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Fragen und Antworten

Auf dieser FAQ Seite finden Sie unsere stätig wachsende Dokumentation und Übersetzung FAQ mit den häufig gestellten Fragen und Antworten.

Ziel dieser FAQ Seite ist es, fundiertes Wissen zu vermitteln und dadurch Kundennutzen zu schaffen. Gut fundiertes Wissen kann helfen, ein besseres Verständnis zu erlangen.

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Um zu überprüfen, ob die eigene Gebrauchsanleitung den üblichen Normen und Regeln unterliegt wie bspw. die DIN EN 82079-1 oder für den amerikanischen Sektor die Anleitung den ANSI-Normen unterliegt. Ebenso wird geprüft,  ob das Dokument alle nötigen Produkthaftungskriterien erfüllt.

Die DIN EN 82079-1 ist eine europäische Norm und  beschreibt die Grundlagen zur Erstellung, Gliederung und Darstellung, außerdem Selbstbewertungshinweise von Gebrauchsanleitungen.

Die Betriebsanleitung muss laut der Maschinenrichtlinie in Ihrer Amtssprache verfasst sein. Wird die Maschine ins europäische Ausland verkauft, muss die Betriebsanleitung zusätzlich in der Amtssprache des Landes, in das die Maschine verkauft wird, verfügbar sein.

Die Bezeichnung ATEX leitet sich aus der französischen Abkürzung für ATmosphères EXplosibles und steht für die Richtlinien auf dem Gebiet des Explosionsschutzes. Sie regelt die Schutzmaßnahmen für Produkte, die in einem explosionsgefährdeten Bereich zum Einsatz kommen.
Weitere Informationen erhalten Sie über unsere Broschüre (

Eine gute Darstellung der Betriebsanleitung beinhalten verständliche Abbildungen sowie ein logisch aufgebauter Fließtext, der das Produkt und alle für den Umgang benötigten Sicherheitshinweise deutlich beschreibt zeichnet eine gute Gebrauchsanleitung aus. Sie erhalten hier weitere Informationen in unserem Fachbuch-Verlag:
www.gft-verlag.de/de/3-buecher

Die Risikobeurteilung dient dazu um mögliche Restrisiken bei der Nutzung des Produktes zu identifizieren, vor denen dann in der Gebrauchsanleitung gewarnt werden kann. Durch diese Warnungen kann sich der Hersteller auch vor möglichen Haftungsansprüchen durch das Produkthaftungsgesetz absichern. Die Durchführung einer Risikobeurteilung können in den einzelnen Phasen der Produktentwicklung unter verschiedenen Gesichtspunkten durchgeführt werden.

Sie erhalten hier weitere Informationen in unserem Fachbuch-Verlag:
www.gft-verlag.de/de/3-buecher

Grafische Darstellungen einschließlich Sicherheitszeichen müssen für Zielgruppen leicht erkennbar und verständlich sein. Sind diese weder einfach verständlich noch eindeutig, müssen die grafischen Darstellungen in der Betriebsanleitung erklärt werden.

Es werden nach der ANSI-Norm klare Vorgaben gemacht, wie Signalwörter in amerikanischen Betriebsanleitung zu verwenden, zu gestalten und wo sie am Produkt zu platzieren sind. Als Signalwörter laut ANSI Z535.6 werden die Begriffe DANGER, WARNING, CAUTION und NOTICE verwendet. Die Begriffe sind den Farben Rot, Orange, Gelb und Blau zugeordnet.

Der National Electrial Code (NEC) ist eine Norm und legt fest, in welcher Form Elektroinstallationen und deren Parameter wie Betriebsspannungen, die Art der Kabelverlegungen im Niederspannungsbereich zur elektrischen Energieversorgung, elektrische Sicherungen oder die im nordamerikanischen Raum verbreiteten NEMA-Stecker zu gestalten sind.

Underwriters Laboratories (kurz UL) wurde 1894 gegründet und ist eine unabhängige Organisation, die Sicherheits-Normen veröffentlicht. Diese enthalten Anforderungen vor allem für elektrische Geräte und Komponenten.

Die National Fire Protection Association (NFPA) nennt sich selbst „The authority on fire, electrical, and building safety“. Diese gemeinnützige Gesellschaft veröffentlicht umfangreiche Regelwerke zum Thema Brandschutz, Elektrische Anlagen und Gebäudesicherheit. Ein Beispiel wäre die ANSI/NFPA 70 Norm, welche Vorgaben für die Ausführung von Elektroinstallationen macht und auch als National Electrial Code (NEC) in Amerika bekannt ist.

Die Occupational Safety and Health Administration (OSHA) hat in der USA die Aufgabe, sichere Arbeitsplätze durch Festlegung und Durchsetzung von Normen zu gewährleisten. Arbeitgeber müssen alle für sie relevanten OSHA-Normen erfüllen. Als Regierungsvorschriften sind OSHA-Normen in gewisser Weise mit Europäischen Richtlinien vergleichbar, obwohl die technischen Anforderungen sehr unterschiedlich sind. Die OSHA kümmert sich mehr um die Beschreibung spezifischer, zwingend vorgeschriebener technischer Anforderungen als um abstrakte Anforderungen. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass sich EU-Richtlinien in erster Linie an Maschinenhersteller und Integratoren richten, während OSHA-Normen für Arbeitgeber gedacht sind, welche die Maschine betreiben (in der Regel der Käufer oder Besitzer der Maschine). In den USA obliegt es daher dem Käufer, die Einhaltung von OHSA-Normen einzufordern.

Nein, so haben beispielsweise die EU-Konformitätserklärung bzw. die CE-Zertifizierung in Nordamerika im Gegensatz zu Europa keine Relevanz. Unterschiedliche Normen, Vorschriften und Richtlinien geben in den USA vor, wie das Thema Maschinensicherheit zu gewährleisten ist. In den USA sind insbesondere Produktstandards, Brandschutzvorschriften, elektrische Richtlinien und nationale Gesetze relevant. Die wichtigsten darunter sind:

  • Occupational Safety & Health Administration (OSHA)
  • American National Standards Institute (ANSI)
  • Underwriters Laboratories (UL)
  • National Fire Protection Association (NFPA)

Wie der Name schon sagt, werden in einem interdisziplinären Team aus Fachleuten offen über potentielle Gefährdungen eines Produktes diskutiert. Die Teilnehmer sollten aus verschiedenen Produktionsbereichen wie Konstruktion, Technik, Sicherheit, usw. stammen. Die Brainstorming-Methode dient eher zur Vorbereitung einer anderen Risikobeurteilungsmethode und kann wertvolle Informationen liefern.

Vorteile dieser Methode:

+ Liefert Ergebnisse einfacher als andere Methoden

Nachteile dieser Methode:

– Zeitaufwendig

Diese Methode wird landläufig als „Fehlerbaumanalyse“ bezeichnet.
Die Faktoren und Ereignisse, wie Teil- oder Funktionsausfälle, die zu einem unerwünschten Hauptereignis beitragen werden ermittelt. Die ursächlichen Faktoren werden dem Ereignis in einer Baumstruktur zugeordnet. Die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung eines Ereignisses wird so leicht grafisch erkennbar gemacht. Die Tiefe der Verschachtelungen ist nicht begrenzt

Vorteile dieser Methode:

  • Gut geeignet für Analyse von Systemen mit vielen Schnittstellen
  • Übersichtlich durch grafische Darstellung

Nachteile dieser Methode:

  • Hoher Lernaufwand
  • Negative Auswirkungen von Faktoren zu anderen Ereignissen können übersehen werden

Abweichungen von der gewünschten Funktion für verschiedene Betriebszustände des Produktes werden mithilfe von vordefinierten Leitwörtern wie z.B. „zu hoch“, „zu gering“ usw. untersucht. Ursachen und Wirkungen der Abweichungen werden diskutiert und notiert. Anschließend werden in dieser Risikobeurteilungsmethode Gegenmaßnahmen entwickelt.

Vorteile dieser Methode:

  • Leicht zu erlernen und zu beherrschen

Nachteile dieser Methode:

  • Einsatzbereich der Methode stark eingeschränkt
  • Nicht für Produktionsmaschinen geeignet

In dieser Risikobeurteilungsmethode wird die Struktur und Funktion eines Produktes anhand Schaltpläne, Skizzen, Prozesspläne, Pflichten- und Lastenhefte analysiert. Dann werden Risiken eingeschätzt und die Schwere bzw. Bedeutung der Risikoeinschätzung anhand einer Skala von 1 bis 10 bewertet. Anschließend wird versucht die Risiken zu mindern oder geeignete Maßnahmen zu finden, um den Faktor der Risikoeinschätzung zu verringern.

Vorteile dieser Methode:

  • Freie Wahl des Detailierungsgrades
  • Gut geeignet für die Untersuchung von Baugruppen und Bauteilen

Nachteile dieser Methode:

  • Aufwendig

Ist eine im Maschinebau sehr häufig vorkommende Methode. Das Produktleben wird in verschiedene Lebensphasen aufgeteilt und diese wiederum in Aufgaben, welche automatische Abläufe und Tätigkeiten von Personen enthalten. Diese Aufgaben werden dann durchgegangen und auftretende Gefährdungen werden ermittelt. Abschließend werden Lösungsansätze für die Gefährdungen entwickelt und dokumentiert.

Vorteile dieser Methode:

  • Die Methode ist einfach zu erlernen
  • Geeignet für den Maschinenbau

Nachteile dieser Methode:

  • Weniger geeignet für verfahrenstechnische Anlagen, die automatisch arbeiten

Es wird bei der Risikobeurteilung nach folgenden Methoden unterschieden:

  • Aufgabenbezogene Risikobeurteilung
  • Fehlerzustandart- und effektanalyse (FMEA-Methode)
  • Gefahren- und Funktionsfähigkeitsanalyse (HAZOP)
  • Fehlerzustandsbaumanalyse (FTA)
  • Brainstorming-Methode

Aus haftungsrechtlicher Sicht müssen Betriebsanleitungen verständlich geschrieben sein. Um die Anleitung verständlich schreiben zu können, sollte man dann auch die Personen kennen, welche das Produkt schlussendlich nutzen, also die Zielgruppe des Produktes.

In der Betriebsanleitung müssen Angaben über Leistung und Verbrauch der Maschine wie Fassungsvermögen, Masse des Produktes, Nennleistung, etc. angegeben werden. Diese sollten übersichtlich dargestellt werden und sollten korrekt sein, um keine Probleme mit der Produkthaftung zu bekommen.

Ja. Die Beschreibung des Bedienplatzes einer Maschine ist ein Risikobeurteilungsinstrument und dient dazu, die an der Maschine wahrgenommenen Tätigkeiten zu beschreiben und für die Risikobeurteilung zu bewerten.

Eine Risikobeurteilung umfasst maßgeblich folgende Schritte:

  • Die Grenzen der Maschine werden bestimmt, d.h. welche bestimmungsgemäße Verwendung und welche vorhersehbare Fehlanwendung diese Maschine besitzen.
  • Gefährdungen und die damit verbundene Gefährdungssituation, welche von der Maschine ausgeht.
  • Abschätzung der Risiken unter Berücksichtigung der Schwere möglicher Verletzungen oder Gesundheitsschäden und die Wahrscheinlichkeit des Eintretens.
  • Bewertung der Risiken, um herauszufinden, ob eine Risikominderung erforderlich ist.
  • Die mit den Risiken verbundenen Gefährdungen ausschalten oder durch Schutzmaßnahmen diese Gefährdung vermindern.

Die Struktur der Betriebsanleitung sollte in der Reihenfolge stehen, wie auch der Lebenszyklus eines Produktes aussehen würde. Die Einzelschritte sollten in der Reihenfolge vorkommen, wie der Anwender mit einem Produkt Aufgaben erledigen würde. Eine mögliche Struktur würde so aussehen:

  • Transport, Montage und Installation eines Produktes
  • Inbetriebnahme
  • Betrieb
  • Instandhaltung und Reinigung
  • Außerbetriebnahme, Demontage, Entsorgung

In der Betriebsanleitung müssen Angaben über die Art und Häufigkeit von Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten, Material und Werkzeuge sowie genügend detaillierte Beschreibungen zu den Tätigkeiten für die Instandhaltung und Reinigung des Produktes gemacht werden. Zu beachten ist auch die Qualifikation des eingesetzten Personales. Informationen für geschultes und nicht geschultes Personal müssen separat bereitgestellt werden. Die lokale Gesetzgebung und der lokale Arbeitsschutz wirken sich auch auf die jeweiligen Angaben aus.

Bei den Angaben zur Demontage ist darauf zu achten, dass diese nur erlaubt ist, wenn dies keine Gefährdung für Personen darstellt. Eine schlichte Angabe von „Demontieren Sie das Produkt in umgekehrter Weise, wie Sie es montiert haben“ ist nicht angemessen. Die EN 82079-1 fordert genaue Informationen und Sicherheitshinweise über die Demontage eines Produktes.

Informationen in Hinsicht auf Recycling oder Entsorgung eines Produktes müssen auch in einer Betriebsanleitung wiedergegeben werden. Es müssen Angaben zu einer sicheren und umweltgerechten Behandlung der Abfallprodukte gemacht werden.

Jedes Produkt ist für einen bestimmten Verwendungszweck geplant und hergestellt. Obwohl dieser Einsatzzweck logisch ersichtlich sein kann, ist jeder Produkthersteller verpflichtet den Käufer des Produktes von seiner bestimmungsgemäßen Verwendung und möglichen Fehlgebrauch oder sogar Missbrauch in der Betriebsanleitung zu informieren. Diese Darstellung muss grundsätzlich vorhanden sein, damit die Produkthaftung erreicht wird und Gewährleistungs- oder Garantieansprüche greifen.

Es werden folgende Risikoklassen unterschieden:

  • Eine gefährliche Situation, die mit Sicherheit eine schwere Verletzung oder den Tod nach sich ziehen wird, wenn sie nicht vermieden wird
  • Eine gefährliche Situation, die eine schwere Verletzung oder den Tod nach sich ziehen könnte, wenn sie nicht vermieden wird
  • Eine gefährliche Situation, die eine leichte bis mittelschwere Verletzung nach sich ziehen könnte, wenn sie nicht vermieden wird
  • Informationen, die keine Personenschäden betreffen, z.B. Hinweise auf Sachschäden

Sicherheitshinweise müssen schon vor der Konstruktion entstehen. Für jede Maschine muss eine Risikobeurteilung vorgenommen werden, um die für die Maschine geltenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen zu ermitteln. Die Risikobeurteilung muss alle Restrisiken enthalten, die von einer Maschine während der festgelegten Lebensdauer in all ihren Lebensphasen ausgeht. Die Sicherheitshinweise können dann unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Risikobeurteilung in ihren jeweiligen Risikoklassen konstruiert und gestaltet werden.

Sicherheitshinweise werden nach dem SAFE-Prinzip erstellt sind folgendermaßen aufgebaut:

  • S = Signalwort (Je nach Gefahrensituation wird ein Signalwort gewählt wie Gefahr, Warnung, Vorsicht oder Hinweis)
  • A = Art und Quelle der Gefahr (Woher kommt die Gefahr / Was ist die Gefahrenquelle?)
  • F = Folgen bei Nichtbeachtung (Was passiert bei Nichtbeachtung des Hinweises)
  • E = Entkommen / Vermeiden (Wie kann die Gefahrensituation vermieden / gelöst werden?)

Mit der EU-Konformitätserklärung bestätigt der Hersteller, dass ein von ihm in Verkehr gebrachtes Produkt den grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen aller relevanten europäischen Richtlinien entspricht. Die EU-Konformitätserklärung ist Basis für die CE-Kennzeichnung des entsprechenden Produktes.

Die Maschinenrichtlinie besagt, dass bei wesentlichen Veränderungen auch alte Maschinen als neu betrachtet werden können.

Wenn also ein Unternehmen eine Maschine umbaut und dabei die ursprüngliche Leistung, den Verwendungszweck oder die Bauart der Maschine wesentlich verändert, ist die Maschine plötzlich als neu anzusehen. Bei Bereitstellung wird sie in Verkehr gebracht, ergo wird der bisherige Betreiber zum Inverkehrbringer mitsamt allen einen Maschinen-Hersteller betreffenden Pflichten.

Er muss eine EU-Konformitätserklärung erstellen, die CE-Kennzeichnung muss angebracht werden und er muss sicherstellen, dass eine Technische Dokumentation vorhanden ist.

Ja, inhaltlich gibt es mehrerer Punkte, die in einer Gebrauchsanleitung aufgeführt werden sollten:

  • Bestimmungsgemäße Verwendung
  • Angaben zur gefahrlosen Durchführung von Transport, Installation, Inbetriebnahme, Verwendung, Rüsten, Instandhaltung, Montage und Demontage
  • Vom Bedienpersonal einzunehmende Arbeitsplätze
  • Erforderliche Einarbeitungshinweise
  • Angaben zu technischen Daten und Emissionen

Der Zeitpunkt des Inverkehrbringens eines Produktes spielt in der Produkthaftung eine große Rolle. Deswegen muss eine Gebrauchsanleitung mittels einer Gültigkeitsidentifikation gekennzeichnet sein. Das kann ein Ausgabedatum, Revisionsindex oder sonstiger Code sein, mit dem nachgewiesen werden kann, wann die Gebrauchsanleitung ausgestellt wurde.

Die Produkthaftung legt ein besonderes Augenmerk in der Gebrauchsanleitung auf die Definition des Verwendungszweckes eines Produktes mit möglichen Einschränkungen. Weiterhin sind die Angaben zur Instandhaltung, Wartung oder Reparatur sowie die technischen Daten über Verbrauch, Leistung, usw. zu berücksichtigen.

Das Produkthaftungsgesetz stützt sich auf die berechtigte Sicherheitserwartung von Personen im Zusammenhang mit der Nutzung eines Produktes. Der Hersteller eines Produktes haftet für jeden Schaden der ursächlich verknüpft ist mit einem Fehler des Produktes. Als potenzielle Fehlerquellen wird die Darbietung des Produktes, der Zeitpunkt des Inverkehrbringens des Produktes, der Gebrauch und die Erwartung des Nutzers infolge des Gebrauches angesehen. Die Gebrauchsanleitung dient als wichtige Informationsquelle dazu ein Produkt sicher und sachgerecht zu nutzen.

Die Risikobeurteilung dient dazu um mögliche Restrisiken bei der Nutzung des Produktes zu identifizieren, vor denen dann in der Gebrauchsanleitung gewarnt werden kann. Durch diese Warnungen kann sich der Hersteller auch vor möglichen Haftungsansprüchen durch das Produkthaftungsgesetz absichern. Die Durchführung einer Risikobeurteilung können in den einzelnen Phasen der Produktentwicklung unter verschiedenen Gesichtspunkten durchgeführt werden.

Die Bezeichnung ATEX leitet sich aus der französischen Abkürzung für ATmosphères EXplosibles und steht für die Richtlinien auf dem Gebiet des Explosionsschutzes. Sie regelt die Schutzmaßnahmen für Produkte, die in einem explosionsgefährdeten Bereich zum Einsatz kommen.

Bei der Wahl des passenden Formats für die Betriebsanleitung kommt es vorrangig auf die Auslieferung des Produktes an. Für ein Mobiltelefon wird die Bedienungsanleitung vermutlich nicht im A4-Format erstellt werden, wenn Sie in die Verpackung passen soll. Hier ist eine Anleitung im Format A5 oder A6 sicher die bessere Wahl. Die Anleitung für eine Werkzeugmaschine hingegen, die in der Werkstatt gelesen wird, wird wohl eher im A4-Format für den Nutzer am hilfreichsten sein.

Abkürzungen oder Akronyme sollten vermieden werden. Sind diese oder andere Fachbegriffe unvermeidbar, müssen diese für die beachsichtige Zielgruppe verständlich aufgelistet und erklärt werden. Beim ersten Auftreten der Begriffe in der Betriebsanleitung werden diese erklärt und/oder in einem Glossar verzeichnet.

Überschriften müssen leicht verständlich sein und sollten kurz und nummeriert sein. Sie dienen als Leitfaden, der den Nutzer der Betriebsanleitung durch das Dokument führt und ihm dabei hilft die erforderlichen Informationen zu finden. Empfehlenswert ist die Anwendung einer einheitlichen Strukturierungsmethode. Die Formulierungen und Struktur der Texte sollten die verschiedenen Textfunktionen unterstützen wie z.B.:

  • Thema (Überschrift)
  • Warnung
  • Beispiel
  • Beschreibung
  • Voraussetzung
  • Handlung
  • Ergebnis
  • Beschriftung einer Abbildung oder Tabelle

Bei der Formulierung einer Betriebsanleitung sollte darauf geachtet werden, dass alle Informationen so einfach und kurz wie möglich gehalten werden. Sätze sollten eine einfache Satzstruktur vorweisen, kurz gehalten werden und grammatikalisch richtig sein. Querverweise sollten so wenig wie möglich vorkommen, damit das Dokument übersichtlich bleibt.

Es gibt drei grundsätzliche Layout-Typen, die für Betriebsanleitungen geeignet sind:

  1. Ein zweispaltiges Layout mit Marginalienspalte. Die äußere bzw. linke Spalte enthält hierbei ausschließlich Stichwörter sowie die Überschriften. Der Text und die Bilder werden in der inneren bzw. rechten Spalte angeordnet. Durch die Stichwörter wird der Text gut strukturiert und leicht selektiv lesbar.
  2. Getrennte Spalten für Bilder und Text. Dieser Typ eignet sich, wenn viele Bilder verwendet werden (z. B. für Handlungsanleitungen, in denen die einzelnen Schritte genau beschrieben werden). Dabei werden die Bilder z. B. in der rechten Spalte untereinander angeordnet. In der linken Spalte steht neben jedem Bild ein möglichst kurzer erläuternder Text. Der Text wird dem Bild also auch optisch zugeordnet.
  3. Das einspaltige Layout. Hierbei werden die Bilder in einer eigenen Zeile zentriert zwischen den Absätzen bzw. Textblöcken angeordnet. Diese Variante kann mit jedem Textverarbeitungsprogramm einfach erzeugt werden. Allerdings werden die Zeilen bei diesem Layout-Typ relativ lang und damit schlechter lesbar. Auch die Zuordnung zwischen Text und Bild ist nicht immer sofort erkennbar.

Die Auswahl an Schriftarten scheint fast unbegrenzt zu sein. Aber nicht jede Schrift ist für eine Betriebsanleitung geeignet. Gedruckte umfangreiche Texte sollten mit Serifenschriften (Schriften mit „Füßchen“) gedruckt werden, der Leser ermüdet bei dieser Schriftart nicht so schnell beim Lesen. Als gängige Serifenschrift ist hier die Schriftart „Times“ zu empfehlen. Wird der Text hingegen mehr auf Bildschirmen in kurzer Form gelesen, so sind serifenlose Schriften geeigneter. Eine serifenlose Schrift ist z.B. die „Arial“ Schriftart.

  • Kursiv- oder Fettschrift sollte für Hervorhebungen nur sparsam eingesetzt werden. Doppelte Auszeichnungen (Kursiv und Fett) sollten in jedem Fall vermieden werden.
  • Die Schriftgröße für den Fließtext in Betriebsanleitungen im A4-Format sollten 10 bis 12 Punkte betragen. Für Anleitungen im A5-Format werden 8,5 bis 10 Punkte als Schriftgröße empfohlen.
  • Die Größe der Überschriften steigt mit jeder Hierarchieebene ab. Bei einer Schriftgröße von 10 Punkten sollte das Verhältnis der verschiedenen Überschriften 20:14:11 betragen. Mehr als drei Hierarchieebenen sollten nach Möglichkeit nicht verwendet werden.
  • Verzichten Sie auf optische Spielereien im Fließtext. In der Regel erschweren Sie dem Leser dadurch den Überblick.

Wenn die Software Teil einer Maschine bzw. Produktes ist, unterliegt diese rechtlich dem Produktsicherheitsrecht und muss in diesem Fall neben der Betriebsanleitung ebenfalls übersetzt werden.

Die Maschinenrichtlinie und andere EG-Richtlinien sehen vor, dass auf dem Typenschild neben der Adresse und Namen des Herstellers auch die Bezeichnung der Maschine, Typen- oder Baureihenbezeichnung (ggf. Seriennummer), Baujahr und die CE-Kennzeichnung angegeben sein müssen.

Für die Gliederung des Kapitels Sicherheitshinweise in der Betriebsanleitung bieten sich verschiedene Hierarchien an:

  • Chronologisch (entlang der Lebensphasen der Nutzung)
  • Von offensichtlichen Gefährdungen bis hin zu versteckten/unbekannten Gefährdungen
  • Zielgruppenspezifisch (wenn es mehrere Zielgruppen gibt)

Laut Maschinenrichtlinie ist eine unvollständige Maschine eine „Gesamtheit, die fast eine Maschine bildet“. Für sich genommen erfüllt die unvollständige Maschine keine bestimmte Funktion. Ein Getriebe, ein Greifer oder ein Antriebssystem sind typische Beispiele für unvollständige Maschinen. Eine Maschine bei der beispielsweise der Antrieb fehlt (der für ihr Funktionieren essentiell ist) ist auch eine unvollständige Maschine.

Da unvollständige Maschinen unter die Maschinenrichtlinie fallen, gehört eine Montageanleitung auch zwingend zu einer unvollständigen Maschine.

Die Montageanleitung allein als begleitendes Dokument einer unvollständigen Maschine reicht aber nicht aus. Der Hersteller muss vor dem Inverkehrbringen der Maschine eine sogenannte Einbauerklärung und eine Technische Dokumentation erstellen. Diese Dokumentation muss unter anderem folgende Sachen enthalten:

  • Übersichtszeichnungen,
  • Schaltpläne und Steuerpläne
  • Unterlagen zur Risikobeurteilung, insbesondere die zutreffenden Normen
  • Liste der jeweils relevanten Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen
  • Angaben zu Sicherheitsmaßnahmen und Restrisiken
  • Berichte technischer Prüfungen

Es ist also erforderlich eine ausführliche Betriebsanleitung mit den oben genannten Punkten für eine unvollständige Maschine auszustellen.

Die Montageanleitung einer unvollständigen Maschine muss in einer Sprache abgefasst sein, die vom Hersteller der Maschine (in welche die unvollständige Maschine eingebaut werden soll) akzeptiert wird. Wird die unvollständige Maschine also ins Ausland exportiert, muss die Montageanleitung möglicherweise in eine andere Sprache übersetzt werden.

Beim Schreiben von Betriebsanleitungen kommen in der Regel der linksbündige Flattersatz und der Blocksatz zur Anwendung. Beim Flattersatz sollten die Zeilen stets wechselnde und deutlich unterschiedliche Längen besitzen. Für die richtige Ausführung ist daher häufig eine manuelle Nachbearbeitung erforderlich. Blocksatz hingegen birgt die Gefahr, dass große Löcher im Text entstehen, an denen sich das Auge stört. Auch hier ist also ggf. eine manuelle Nachbearbeitung erforderlich, da der Wortzwischenraum ungefähr der Breite des Buchstaben „i“ entsprechen sollte.

Die Kopf- und Fußzeile können Sie nutzen, um dem Leser die Orientierung im Text zu erleichtern. In der Kopfzeile können z. B. die Kapitelüberschriften stehen. Die Seitenzahlen stehen üblicherweise in der Fußzeile.

Bei feuchten Umgebungseinflüssen kann Papier schnell beschädigt werden oder die Schrift verläuft möglicherweise. Das Material der gedruckten Betriebsanleitung muss den Umgebungseinflüssen angepasst werden.

Aus der Zielgruppenanalyse ergibt sich, ob die Nutzer der Betriebsanleitung Kenntnisse von den eingesetzten Fachbegriffen haben. Besitzt diese keinerlei Wissen, so sind diese beim ersten Gebrauch und ggf. an weiteren Stellen ausführlich zu erklären. Ein Glossar am Ende des Betriebsanleitung, welches die Fachbegriffe enthält, ist ebenfalls sinnvoll.

Die Zielgruppe der privaten Endbenutzer an sich erfordern besondere Darstellungsweisen. Der Hersteller eines Produktes muss mit der Nutzung durch gefährdete Zielgruppe wie Kinder oder ältere Menschen rechnen. Über Risiken muss umfassend informiert werden und eine optimale Verständlichkeit der Anleitung ist für die Verringerung des Haftungsrisikos erforderlich.

Zuerst werden die Handlungsanweisungen stichwortartig notiert und dann ausformuliert. Sicherheitshinweise für Handlungsanweisungen werden vor der Handlung platziert.

Bild hier!

Handlungsanweisungen fordern den Benutzer zu einer Handlung auf und werden aktiv formuliert. Sie dienen dazu:

  • die Ausgangssituation einer Handlung zu schildern
  • das Ziel der Handlung nennen
  • falls notwendig einen konkreten Sicherheitshinweis enthalten
  • in überschaubaren Schritten die auszuführende Handlung zu beschreiben
  • das Resultat der Handlung angeben

Um eine Betriebsanleitung übersichtlich zu gestalten, sollte der Inhalt  durch Überschriften in verschiedenen Hierarchien gewählt werden. Die Untergliederung dieser sollte jedoch maximal bis zur 3. Stufe reichen, um die Übersichtlichkeit zu wahren.

Einzelne wichtige Absätze können mithilfe einer Marginalienspalte hervorgehoben werden. Am Ende eines Kapitels kann eine Zusammenfassung für den Leser hilfreich sein.

Verzeichnisse für Inhalt, Fachwörter und Abkürzungen sind ebenfalls gute Orientierungshilfen.

Im Sinne des Produktsicherheitsrechts kann jede hergestellte fertige oder auch unfertige Sache zunächst ein Produkt am Markt sein, wenn Menschen diese in irgendeiner Art und Weise verwenden. Dazu zählen:

  • Gegenstände für den privaten Gebrauch
  • Technische Arbeitsmittel
  • Nahrungsmittel für Menschen und Tiere
  • Stoffe und sonstige Materialien

Ebenso wird im rechtlichen Sinne auch ein neues Produkt erzeugt, wenn verschiedene fertige und/oder unfertige Produkte zu einem neuen zusammengefügt werden oder ein bestehendes wesentlich verändert wird.

Das kann durchaus sinnvoll sein. Mehrere Länder haben mehr als eine Amtssprache. Die Vereinigten Staaten benutzen zwar vorwiegend Englische Dokumente, haben aber keine einheitlich festgelegte Amtssprache. Bundesstaaten mit einem hohen lateinamerikanischen Bevölkerungsanteil verwenden zunehmend auch Spanisch als Amtssprache. Abhängig von der Branche kann auch eine andere Sprache zwingend vorgeschrieben werden. In New York müssen für die Baubranche die Betriebsanleitungen zwingend auf Spanisch ausgestellt sein, da überwiegend spanisch sprechende Personen im Baugewerbe tätig sind.

Das kann durchaus sinnvoll sein. Mehrere Länder haben mehr als eine Amtssprache. Die Vereinigten Staaten benutzen zwar vorwiegend Englische Dokumente, haben aber keine einheitlich festgelegte Amtssprache. Bundesstaaten mit einem hohen lateinamerikanischen Bevölkerungsanteil verwenden zunehmend auch Spanisch als Amtssprache.

In den verschiedenen Teilen der USA herrschen starke Klimaschwankungen. Deshalb müssen extrem heiße und kalte Temperaturen bei der Konstruktion berücksichtigt werden. So könnten beispielsweise bei Elektroteilen, die in Containern im Hafen von Texas lagern, welche durch die Hitze in den Containern sehr warm werden, das Plastik schmelzen.

Sicherheitshinweise welche an der Maschine angebracht wurden, müssen in der Betriebsanleitung erläutert und deren Anbringungsorte in der Betriebsanleitung kenntlich gemacht werden.

Der sogenannte „Stand der Technik“ ist einer der wichtigsten Technikklauseln für Maschinensicherheit, Produktsicherheit und Arbeitssicherheit. Der Begriff ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, der in verschiedenen Rechtsgebieten Verwendung findet und auf die Entwicklung von Wissenschaft und Technik Bezug nimmt.

Der Stand der Technik umfasst das, was technisch möglich ist. Möglich bedeutet nicht nur technisch machbar, sondern bezieht auch die Aspekte der Wirtschaftlichkeit und realistisch möglichen Umsetzbarkeit ein. Der Stand der Technik verändert sich ständig und ist kein statisches Gebilde. Produkte werden an den Stand der Technik angepasst und Lösungen für Schutz und Sicherheit ständig weiterentwickelt. Das gilt auch für Maschinen, Anlagen, ihre Steuerungen und deren Betriebsanleitungen.

Das Produkthaftungsgesetz besagt, dass ein Produkt einen Fehler aufweist, wenn es nicht die Sicherheit bietet, die unter Berücksichtigung aller Umstände erwartet werden kann. Zu den Umständen zählen insbesondere:

  • seiner Darbietung
  • des Gebrauchs, mit dem billigerweise gerechnet werden kann
  • des Zeitpunkts, in dem es in den Verkehr gebracht wurde

Einem Produkt kann nicht einfach einen Fehler vorgeworfen werden, weil später ein verbessertes Produkt in den Verkehr gebracht wurde.

Das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) regelt die Sicherheitsanforderungen von technischen Arbeitsmitteln und Verbraucherprodukte. Es ist seit Dezember 2011 der Nachfolger des Geräte- und Produktsicherheitsgesetz.

In dieses Gesetz sind einige europäische Richtlinien eingeflossen und in deutsches Recht umgesetzt worden. Darunter:

  • Maschinenrichtlinie
  • Niederspannungsrichtlinie
  • Aufzugsrichtlinie
  • Druckgeräterichtlinie
  • Explosionsschutzverordnung

Das ProdSG erlaubt eine Markteinführung eines Produktes nur dann, wenn es bei bestimmungsgemäßer oder vorhersehbarer Verwendung die Sicherheit und Gesundheit von Personen nicht gefährdet.

Die Abgabe eines Produktes im Rahmen einer Geschäftstätigkeit wird zunächst als „Bereitstellung auf dem Markt“ betrachtet, unabhängig davon ob das Produkt verkauft, vermietet, verpachtet oder gar verschenkt wird. Das Produktsicherheitsrecht sieht vor, dass zum Zeitpunkt der Bereitstellung alle gesetzlichen Anforderungen an das Produkt erfüllt sein müssen.

Vorrangig jeder Hersteller, der ein Produkt selbst entwirft und fertigt aber auch jede natürliche oder juristische Person, die ein Produkt auf dem Markt bereitstellt, ist ein Bereitsteller. Als Hersteller können auch diejenigen eingestuft werden, die ein Produkt wesentlich verändern, mehrere Produkte zu einer neuen Gesamtheit zusammenfügen oder seinen Namen auf einem fremden Produkt anbringen.

Als Arbeitsschutz werden die Maßnahmen verstanden, die dazu dienen die Beschäftigten eines Unternehmens vor arbeitsbedingten Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen zu schützen. Das Ziel des Arbeitsschutzes ist die Vermeidung von Arbeitsunfällen und der Schutz der Gesundheit der Beschäftigten.

Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Beschäftigten nach dem aktuellen Stand der Technik zu schützen. Das bezieht sich auf die Sicherheit von Maschinen, das Funktionieren von Schutzeinrichtungen, den Umgang mit Gefahrstoffen sowie auch die Qualität von Arbeitskleidung oder der Komponenten der persönlichen Schutzausrüstung.

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