeitet der Ausschuss ein Norm-Entwurf und stellt diesen der Öffentlichkeit im Anschluss durch den Beuth Verlag bereit. Im Norm-Entwurfs-Portal von der DIN kann die Norm kostenlos zur Stellungnahme eingesehen werden. Die Experten im Ausschuss beraten die Stellungnahmen und einigen sich über den Inhalt der geplanten Norm. Die Veröffentlichung der Norm erfolgt anschließend.

Die technische Umsetzung von EU-Richtlinien in nationale Bestimmungen im Maschinenbau findet über harmonisierte Normen statt. Mit der Anwendung von harmonisierten Normen bekennt der Hersteller im Maschinenbau, dass seine Produkte konform mit den Bestimmungen der EU-Richtlinien sind. Die Bekanntgabe der Harmonisierung von Normen erfolgt über das Amtsblatt der Europäischen Union. Dabei wird auch der Termin festgelegt, ab wann die Anwendung der Norm nötig ist, um die berechtigte Konformitätsvermutung zu erlangen.

Die Anwendung harmonisierter Normen in der Technischen Dokumentation ist freiwillig, bietet aber bei Anwendung das Recht zur Konformitätsvermutung. Das Vorhandensein von harmonisierten Normen bezeugt die Einhaltung von EU-Richtlinien, welche Anforderungen für ein Mindestsicherheitsniveau für bestimmte Produkten aufstellen. Wendet ein Hersteller keine harmonisierten Normen an, muss er nachweisen können, dass seine Methoden mindestens genauso sicher sind.

Ein Unterschied zwischen europäischen und amerikanischen Normen in der Technischen Dokumentation besteht in der Anzahl der Herausgeber von Normen.

In Europa verabschiedet die ISO Normen, während in Amerika mehrere Organisationen Normen herausgeben. Zu den wichtigsten gehören die ANSI, OSHA und UL-Normen. Dann gibt es branchenbezogene Normungsverbände wie die NEMA (National Electrical Manufacturers Association), welche Normen im Bereich der Elektrotechnik verabschieden.

Im Allgemeinen sind die OSHA-Normen mit den EU-Richtlinien vergleichbar und die ANSI Normen mit denen der deutschen DIN. OSHA Normen sind verpflichtend umzusetzen während die ANSI Normen freiwillig umgesetzt werden können. Die Umsetzung der ANSI Normen ist jedoch zu empfehlen, da diese als wichtig anerkannt sind und bei Haftungsfällen großes Gewicht besitzen.

Im Maschinenbau für die USA gibt es mehrere Normen für Produkte. Zum Beispiel gibt es die Norm UL745-1 Portable Electric Tools, die Warnhinweise für Elektrowerkzeuge enthält.

Weiterhin gibt es für Produkte in den USA eine Vielzahl von Normen, die es zu beachten gilt, wie beispielsweise den Consumer Product Saftey Act (Sicherheitsnormen für Verbraucherprodukte) oder den Toxic Substances Control Act (Norm der US-amerikanischen Chemikalienregulierung). Im Maschinenbau sind zudem folgende Organisationen für Normen bekannt:

  • Occupational Safety & Health Administration (OSHA)
  • American National Standards Institute (ANSI)
  • Underwriters Laboratories (UL)
  • National Fire Protection Association (NFPA)

Die NFPA 70 Norm schreibt in den USA vor, in welcher Form Elektroinstallationen vorzunehmen sind. Darunter zählen Parameter wie Betriebsspannungen oder sogar die Art der Kabelverlegungen im Niederspannungsbereich zur elektrischen Energieversorgung. Ebenso regelt die Norm, wie die elektrische Sicherungen, oder die im nordamerikanischen Raum verbreiteten NEMA-Stecker zu gestalten sind. Die Nicht-Einhaltung der NFPA 70 Norm kann dazu führen, dass die Maschine oder Anlage nicht in Betrieb genommen darf.

Wenn für ein Produkt mehrere Richtlinien gelten, muss der Hersteller nicht mehrere separate Konformitätserklärungen abgeben. Sämtliche Erklärungen fasst der Erklärer dementsprechend in einem einzigen Dokument zusammen. Das Dokument verweist auf die jeweils anderen Richtlinien, deren Vorgaben er erfüllt hat. Der Hersteller bestätigt damit die Konformität seiner Maschine in einer einzigen Konformitätserklärung. Aus dieser muss stets klar ersichtlich sein, ob sie nur für eine Richtlinie gilt oder für mehrere Richtlinien.

Die Anwaltskosten in den USA muss jede Partei selbst tragen. Es findet keine Kostenerstattung wie in Deutschland statt. Die Anwälte in den USA setzen Ihre Honorare zudem mit 25-50 % der Klagesumme an. Die Richter in den USA überwachen nur den Prozessverlauf, eine Jury am Gerichtsstandort, die aus Zivilpersonen besteht, klärt die Schuldfrage. In den USA sind die Prozesse öffentlicher geführt als in Deutschland.

Der Kläger hat für die Beweissuche erhöhte Rechte. So kann er beispielsweise die Betriebsstätte des Angeklagten nach Informationen durchsuchen.

In Hinsicht auf die Produktsicherheit gibt es einige Unterschieden zwischen der EU und den USA.

In der EU gibt es ein einziges Verfahren, um ein Produkt mit den geltenden Gesetzen in Einklang zu bringen. Nämlich die Einhaltung der Schritte zur CE-Kennzeichnung. Die CE-Kennzeichnung findet zudem in den USA keine Anwendung. Dagegen hängt es in den USA von der Art des Produkts und der zugehörigen Bundesbehörde ab, welche Schritte für die Produktsicherheit zu ergreifen sind.

In den USA basieren die Produktrichtlinien zur Produktsicherheit auf nationalen Gesetzen, die vom Kongress verabschiedet sind. In der EU werden die Richtlinien von der Europäischen Kommission festgelegt und die Überprüfung erfolgt durch die einzelstaatlichen Behörden. Einige der in den USA erlassenen staatlichen Gesetze und Vorschriften sind zudem strenger als die Bundesgesetze.

Die Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU regelt im Maschinenbau die Anforderungen für das Inverkehrbringen von Aufzügen im Europäischen Wirtschaftsraum. Die aktuelle Form der europäische Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU ist ab dem 20. April 2016 in nationales Recht in Deutschland umgewandelt. Vorallem die Hersteller von Aufzugsanlagen und andere an der Lieferkette Beteiligte nimmt die neue Verordnung dadurch in die Pflicht. Kernpunkte in dieser neuen Fassung für den Maschinenbau sind dementsprechend die Technische Dokumentation, Produktkennzeichnung und Regeln für die Kommunikation möglicher Sicherheitsrisiken.

Die Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG dient im Maschinenbau dazu, Energie und andere Ressourcen bei Herstellung, Betrieb und Entsorgung von energieverbrauchsrelevanten Produkten einzusparen. Die Richtlinie erschien am 20. November 2009 und ersetze dafür die alte Richtlinie 2005/32/EG als Nachfolger. Sie legt für den Hersteller im Maschinenbau verbindliche allgemeine und spezifische Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte fest.

Gefährliche Stoffe und Gemische müssen in der Technischen Dokumentation nach der GHS-Einstufung (Globally Harmonised System) gekennzeichnet sein. Seit dem 1. Juni 2017 dürfen Lösemittel, Haushaltsreiniger, Bauchemikalien oder andere Gemische nur noch in Verkehr gehen, wenn sie der GHS-Kennzeichnung entsprechen. Die bislang gültigen schwarzen Symbole auf einem orangefarbenen Quadrat haben keine Gültigkeit mehr. Es sind nun nur noch die schwarzen Symbole in einem rautenförmigen, roten Rahmen auf weißem Grund zulässig.

Die EN ISO 13849-1 stellt im Maschinenbau die Anforderungen an die Sicherheit von Steuerungen auf. Sie entspricht zugleich einem Leitfaden für die Gestaltung und Integration sicherheitsbezogener Teile für Steuerungen von Maschinen. Diese sicherheitsspezifische Norm beschäftigt sich mit Gestaltungsleitsätzen zu sicherheitsbezogenen Teilen von Steuerungen. Die Norm ist zudem für alle Arten von Maschinen gültig. Darüber hinaus greift sie für einfache Maschinen (zum Beispiel ein Bohrer), genauso wie für komplexe Anlagen.

Die DIN EN ISO 7010 regelt in der Technischen Dokumentation die Vorgaben zu Rettungs-, Verbots-, Gebots-, Warn- und Brandschutzzeichen. So sind beispielsweise die Farben und Formen der Sicherheitszeichen genauestens in der Norm festgelegt. Das europäische Komitee brachte die internationalen Norm ISO 7010 in Umlauf, um international für mehr Sicherheit durch einheitliche Kennzeichen zu sorgen. Im Oktober 2012 erschien dann die deutsche Fassung der europäischen Norm, die DIN EN ISO 7010.

Ein Hersteller im Maschinenbau trägt gegenüber den Verbrauchern eine Konstruktionspflicht. Er ist verpflichtet, seine Produkte so zu konstruieren, dass ein von ihm in den Verkehr gebrachtes Produkt sicher konstruiert ist. Das Produkt muss den gebotenen Sicherheitsstandards entsprechen. Mögliche Risiken bei bestimmungsgemäßer Verwendung als auch bei vorhersehbarer Fehlverwendung des Produktes müssen auf Grund des technischen Designs so weit wie möglich minimiert sein.

Im Maschinenbau muss durch die Fabrikationspflicht gewährleistet sein, dass  planwidrige Abweichungen im Fabrikationsprozess nicht vorkommen. Die Fertigung des Produkts in einem Betrieb sollte so organisiert sein, dass nur einwandfreie und fehlerlose Produkte auf den Markt kommen. Materialfehler oder Materialschwächen in der Fabrikation eines Produktes wurden zu Fabrikationsfehlern führen. Der Hersteller muss durch entsprechende Fertigungsprozesse und Qualitätskontrollen dafür Sorge tragen, dass dies nicht passiert.

Die Instruktionspflicht im Maschinenbau fordert den Hersteller einer Maschine dazu auf, den Produktbenutzer ausreichend zu informieren. Mit Hilfe entsprechender Instruktionen muss der Hersteller vor Restgefahren, die trotz ordnungsgemäßer Konstruktion noch verbleiben, warnen. Ebenso muss er den Benutzer in den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Produkts einweisen und vor Gefahren warnen.

Eine Anlage, die aus mehreren Einzelmaschinen besteht, bezeichnet man in der Maschinenrichtlinie im allgemeinen als eine „Gesamtheit von Maschinen“.  Beim Inverkehrbringen von Maschinen, also auch einer Gesamtanlage, muss man eine Konformitätserklärung beizufügen. Diese Verpflichtung trifft den Hersteller der Gesamtanlage. Wenn eine Anlage aus zugekauften Teilen besteht, muss der Hersteller in seiner Konformitätserklärung für die Gesamtanlage auch sämtliche Normen der Konformitätserklärungen der Zukaufteile auflisten.

GHS steht für „Globally Harmonised System“ und bezeichnet ein weltweit einheitliches System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien. Durch die Kennzeichnung ist es möglich, vor allen physikalischen Gefahren, Gesundheitsgefahren und Umweltgefahren von chemischen Stoffen und Stoffgemischen zu warnen. Zur Einstufung und Kennzeichnung werden daher Warntexte und einheitliche Gefahrenpiktogramme verwendet. Ein solche Gefahrenpiktogramm für eine giftige Chemikalie könnte zum Beispiel wie nachfolgend aussschauen:

 

In Bezug auf Sicherheitswarnungen können bestimmte Normen und Richtlinien falsch verstanden werden oder sind nicht bekannt. So sollte bspw. die Norm zur Sicherheit von Maschinen (EN ISO 12100) bekannt sein. Darin steht bspw. wer für eine Risikobeurteilung zuständig ist.

Die richtigen Normen zu kennen und zu verstehen, ist von großer Bedeutung. Ein gutes Normenmanagement in der Technischen Dokumentation ist essentiell für die Gewinnung von aktuellem Wissen. Jeder Mitarbeiter in der Technischen Dokumentation sollte deswegen angehalten werden, alle relevanten Normen und Richtlinien zu kennen. Ist dies nicht der Fall, liegt zudem ein organisatorisches Verschulden vor.

Die Gesetz- und Normenlandschaft ist ständig in Bewegung. Die für Ihre Technische Dokumentation wichtigen Richtlinien könnten sich aufgrund etwaiger Umstände verändert haben. Werden Änderungen in Gesetzen und Normen nicht beachtet, kann es dazu kommen, dass die Betriebsanleitung nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und somit auch das Produkt als fehlerhaft angesehen wird. Dann muss man mit Anklagen aus dem Bereich der Produkthaftung rechnen.

Die DIN  EN ISO 3746 beschreibt Verfahren zur Bestimmung des Schallleistungspegels einer Geräuschquelle (an einer Maschine oder Gerät). In der Emissionsmessung ist diese eine wichtige Schallenergiegröße zur Bewertung einer Schallquelle. Es werden hierdurch Anforderungen an die Messumgebung, die Messgeräte, die Messflächen und den Betrieb der zu untersuchenden Geräuschquelle festgelegt. Die Maschinenrichtlinie verpflichtet den Hersteller bzw. Vertreiber einer Maschine, in der Betriebsanleitung und in Verkaufsprospekten die von der Maschine ausgehende Geräuschemission anzugeben.


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Norm für Schalleistungspegel DIN EN ISO 3746

Die EU-Medizinprodukteverordnung EU 2017/745 wurde am 5 April 2017 erlassen. Die Verordnung erlässt Regeln für das Inverkehrbringen, die Bereitstellung auf dem Markt und die Inbetriebnahme von Medizinprodukten. Darunter zählen zum Beispiel für den menschlichen Gebrauch bestimmten Medizinprodukten und deren Zubehör in der Europäischen Union.

Die als „Medical Device Regulation“ (MDR) bekannte EU-Medizinprodukteverordnung EU 2017/745 erschien am 5.5.2017 im EU-Amtsblatt. Die Verordnung tritt 20 Tage später in Kraft und ist daher ab dem 26.05.2017 gültig. Für die Umsetzung der Verordnung wird eine Übergangsfrist von 3 Jahren eingeräumt. Ab dem 26.5.2020 müssen die in der Verordnung enthaltenen Vorgaben also verbindlich umgesetzt sein.

Die durch die neue EU- Medizinprodukteverordnung EU 2017/745 abzeichnenden Konsequenzen bestehen in einem deutlich erhöhten Dokumentationsaufwand für Hersteller. Die Anforderungen an die Technische Dokumentation von Medizinprodukten wird in Anhang II neu und detailliert geregelt.

Unter anderem müssen Produkte, die für den einmaligen Gebrauch vorgesehen sind, einen Hinweis in der Gebrauchsanweisung auf diesen Sachverhalt enthalten. Der Hinweis des Herstellers auf den einmaligen Gebrauch muss in der gesamten Union einheitlich sein.

Weiterhin müssen Medizinprodukte eindeutig gekennzeichnet sein anhand einer Produktidentifizierungsnummer. Mithilfe der „Unique Device Identification“ (UDI) Nummer soll die eindeutige Identifikation und Rückverfolgbarkeit von Medizinprodukten möglich sein. Insbesondere durch sicherheitsrelevante Maßnahmen soll den Kampf gegen Produktfälschungen erleichtern. Die UDI muss auf dem Produkt und der Verpackung angegeben sein.

Unter dem Strich enthält die EU-Medizinprodukteverordnung EU 2017/745 in Bezug auf die Gebrauchsanweisung einige Neuerungen. Es gibt Änderungen beim Konformitätsbewertungsverfahren die zu beachten sind. Zudem benötigen die Unternehmen in Zukunft eine Verantwortliche Person, die über qualifiziertes Fachwissen verfügt. Händler, Importeure und andere wirtschaftliche Akteure werden deutlich mehr in die Pflicht genommen.

Klinische Bewertungen und klinische Prüfungen sind ebenfalls deutlich detaillierter geregelt. Hierdurch werden sich Mehraufwände für die Hersteller ergeben. Alle Hersteller sollten möglichst Daten aus dem Feld (Post-Market-Surveillance) erheben und in die klinischen Bewertungen mit einbeziehen.

 

 

 

Eine weitere Neuerung der Reform betrifft die verpflichtende Benennung einer verantwortlichen Person, die für die Überwachung und Kontrolle der Herstellung von Produkten und deren Überwachung nach dem Inverkehrbringen zuständig ist.

Die für die Einhaltung der Regulierungsvorschriften verantwortliche Person soll der Organisation des Herstellers angehören und über bestimmte Mindestqualifikationen verfügen. Diese kann zum Beispiel ein Abschluss eines Hochschulstudiums in Recht, Medizin, Pharmazie oder Ingenieurswissenschaften sein. Auch eine langjährige Berufserfahrung in Qualitätsmanagementsystemen in Zusammenhang mit Medizinprodukten ist zudem möglich.

Klein- und Kleinstunternehmer sind von dieser Vorschrift befreit. Sie sind nicht verpflichtet, in ihrer Organisation eine für die Einhaltung der Regulierungsvorschriften verantwortliche Person zur Verfügung zu haben. Sie müssen jedoch dauerhaft und ständig auf eine solche Person zurückgreifen können.

EU-Mitgliedsländer beteiligen sich an der Ausarbeitung von EU-Richtlinien und die Mitgliedsländer müssen die Richtlinie in nationales Recht umsetzen. Eine EU-Verordnung wird ohne direkte Zustimmung der Länderparlamente erlassen und ist innerhalb einer entsprechend Frist als europäisches, übernationales Recht anzuwenden.

Ein Anpassung von älteren Betriebsanleitungen an die Bestimmungen der DIN EN 82079-1 ist nicht zwingend vorgeschrieben. Eine ältere Anleitung entspricht in den meisten Fällen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Im Falle von Produkthaftungsprozessen kann dies einen Hersteller von Maschinen benachteiligen. Somit ist eine Aktualisierung der Betriebsanleitung auf die DIN EN 82079-1 aus haftungsrechtlicher Sicht zum empfehlen. Denn eine aktuelle Betriebsanleitung vermindert das Haftungsrisiko.

In der Technischen Dokumentation umfasst die DIN EN 82079-1 bezüglich der Betriebsanleitung zum Beispiel folgende Punkte:

  • Berücksichtigung der Zielgruppe
  • Betriebsanleitung als Teil des Produktes
  • Bereitstellung der Betriebsanleitung in geeigneter Weise und den dafür benötigten Sprachen
  • Die Anleitung soll die Qualität sicherstellen und Risiken verringern
  • Die Kompetenzen der beteiligten Personen sicherstellen

Der Unterschied zwischen Normen und EU-Richtlinien im Maschinenbau ist, dass EU-Richtlinien rechtlich bindend sind. So muss ein Hersteller von Maschinen sich zum Beispiel an die Maschinenrichtlinie halten. Normen an sich haben dagegen keine rechtliche Verbindlichkeit. Normen, deren Einhaltung vertraglich festgelegt sind, haben einen verbindlichen Charakter. Oder in der Ausfüllung unbestimmter Rechtsbegriffe, wie zum Beispiel des Begriffes „Stand der Technik“, und erlangen dadurch rechtliche Bedeutung.

Eine Norm im Maschinenbau ist die Formulierung, Herausgabe und Anwendung von Regeln durch eine anerkannte Organisation und deren Normengremien. Dementsprechend sollen Normen auf den Ergebnissen von Wissenschaft, Technik und Erfahrung basieren. Für Deutschland ist das Deutsche Institut für Normung (DIN) für die Durchführung und Organisation der Normungsarbeit zuständig.

Richtlinien legen Handlungs- oder Ausführungsvorschriften fest. Richtlinien haben einen bestimmten Geltungsbereich je nach Anwendungsfall und legen für bestimmte Produkte grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen fest. Hingegen sind EU-Richtlinien sogenannte Rahmengesetze, das die Mitgliedsstaaten zur Verwirklichung eines bestimmten Ziels verpflichtet. So ist beispielsweise die Maschinenrichtlinie eine EU-Richtlinie, welche die Staaten der EU in nationales Recht umwandeln müssen.

Die Niederspannungsrichtlinie ist eine von der EU herausgegebene Richtlinie. Die Richtlinie gewährleistet ein hohes Schutzniveau von elektrischen Geräten bezüglich Gesundheit und Sicherheit. Alle Mitgliedsstaaten der EU sind dazu verpflichtet, entsprechende zweckdienliche Maßnahmen zu treffen, damit die elektrischen Betriebsmittel ordnungsgemäß funktionieren. Um Produkte in den Verkehr zu bringen, müssen sie so hergestellt sein, dass sie bei einer bestimmungsgemäßen Verwendung die Sicherheit von Menschen, Haus- und Nutztieren sowie die Erhaltung von Sachwerten nicht gefährdet. Am 26. Februar 2014 trat die aktuelle Form der Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU in Kraft.

Die Norm 31051 regelt im Maschinenbau die Grundlagen der Instandhaltung. Alles was zu den Themen Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung wichtig ist, steht in dieser Norm. Instandhaltung ist besonders dort wichtig, wo das Versagen technischer Systeme Menschenleben gefährdet.

Die Typ-A und Typ-B Normen sind als Grundnormen in Betriebsanleitungen immer anwendbar. Sie sind aber zu allgemein gültig und nicht auf bestimmte Maschinentypen anwendbar. Bei speziellen Maschinen helfen die Typ-C-Normen, die auf spezielle Risiken einer Maschinenart ausgerichtet sind. Ansätze zur Risikoreduzierung können in C-Normen wesentlich klarer und direkter dargestellt sein. So regelt die EN 12355 die Sicherheitsanforderungen an Nahrungsmittelmaschinen, im speziellen an Entschwartungs-, Enthäutungs- und Entvliesmaschinen. Diese Norm legt zum Beispiel fest, dass die Arbeiter keine metallverstärkten Handschuhe bei der Arbeit tragen dürfen. 

ANSI in der Technischen Dokumentation steht für das American National Standards Institute (ANSI), welche eine private, gemeinnützige, amerikanische Organisation zur Koordinierung der Entwicklung freiwilliger Normen in den USA ist. Es hat dazu für die USA bedeutende Normen wie die Normenreihen ANSI Z535 entwickelt und veröffentlicht. Das deutsche Pedant zur ANSI ist demgegenüber das Deutsche Institut für Normung e. V. (DIN).

Neben der EMV-Richtlinie ist die Niederspannungsrichtlinie im Maschinenbau das wichtigste Regelungsinstrument für die Sicherheit von elektrisch betriebenen Geräten. Die EMV-Richtlinie soll die Gesundheit und Sicherheit von Menschen, Haus- und Nutztieren sowie Gütern gewährleisten. Sie gilt für alle elektrischen Geräte, welche unter einer gewissen Nennspannung laufen. Betroffen sind alle Geräte zwischen 50 und 1000 V für Wechselstrom sowie zwischen 75 und 1500 V für Gleichstrom.

 

Die EMV-Richtlinie im Maschinenbau ist eine EU-Richtlinie. EMV steht für Elektromagentische Verträglichkeit. Die Definition der Elektromagentische Verträglichkeit aus der Europäische EMV-Richtlinie nach Artikel 3 lautet wie folgt:

„die Fähigkeit eines Betriebsmittels, in seiner elektromagnetischen Umgebung zufriedenstellend zu arbeiten, ohne dabei selbst elektromagnetische Störungen zu verursachen, die für andere Betriebsmittel in derselben Umgebung unannehmbar wären;.“

 

Besser ausgedrückt leitet die EMV-Richtlinie im Maschinenbau Schutzanforderungen ab, die jedes in den Verkehr gebrachtes elektrisches Gerät einhalten muss. Wissen Sie, ob Ihr Produkt unter die EMV-Richtlinie fallen könnte?

Gerne beraten wir Sie in Vorfeld einer Dokumentation was es hinsichtlich von aktuellen Normen und EU-Richtlinien alles zu beachten gilt.

 

Möglich ist das, aber man sollte trotzdem prüfen, ob zusätzliche amerikanische Normen anwendbar sind. In den meisten Fällen gelten zusätzliche bzw. andere Anforderungen an die Sicherheit. Bei Nichtbeachtung wichtiger amerikanischer Normen (wie z.B. ANSI) können schnell Prozessklagen aufgrund der Produkthaftung entstehen.

Die Druckgeräteverordnung setzt die europäische Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU in deutsches Recht um. Die Verordnung regelt das Inverkehrbringen von neuen Druckgeräten. Sie besagt unter anderem, dass neue Druckgeräte eine Betriebsanleitung in deutscher Sprache beinhalten muss. Ebenso ist in der Verordnung gefordert, dass eine CE-Kennzeichnung anzubringen und eine EU-Konformitätserklärung zu beantragen ist.

Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung regeln die Angaben von Vibrationswerten. Sie dienen zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Vibrationen. Die Verordnung gibt  den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse wieder.

Beginnen Sie mit der Suche nach Normen für die hergestellte Maschine zuerst nach einer Typ-C-Norm. Diese beschreiben Sicherheitsanforderungen für eine bestimmte Maschine. (Beispiel: EN 12717 „Sicherheit von Werkzeugmaschinen – Bohrmaschinen“)

 

Diese verweisen zur näheren Beschreibung zudem oft auf Typ-B-Normen. Die darin behandelten Sicherheitsfachgrundnormen beschreiben Schutzmaßnahmen. (Beispiel: EN 1037 „Sicherheit von Maschinen – Vermeiden von unerwartetem Anlauf“)

 

Die Grundbegriffe, Gestaltungsleitsätze und allgemeinen Sicherheitsaspekte finden sich entsprechend in den Typ-A-Normen. (Beispiel: EN ISO 12100 „Sicherheit von Maschinen – Allgemeine Gestaltungsgrundsätze – Risikobeurteilung und Risikominderung“)

Sollte man die Betriebsanleitung in Hinsicht auf Normen und Richtlinien in der Betriebsanleitung auf Ihre Aktualität überprüfen? Die Gesetz- und Normenlandschaft ist ständig in Bewegung. Die für Ihre Technische Dokumentation wichtigen Richtlinien könnten sich aufgrund etwaiger Umstände verändert haben. Werden Änderungen in Gesetzen und Normen nicht beachtet, kann es dazu kommen, dass die Betriebsanleitung nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und somit auch das Produkt als fehlerhaft angesehen wird. Dann muss man mit Anklagen aus dem Bereich der Produkthaftung rechnen.

Die allgemeine Sicherheit von Maschinen behandelt die DIN EN 12100. Allgemeine Sicherheitsinformationen bei der Konzeption von Maschinen stehen darin und sollen zudem den Konstrukteuren beim Entwickeln von neuen Maschinen unterstützen. So stehen bspw. Hinweise gegen Mechanische Gefährdungen wie unerwartetes Eingreifen in eine Maschine.

Nein, zwar überschneiden sich einige Verantwortungsbereiche, jedoch sind diese genau vom Gesetzgeber geregelt. Ein Hersteller sollte in den Erläuterungen und Informationen in seiner Betriebsanleitung nur bis an die Schnittstelle zum Betreiber gehen. Betreiber müssen selber nachforschen, welche Bestimmungen für Ihren Betrieb und die Verwendung bestimmter Arbeitsmittel gelten.