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Maschinensicherheit: Kennzeichen an der Maschine und Ihre Bedeutung – MS#003

Maschinensicherheit: Kennzeichen An Der Maschine Und Ihre Bedeutung – MS#003

Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Podcast Folge. Mein Name ist Florian Seckinger und ich arbeite bei der GFT Akademie in der Technischen Dokumentation.

Nachdem ich in der letzten Folge über die Manipulation von Schutzeinrichtungen an Maschinen gesprochen habe, möchte ich in dieser Woche auf die verschiedenen Kennzeichen an Maschinen eingehen. Neben der häufig geforderten CE-Kennzeichnung und dem Typenschild findet sich an einer Maschine auch eine Vielzahl von Sicherheitszeichen. Viele dieses häufig als „bunte Aufkleber“ abgestraften lebenswichtigen Hinweises sind laut der Maschinenrichtlinie verpflichtend anzubringen. Doch welche Arten von Kennzeichen an einer Maschine gibt es genau und was ist Ihre Bedeutung?

Die CE-Kennzeichnung

Als wichtigstes Kennzeichen ist sicher das CE-Kennzeichen aufzuführen. Ohne entsprechende Kennzeichnung darf keine Maschine innerhalb der EU verkauft bzw. in Verkehr gebracht werden. Ein Hersteller muss eine CE-Kennzeichnung an seiner Maschine anbringen. Alle hierfür benötigten Voraussetzungen muss der Hersteller selbstverständlich auch erfüllt haben wie die Durchführung einer Risikobeurteilung, Erstellung der Betriebsanleitung, Ausstellung der Konformitätserklärung, usw.

Das CE-Zeichen hat feste Vorgaben bezüglich Gestaltung, Proportionen und dem Abstand der beiden Buchstaben und müssen auch genauestens diesen Vorgaben entsprechen. Gegebenenfalls steht hinter den Buchstaben noch eine vierstellige Kennnummer, falls eine benannte Stelle eine Prüfung der Konformität durchgeführt hat.

Jede Maschine darf nur ein einziges CE-Kennzeichen beinhalten. Dies gilt auch dann, wenn mehrere Richtlinien für ein Produkt eine CE-Kennzeichnung fordern.

Mit dem CE-Kennzeichen bestätigt der Hersteller die Einhaltung der grundlegenden Anforderungen aus EU-Richtlinien.

Die Anbringung der CE-Kennzeichnung erfolgt durch den Hersteller selbst am Produkt entweder durch Einprägen oder Gießen. Wichtig ist, dass das CE-Kennzeichen auf dem Produkt gut sichtbar, leserlich und dauerhaft angebracht ist. Die CE-Kennzeichnung ist häufig direkt am Typenschild angebracht.

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  • Ersichtlicher Verwendungszweck der Maschine
  • Nachvollziehbare Handlungsanweisungen
  • Korrekt gestaltete Warnhinweise
  • Übersichtliches Layout der Betriebsanleitung
  • Verständliche Abbildungen
  • Hochwertige textliche Gestaltung

Typenschild

Wo wir beim Typenschild einer Maschine sind…dieses ist ebenfalls ein wichtiges Kennzeichen an einer Maschine.

Stellen Sie sich vor, Sie benötigen ein Ersatzteil für eine alte Maschine und haben keine Unterlagen mehr, da diese bei einem Umzug verloren gegangen sind. Woher also wissen, wer der Hersteller der Maschine ist oder wie die Maschine genau heißt? Wie soll man dann die richtigen Ersatzteile bestellen können?

Hier kommt zum Glück das Typenschild als Anhaltspunkt zu tragen. Ein Hersteller hat die Pflicht, ein Typenschild an seiner Maschine anzubringen. Man kann diese Kennzeichnung als eine Art Ausweis für die Maschine betrachten. Das Typenschild enthält alle wichtigen Informationen über die Maschine, darunter:

  • Maschinenbezeichnung
  • Angaben zur Seriennummer und/oder Baureihe
  • Baujahr
  • Kontaktdaten des Herstellers
  • Wichtige technische Daten (Abhängig von der Norm)
  • die bereits erwähnte CE-Kennzeichnung

Das Typenschild muss deutlich lesbar und dauerhaft angebracht sein. Auch sollte das Typenschild so hergestellt sein, dass dieses dem Aufgabenbereich der jeweiligen Maschine angemessen ist. Daher sind die Typenschilder meistens aus Edelstahl, Kunststoff oder Hochleistungsfolie gefertigt. Dann ist die Kennzeichnung auch vor Umgebungseinflüssen wie Licht, Hitze, Kälte oder Witterung geschützt und alle Angaben bleiben dauerhaft lesbar. Die Informationen auf dem Typenschild werden abhängig zur Maschine eingraviert, eingeprägt, eingeätzt oder aufgedruckt.

Wir wurden schon gefragt, ob das Typenschild auch übersetzt werden muss, wenn die Maschine in ein anderes Land geschickt wird. Dies wird nicht von den Richtlinien gefordert, sehr wohl aber für die Warn- und Sicherheitshinweise, die an einer Maschine angebracht sind.

Sicherheitszeichen

Bezüglich der Warn- und Sicherheitshinweise an einer Maschine haben wir hierbei noch eine weitere wichtige Art von Kennzeichen an Maschinen: Die Sicherheitszeichen. Alltäglich begegnen uns Sicherheitszeichen wie beispielsweise das Notausgangsschild, welche einen Fluchtweg markiert, ein Schild, das vor einer Rutschgefahr warnt oder ein Schild, dass darauf hinweist das Fotografieren an diesem Ort verboten ist.

Die Vielzahl von Sicherheitszeichen dient dazu, die Betrachter über Gefahren zu informieren, über die Notwendigkeit ein bestimmtes Verhalten zu unterlassen oder ein anderes bestimmtes Verhalten aufzuzeigen, welches eingehalten werden muss.

Sicherheitszeichen sind durch Piktogramme und Farbgebung so gekennzeichnet, dass sie selbsterklärend sind. Ihre Bedeutung ist international bekannt, da die Sicherheitszeichen durch die DIN EN ISO 7010 genormt sind.

Die Norm teilt die unterschiedlichen Sicherheitszeichen in unterschiedliche Kategorien auf.

Da wären unter anderem die blauen Sicherheitszeichen, welche Gebotszeichen wie „Schutzhelm tragen“ repräsentieren, indem ein weißer Kopf mit einen Helm auf blauem Hintergrund auf einem runden Zeichen abgebildet ist.

Ein Zeichen mit einem roten kreisrunden Rand plus einem roten Querbalken, der ein schwarzes Piktogramm auf weißem Hintergrund durchstreicht, ist als Verbotszeichen bekannt. Diese stehen für die Untersagung eines bestimmten Verhaltens wie beispielsweise dass in einem Gebiet ein Rauchverbot herrscht. Hierfür verwendet man das Verbotszeichen für „Rauchen verboten“ mit einer durchgestrichenen Zigarette.

Eine weitere bekannte Art von Sicherheitszeichen sind Warnzeichen. Diese Art von Sicherheitszeichen ist von ihrer Form durch das Warndreieck bestimmt. Ein schwarzer Rand zeichnet die Konturen des Dreiecks ab und der Hintergrund der Innenfläche ist in gelber Farbe gefüllt. Die Innenfläche bildet ein schwarzes Piktogramm ab, dass vor einer Gefahrenquelle warnt. Ein schwarzer Blitz in dem Dreieck ist beispielsweise ein Warnzeichen, das vor einer Gefahr vor gefährlicher elektrischer Spannung warnt.

Zusätzlich gibt es noch weitere Arten von Sicherheitszeichen wie Rettungszeichen, Brandschutzzeichen oder Hinweiszeichen.

Das Aussehen der Piktogramme in den Sicherheitszeichen ist häufig durch Normen wie der genannten DIN EN ISO 7010 vorgegeben, da die darin verwendeten Piktogramme europaweit bekannt sind. Ein erläuternder Text für das Zeichen ist dann nicht nötig, da das Zeichen bereits allgemein verständlich ist.

Die Anforderungen an Sicherheitszeichen auf Produkten sind, dass diese deutlich erkennbar sein müssen und dauerhaft angebracht sind.

Das bedeutet, dass die Sicherheitszeichen in geeigneter Höhe anzubringen sind und wenn benötigt entsprechend beleuchtet werden, damit die Sicherheitszeichen auch sichtbar sind.

Sollten Sicherheitszeichen verloren gehen oder abfallen, müssen diese nachbestellt und ausgetauscht werden.

An Maschinen sind häufig auch Produktschilder mit Sicherheitszeichen und ergänzendem Text zu finden, welche vor einer bestimmten Gefahr warnen. Dies dient zur Steigerung der Produktsicherheit, um vor einer bestimmten Gefahr zu warnen, die eine Erläuterung bedarf. Diese Produktschilder beinhalten neben dem Sicherheitszeichen auch einen erläuternden Text und ein Signalwort in einer bestimmten Farbe, welche die Schwere der Gefahr angeben.

Ein Rotes Signalwort steht dabei für eine Gefahr die schwere Verletzungen und Tod mit sich führen bei einem hohen Wahrscheinlichkeitsgrad des Eintretens.

Ein Oranges Signalwort steht für eine Gefahr mit schweren Verletzungen und möglicher Todesfolge bei mittlerem bis geringem Wahrscheinlichkeitsgrad des Eintretens.

Das gelbe Signalwort warnt vor einer Gefahr mit leichten Verletzungen bei einem mittlerem bis geringem Wahrscheinlichkeitsgrad.

Diese Kombination von Sicherheitszeichen, Signalwort und Text wird häufig gewählt, um die bestmöglichste Maschinensicherheit zu gewährleisten.

Spezialfall: Maschinen in EX-Umgebungen

Eine Besonderheit in Bezug auf die Kennzeichnung gilt für Maschinen die in explosionsgefährdeten Umgebungen eingesetzt werden.

Falls eine Maschine nämlich für den Einsatz in einer Explosion gefährdeten Umgebung konstruiert und gebaut wurde, muss sie einen entsprechenden Hinweis hinter der normalen CE-Kennzeichnung tragen.

Die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU legt fest, wie solch eine Kennzeichnung aussehen muss. Die Kennzeichnung besteht aus einem sechseckigen EX-Zeichen zusammen mit Angaben zur Gerätegruppe, Gerätekategorie, Zündschutzart, Explosionsgruppe und Temperaturklasse.

Das EX-Zeichen belegt, dass die Maschine durch eine benannte Prüfstelle innerhalb der EU geprüft ist und alle benötigten Auflagen erfüllt, damit die Maschine in einer explosionsgefährdeten Umgebung eingesetzt werden kann.

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Zukünftige Podcasts – In eigener Sache

Wir sind am Ende dieser Podcast Folge angekommen. Ich hoffe Ihnen hat diese Folge gefallen. In diesem Fall würde ich mich freuen, wenn Sie in den Bewertungen eine positive Rezension verfassen könnten.

Sollten Sie noch Fragen oder Anregungen zu weiteren Themen haben, schreiben Sie sie in die Kommentare oder senden Sie sie uns diese per E-Mail an info@gft-akademie.de zu. Wir freuen uns über jede Rückmeldung.

Sollten Sie noch andere Informationen rund um die Technische Dokumentation benötigten, empfehle ich Ihnen zum Schluss dieser Folge noch einen Besuch unsere FAQ Seiten. Dort haben wir viele FAQs zum Thema Risikobeurteilung, Technische Dokumentation und Betriebsanleitung gesammelt. Außerdem könnt ihr Checklisten und Musteranleitungen kostenfrei herunterladen.

Ich bedanke mich bei Ihnen für das Zuhören und wünsche Ihnen bis zum nächsten Mal alles Gute.

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